Anhand meines Fangtagebuches von 1995–2005, habe ich meine Daten ausgewertet und bin zu folgendem Resultat gekommen. Die Daten resultieren aus dem Oberen Seeteil im Bielersee, namentlich die Buchten La Neuveville, Le Landeron, Erlach vor dem Schloss, dem Heidenweg, den Auelen vor der St.Petersinsel sowie der gesamten Vinelzerbucht.
In der Regel dauert die Felchensaison auf dem Bielersee vom 01. Januar bis ca Mitte/Ende August. Mit zunehmender Umwälzung des Wasserkörpers im Herbst, nimmt das Beissverhalten rapide ab und die Felchen verteilen sich auf die weiten des Sees. In diesen Monaten ist es mal abgesehen von „Schlecht Wetter“ Einflüssen immer möglich im See Felchen zu fangen.
Bei der Saisoneröffnung am 01. Januar zeigen sich die Felchen nach ihrer Laichzeit meist sehr beissfreudig. Sind die Wassertemperaturen im See nicht zu kalt, kann mit einer erfolgreichen Eröffnung gerechnet werden. Diese in den letzten 6–8 Jahren zunehmende Tendenz ist sicher auch dem Klimawandel zuzuschreiben, haben sich doch als die kältesten Monate in den vergangenen Jahren, der Februar und März hervor gehoben. Im direkten Vergleich mit der gesamten Saisonbilanz tritt in diesen Monaten eine Stagnation des Wasserkörpers ein. Die Felchen verteilen sich im gesamten See und sind schlecht zu finden, weil sie sich entsprechend der kalten Wassertemperaturen meist am Gewässergrund aufhalten. Sie reduzieren ihren Energieverbrauch auf ein Minimum, was auch wieder einen Einfluss auf die Beissfreudigkeit mit sich bringt. Ab Mitte April, die Wassertemperaturen steigen langsam an, ziehen die grossen Schwärme auf der Suche nach Futter in die wärmeren Flachwasserzonen. Die Beissfreudigkeit der Felchen steigt ab Mitte Mai stetig an und erreicht über den Juni bis hin zum Ende Juli, Mitte August ihren absoluten Höhepunkt. Es stehen freudige und erfolgreiche Zeiten bevor und das Felchenfieber hat einen voll gepackt! Ab Mitte/Ende August entschwinden die Felchen wieder in ihr weites Element, was zumindest für den Oberen Seeteil bedeutet, dass ab September praktisch keine grösseren Felchenfänge mehr möglich sind.