Mit der freundlichen Hilfe von Philipp gelang es mir, den Ablauf eines Felchendrills, vom Anschlag bis zur Landung bildlich zu dokumentieren.
Wer einen Fishfinder hat und weiss, in welcher Tiefe die Felchen, auf Futtersuche, ihre Bahnen ziehen, ist dem sicheren Erfolg einen bedeutenden Schritt näher. Es gilt die auf dem Fishfinder angezeigte Tiefe, mit der Gambe/Hegene möglichst präzise einzustellen. Die Gambe/Hegene sollte von unten an den Schwarm heran geführt werden, um sie dann sofort mit einer langsamen Hebebewegung der Rute in den Fischwarm zu ziehen. Es ist wichtig immer genau zu wissen wo man fischt. Fischt man zu tief oder zu hoch, bleiben die Bisse aus. Es gilt: "Knapp daneben, ist daneben!"
Wer alles richtig macht, kann mit Sicherheit mit einem Biss rechnen. Es gilt konzentriert zu fischen und den Rutenspitz nicht aus den Augen zu lassen. Obwohl die Felchen in Massen unter dem Schiff durch ziehen, bissen sie doch zum Teil recht zaghaft und fein. Der leiseste Verdacht, sowie das vibrieren der Spitze muss man mit einem zügigen heben der Rute quittieren (dosierter Anschlag).
Die Oberwassertemperatur ist um 15-16 Grad, dass heisst die Felchen im Zwischenwasser sind nun aktiv und kämpferisch. Sie haben sich schon Fettreserven angefressen und fighten dementsprechend hart. Durch das die Felchen in der Lage sind beim aufwärts drillen einen Luftdruckausgleich zu schaffen, reagieren sie vehement an der Wasseroberfläche. Sie führen einen regelrechten Tanz auf, was das feumern nicht gerade einfacher macht. Der Fischer muss sein ganzes Geschick anwenden, um die wilden Fluchten der Felchen zu kontrollieren. Es galt Fingerspitzengefühl (Bremse) und Gerät an der Limite zu bewegen, um den Fisch nicht schon auf den ersten Metern durch ausschlitzen zu verlieren.
Die Felche muss mit möglichst gleichmässigem Zug nach oben geführt (gedrillt) werden. Der Feumer parat liegen, um den Fisch sicher zu feumern. Man darf sich nicht zu viel Zeit damit lassen, weil sonst die Felche zu einer letzten, wilden und heftigen Flucht ansetzt, was vielfach zu einem Fischverlust führt.
Ist die Felche sicher im Feumernetz, hat man alles richtig gemacht. Nun gilt es nur noch aufzupassen, dass man den Karabiner-Haken (wo die Gambe/Hegene daran hängt) nicht zu weit zum Rutenspitz hinauf dreht. Es besteht sonst die Gefahr, dass wenn der Fisch sicher im Feumer zappelt und man diesen anhebt, sich der Rutenspitz entspannt und wenn dann wie geschrieben, der Karabinerhaken zu weit nach oben gezogen wurde, der Spitz beim verklemmen mit dem Karabinerhaken abbricht.