Ich bin der Meinung, dass vor allem Anderen die Form einer Nymphe darüber Entscheidet, ob sie von den Fischen genommen wird oder nicht. Mit Freunden habe ich während fünf Jahren Testergebnisse zusammen getragen und bin zu folgendem Schluss gekommen:
Folgende Punkte, der Reihe nach Aufgelistet bestimmen über den Erfolg einer Nymphe!
- die Form
- der Haken
- die Grösse
- die Lackierung
- die Farbe
- die Rippung
spezielles:
- Büschel, Flügel/Atmungsorgane
- Schwänzchen
Vor allem bei diesem Thema, könnte man eine Abhandlung zu jedem der einzelnen Punkte schreiben, doch ich möchte mich auf die Form beschränken. Mitunter ein Grund warum die Form so entscheidend ist, ist die Tatsache, dass ab einer Gewässertiefe von ca 10 m die Farben nur noch in Grautönen wahrgenommen werden. Das heisst zwar, dass die Farben zur Wahrnehmung mitentscheidenden, doch nicht der Hauptgrund sind. Die Felchen (Fische in allgemeinen) sind auf eine Form fixiert, die ihrem aktuellen Beuteschema entspricht. Ist die Sichtigkeit (durch die Farbe) gegeben, wird sie die Nymphe als Futter erkennen und ohne zögern nehmen. Um einer erfolgreichen Nymphe die Perfekte Form zu geben, braucht es den Richtigen Haken in der erforderlichen Grösse des zu imitierenden Insekts.
In praktisch allen Felchenseen Europas, wird erfolgreich mit 14er und 12er Haken auf Felchen gefischt. Erfolgreiche Hakenformen sind die Grubenhaken, ob geschränkt oder nicht, diese Hakenform hat sich zur Imitation von Felchennymphen durchgesetzt. Sind der Haken und die Form gegeben, sprechen wir nun von der perfekten Form und wie sich diese auf eine einfache weise auf dem Haken aufbauen lässt. Ich habe dazu eine Bilderreihe erstellt und um die Abläufe noch einfacher Darzustellen. Die jeweiligen Bindeschritte sind zusätzlich in einer anderen Farbe gebunden.
Die perfekte Nymphenform entsteht, erst mal was den Körper betrifft, in drei Bindeschritten:
- Das Floss wird hinter dem Öhr angewunden und die erste Lage Material, einen Drittel des fertigen Körpers(etwa in der Länge des zum Schluss folgenden Kopf/Thorax), zum Hakenbogen und zurück zum Öhr geführt. (Abb. 1).
- Die nächste Lage Floss wird zwei Drittel vom Öhr hin zum Hakenbogen und zurück gewunden (Abb. 2).
- Der letzte Umgang zur Vollendung der Körperform, wird nun bis unter die Mitte des Hakenbogens und zurück zum Öhr geführt. Auf dem Rückweg zum Öhr kann man sehr gut die letzten Unebenheiten ausgleichen und dann den fertigen Nymphenkörper mit einem Abschlussknoten beim Öhr sichern (Abb. 3).
Der nächste Bindeschritt ist der Kopf/Thorax (Rücken). Diese müssen sich gleichmässig vom Körper abheben und die dickste Stelle sollte drei Mal so dick sein wie die dünnste Stelle der Nymphe, dem Körperende der Nymphe im Hakenbogen. Das hört sich komplizierter an als es ist, mit etwas Übung und selbstkritischem Blick, bekommt man als Binder schnell einmal das Gefühl dafür. Übung macht den Meister! Zwei Schritte führen zum Perfekten Kopf/Thorax:
- Das Floss wird in der Mitte des fertigen Kopf/Thorax auf dem Körper angewunden und mit regelmässigen links/rechts Bewegungen des Materials nach aussen geführt (Abb. 4).
- Ist die Form des vollständigen Kopf/Thorax erreicht, wird das Floss mit einem Abschlussknoten hinter dem Öhr gesichert (Abb. 5).
- Ich lackiere alle Nymphen zum Felchenfischen fünf- (5) Fach. Für mich ist es der perfekte Abschluss, der Nymphe die endgültige Form zu geben (Abb. 6).
Perfekte Formen müssen gar nicht so perfekt sein! Das Raster der Nährtiere unserer Fische lässt ein breites Spektrum an Varianten und Mustern zu. Um diesen Vorgaben so nahe wie möglich zu kommen, sollte jeder Binder das Ziel haben, die Formen so präzise wie möglich nach zu binden. Immer vorausgesetzt man möchte mit seinen Nymphen auch Fische fangen! Ich bin sicher, wer diese Ratschläge berücksichtigt und das nächste mal am Bindetisch umsetzt, ist dem Erfolg einen sicheren Schritt näher.