Infos und News zum Thema Felchenfischen auf dem Bielersee
22.01.12
Felchengramm
Endlich beruhigte sich heute Sonntag das Wetter einigermassen und so sind wir gegen Mittag hinaus auf den Bielersee gefahren, um das Felchenfieber etwas zu kühlen. Vor La Neuveville lief rein gar nichts, also weiter den See hinunter in die Schernelzerbucht und vor Ligerz. Dort fanden wir die Felchen zwischen 10 – 15m Wassertiefe - auf und knapp über dem Gewässergrund.
Leider waren die meisten Felchen untermassig, nur ein paar wenige hatten das Fangmass. Vor der Insel sowie beim Nordsteg trafen wir auf das Selbe. Hier blies der Wind aber um einiges stärker, so dass wir uns wieder zurück auf die andere Seeseite aufmachten.
Vor dem Hafen La Neuveville fingen wir noch ein paar weitere Felchen und Weissfische. Für einmal mehr war es heute nicht so einfach die Felchenschwärme zu finden und wenn man sie dann fand, waren sehr viele kleine Felchen die anbissen. Das nächstemal werden wir es wieder in den Oberen Bielerseebuchten versuchen, es kann „nur“ besser werden. Interessant war es allemal und das Felchenfieber ist auch wieder auf einer erträglichen Stufe. Liebe Grüsse aus Lyss. In diesem Sinne!
Bruno und Sepp
22.01.2012
01.01.12
Felchensaison Eröffnung 2012
Wir trafen uns um 8.30 Uhr in der Früh im Hafen und dem Einen oder Anderen Fischerkameraden stand die Müdigkeit, resultierend aus der vergangenen Silvesternacht, noch ins Gesicht geschrieben. Dem Felchenfieber sei Dank, tat dies der Vorfreude aber nicht den geringsten Abbruch und so starteten wir gemeinsam hinaus auf den Bielersee – der Felchensaison Eröffnung 2012 entgegen. Der Tag begann ruhig - zwar mit einem bedeckten Himmel und wechselnden Winden, - dafür aber fühlten sich die Temperaturen für einmal schon fast frühlingshaft an.
Von der Vorahnung getrieben erreichten wir schnell den ersten Felchen Hot Spot zwischen dem Vogelturm und dem Nordsteg der St. Petersinsel. Motiviert durch die sichtbaren Anzeichen auf dem Bildschirm des Fishfinders liessen wir unsere Anker in ca 18 – 21m Tiefe zu Wasser. Was die Wahl der Gamben/Hegenen anbelangte, zeigte sich einmal mehr, da scheiden sich die Geister, denn praktisch Jeder für sich hatte da so seine eigenen Vorlieben. Recht so, denn oft und öfters versetzt der Glaube an die Sache Berge! Beim Felchenfischen (dem Fischen i.A.) gibt es selten ein richtig oder falsch, viel eher, bessere oder weniger geeignetere Ködermuster sowie Techniken. Dazu kommt noch, dass Solches meist auch nur temporär gilt und sich nach Stunden oder Tagen schnell wieder ändern kann.
Es waren noch längst nicht alle Köder auf den Gewässergrund hinab gelassen, als der erste Jubel – Biss, Felche – über das Wasser erschallte. Nach kurzem Drill lag die erste 2012er Felche im Feumer (Kescher) und alle rundherum freuten sich darüber. Nun war die Saison perfekt „eingeläutet“ und ein Jeder Pimpmaster legte sich zünftig ins Zeug um „seine“ Erste zum Anbiss zu verführen. Lange dauerte es nicht und eine Zweite, Dritte, Vierte u.s.w. wanderte in die Kühlboxen – ein wahrlich intensiver Auftakt. Auf diese Weise flossen die Stunden nur so davon und schnell einmal war es Mittagszeit, was hiess, eine kleine Pause war angesagt – fragt sich nur, für den Fischer oder die Felchen!?
Etwas später, nach einer gütlichen Stärkung mit Käse, Speck, Brot und heissem Tee, stellen wir fest, dass die Aktivitäten der Felchen an unserem Hot Spot merklich abgenommen hatten. Keine Anzeichen auf dem Bildschirm und schon gar nicht an unseren Nymphen. Nun denn, auf zu „Neuen Ufern!“ In der Vergangenheit konnten wir am Eröffnungstag stehts seeaufwärts, in der Erlacherbucht, nähe Zihlkanaleinlauf die Felchen wieder finden. Die Strömung garantiert fast immer, dass in ihr oder in ihrer unmittelbaren Nähe Futter daher treibt, welches von den Fischen gerne genommen wird. Merke: „Was wir Fischer Wissen, wissen die Fische schon lange!“ Auch an dieser Stelle war uns das Glück hold und schon bald durften wir uns erneut an guten Felchen erfreuen.
Sie bissen zwar nicht mehr so häufig und vehement wie am Vormittag, doch dafür waren schöne Exemplare um die 30cm und mehr dabei. Interessant war auch zu beobachten, dass während am Vormittag mehr Aktion von den Ködern gefragt war, am Nachmittag mehrheitlich fast nur eine „ruhende“ Nymphe genommen wurden, dass Selbe galt auch für die Hoch-, Tiefbewegungen – manchmal ist halt weniger mehr. Wer nun fragt, welches denn die „Besten“ Muster waren, so muss ich gestehen, die schien es nicht zu geben. Ob mit oder ohne Goldkopf, kleiner oder grösser (16 – 12er), lackiert oder nicht lackiert, feiner oder gröber gebunden, kein „Trumpf“ stach wirklich. Einzig was die Farben anbelangte, waren eher dunklere Muster die Bringer. An meiner Gambe/Hegene brachten die wie bei mir gewohnten schwarzen, roten und violetten Muster Bisse. Zu erwähnen wäre, dass ich alle Felchen, bis auf eine, auf Schwarz (Nachläufer) oder Rot gefangen habe. Dies kann aber auch gut daran liegen, dass meine Violette immer erst an dritter Stelle eingebunden ist und demzufolge also am weitesten vom Gewässergrund entfernt war – schön gibt es sie – die Unbekannte.
Das faszinierende an einer Eröffnung ist ganz klar die Vorfreude an dem was wohl kommen möge. Dies alleine aber vom Fischfang, geschweige denn von der Menge abhängig zu machen, ist völlig verkehrt. Es fängt doch damit an, dass man überhaupt daran teilnehmen kann/darf. In der Natur zu verweilen und die Elemente zu spüren und geniessen. Freunde am und auf dem Wasser zu treffen und über Dies und Jenes zu parlieren. Gemeinsam Fische zu fangen und sich neidlos am Fang des Anderen ebenso zu freuen wie über den eigenen. Solches und vieles mehr machen die Faszination (Felchen-) Fischen aus, wenn auch an einer Eröffnung einen Hauch mehr davon, man muss es nur erkennen, annehmen und leben – auf eine allzeit spannende und erfolgreiche Felchensaison 2012. In diesem Sinne!
15.12.11
Pro Fisch und Natur
Der Mensch wurde nicht in eine Welt geboren die ausschliesslich ihm alleine zu Nutzen sein muss, geschweige denn, ihm alleine gehören würde. Das Existieren auf Erden ist eine z. T. komplizierte Symbiose mit der Natur und anderen Lebewesen, welche sich in Millionen von Jahren so Entwickelt hat, wie sie sich heute Darstellt. Das fordert von uns Menschen jeglichen Respekt und Achtsamkeit gegenüber dem Blauen Planeten.
Albert Schweitzer formulierte es 1974 treffend:
„Ich bin Leben das leben will - inmitten von Leben das leben will!“
Doch kein noch so schön verfasster Ethikbrief kann dieses weltweit und schon gar nicht umfassend garantieren. Jeglicher Eigenwert der Natur muss zwingend anerkannt und respektiert werden - jegliches Leben muss um seiner Selbstwillen geachtet sein. Wir müssen die Vielfalt, ob lebendig oder abiotisch schützen. Ob nun Menschen, Tiere, Pflanzen, Erde oder Elemente, ein Jedes fordert ihren Platz und dies gilt es immer zu Berücksichtigen – Jeder und Jedes besitzt einen Eigenwert.
Hans Jonas (Der grosse Philosoph des Lebendigen) meinte dazu:
„Wir Menschen haben gegenüber allen Wesen, Dingen und Gesamtheiten der Natur eine Treuhänderrolle, nicht nur um unsertwillen, sondern auch um ihrer selbst willen und aus eigenem Recht!“
Die Natur lebt, lassen wir sie doch leben. Nicht nur für unsere Nachkommen damit diese auch in der Zukunft an einem „Lebendigen Wasser“ Erholung finden können - sondern um Ihrer Selbstwillen. Gestehen wir den einzelnen Lebewesen und Elementen ein Existenzrecht zu und Anerkennen ihren Eigenwert selbstlos. Die Natur sollte wann immer irgendwie möglich unangetastet bleiben, damit ihre Lebendigkeit, Einmaligkeit und Schönheit bewahrt bleibt. Spätestens wenn es um reine Güterabwägung geht, ist die Natur schnell in grosser Gefahr. Weil ihr Ausgang praktisch immer offen ist, ja in vielen Fällen nur der wirtschaftliche Nutzen realisiert wird, entsteht ein Ungleichgewicht und ganze Gebiete werden massiv verändert.
Wir sollen uns selbst mehr und mehr mit der restlichen Natur verbunden fühlen. Und diese Verbundenheit oder dieses Aufgehen im Ganzen erfahren wir in der Tat in der ökologischen Idee, dass alles mit allem zusammenhängt und sich wechselseitig beeinflusst. Wir Menschen sind denkende und empfindende Wesen, ausgestattet mit Empathie und Verständnis, um zu erkennen, dass die Natur voll von Werten ist. Der Appell zur Pflicht ihr gegenüber fordert uns heraus und wegen unseres Wahlvermögens müssen wir unser Tun verantworten.
Arne Naess
Der Mensch ist – wenn auch nur zum Teil – ein freies Wesen. Seine Freiheit, die sich durch Macht, Gier, List und modernster Technik darstellt, sollte ihn allerdings nicht dazu nötigen, alles zu tun, was in seiner Macht steht. Sein Handeln stösst an Grenzen, will er nicht die Freiheit und die Existenzberechtigung anderer verletzen (frei nach: F. Stähli). In diesem Sinne!
Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser! Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind!