Für viele Felchenfischer macht gerade die Vorstellung mit einer selbst gebundenen Nymphe eine Felche zu fangen, einen geradezu magischen Reiz aus. Die Vorfreude, die Erwartung und die Hoffnung sind der ultimative Kick. Vor allem, wenn es ihnen gelingt mit ihren Nymphen den Felchen mit Erfolg nachzustellen. Solch ein Erlebnis kann meiner Meinung nach nicht mehr gesteigert werden. Was kann schöner und spannender sein, als mit einer selbstgebundenen Nymphe erfolgreich zu fischen!
Selbstverständlich kann man seine Nymphen auch kaufen, aber das ist nicht das gleiche. Für Felchenfischer die mit einer selbstgebundenen Nymphe ihre Fische fangen, die ein Produkt vom eigenen Bindetisch sind, ist das Nymphenbinden eine Passion. Als vor ca. 2000 Jahren die ersten Nymphen/Fliegen imitiert wurden, gingen ihnen Kreativität und Experimentierfreude voraus. Nachweislich dienten dazu Haken, Haare, Wolle und Vogelfedern. Die heutigen Muster haben sich, was Material und Technik betrifft, bedeutend weiterentwickelt. Der Fischer hat eine unüberschaubare Auswahl an Mustern zur Verfügung. Was einen Fisch interessieren könnte, wird kopiert. Ob Larven, Puppen oder Fantasienymphen, alles wird imitiert und einige Binder versuchen noch heute, dass Rad neu zu erfinden.
Es gibt viele Wasserinsekten und diese bilden die grösste Nahrungsgrundlage der Fische! Diese Erkenntnisse habe ich mir für das Felchenfischen zunutze gemacht und versuche diese beim Nymphenbinden, mehr oder weniger, naturgetreu nachzubilden. Lange vor dem Felchenfischen machte ich meine erste Bekanntschaft mit der Nymphe beim Äschenfischen. Meine ersten selbstgebundenen Muster waren die "Roten Haken", dadurch kam ich allmählich zum Nymphenbinden. Ich kann mich noch heute genau daran erinnern, wie mir der Heinz Riffel 1979 die ersten Tipps und Tricks verriet und ich langsam aber sicher dieser Passion verfiel.
Als Muster kommen alle Nymphen in Frage, die ans Wasser gebunden sind. Die wichtigsten Muster für das Felchenfischen sind Larven und Puppen der Zuckmücken und Eintagsfliegen, eher selten die Muster der Stein- und Köcherfliegen. Eine genaue Kopie ist nicht nötig, die meisten Nymphen sind in ihrer Erscheinungsform ähnlich und so imitieren wir mit einer Form mehrere Muster.
Zum Nymphenbinden braucht es einige Grundkenntnisse, die man sich als Anfänger aneignen muss. Diese kommen bei allen Mustern zur Anwendung und sind der Schlüssel zum Erfolg:
- der Haken muss fest in einem Bindestock eingespannt werden
- das Körpermaterial (Floss, Bindeseide) wird in der Regel hinter dem Hakenöhr eingebunden und eng anliegend bis zum Hakenbogen und zurück gewunden
- der Kopf ist das A und O jeder Nymphe und muss den Proportionen entsprechend sorgfältig gebunden werden
- ist die Nymphe fertig gebunden, muss das Bindematerial mit einem Abschlussknoten fixiert werden
- jeder Abschlussknoten, auch wenn im Endeffekt die Nymphe nicht lackiert wird, muss mit einem Tropfen Lack oder Sekundenkleber gesichert werden.