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Der Lack


Ob man seine Nymphen lackieren möchte oder nicht, kann jeder für sich Entscheiden. Im Prinzip reicht es, wenn der Abschlussknoten mit einem Tropfen Lack (oder Sekundenleim) gesichert wird.

Ich lackiere alle meine Nymphen zum Felchenfischen fünf- (5) Fach!

Dafür sprechen zwei Gründe: Zum Ersten spricht für das Lackieren die bedeutend längere Haltbarkeit der Nymphen (vor allem in der Übergangszeit, wenn vermehrt Egli beissen). Sie fransen nicht aus und die Form der Nymphen bleibt erhalten. Der Zweite, für mich entscheidende und wichtigere Grund die Nymphen zu lackieren, ist der Effekt der die Lackierung hervorruft. Vor allem die Puppen, die ihren Aufstieg an die Wasseroberfläche durch ein selbst produziertes Gas in der Puppenhaut in Gang setzen, erzeugen dadurch das Phänomen der Lichtdurchlässigkeit. Diese Effekte können mit geeigneten Materialien in Verbindung mit Lack imitiert werden. Eine perfekte Lackierung rundet die Form jeder Nymphe ab und gleicht Unregelmässigkeiten, die beim Binden entstehen können, aus.

Die Gretchenfrage lautet: "Welcher Lack soll/muss es sein?"

Lack - SystemFreunde, ich habe sie alle getestet! Ob das ultimative, Top Markenprodukt vom Fachhändler (10 ml/SFr. 12.90), 2 K Industrielacke mit Schlaggarantie (splittert nicht ab), Kunstlacke mit Seidenglanz Effekten und auch Eigenmischungen (mit feinsten Mikropartikeln) wurden ausprobiert. Diese Erfahrungen hier aufzählen zu wollen, sprengte den Rahmen und heute bin ich der Überzeugung, dass es viel einfacher geht. Seit über einem Jahrzehnt lackiere ich meine Nymphen mit einem Lack aus der Kosmetikbranche. Ich verwende den transparenten Fingernagellack 004, „clear ice“ von der Marke Cover Girl, aus der Migros (10 ml 6.90). Für mein Lack-System brauche ich: Zwei Flaschen Lack, eine 30 ml Flasche mit Pipette (SFr. 3.90, in jeder Drogerie) und eine Flasche "Azeton freier" Universalverdünner (Drogerie/Baumarkt). In die 30 ml Flasche fülle ich vom Universalverdünner ab.

Rondellen mit NymphenDie Nymphen habe ich auf Styropor-Rondellen aufgesteckt und beginne sie nun mit dem Pinsel der Nagellack Flasche das erste Mal zu lackieren. Ich arbeite immer mit drei Rondellen gleichzeitig, so sind die Nymphen der Ersten Rondelle angetrocknet, wenn ich mit den Nymphen der Dritten fertig bin. Ohne Pause fange ich wieder von vorne an und beginne die Nymphen ein zweites Mal zu lackieren. Nun ist eine Pause zwingend (1-2 Std.), der Lack muss aushärten! Ist die Wartezeit vorbei, ich nutze sie immer zum Binden von weiteren Mustern, fahre ich mit dem Lackiervorgang weiter. Die Nymphen werden mit der Dritten Lackschicht versehen und die Vierte folgt sogleich. Wieder halte ich eine 1-2 stündige Pause für Zwingend! Die Fünfte und letzte Lackschicht trage ich besonders gründlich und sorgfälltig auf, es lohnt sich! Fertig. Ich lasse meine Nymphen 7 Tage austrocknen (muss nicht sein, die Nymphen sind innert 24 Std. Grifffest), je länger man den Lack austrocknen lässt, desto härter wird er.

Für diese Lackierarbeiten verwende ich immer nur eine Flasche Nagellack, wenn sich diese um ein Viertel geleert hat, oder bei grösserer Aussentemperatur der Lack Fäden zieht, gebe ich eine halbe Pipette Universalverdünner dazu und fülle die Gebrauchsflasche mit dem Lack aus der zweite Nagellackflasche wieder auf. Das ganze gut schütteln und fertig ist der Lack für den nächsten Einsatz. Diese Geschichte funktioniert selbstredend nicht Ewig und wenn der Lack dann vom ewigen Mischen langsam gelblich wird, kann man ihn entsorgen (Sondermüll). Doch bis es so weit ist, kann ich zwischen 300-500 Nymphen lackieren und das ist eine ganze Menge.

Ich kann es nicht leugnen auch ich bezahlte viel Lehrgeld, bis ich zu dem Punkt gekommen bin, wo mir das Nymphenbinden keine schlatlosen Nächte mehr bereitete. Heute versuche ich das Binden so einfach wie möglich zu gestalten und zu vermitteln. Aus meinen Erfahrungen mache ich kein Geheimnis und deshalb fällt es mir auch nicht schwer mein Wissen weiter zu geben. Einsteiger sind sehr empfänglich für alle Informationen und wenn wir das Nymphenbinden fördern wollen, dürfen wir es den Neulingen nicht unnötig schwer machen.


geschrieben am: 10. Dezember 2005 / RR



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