Felchen (Coregonen) sind in ihrem Wachstum sehr stark abhängig von verschiedensten Faktoren ihres Gewässers. Gewässerzustand (Eutrophierung), Bestandsdichte und die damit verbundene Menge an Fischnährtieren (Wasserinsekten, Zooplankton u.s.w.) stehen in direktem Zusammenhang mit dem Wachstum der Felchen. Um eine umsichtige und nachhaltige Bewirtschaftung zu gewährleisten, ist daher für jeden See eine eigene Untersuchung durch Fischereibiologen unumgänglich, wobei man sagen kann, dass die Felchenbestände unserer Mittelland- und Alpenseen zu den am Besten untersuchten Fischarten gehören.
Das durchschnittliche Wachstum der Felchen im Bielersee beträgt ca 32cm in 3 Jahren, im Zürichsee ca 36cm, im Thunersee ca 37cm und im Neuenburgersee, Genfersee und Bodensee ca 39cm. Das hat natürlich in erster Linie auch wirtschaftliche Gründe. Felchen sind die Haupteinnahmequellen der Bewirtschafter und werden von der Berufs- und der Hobbyfischerei sehr stark, oder sagen wir mal, gleich gerne, genutzt.
Diese Schuppe stammt von einer vierjährigen Felche und man sieht sehr gut die Winterringe an denen man das Alter ablesen kann. Schuppenanalysen haben aufgezeigt, das Felchen mit 58 – 60cm aus dem Bielersee ca 12 Jahre alt sind, während deren Verwandten aus dem Bodensee und dem Genfersee die Selbe Grösse innert ca 8 Jahren erreichen. Die Schuppenanalyse ist die Einzige - zu 100% - zutreffende Altersbestimmung.
Die Länge ist bei allen Coregonenarten auch eine gute und schnelle Möglichkeit zur Altersbestimmung. Diese sind aber von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich, hängen sie doch stark von den verschiedenen Einflüssen, sowie von den dort vorkommenden Arten ab. Die gezeigte Grafik ist ein guter Durchschnitt, doch keinesfalls Allgemeingültig – jedes Gewässer hat seine eigenen Voraussetzungen die das Wachstum der Coregonen beeinflussen. Unter günstiger Voraussetzung wachsen die Felchen in den ersten 3 Jahren schnell und können eine Länge von 25 – 30cm erreichen. Ab 30cm / ca 4 jährig werden die Felchen laichfähig. Die weitern Wachstumsschübe in den folgen Jahren hängen wiederum vom Nahrungsangebot, aber, auch vom Bewirtschaftungsdruck des Gewässers ab.
Das Wissen um solche Vorgänge in der Natur fördert unser Denken und deshalb hoffentlich auch den Umgang mit gefangenen Fischen. In diesem Sinne!