Infos und News zum Thema Felchenfischen auf dem Bielersee
07.03.10
Cori die Felche
„Einst war ich eine Weltenbummlerin – Heute schwimme ich im Bielersee in der Schweiz umher“
Hallo, mein Name ist Cori und ich bin eine Felche. Ich gehöre zur Familie der Coregonen, schwimme gerne im Schwarm mit Artgenossen und man zählt mich zu den Wanderfischen. Ich lebe vorzugsweise in nahrungsreichen Binnenseen, doch auch in offenen und intakten Küsten- und Fliessgewässern bin ich immer wieder anzutreffen – was aber in der Gegenwart leider immer seltener vorkommt. Einst war ich eine Weltenbummlerin – Heute schwimme ich im Bielersee in der Schweiz umher. Ich möchte versuchen, hier auf Felchenfischer.ch, die Dinge rund um die Themen Felchen / Felchenfischen aus meiner Perspektive zu erzählen. Ich wünsche allen Lesern viel Freude, Spass und die Eine oder Andere Erkenntnis, damit wir uns in Zukunft noch viel besser verstehen!
Cori`s Perspektiven
„Jegliche Formen von Wissenschaften sind mir fremd, mich leiten meine Instinkte“
Ich habe gehört, ich soll zurzeit etwas schwerer zu finden sein. Das liegt ganz einfach daran, dass ich mich nach dem natürlichen Futterangebot in meinem Gewässer richte und jeweils nur dort, wo es etwas zu Fressen gibt, anzutreffen bin. Jegliche Formen von Wissenschaften sind mir fremd, mich leiten meine Instinkte. Wenn der Wasserkörper kalt ist suche ich mir mein Futter in aller Regel in Grundnähe. Dort ist die Wassertemperatur am konstantesten und deshalb spielt sich zu dieser Jahreszeit ein Grossteil des benthischen Unterwasserlebens auch dort ab. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl von kleinst Wasserlebewesen, sowie den unterschiedlichsten Fluginsekten in ihrem Larvenstadium – genau das, was ich ständig Suche und zum Fressen gerne habe! Die seltenen Schlupfperioden von Fluginsekten während der kalten Jahreszeit, vor allem das vorhergehende Steigen der Puppen, sind eine willkommene Abwechslung auf meinem Speiseplan. Dafür nehme ich auch gerne einen „grösseren“ Energieaufwand in Kauf und schwimme schon mal von der Tiefe ins flachere Wasser, oder steige den Leckerbissen auch bis ins Zwischenwasser nach – aber – das ist nicht die Regel. Die lautet für mich in kalten Zeiten: „Möglichst wenig Energie verbrauchen – das gilt für die Suche sowie für das Fressen an sich!“ So, und nun hoffe ich, dass ihr mir auch das Eine oder Andere Mal meine „Wanderlust“ und meine „Beisslaunen“ verzeihen mögt – ich bin halt auch nur ein Fisch. Mit glitschigen Flossen – in diesem Sinne!
es grüsst
Cori die Felche
20.02.10
Felchen fangen und geniessen
Es war Heute ein mehr oder weniger sonniger, windiger und nach wie vor „frischer“ Tag, zumindest was die Vormittagsstunden anbelangte. Vom Mittag an war es dann nur noch „frisch!“. Ich traf mich mit zwei Pimpmastern aus dem Kt. FR im Hafen von Le Landeron, um gemeinsam ein paar Stunden „Felchenfischen auf dem Bielersee“ zu geniessen. Kaum fuhren wir mit dem Boot aus dem Hafen, stellte mir einer von ihnen die Frage, was ich, wir oder sie mit den gefangenen Felchen machen sollen. Ich antwortete mit der Gegenfrage – „Esst ihr nicht gerne Fisch?“ Worauf er antwortete: "Na ja, eigentlich schon, aber ….." und sein Kamerad ergänzte etwas leise, er/sie würde(n) schon gerne Fisch essen, doch, er/sie wisse(n) nicht genau wie zubereiten. Beim „richtigen“ Töten mittels einem Kiemenschnitt finge das Problem ja schon an - geschweige denn das Ausnehmen und Putzen - vom Zubereiten mochte(n) er/sie schon gar nicht mehr sprechen.
Erst die Arbeit und dann das Vergnügen - oder - erst Felchen finden und dann fangen - oder - erst Felchen fangen und dann zubereiten – oder – erst zubereiten und dann geniessen - ganz egal wie man es dreht oder wendet: „Ein feines Felchendinner, vor allem wenn man Dieses mit selbstgefangenen Fischen auf dem Tisch haben möchte, will erst „verdient“ sein!“ Selbstverständlich kann man auch ein Restaurant aufsuchen das solches in ihrer Menukarte stehen hat. Doch unser Motto lautet stets von Fischer für Fischer und somit setzen wir voraus, dass bei uns selbstgefangener und selbst zubereiteter Fisch auf den Tisch kommt. Sozusagen als krönender Abschluss eines oder mehreren Tagen am oder auf dem Wasser. Lassen wir es mal dahingestellt wer das Dinner wie zubereitet, ob man es alleine oder in Gesellschaft verspeist, aber, ein wenig Aufwand darf es doch schon sein - vor allem, wenn es ums Geniessen geht.
Ich kenne einige Fischer, die essen keinen Fisch - na ja - das soll es geben. Andere verkaufen ihre Fische - Ok, wo es das Gesetz erlaubt, ist es nicht verboten. Wieder andere verschenken ihren Fang - weil sie sich die Arbeit wie Fische putzen und zubereiten nicht machen wollen, obwohl sie eigentlich ganz gerne Fisch essen täten. Damit habe ich so meine Probleme! Auch wenn man heutzutage nicht zwingender Weise Fische fangen muss um sich zu ernähren, so frage ich mich, wo sind bei diesen Fischern die seit vielen Jahrtausenden geprägten, ursprünglichen Triebe geblieben? Die Geschichte lehrt uns, der Mensch war zu beginn seiner Ära ein Sammler und Jäger - aus guten Gründen, ging es doch „Anno Dazumal“ meist rein ums Überleben. Schon klar das es im Heute um weit komplexere Dinge diesbezüglich geht, aber, warum soll man nicht zu seinen Wurzeln zurückkehren - vor allem wenn es doch so einfach ist.
Jeder kann im Restaurant einen Teller mit Fisch bestellen, aber, nicht jeder kann seine Fische selber fangen. Stimmt das wirklich? Mitnichten, fischen kann man lernen, es braucht lediglich etwas Geduld und Geschick. Fische zubereiten ist schwierig! Auch dem kann ich nicht zustimmen. Einen Fisch töten und putzen gehören nach dem neuen Tierschutzgesetz zum Pflichtprogramm – das muss man lernen. Den Fisch würzen, im Mehl wenden und in eine Bratpfanne geben, dass schafft nun wirklich jeder. Dazu ein frisches, knuspriges Brot und wenn es möglichst einfach sein soll, reicht Mayo aus der Tube. Wahrlich keine Hexerei und schon kann man mit dem Geniessen beginnen. Wie bei so vielem ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, doch es ist nicht nötig einen Ehrendoktortitel sein Eigen nennen zu können um einen Fisch zubereiten zu können. Aber, wie immer wenn man im Leben etwas selber erreichen möchte heisst es: „Erst die Arbeit und dann das Vergnügen!“
In der Zwischenzeit waren wir beim Vogelturm angelangt, nachdem wir in der Erlacherbucht nicht viel Interessantes auf dem Bildschirm des Fishfinders gefunden hatten. Wir alle fingen schöne Felchen in ca 21m Wassertiefe, schwarze, rote und violette Nymphen mit kleinen Goldköpfchen waren die Favoriten. Im Laufe des Nachmittags nahm das Blau am Himmel zeitweilig ab und dafür der Wind umso mehr zu. Dieser blies zügig aus Süd/West (von Oben nach Unten – in Fliessrichtung gesehen) über die Wasseroberfläche des Bielersees. Die dadurch verursachten „Schaukeleien“ auf den Wellen machten uns die Entscheidung zum Aufbruch auf den Heimweg für einmal leicht.
Auf dem Weg zurück in den Hafen wollte ich wissen, was sie denn nun mit ihren Felchen machen würden. Die Antworten liessen mich Hoffen, dass ich dazu beitragen konnte zwei Fischerkameraden, was das Geniessen anbelangt, auf die Sprünge zu helfen. Sie versprachen mir ihre Felchen selber zu putzen und im Teamwork mit ihren Partnerinnen zu versuchen ein einfaches Felchenrezept nachzukochen - und - zu geniessen. Ich wünsche den beiden und ihren Liebsten auf diesem Wege einen guten Appetit! Gespannt bin ich darauf, was ihr mir beim nächsten Mal darüber zu berichten habt. In diesem Sinne!
13.02.10
Felchengramm
Liebe Felchenfischer/innen
Vorab sei schon verraten, wir konnten heute Morgen in der Erlacherbucht und entlang der rechten Zihlkanal Kante in 18 – 21m Wassertiefe knapp über dem Gewässergrund ein dutzend Felchen fangen. Sie bissen auf rote Nymphen mit schwarzem Köpfchen und auf violette Nymphen mit roten Köpfchen.
Ruedi und ich trafen uns heute Morgen ca 8 Uhr in La Neuveville beim Bootsplatz. Wir hatten schon mit Eis gerechnet, aber das es so dick war, nun auch wieder nicht. So hiess es erstmal „Eisbrecher“ spielen.
Es war neblig und 6 Grad Minus bei mässiger Bise. Die „zarten“ Wellen waren nicht hoch und gleichmässig, so kommt es zu passen - wenn es dann nur so bliebe, …..
Vor La Neuveville fanden wir nichts interessantes und wechselten in die Erlacherbucht. Bei ca 20m Wassertiefe fanden wir Anzeichen von Felchen und konnten darauf in den folgenden 1 1/2 Stunden immer wieder die Eine oder Andere zum Anbiss verführen.
Dann aber legte die Bise zu und wir hatten Mühe mit dem Ankern. Bisse hatten wir plötzlich auch keine mehr, oder konnten sie nicht mehr erkennen. Es ging rauf und runter und der Wind spritzte einem die Wassergischt mitten ins Gesicht.
Entlang der rechten Zihlkanal Kante versuchten wir es zum Schluss und Ruedi konnte innert einer Stunde noch drei Felchen überlisten. Dann war aber „Fertig Lustig“! Die Kälte hat uns geschafft und wir waren froh, als das Boot endlich wieder gedeckt war - ist gar nicht so einfach, wenn man seine Finger nicht mehr spürt. Zum Mittagessen bereitete meine liebe „Bessere Hälfte“ die frischen Felchenfilets nach „Müllerinnenart“ zu – als Beilage gab es Salzkartoffeln und einen Mayo – Knoblauch – Schnittlauch Dipp. War Weltklasse kann ich euch sagen! Bis zum nächsten Mal …..
Petrigruss
Markus und Ruedi
13.02.2010
30.01.10
Felchengramm
Hallo Felchenfischer/innen
Nun wird auch der Untere Bielerseeteil immer besser. Nach durchzogenen Fängen der vergangenen Tage, bissen sie heute eine schöne Zeit lang wieder sehr gut. Mit den schlanken Flossnymphen gab's die Vollpackung. Tolle Fische, viele waren 30cm und grösser, scheint so, als wären sie noch nicht sortiert von den Netzen .....
Die Felchenschwärme ziehen auf Nahrungssuche knapp über dem Gewässergrund. Dort fressen sie und sind, wenn vor Ort, immer wieder gut zum Anbiss zu verführen.
Gruss und Petri
Stefan
29.01.2010
24.01.10
Felchen - Stopp und Go
Was für ein Wochenende – kein vergleich mehr mit den Tagen zuvor! Zum ersten waren kaum grössere Felchenschwärme zu finden und wenn, dann waren sie kaum länger als 5 – 15 Min. vor Ort. In solchen Momenten lässt sich auch mit der noch so ausgefeiltesten Technik nicht „zaubern“ – wo nichts ist, ist nichts zu fangen. Was nun? Eine gute Frage und nicht ganz einfach zu beantworten. Fakt ist, Coregonen sind Schwarm- und Wanderfische. Um unserer Frage evt. etwas näher zu kommen, ist es sicher interessant vor allem mehr über das Wanderverhalten der Felchen zu wissen. So kann man sich dann schon mal eine genauere Vorstellung machen wie es sein könnte. Mit Betonung auf könnte, denn präzise Studien darüber sind mir bis Dato nicht bekannt.
Nehmen wir mal zum vergleich eine Studie von Heringen (sind auch Schwarm- und Wanderfische) und relativieren diese nur mal auf 10 – 20% im direkten Vergleich mit unseren Coregonen, zeigen sich interessante Aspekte. Wenn Heringe in den weiten Meeren pro Tag bis zu 35 km auf der Suche nach Nahrung zurücklegen, könnten das in der Relation gesehen bei den Felchen locker 3 – 7 km sein. Dies liesse nun auf der einen Seite den Schluss zu, dass es halt seine Zeit dauert bis sie wiederkehren und würde erklären, warum ein ständiges Platzwechseln auch nicht mehr bringt. Im Gegenteil – mit etwas Pech fährt man den Felchen ständig hinterher oder davon – ganz wie man es betrachtet. Suchen ist immer solange OK, solange man sich auch „verbessert“ – ist es am neuen Platz gleich oder gar schlechter, kann man getrost wieder den ersten Platz (Spot) ansteuern und sich in Geduld üben.
Wir starteten mit Hochnebel in den Tag – die Temperaturen waren im knappen Plus Bereich. Die ersten Felchenfischer verliessen den Hafen am Morgen bei Zeiten, in freudiger Erwartung was die nächsten Stunden bringen würden. Ich folgte einer Einladung von Markus auf sein Boot uns so stand einem gemeinsamen Felchenpimpen unter Freunden nichts im Wege. Wir suchten zu Beginn die Felchen vor La Neuveville, entlang dem Heidenweg, in der Erlacherbucht vor dem Schloss Erlach und in der Vinelzerbucht. Dort hatten die Highlander aus Thun in der vergangenen Woche gute Fänge machen können. Häuptling „Black Pic“ – in der Neuzeit besser bekannt als Salmotti – verdanken wir diese Infos! Von Fischer für Fischer.
Beim Felchenfischen entscheidet die Aufmerksamkeit oft über Erfolg oder Nichterfolg. Gerade dann wenn nicht viel läuft ist es entscheidend die wenigen Bisse überhaupt zu bemerken – wie immer gilt – verpasst ist verpasst! Mit der Zeit wird das zwar zu einer gewissen Routine, doch gänzlich ohne Aufmerksamkeit, gehört bei mir fast alles andere unter den Bereich „Zufallstreffer“.
Wer Aufmerksam fischt kann sofort reagieren und was noch effektiver ist – man kann mit der Erfahrung agieren. Man weiss wo die Felchen die Köder nehmen und ist innerlich schon darauf vorbereiten – man kann sagen - man erwartet den Biss. Wie ich schon des öfteren geschrieben habe, dass hat rein gar nichts mit Hellsehen zu tun – Wissen heisst das Zauberwort.
Wenn alles gepasst hat, darf man sich an schönen Drills erfreuen. Die gut genährten Felchen lassen es krachen und setzen sich mächtig zur Wehr. Eine krumme Rute, ein erwartungsvolles Lächeln im Gesicht und eine gewisse Anspannung machen solche Abläufe zu einer eigenen Faszination, die jedes Mal von Neuem begeistert. Das macht süchtig – solche Momente lassen das Felchenfieber glühen!
Ist die Felche einmal an der Wasseroberfläche muss der Kopf möglichst aus dem Wasser gehalten werden und mittels Feumer der Fisch schnell geschöpft werden. Felchen erholen sich dank dem perfekten Druckausgleich, über das Blut und nicht der Schwimmblase, sehr schnell und wenn man nicht zügig voran macht, muss man mit einer Flucht in die Tiefe rechnen. Dabei gehen immer wieder viele Felchen verloren Einerseits weil sie sich durch das kehren selber aushängen, anderseits, weil wenn man nicht darauf vorbereitet ist, sie sich durch den immensen Druck der entsteht regelrecht ausschlitzen.
Um die Mittagszeit und am Nachmittag drückte die Sonne immer mehr durch und es wurde direkt Angenehm. Es waren viel Boote auf dem Oberen Bielerseeteil auszumachen. Es herrschte gute Stimmung – es wurde gegrüsst und viele Infos ausgetauscht. Die Einten nahmen es mit der nötigen Erfahrung gelassener, andere zeigten sich gewohnt nervös und wechselten ihre Plätze nach Hüben und Drüben und wieder zurück. Einige mit dem gebührenden Respekt gegenüber den anderen Fischern in einem gemässigten Tempo, anderen konnte es dabei nicht schnell genug gehen und sie schraubten ihre 40 und mehr PS Motorboote in vollem Karacho von A nach B. Schade das man das immer wieder sagen muss, aber so schafft man sich nun mit Sicherheit keine „Freunde“!
Wir suchten nicht allzu lange um festzustellen, dass wir in der Erlacherbucht vor dem Schloss Erlach in ca 21 – 24m Wassertiefe die „meisten“ Anzeichen für Felchen erkennen konnten. Zumindest waren diese, wenn auch immer wieder mit längeren Unterbrüchen, regelmässig. Am Vormittag, unter dem Hochnebel waren schwarze, rote und violette Flossnymphen mit fein gebundenen Köpfchen (Zuckmückenlarven) die Favoriten. Am Nachmittag, mit zunehmender Sonneneinwirkung waren dann dieselben Farben, aber, mit Goldköpfchen (Eintagsfliegenlarven) die Bringer. Markus und ich genossen eine schöne Zeit auf dem Bielersee – es passte alles zusammen. Vielen Dank Markus für deine Gastfreundschaft, bis zum nächsten Mal. In diesem Sinne!
10.01.10
Felchengramm
Hallo Freunde,
damit felchenfischer.ch noch aktueller zum Thema „Felchenfischen auf dem Bielersee“ informieren kann, erscheint Neu im Blog „Felchenfieber“ zwischendurch ein:
Felchengramm -(Kurzbericht mit Bildern)
Hier berichten Felchenfischer vom ganzen Bielersee aus eigener Erfahrung, was, wie und wo in Sachen Felchen gerade läuft – oder – eben halt nicht läuft.
Felchen Sonntag
Stefan, Toni, Martin, Enzo und Bruno berichten vom Unteren Bielerseeteil nicht viel Erfreuliches. Einzelne Felchen werden zwar immer wieder gefangen, aber, das Finden scheint zurzeit das grössere Problem zu sein. Schmutziges Schneewasser und starke Strömungen sind weitere Faktoren und auch nicht gerade förderlich um zum Fangerfolg zu kommen.
Im Oberen Bielerseeteil sieht es dagegen wesentlich besser aus. Hier sind an folgenden Felchen Spots - Schärkanten vor La Neuveville (ca 20m Wassertiefe), dem gesamten Heidenweg entlang (ca 20 – 14m Wassertiefe), Erlacherbucht (ca 19 – 15m Wassertiefe), sowie auf der rechten Seite des Zihlkanal Einlaufs (20 – 16m) - gute Felchenfänge möglich. Diese Infos stammen von Wolfgang, Markus, Bläsi, Franz, Stefan, Renato und den Freunden aus den Berner Highlands – den Thuner Hardcore Fischer.
Feingebundene 12er Nymphen werden genau so gerne genommen wie 14er – aber – fein gebunden sollen sie schon sein. Wir fangen mit Nymphen ohne Rippung genau so gut wie mit den Gerippten, doch Infos zufolge sollen zu bestimmten Zeiten die Gerippten mehr Bisse bringen – vor allem, wenn die Sonne nicht scheint. Die Farben schwarz, rot und violett sind die Bringer – die werden von den Felchen gesehen/erkannt und auch genommen. Einige Felchenfischer haben mit violetten Nymphen „mehr“ Bisse bekommen und auf einfarbige Gamben/Hegenen umgestellt.
In der Tierwelt haben die meisten Lebewesen, vor allem wenn es ums fressen geht, eines gemeinsam, sie gehen mit einer gewissen Effizienz dahinter. Vor allem in der kalten Jahreszeit sind sie darauf bedacht, so wenig Energie wie möglich dafür zu „verschwenden“. So wenig wie ein Kormoran planlos umhertaucht, so wenig ziellos schwimmen die Felchen auf ihrer Nahrungssuche herum. In aller Regel werden sie dabei von ihren Instinkten geleitet, dasselbe gilt auch für die Nahrungsaufnahme. Wenn man sich nun dieses Wissen zu Nutze macht in dem man die Nymphen möglichst „perfekt“ anbietet, resultieren daraus bei den Felchen die Bisse, die wir Fischer an unserer Rutenspitze erkennen.
Daraus lässt sich folgern, dass in solchen Zeiten ein „bedächtiges“ Heben und Senken der Gambe/Hegene es den Felchen „einfacher“ macht sich für eine Beute zu entscheiden und diese auch zu nehmen. Vor allem, wenn sie dafür keinen „grossen“ Aufwand betreiben müssen. Langsames Hochziehen und langsames Absenken – zwischendurch einfach Stehen lassen – nicht zu hoch Heben (1m genügt voll und ganz) sind die Techniken, die unsere Nymphen den Felchen quasi vor das Maul servieren.
Nach wie vor ist es am Morgen einfach nur kalt. Zum Glück war es heute mehr oder weniger Windstill. Einzig beim rübersetzen mit dem Boot von La Neuveville an den Heidenweg bekam man den eisigen Fahrtwind empfindlich zu spüren. Nach grosszügiger Schätzung zeigte sich die Sonne heute gerade gut und gerne 15 – 20 Minuten – das reichte für ein paar Bilder – ansonsten war es neblig und grau. Es war nach 9 Uhr als mich Hanspeter anrief und wir uns bei seinem Bootsplatz verabredeten. Nach der Bise und Kälte und „der Schaukelei“ von gestern, starteten wir heute zu einer Felchentour, die mit Sicherheit angenehmer werden sollte und wurde.
Wir fingen gute Felchen vor La Neuveville, dem Sportplatz und entlang der rechten Strömungskante beim Zihlkanal Einlauf. Beim Vogelturm und entlang des Heidenwegs konnten wir nicht sonderlich Fischanzeichen auf dem Bildschirm des Fishfinders ausmachen. Man muss dazu aber sagen, dass wir auch nicht sonderlich lange danach gesucht haben – dem Buschtelefon und den Freunden die steht’s informieren sei es gedankt! Es gelang uns an allen oben beschriebenen Felchen Spots an denen wir ankerten auf die eine oder andere Weise Felchen zum Anbiss zu verführen. Es waren mal mehr und mal weniger – sie bissen mal feiner und mal heftiger und die Abstände zwischen den einzelnen Beissphasen war mal kürzer und mal länger. Im Laufe des Nachmittags hatten wir genug Felchen in der Kühlbox und machten uns zufrieden und gut Gelaunt auf den Heimweg – in die warme Stube.
Ein grosses und persönliches Dankeschön an alle Freunde und Kameraden, die ein – Felchengramm – erst möglich machen. In diesem Sinne!
01.01.10
Felchensaison Eröffnung 2010
So eine Saisoneröffnung ist halt schon alle Jahre wieder etwas Spezielles. Einerseits hat man gewisse Vorstellungen und anderseits haben uns die vergangenen Jahrzehnte gelehrt, die Natur folgt ganz ihren eigenen Regeln. Aber was soll’s, macht nicht gerade dies auch diesen gewissen Reiz an einer Saisoneröffnung aus? Die Vorfreuden, gepaart mit einer gesunden Anspannung, lassen in unserem Fall das Felchenfieber stetig steigern. Manch einer hat in der Nacht zuvor Mühe seinen Schlaf zu finden, ein anderer braust ans Gewässer um dann festzustellen, dass er den Bootsschlüssel Zuhause hat liegenlassen. Solches oder ähnliches hat sicher jeder von uns schon einmal erlebt, dass gehört einfach dazu – zu einer Saisoneröffnung!
Die Felchensaison Eröffnung 2010 auf dem Bielersee war erstmal sehr neblig – Sichtweite gleich Null! Schon am frühen Morgen, als mich Markus mit seinem Boot in La Neuveville abholte war klar, mit dem Wetter heute ist kein „Sonderpreis“ zu gewinnen. Bedeckt, leicht windig und wie geschrieben - einfach nur viel Nebel. Ein GPS oder zumindest ein Kompass waren zwingend, ansonsten konnte man gleich einen „Blindflug“ starten. Das befahren eines Gewässers ohne Sicht ist immer mit Risiko verbunden, treibende Gegenstände, Untiefen und andere Boote sind Gründe dafür. Wer es dann trotzdem wagt, der muss erstens absolute Vorsicht walten lassen und darf auf keinen Fall „schnell“ fahren (Standgas empfohlen) - und zweitens möglichst immer so navigieren (in Sichtweite mit dem Ufer), dass man in etwa weiss wo man gerade ist. Dabei geht es nicht nur um uns, andere Fischer könnten auch auf dem Wasser sein!
Als ersten Felchenspot des Tages wählten wir die Schärkanten vor La Neuveville, bei ca 22m ankerten wir, nachdem wir auf dem Bildschirm des Fishfinders interessante Anzeichen auf ein mögliches Felchenvorkommen ausmachen konnten. Sobald unsere Gamben/Hegenen fertig montiert waren und dem Gewässergrund entgegen sanken, offerierte mir der Markus erstmal einen heissen Tee, mit einem „Schuss“ Rum und viel Zucker – das belebte meine Lebensgeister augenblicklich! Obwohl, so gänzlich ohne Sicht – na ja, wenigstens war es trocken. Ich hätte besser geschrieben „noch“ trocken, denn angekündigt war er ja – der Regen. Die Frage war nur, wie lange es wohl heute dauern würde bis er uns mit seinen Tropfen begrüssen würde.
Frisch gestärkt machten wir uns nun ans Felchenfangen und siehe da, schon das zweite Heben meiner Nymphen brachte den erhofften Biss. Der Drill war kurz und heftig, dass Feumern gelang auch auf Anhieb und so lag sie vor mir, meine erste Felche der Saison 2010 – Freude Pur! Alle Felchen die wir heute fangen durften massen 26 – 29cm und waren der Jahreszeit entsprechend Rank und Schlank. Untermassige waren keine dabei. Wie es aussah hatten wir mit Glück einen Platz gewählt, an dem die Felchen nicht nur vor Ort waren, sondern auch frassen. Wir durften zwei super Stunden geniessen, wann immer wir Felchen auf dem Bildschirm ausmachen konnten, war mit Bissen zu rechnen. Nach ca 3 Stunden hatten sich die Coregonen aber fast gänzlich verzogen und das „Wenige“ was unter dem Boot hindurch schwamm, war nicht mehr zum Anbeissen zu verführen.
Auf der erneuten Suche nach den Felchen führte uns unser Weg weiter den See hinunter Richtung Sportplatz, von dort aus ging es quer rüber zum Heidenweg, zwischen Vogelturm und Anlegesteg St. Petersinsel, wo wir dann endlich wieder einmal vielversprechende Anzeichen auf dem Fishfinder erkennen konnten. Hier standen die Felchen in einer Wassertiefe von 23 – 24m knapp über dem Gewässergrund. Was unsere Nymphen anbelangte, fein gebundene Imitationen von Zuckmückenlarven – mit schwarzen Köpfchen - ohne Rippung - in den Farben schwarz, rot und violett, gab es nichts zu ändern, wie schon zu Beginn des Tages wurden diese auch hier wieder gut von den Felchen genommen. So verging auch an diesem Spot eine beissintensive Zeit viel zu schnell, bis sich dann die Felchen auch von dieser Stelle mehr und mehr verabschiedeten.
Während wir, auf unserer weiteren Suche, langsam den See wieder hoch fuhren, den Vogelturm passierten und uns langsam der Erlacherbucht näherten, machte sich so langsam der Hunger bemerkbar. Diese Anzeichen sollte man möglichst nicht ausser acht lassen, wie heisst es doch so schön: „Gesunder Körper, gesunder Geist!“ Mit einem feinen, kleinen Imbiss tut man sich selber immer etwas Gutes und dazu braucht es gar nicht viel, wie der Markus steht’s zu sagen pflegt: „Ein rechtes Stück Brot, wenn möglich frisch vom Bäcker – Hartkäse nach Gusto und Lust, – dazu 4 - 5 Scheiben Hamme (Schinken vom Hinterbein), evt. darf es auch ein wenig mehr sein. Dabei trinke ich am liebsten einen frischen, heissen und gesüssten Minzentee (aber bitte ohne Zusatz). Auch ein leichter Roten würde dazu passen, aber, der darf dann nicht kalt sein und das könnte zu einem schwierigeren Fall werden – bei dem Wetter. Zumindest bei jenen, die kein Verdeck oder keinen Ofen an Board haben.“ Wir wünschen trotzdem: „Gutes Geniessen!“
Auf dem Oberen Bielerseeteil hielt sich der Felchenfischer - Verkehr in Grenzen, was ja wohl nicht sonderlich Überraschte, denn im Laufe des Nachmittags setzte nun doch noch der Regen ein. Es waren zwar immer wieder einzelne Boot und auch gar kleinere Ansammlungen Derer auszumachen, doch von wegen bekannter Felchensaison Eröffnung – Stimmung war auf dem See nicht viel zu spüren. Mehrheitlich waren die meisten mit sich Selber genug beschäftigt, allenfalls ein kurzes Hallo hier und ein Gutes Neues Jahr da. Ich/wir fische(n) bekennender Weise auch viel lieber bei „schönem“ Wetter – aber – bei einer Saison Eröffnung kann man sich das nicht immer aussuchen. Jammern und klagen bringt auch nichts, entschieden hat ja schlussendlich jeder für sich selbst – und – nässer als Nass wird es ja bekanntlich auch nicht! Markus sorgte mit ständig neuen Geschichten dafür, dass es auf unserem Boot nie „eintönig“ wurde und des Öfteren auch gelacht werden durfte. Vielen Dank Markus für deine Gastfreundschaft – immer wieder gerne!
Es war nach 14 Uhr als wir dann in der Erlacherbucht – nähe Zihlkanal – in 18 – 20m Wassertiefe nochmals auf Felchen Anzeichen stiessen. Auch an diesem Spot waren sie ausschliesslich, wenn überhaupt, ganz auf dem Gewässergrund unterwegs. Ein Heben und Senken von wenigen Zentimetern führte öfters zum Biss als jegliches Heben gegen den Himmel. Die Kälte und somit die Wassertemperaturen sorgen zurzeit dafür, dass sich die aktiven Fresszeiten der Felchen tagsüber sehr in Grenzen hält und in solchen Fällen gilt immer: „Weniger ist oft mehr!“ Wir für uns haben eine spezielle Felchensaison Eröffnung 2010 genossen – gute Kameradschaft – gute Stimmung – gute Speisen und Tranksamen – gute Fänge – ein gutes und mehr als zufriedenes Gefühl – Felchenfischerherz was willst du mehr. In diesem Sinne!
18.12.09
Pro Fisch
Es ist unschwer zu erkennen, wir Menschen sind mittendrin. Ob nun am Anfang oder am Ende - es spielt keine Rolle - denn nur wir tragen die Verantwortung. Die Verantwortung für unser Handeln wurde uns durch die Evolution in die Wiege gelegt, nur wir Menschen verfügen über ein Hirn das fähig ist, unser Handeln sorgfältig abzuwägen. Täglich werden zahlreiche Arten Ihrer Lebensgrundlagen beraubt, teils werden sogar ganze Ökosysteme und Landschaften aus reiner Geld- oder Machtgier zerstört. Immer und öfters ist von höchster Stelle zu vernehmen, dass ein jeder Landesführer oder die sich aus solchen zusammensetzenden Räten, die Verantwortung als oberstes Gebot auf ihre Fahnen schreiben, zumindest verkünden sie dies meist am lautesten. Aber wie bitte meine Herren steht es mit der Sorgfalt!?
Pro Fisch - Pro Natur
Der seit Jahrhunderten bestehende Einklang mit der Natur ist weltweit durch die Industrie und den Raubbau an ihr gewaltig gestört worden. Längerfristig bringt es keinem was, wenn bei einem „Schnellschuss“ eine Fabrik im hintersten Nirgendwo errichtet wird (auch wenn es die Gesetze vor Ort zulassen), die zwar ein paar hundert Nasen vorübergehend Arbeit und Einkommen bietet, aber, die ungeklärten Abwasser in ein seit jahrtausenden jungfräulich reines Gewässer abgeleitet werden. Oder der „Dreck“, der aus den Kaminen ungefiltert aufsteigt und viele Kilometer weit sich in Form von saurem Regen auf alles Leben ergiesst - die Luft verpestet, Gemüse, Obst, jegliches Nahrungsmittel, sowie Tier- und Viehfutter mit diversen, oft undefinierbaren Giftstoffen belastet und zu guter Letzt in der Nahrungskette die Menschen und überhaupt sämtliche Lebewesen krank macht.
Pro Fisch - Pro Natur – Pro Mensch
Wir sind der Anfang und wir sind das Ende – was dazwischen passiert können wir mitbestimmen. Jeder Einzelne von uns muss lernen bewusster zu handeln, sorgfältiger zu wählen, um damit seine persönliche Verantwortung schon im Kleinen wahrzunehmen. Werft nicht immer alles gleich achtlos weg, nur weil es die Anderen auch tun. Trennt Euren Abfall und entsorgt ihn an den dafür vorgesehenen Einrichtungen. Schaut genauer woher eure Nahrungsmittel kommen, dasselbe gilt auch für alle anderen käuflichen Produkte. Stellt euch z.B. einmal folgende einfachen Fragen: „Woher stammt das Produkt und unter welchen Umweltaspekten wird es hergestellt?“ Bei den meisten von uns müsste dann die Erkenntnis in etwa so aussehen: Muss ich nun wirklich Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse von dem hinter und letzten Platz irgendwo auf unserer Erde immer und jederzeit in den Regalen der Warenhäuser vorfinden? Warum kann ich mich nicht mit dem zufrieden geben, was mir die Mutter Natur in angemessener Nähe saisonal bietet? Wenn ich mich meinen Gelüsten hingebe und so auf frische Beeren aus „Hinterweissichnichtwo“ mitten im Winter nicht verzichten kann, so nehme ich in Kauf, dass solche Produkte über tausende Kilometer verschifft, geflogen und gekarrt werden – das Unmengen von Treibstoffen dafür benötigt werden und was am schlimmsten am Ganzen ist, dass ich meine Sorgfalt einfach auf die Seite geschoben habe.
Pro Fisch - Pro Natur – Pro Mensch - Pro Zukunft
Bringt das billigere TV Gerät wirklich einen Vorteil, na ja, sicher erstmal im Geldbeutel, aber langfristig? Wenn ein Produkt billig sein muss, dann muss es auch unter billigen Umständen hergestellt werden. Da bleibt kein Geld für gute Filteranlagen, da werden die Tage schnell zur Nacht, derart verdunkeln die Rauchwolken der Kamine den Tageshimmel. Das Wasser der Bäche, Flüsse und Seen weisst die unterschiedlichsten Farben auf, hervorgerufen durch vielfach giftige chemische Substanzen. An - sowie in - vielen solchen Gewässern ist leider kein Leben mehr möglich und dennoch, die Menschen und die Tiere die dort leben sowie die Natur die dort gedeiht, sind von diesem „Wasser“ abhängig – Sie haben kein anderes! Jede Verarmung der Biosphäre muss verhindert werden. Es darf nicht geschehen, dass in wenigen Jahrzehnten grosse Teile einer Evolution von Millionen von Jahren unwiderruflich ausradiert werden. Es gäbe mit Sicherheit noch viele Beispiele die ich hier aufführen könnte, doch darum geht es mir in erster Linie nicht und ich will uns Menschen auch nicht schlechter machen als wir sind. Vielmehr möchte ich aufzeigen, dass es auch für jeden Einzelnen von uns gar nicht schwer ist einen kleinen Beitrag zu leisten und Verantwortung zu übernehmen – aber bitte, immer mit der nötigen Sorgfalt, Danke Freunde. In diesem Sinne!