Infos und News zum Thema Felchenfischen auf dem Bielersee
19.09.09
Saison Rückblick 2009
An was misst oder beurteilet man eigentlich eine Saison? Sicher kommt es auf den Betrachter an und von daher wird schon mal klar, fragt man 10 Felchenfischer, bekommt man mindestens 6 - 7 verschiedene Interpretationen. Dem Einen ist es wichtig möglichst viele Felchen zu fangen. Ein Anderer wiederum hält ein mediterranes Wetter für massgebend und eine weitere Meinung könnte dafür stehen, dass die Anzahl von Stunden auf dem Wasser ausschlaggebend ist. Ich könnte hier nun noch zig Beispiele aufzählen – aber – ich kann es auch einfach auf den Punkt bringen:
„Ein jeder hat Recht, solange es für ihn stimmt!“
Ein gute (Felchen) Saison - Beurteilung beinhaltet immer positive sowie negative Erfahrungen und Eindrücke. Ob Top- oder Schneidertag, von beiden kann man profitieren. Von einem Toptag, wie der nun auch immer für jeden Einzelnen aussehen mag, lebt in der Erinnerung die Freude daran - ein Lebenlang. Zugegebenermassen gehören in einer Fischersaison die unvermeidlichen Schneidertage auch nicht gerade zu meinen Favoriten. Doch auch daraus lässt sich etwas gewinnen und sei es „nur“ die Erkenntnis, dass nicht immer alles so kommt wie man es sich vorstellt.
Die Felchensaison 2009 auf dem Bielersee wurde meines Erachtens allen und allem gerecht. Wir durften uns über die gesamte Zeit von Januar bis und mit September immer wieder über gute Tagesfänge freuen. Den verschiedenen Jahreszeiten, Wettereinflüssen und den daraus resultierenden Umständen entsprechend wurde mal mehr und mal weniger gefangen. Die bekannten Felchen Hot Spots im Oberen Bielerseeteil waren fast immer die erfolgversprechendsten Plätze um einen spannenden Drill zu erleben. Es war eine Saison, in der vor allem eines gefragt war und das war die „Anpassungsfähigkeit“ - von uns Felchenfischer an die Natur und ihre Launen. Als im April/Mai die starken Winde eine grossflächige Bildung des Plankton verhinderten oder im Juni grössere, oft andauernde Wasserpegelregulierungen für eine zeitweise starke Strömung sorgten und die verbliebenen letzten Planktonanhäufungen in alle „Ecken“ verstreuten, war halt „Einsatz“ gefragt. Nach dem Motto: „Wer suchet, der findet und wer findet darf hoffen!“ Und da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, wurde manchem Einer sein „Einsatz“ mit Erfolg gekrönt. Auf die Felchensaison 2010 – In diesem Sinne!
Von Fischer für Fischer
Ein weiteres Mal gilt mein Dank allen Freunden, die mich während der ganzen Saison unterstützen. Eure Infos und Berichte lasse ich hier einfliessen und ohne eure Hilfe wären solche Geschichten/Berichte, wie sie hier unter „Felchenfieber“ stets nach zu lesen sind, nur schwer möglich. Vielen Danke Freunde!
Die Felchensaison 2010 startet am: 01.01.2010
Felchenfieber
Aktuelles zum Thema Felchenfischen
erscheint wieder mit News ab Januar 2010
30.08.09
Felchensaison 09 / Ende Gut - Alles Gut
Die Felchen machen sich rar im Oberen Bielerseeteil. Das heisst nun nicht, dass sie allenfalls „Ausgewandert“ wären, nein, sie passen sich ganz einfach dem Lauf der Natur an. Sie ziehen auf der Suche nach Futter stetig umher, Heute sind sie hier und Morgen da. Im Spätsommer und Herbst zählen die Schärkanten entlang den Auelen vor der St. Petersinsel zu den erfolgversprechendsten Spots, aber, …… auch ihr „Laichgeschäft“ rückt so langsam mehr und mehr in den Vordergrund, was auch ein Grund für das Verhalten der Felchenschwärme und explizit der einzelnen Exemplare sein könnte. Diese Zeiten bergen für mich noch die meisten Fragezeichen, was das Verhalten der Coregonen im Bielersee anbelangt. Einerseits macht das die Geschichte zwar spannend, anderseits muss man zurzeit bereit und willens sein, einen dementsprechend „Grösseren“ Aufwand zu betreiben um erstmal die Schwärme zu finden und zum Zweiten die Felchen zum Anbiss zu verführen.
Der Hot Spot ist dort, wo sich die Felchen gerade aufhalten und fressen. Heisst, Schwarm gefunden, ergibt noch lange keine „Beissgarantie“! Wenn sie nicht beissen wollen, beissen sie nicht. Es ist zu beobachten, dass es nun wieder regelrechte Beisszeiten gibt und die gilt es herauszufinden. Auch was die Köderwahl anbelangt sind die Felchen wieder heikler als auch schon, mit „falschen“ Nymphen hat man praktisch keine Chancen mehr. Eine Rolle spielt dabei auch, ob sich die Schwärme vermehrt in Grundnähe oder im Zwischenwasser (in der Schwebe) aufhalten. Während sie sich auf und über dem Grund vorwiegend von Larven ernähren, jagen sie im Zwischenwasser aufsteigende Puppen oder fressen tierisches Plankton (Zooplankton).
Unsere Suche begannen wir wie meist um diese Jahreszeit vor der St.Petersinsel, entlang den Schärkanten der Auelen. Zwar fanden wir auch hin und wieder „gute“ Anzeichen für das Vorhandensein von Felchen, doch diese wollten partout nicht beissen. Wir suchten die Schwärme weiter mehr oder weniger vergeblich entlang den Schärkanten vor Ligerz und beim Vogelturm, in der Bucht vor La Neuveville, sowie in der Vinelzerbucht. Ausser einer Felche da und dort waren an besagten Spots keine weiteren Reaktionen, geschweige denn Fänge zu verzeichnen. Entweder fuhren wir den „beisswilligen“ Felchen stetig davon oder hinterher, so oder so, bis um die Mittagszeit konnten wir zu Zweit gerade mal 5 Felchen in der Kühlbox zählen. So beschlossen wir unser Glück für Heute noch in der Erlacherbucht zu versuchen, grosse Hoffnung hegten wir zwar nicht, die letzten Wochenenden waren alles andere als „Felchenfreundlich“ was diesen Spot anbelangte.
Ein paar vom Fieber „geplagte“ Felchenfischer waren mit ihren Booten schon vor Ort und deren Infos besagten, dass sie immer wieder auf rote Zuckmückenlarven - Imitationen Bisse verzeichnen konnten. Die Zuckmücken sind im Ökosystem als Nahrung für viele Fische von grosser Bedeutung. Ihre Larven und Puppen gehören während der ganzen Jahreszeit zur Hauptnahrung der Felchen und werden durch unsere Nymphen imitiert. Der Stellenwert dieser Insekten als Fischnährtiere ist sehr hoch. Durch ihre Vielfalt und Menge sind sie aus dem Nahrungsangebot der Felchen und der Fische im Allgemeinen nicht wegzudenken.
Wir (Hanspeter und ich) ankerten in einer Wassertiefe von ca 20m, da zeigte uns unser Fishfinder interessante Anzeichen von Fischen im Zwischenwasser und in Grundnähe. Als erstes versuchten wir die Fische am Gewässergrund zum Anbiss zu verführen und siehe da, nach kurzer Zeit bekamen auch wir die ersten Bisse auf fein gebundene, rote Nymphen, mit einer Rippung aus feinem, rundem Silbertinsel, mit einem gebundenen schwarzen Köpfchen in der Grösse 14. Kurze, ruckartige Hoch-, Tiefbewegungen brachten die zum Teil vehementen und harten Anbisse.
Im Drill danach gaben die gutgenährten Felchen alles! Oft schlitzten sie schon kurz nach dem Anhieb aus, andere gingen auf dem Weg nach Oben „verloren“. Für einmal stand das Verhältnis ganz im Zeichen der Coregonen, auf 10 Bisse, landeten gerade mal 2 – 3 Stück im Körbchen. Das spielte Heute keine so grosse Rolle, glücklicherweise erstreckten sich die Beisszeiten über einen längeren Zeitraum und wenn es dann Mal für einen Moment weniger wurde, durfte man sich nach kurzer Zeit wieder an neuen „Beissattacken“ erfreuen. Einen Unterschied gab es aber und der scheint mir nicht ganz unerheblich zu sein. In Grundnähe fing ausschliesslich das Oben beschriebene Muster, aber, damit war in der Schwebe kein „Stich“ zu machen. Im Zwischenwasser nahmen die Felchen nur Nymphen, die einer Puppenform nahe kamen. Wir fingen in der Höhe (in der Schwebe) mit schwarzen, roten und violetten Mustern mit Goldköpfchen aus Glas. Die und nur die konnten die Coregonen zum Anbiss verleiten, alle anderen Versuche mit weiteren Mustern ergaben keine Reaktionen, ausser vielleicht mal einen kurzen, kaum wahrnehmbaren „Nasenstüber“ - wohl mehr aus „Gwunder“ als aus wirklicher „Fresslust“.
Trotz unseres doch noch sehr guten Fangerfolgs, geht die Felchensaison 09 auf dem Bielersee so langsam aber Sicher dem Ende entgegen. Nein, nein, Felchen hätte es schon, aber, wie geschrieben wird der „Aufwand“ grösser und grösser - und - etwas „Ruhe“ haben sich die Bielerseefelchen vor dem Laichgeschäft doch auch „verdient. Fazit: Ende Gut – Alles Gut!
Es gibt ja neben der Felchenfischerei auch noch viele andere Möglichkeiten sein „Fischerglück“ auf die Probe zu stellen. Da währen z.B. die Egli (Barsche), die Hechte und ab Oktober die Aeschen, die einem „helfen“, die Zeit bis zum Felchensaison Start am 01.01.010 „kurzweilig“ zu gestalten. Ich freue mich jedenfalls auf die Abwechslung - wer kann schon zu Egli im Bierteig, Hecht geschmort im Römertopf oder Aesche nach Müllerinnen Art Nein sagen? In diesem Sinne!
08.08.09
Felchen – Fischer - Ferien
Alle Jahre wieder kommen sie, die schönsten Tage im Leben eines jeglichen Fischers – Die Fischer – Ferien. Dass es dabei in meinem Leben vorwiegend rund um die Felchenfischerei geht, versteht sich ja wohl von selber. Für einmal mehr fällt mein Fazit in allen Belangen durchwegs positiv aus und ich/wir haben die Tage und Stunden rundum genossen. Das Wetter war im Schnitt durchwegs angenehm und auch die Felchen machten mit. Auf und am Wasser traf man viele Freunde, gemeinsames Felchenfischen stand natürlich im Vordergrund.
Aber, nicht nur! Die Natur bot dem aufmerksamen Beobachter so manches Highlight. Schon am frühen Morgen erfreute einem der Sonnenaufgang mit einem fantastischen Farbenspiel über dem Horizont. Ohne nun gleich abergläubisch zu klingen, so ein Tagesbeginn kann nur Gutes verheissen. Der aufgehenden Sonne entgegen hinaus auf dem See zu fahren und das Wissen, wo sich ein „guter“ Hot Spot mit Felchenschwärmen finden lässt, was Fischerherz willst du mehr!?
Zu Ferienbeginn, ca Mitte/Ende Juli zogen die Felchenschwärme auf der Suche nach Nahrung in der Erlacher- und Vinelzerbucht umher. Mit der Zeit verlagerte sich das Ganze und die Felchen waren wieder auf dem Rückzug den See hinunter. Eine Zeitlang waren sie entlang dem Heidenweg – Höhe Vogelturm – zu finden, dann bei den Schärkanten vor der Anlegestelle Insel und zu guter Letzt, so wie alle Jahre wieder, vor den Auelen unterhalb der St.Petersinsel.
Die einzelnen Tage auf dem Wasser vielen oft ganz unterschiedlich aus. An manchen Tagen fanden wir die Felchenschwärme auf Anhieb und kaum waren unsere Nymphen im Wasser kamen die Bisse vehement. Dann gab es aber auch die Tage, an dem man erst beim dritten oder vierten Spot fündig wurde und dann, wenn die Natur nicht mitmachte, die Felchen um keinen Preis beissen wollten. Auf jeden Fall wurden die Karten Tag für Tag neu gemischt und nur wer sich damit auseinandersetzte, der und nur der durfte sich dann am Abend auch über den Einen oder Anderen Fang im Körbchen erfreuen.
Ein Schauspiel der ganz besonderen Art durfte ich an einem schwülheissen Morgen erleben. Ich entdeckte während des Spaziergangs mit meinem Hund ein frisch geschlüpftes Subimago. Bei der unvollständigen Metamorphose schlüpft eine Larve aus dem Ei. Eine Larve ist eine Miniatur Ausgabe des fertigen Insekts. Obwohl es noch Unterschiede gibt. Als Imago hat das fertige Insekt Flügel, die die Larve nicht hat. Larven haben Kiemen zum Atmen unter Wasser, Imagos nicht. Larven sind zudem aus Gründen der Tarnung dunkelgrünbraun gefärbt, während die fertigen Insekten bunt aussehen.
Die Larve häutet sich mehrmals, bis sie ihre maximale Grösse erreicht. Nun erfolgt eine letzte Häutung, entweder an der Wasseroberfläche oder an Land, wo das Insekt als Imago aus der letzten Larvenhaut schlüpft.
Alle Eintagsfliegen, Steinfliegen und Libellen durchleben eine unvollständige Metamorphose. Bei den meisten Arten dauert der Zyklus ein ganzes Jahr, bei ein paar sehr grossen Arten kann er auch zwei Jahre dauern. Die Fische fressen sowohl die Larven, Puppen und auch die Imagos dieser Insekten.
Der Bielersee hat ein reichliches Planktonvorkommen. Dies kommt allen Fischen zugute nicht nur denen die sich direkt davon ernähren. Auch die Räuber sind darauf angewiesen, dass sich ihre potenzielles „Futter“ ausreichend ernähren und demzufolge auch ausreichend vermehren kann. Für alle Planktonfresser, namentlich die Coregonen, ist nun die Tafel reichlich gedeckt. Sie stehen gut bis sehr gut im Futter und nicht selten hatten wir Felchen von guten 35 – 40cm im Kescher.
Wo und in welchen Tiefen war auch immer von Fall zu Fall unterschiedlich. Mal waren sie auf dem Gewässergrund und ein anderes Mal wieder im Zwischenwasser (in der Schwebe) zu finden und fangen. Hierbei gibt einem der Fishfinder die perfekten Informationen, nur umsetzen, muss sie jeder dann nur noch für sich selber.
Mit diesem Wissen profitieren auch die Berufsfischer auf dem See. Sie kennen die Plätze mit dem Plankton bestens und logisch, dort sind auch ihre Netze zu finden. Merke: Wo des Berufsfischers Netze ausgelegt sind, darf man immer auf Fische hoffen! Vielerorts ist es überhaupt den Bewirtschaftern zu verdanken, dass wir noch immer so viele Felchen (Fische) fangen können/dürfen. Meinen Respekt haben diese Mannen und Frauen – vielen Dank für euren Einsatz!
Wen man so alles auf dem Bielersee traf: Da wäre erstmal der Willy aus dem Oberland, der sich zwecks Felchenpimpen auf dem Bielermeer einfand und sich sogleich als kundiger Felchenfischer hervortat. Petri Willy, hoffe die Felchen haben dir und deiner Familie gemundet!?
Reisen tut sich zu zweit einfacher und aus diesem Grund begleitete Willy sein Kumpel Rafa. Der wurde auf Hanspeters Boot untergebracht und freute sich auch am Einten und Anderen Felchendrill.
Hans, Simon und Chrischu versuchten ihr Glück beim Vogelturm. Auch auf diesem Boot wurde gefangen, aber, nicht alle Tage sind gleicht. Mal läuft es halt besser, Mal halt eher weniger.
Fränzi und Jürg, für einmal ohne Tochter Rahel, machen immer wieder Freude. Seit Jahren gehören sie schon zum „Inventar“ auf dem Bielersee und jedes Treffen mit ihnen bringt die von ihnen ausgehende Zufriedenheit und Zuversicht an den Tag. Ein Spruch hier und ein Spruch da, Mal ein längerer Schwatz unter Gleichgesinnten, was gibt es schöneres!?
Einfach schön die Bielerseefelchen – 40cm, 35cm und 32cm. Sie liefern einem einen spannenden Drill, bei dem sie nicht selten als „Sieger“ hervorgehen. Es gab Tage, da gelangen einem bei 10 Bissen, wobei alle samt hingen, nur gerade im Schnitt 1 – 2 Landungen. Die anderen schlitzten aus, oder vermochten sich auszuhängen.
So sollte es sein, nach erfolgreichem Drill wird die Felche über den Feumer geführt – Freude herrscht!
Auch wenn er nun schon ein paar Jahrzehnte mit dabei ist, so kann sich Hanspeter noch immer über jede Felche freuen. Petri Hanspeter!
Aus dem THc Land (Thuner Hardcore Fischer) zu Gast, die „Sardinen-Hunter) Käpten Adi und Salmotti aus den Highlands. Der Otti macht sich als Guide auch nicht schlecht und mit dem Feumer bei Fuss, äh in der Hand eine tadellose Figur!
Und was zwei Highlander schaffen, schaffen auch deren drei – man achte sich wer hier wieder gekonnt die „Schöpfkelle“ (Feumer) führt.
Auch Vater Blaser geniesst den Drill. Trotz Wind (Bise) bissen die Felchen auch bei ihm gut, so macht die Geschichte Freude und Spass.
Vor der St.Petersinsel war der Cesi mit der „Jungmanschaft“ erfolgreich unterwegs. Wenn auch die „gute“ Gambe/Hegene den Umständen zum Opfer viel, so hoffe ich doch, dass meine Gamben/Hegenen euch (vor allem Cesi) weiterhalfen und ihr noch die Eine oder Andere Felche damit überlisten konntet.
Ein kurzes Telefonat, zwei Mannen ein Wort und schon durften wir den Stifu auf dem Bielersee begrüssen. Nicht immer, aber immer öfters findet auch er den Weg zu uns und den Felchen aufs Wasser. Es dürfte halt schon ein wenig mehr sein! Wir habe es zusammen immer lustig und es heisst ja nicht vergeblich: „ Felchenfischen gleich Fun!“
Sven und Marilyn gaben sich die Ehre und man traf sich vor der St.Petersinsel zum Felchenfischen und Kennenlernplausch. Es hat mich gefreut euch persönlich kennenzulernen, es ist halt schon etwas anderes als wenn man „nur“ über das www kommuniziert. Bis zum nächste Mal, dann hoffentlich etwas länger!
Auch „Ausserirdische“ Felchenfischer waren wieder zugegen. Man trifft sie äusserst selten an, in aller Regel halten sie sich bedeckt und scheuen die Aufmerksamkeit wie die Fische die Trockenheit. Nur dank meiner Erfahrung mit ihnen gelang mir nun seit vielen Versuchen erstmal ein Bild, welches mehr sagt als alle Worte. Aber, aufgepasst Freunde, lasst euch nicht erwischen, nicht jeder hat es gerne wenn er fotografiert wird und ich habe mir sagen lassen, sie könnten tief fliegen und ganz schön heftig zubeissen. Deshalb, im Zweifelsfalle, lieber Abstand wahren!
Von August bis Ende Oktober sind die Hot Spots vor der St.Petersinsel die erfolgversprechendsten. In Tiefen von 20 – 30m und mehr ziehen die Felchenschwärme umher und man kann, wenn man sie findet auch immer wieder gute Fänge verbuchen. Kommen die Fische nicht zu uns, müssen wir halt zu ihnen hin!
Gut gefüllte Körbchen oder Kühlboxen sprechen für sich. Kein Tag war ein Schneidertag, Mal gab es mehr, Mal gab es weniger Felchen – aber gefangen haben wir immer etwas. Der Bielersee ist was das anbelangt ein dankbares Gewässer.
Eine zünftige Portion Felchefilets gehört bei solchen Ferien jeden Tag auf den Tisch. Zumindest bei uns ist es so, wir lieben frischen Fisch! Wer sich bei der Zubereitung noch so einige abwechslungsreichen Rezepte einfallen lässt, der kann sich und seinem Gaumen nicht besseres antun – Fisch ist gesund – hält fit – macht nicht dick und schmeckt einfach immer.
Dieser Bericht und die Bilder spiegeln vor, wie schön und erholsam solche Felchen - Fischer – Ferien sein können. Auch wenn zugegebener Massen das Fischen an sich im Vordergrund steht, so ist das oft vermeint Nebensächliche eben hat doch genau das Salz in der Suppe und wer isst schon gerne salzlose Kost!? Rückblickend hat mir/uns jeder Tag viel Freude und Spass bereitet, schönere Felchen – Fischer – Ferien kann ich mir schwerlich Vorstellen. Freunde, man sieht sich – bis zum nächsten Mal. In diesem Sinne!
09.07.09
Felchen mit Chaos
Felchenfischer Sonderbericht
Es war einmal ..... An einem herrlichen Samstagmorgen auf einem See im Schweizer Mittelland. Kein Wind blies und der Wasserkörper war angenehm ruhig. Der Sonnenaufgang zauberte wie so oft eine fantastische Stimmung und es schien, als ob nichts den Tag trüben könnte. Man hatte sich zum gemeinsamen Felchenfischen verabredet und nach kurzer Begrüssung im Hafen ging es hinaus zum ersten Hot Spot. Schon im Vorfeld war klar, dass der „Gastfischer“ zu den Einsteigern gehörte und aus besagtem Grund so einiges an Erfahrungen rund ums Felchenfischen sammeln wollte. Die Ausrüstung war vorhanden – Felchenrute, Stationärrolle sowie die Geflochtene darauf waren OK. Ein wenig gespannt war ich auf „seine“ Nymphen, weil der „Gast“ schon in diversen Mails immer wieder darauf hingewiesen hat, dass er nur mit „seinen“ Gamben/Hegenen fischen wollte. Das ist an und für sich nichts ungewöhnliches, denn das Vertrauen in die angebotenen Köder ist oft das A und O beim Felchenfischen. Ein wenig stutzig wurde ich dann aber doch, als er mich partout nicht in seine Gamben/Hegenen Box schauen lassen wollte – das konnte ich nun im ersten Moment wirklich nicht ganz begreifen. Was hatte es damit nur für ein „Geheimnis“ auf sich!? Nun denn, jedem so wie es ihm beliebt!
Die weitere Konversation auf dem Weg zum Hot Spot war durchwegs „normal“, nur wenn es immer mal wieder um „seine“ Gamben/Hegenen ging, wurde der Gast kleinlaut und einmal meinte er gar: „Wo steht geschrieben, dass man seine Köderbox denn gleich jedem zeigen müsse!“ Na gut dachte ich mir, wenn er nicht will, so soll er es halt bleiben lassen. Wir ankerten zwischen der Hafeneinfahrt von Erlach und dem Vogelturm in einer Wassertiefe von 21m. Auf dem Bildschirm des Fishfinders waren „gute“ Anzeichen von Felchen auf dem Gewässergrund und auch im Zwischenwasser (in der Schwebe) entlang den Schärkanten auszumachen. Wir montierten jeder unser Gerät zusammen und kaum hatte ich meine Gambe/Hegene am Karabinerhaken eingehängt, liess ich die Montage ins Wasser und auf den Grund hinab. Ich begann mit dem Felchenfischen und liess in gewohnter Manier meinen „Gast“ mit klaren Ansagen wissen, wo sich die Schwärme aufhielten und wo (in welcher Höhe) ich sie gerade zum Anbiss zu überzeugen versuchte. Nachdem ich in kürzester Zeit meine dritte Felche behändigen konnte, bemerkte ich, dass mein „Gast“ noch immer mit seiner Köderbox und somit mit „seinen“ Gamben/Hegenen beschäftigt war. Zwar kehrte er mir den Rücken zu, doch so langsam wollte ich dem „Geheimnis“ auf die Spur kommen und ich erlaubte mir den Hinweis: „Nur der Köder im Wasser fängt den Fisch!“ Seine Antwort, in Form eines „Gebrummels“ konnte ich beim besten Willen nicht verstehen, auf jeden Fall, machte er keine Anstalten, mir einen Blick in seine Box zu gewähren. Ok, alles klar, oder auch nicht, mir konnte es im Prinzip ja egal sein. Ich „beschäftigte“ mich weiterhin mit dem Fangen der Felchen, zwischenzeitlich wanderte die Siebte in die Kühlbox.
Es war ein super Start in den frühen Morgen, die Felchenschwärme zogen immer wieder vor Ort ihre Bahnen und sie waren auch „bissig“. Wie immer beim Fischen läuft die Zeit unaufhaltsam voran und meist ist das „Verpasste“ später nicht mehr „aufzuholen“. Nach einer guten Stunde wurde es mir allmählich zu Bunt und ich begann mich ernsthaft zu Fragen, was denn mein „Gast“ so „Geheimnisvolles“ zu verbergen hatte und vor allem, warum um Petrusnahmen er sich denn nicht endlich für eine Gambe/Hegene entscheiden konnte!? Wir waren nun eine gute Stunde an einem guten Platz, ich dufte gerade meine zehnte Felche feumern, während „Kamerad Gast“ es nicht schaffte, seine Montage zu Wasser zu lassen – da musste einfach etwas nicht stimmen, anders konnte ich mir so was nicht erklären. In meinen gut dreissig Jahren auf dem See hatte ich doch bis Heute schon einiges erleben dürfen, doch so was kam mir bis Dato noch nie unter. Da ja bis zu diesem Zeitpunkt alles gute Zureden rein gar nicht gebracht hatte, versuchte ich es mit ein wenig „Provokation“, dachte, vielleicht kommt „Freund Gast“ ja so langsam hinter dem „Busch“ hervor. Auch das war kein leichtes Unterfangen, erst der Hinweis darauf, dass wenn mein Körbchen denn gefüllt wäre, ich dem Heimathafen zustreben würde, entlockte dem Gast ein Fluchen und er meinte: „Heute wäre im wahrsten Sinne des Wortes der Wurm drin!“ und damit meinte er seine Köderbox, die er mir nun „endlich“ vor die Nase hielt. Freunde, ich kann euch nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, ob ich beim Anblick nun laut lachen oder einfach nur weinen sollte. Also so etwas habe ich noch gar nie gesehen und ich bin sicher, wenn man das nur so, ganz ohne Bilddokument erzählen würde, wohl als „Märchenerzähler“ abgestempelt werden würde.
Bei seiner Gamben/Hegenen Box handelte es sich um eine leere Glaceschachtel aus PVC und darin lagerten „seine“ Montagen. Die waren aber nicht wie gewohnt auf irgendwelchen Kunststoffrollen oder Kartonstreifen gewickelt, nein, die waren allesamt lose in ein und derselben Schachtel gelagert. Was für ein Anblick, was für ein Durcheinander – Chaos pur kann ich nur schreiben! Kein Wunder kommt man so nicht mehr zum Fischen, da kann man ja schon froh sein, wenn man es schafft evt. Eine komplette Gambe/Hegene pro Tag heraus zu „bröseln“, geschweige dann Zwei oder Drei. Ich vermute Mal, mein Blick sprach für sich und der Gast antwortete darauf: Ich weiss, ich weiss, ich sollte schon lange etwas dagegen unternehmen, doch bis heute habe ich es früher oder später immer wieder geschafft eine herauszulösen.“ Wenn man mich Fragen würde, tendiere ich wohl eher für später als früher und wenn ich nun mit dem Rechnen beginnen würde, käme ich sicher auf eine Zeit, die in keinem Verhältnis zur effektiven „Zeit beim Fischen“ dazu stehen würde. Wie kann man sich so etwas nur selber antun!? Lange Rede – kurzer Sinn – Ordnung ist das halbe (Fischer-) Leben!
Nach guten neunzig Minuten und dem Springen über seinen eigenen Schatten konnte ich meinen „Gast“ doch noch dazu bewegen es mit einer von meinen Gamben/Hegenen zu versuchen. Das Argument, dann wenigsten noch etwas von der „Guten“ Beissphase mitzuerleben zog nun doch und siehe da, kaum waren nun diese Köder an seinem Gerät im Wasser, konnte er mit Freuden einen Anbiss vermelden und eine Felche landen. Endlich schien auch bei ihm der „Bahn“ gebrochen und bis gegen Mittag durften wir abwechselnd noch weitere herrliche Drills geniessen. So sollte es sein, sind wir doch zum Felchenfischen und fangen auf den See hinaus gefahren und nicht um so einen „Gordischen Knoten“ zu lösen. Ein wenig peinlich war meinem „Gast“ die Geschichte schon, ich konnte gut mitfühlen warum er seine Gamben/Hegenen Box anderen Fischern nicht gerne zeigen mochte. Ich hoffe, dass er sich nun die Zeit nimmt und aus seinem „ungepflegten“ Chaos eine brauchbare Ordnung schafft, die es ihm beim nächsten Mal gestattet, gleich von Anfang an mit dem Felchenfischen zu beginnen.
Und die Moral von der Geschichte:
Man muss Praktisches von anderen Fischern nicht immer gleich übernehmen – doch wenn es so wie in solchen Fällen darum geht dem Wesentlichen bei der Sache, nämlich dem Fischen an sich näher zu kommen, dann, muss man sich schon überlegen, ob man nun zum Fischen oder zum Stricken auf den See hinaus fährt.
Der Felchenfischer macht nun seinen verdienten „Felchenfischer Urlaub“ und erscheint mit News zum Thema Felchenfischen wieder ab Mitte August. Ich wünsche allen Freunden, Kameraden und Lesern erholsame und fischreiche Ferientage! In diesem Sinne!
28.06.09
Felchen mit Michael
Im Laufe eines Fischerlebens lernt man an oder auf dem Wasser so manchen Fischerkameraden kennen. Einige Bekanntschaften dauern wenige Stunden, andere hingegen überstehen viele Jahrzehnte. Es ist von Fall zu Fall schwer zu sagen was schlussendlich die Quintessenz ausmacht, schlussendlich hat ja auch ein Jeder ein Leben neben dem Fischen. In einigen wenigen Fällen ist es aber ganz anders, da entwickelt sich mit der Zeit eine Art von Seelenverwandtschaft und das nicht nur rein auf das Fischen bezogen. Aus Kameradschaft wir Freundschaft, man plant und unternimmt Diverses gemeinsam, ob nun auf dem Wasser oder auch anderswo. Gegenseitiger Respekt und Verständnis gegenüber dem Anderen sind die Grundvoraussetzungen zum gelingen einer solchen, über viele Jahre andauernden Freundschaft.
Meine Freundschaft mit Michael begann in den frühen 80iger Jahren auf dem Bielersee. Es war während der Anfänge der heutigen Felchenfischerei mit der Zupfrute und der Gambe/Hegene mit Nymphen (Imitationen von Wasserinsekten). Alles rund um die Felchenfischerei war mehr oder weniger Neu – Erfahrungswerte gab es kaum. Da wurden die Ruten - erstmal was die Spitzen anbelangte – getunt, was schnell zu einer markant besseren Bisserkennung führte. Da zu dieser Zeit noch gerne ein grosses Geheimnis aus solchen Erkenntnissen gemacht wurde, war es für mich keine Selbstverständlichkeit, dass man auf dem Wasser einen Fischer antraf, der darüber nicht nur freimütig berichtete, sondern auch gleich das Was und Wie dazu verriet. Sei jeher hat mich diese Einstellung geprägt und noch heute halte ich mich daran. Von Fischer für Fischer!
Bald einmal erkannten wir, dass wir wohl gleichermassen an demselben Symptom, dem Felchenfieber „litten“. Ich kann mich gut daran Erinnern, als wäre es erst gestern gewesen, da wurde an Ruten gesägt, geschliffen und geleimt was das Zeug hält. Wir experimentierten mit den Längen der Gamben/Hegenen und nicht zu vergessen, die zig hunderten von Nymphenmuster die wir gemeinsam austesteten. Wir erlebten gemeinsam viele Hochs und Tiefs und jeder konnte fühlen was im Anderen dabei vor sich ging. Ich kann beim bestem Willen nicht mehr sagen wie viele Kilometer wir in den Anfangszeiten mit seinem Argus Boot, auf der Suche nach den „besten“ Felchenplätzen auf dem Bielersee, gemeinsam zurück legten. So vergingen die Tage, Wochen, Monate und Jahre – für mich dürfte es Ewig so dauern.
Wir überstanden auf dem Wasser so manchen Sturm zusammen. Ob nun Wind, Nebel, Regen oder Schnee, wir meisterten alle. Einmal mussten wir aber auch unsere „Schutzengel“ gehörig in Anspruch nehmen. Wir ankerten zwischen Lüscherz und Hagneck, wo wir grosse Felchenschwärme entdeckt hatten. Von unseren Fangerfolgen derart eingenommen, das Felchenfieber lässt grüssen, entging unserer Aufmerksamkeit ein nahendes Unwetter. Erst als die Wellen, getrieben vom Schoro (Westwind – bläst über die Jurakette), unser Boot jenseits von Gut und Böse aushebelte und abtrieb, wich das Fieber der Vernunft. Die Stimmung auf dem Wasser barg etwas Eigenartiges, es blitze und donnerte über dem Chasseral und die Sturmwarnung lief im 90ziger Takt. Unser Heimathafen Le Landeron lag ausser Reichweite und so mussten wir den Versuch diesen zu erreich schnell wieder abbrechen. Wir schafften es mit „Müh und Not“ an die hintere Bootsanlegestelle bei der St. Petersinsel. Wie so oft meisterten wir auch diese Situation zusammen und über den glücklichen Ausgang der Geschichte können wir beide heute noch schmunzeln.
Auch was die Fänge anbelangt haben wir so einiges zusammen erleben dürfen und vor allem konnten wir den Wandel der Zeit stets hautnahe mitverfolgen. So fingen wir in den Anfängen meist weniger Felchen, dafür waren diese im Schnitt aber Grösser, Felchen über 40 – ja gar 50cm waren keine Seltenheit, vorausgesetzt, man wusste wo sie zu finden waren. Als „Beifänge“ mit der Nymphe waren auch immer Egli mit dabei und die Weissfische konnten einem oft das Leben „schwer“ machen. Das soll nun nicht heissen, dass wir damals „mehr“ Fische fingen, nein, es war halt einfach anders verteilt. Michael, der seit nun mehr als 5 Jahrzehnten auf dem Bielersee in Sachen Fischerei unterwegs ist, pflegt dazu stets zu sagen: „Der Lauf der Natur ist gegeben, wenn auch zugegebener Massen vom Menschen beeinflusst (Besatzmassnahmen), doch wer sich anpasst, der kann/darf auch heutzutage noch immer gute Fänge im Bielersee machen und vor allem, so manche erholsame Stunden auf dem Wasser geniessen!“
Viel zu schnell ist die gemeinsame Zeit vergangen und als mir der Michael unlängst mitteilte, mit dem Ende der laufenden Saison werde er aus gesundheitlichen Gründen sein Boot verkaufen und somit mit dem Fischen aufhören, fehlten mir bei allem Verständnis für seinen Wunsch erstmal die Worte. Doch wie es sich für gute Freunde gehört, werden wir auch daraus das Beste machen. Wann immer den Michael das Felchenfieber wieder für eine gemeinsam Felchentour auf den Bielersee hinaus ziehen sollte, so ist eines Sicher, auf meinem Boot hat es immer einen Platz frei mein Freund. Lieber Michael, ich wünsche Dir und Carmen noch viele schöne Jahre auf den Campingplatz in Le Landeron. Auf das, das wir uns noch während einer langen Zeit bei einem Aperitif oder einem feinen Essen die Zeit gemeinsam um die Ohren schlagen können!
Da in den Oberen Bieleseebuchten zurzeit nicht so „viel Felchenbetrieb“ herrscht, zogen wir es vor, die Schwärme auf den Auelen vor der St. Petersinsel zu suchen. Remo hatte Tags zuvor schon „vorsondiert“ und deshalb wussten wir, wo in etwa wir die Felchen finden könnten. In guten 24m Wassertiefe fanden wir sie dann im Zwischenwasser (in der Schwebe), wobei die Felchen in den Schichten zwischen 18 – 15 - 10m am regelmässigsten wiederkehrten und unsere Nymphen auch gut nahmen. Die sehr gut im Futter stehenden Coregonen massen im Durchschnitt alle über 30cm, einzelne Exemplare kamen gar an die 40cm Grenze und zwei waren darüber. Für einmal erlebten wir zusammen viel spannende Drills und so muss ich wohl nicht speziell erwähnen, dass wir mit einem sehr gut gefüllten Körbchen Nachhause durften.
Es dreht sich die Welt, ob mit oder ohne Geld – eine Freundschaft läst sich nicht kaufen, sie kommt von selber, lass es einfach laufen. In diesem Sinne!
15.06.09
Felchen Dinner
Durch das aus Gründen der Sicherheit vor einem erneuten Hochwasser zeitweise zügige Absenken des Wasserspiegels, werden die sich mehr und mehr stärker bildenden „Planktonwolken“ kräftig durcheinander gewirbelt. Dafür sorgen die daraus entstehenden Strömungen. Mal wird das Plankton im Kreise geführt und/oder je nach dem an die Wasseroberfläche oder gegen den Grund gedrückt und ein grosser Teil wird auch ganz einfach mit dem Sog weggetragen. An solchen Tagen sind „Erfolg und Schneider“ schnell einmal Brüder im engsten Sinne. Dagegen kann man nicht viel tun, ausser, man nimmt die Situation wie sie ist und versucht sich anzupassen. Selbst wenn man an ein und demselben Platz gut gefangen hat, kann sich das innert Minuten ändern, ist erst einmal das Futter weg, ziehen auch die Felchenschwärme hinterher.
Dann heisst es: „Neue Situation – Neues Spiel!“ Es gibt keine allgemein verbindlichen Ratschläge, es bleibt nur das Eine und das ist, die Felchen müssen erneut gesucht werden. Klar im Vorteil ist, wer sich mit den Strömungsverhältnissen auf seinem Gewässer auskennt, dass macht die Geschichte etwas einfacher. Ob nun vom Flachen in die Tiefe oder auch umgekehrt, spielt nicht so eine Rolle. Alles ist Möglich – wer mit seiner Taktik Erfolg hat – der hat Recht. Vielversprechende Stellen sind sogenannte Senken/Löcher im Gewässergrund und/oder unregelmässig verlaufende Schärkanten. An solchen Stellen sammelt sich das abgetriebene Plankton erneut und die werden dann von den Felchen zur Nahrungsaufnahme heimgesucht. Es sind nicht immer nur die „bekannten“ Regeln die zum Fangerfolg führen – an manchen Tagen sind halt gerade die „Aussergewöhnlichen“ der „Geheimtipp“.
Zwischen der Erlacherbucht und der St. Petersinsel stehen die Boote bei schönstem Sommerwetter dicht gedrängt. Gefangen wird gut und die Felchen, gut genährt, liefern jedes Mal aufs Neue einen spannenden Drill. Zurzeit kann man daran auch gut beobachten wie die Schwärme wandern. Ob diese nun den See hinauf oder hinunter ziehen sieht man sehr gut daran, wie auf den Booten gefangen wird. Von Rechts nach Links oder umgekehrt, anhand der Fänge der benachbarten Boote lassen sich darauf eindeutige Rückschlüsse ziehen. Dasselbe Muster ist auch zu erkennen, wenn die Felchen vom Flachen in die Tiefe wandern. Wenn sich dann auf längere Zeit an einem Platz nichts mehr rührt, kann man aus diesen Erkenntnissen seine Entscheidung bei der erneuten Suche vielfach eingrenzen.
Wir fanden unser „Felchenglück“ jeweils in den frühen Morgenstunden erstmal in Ufernähe, so um die 14m Wassertiefe. Im Laufe des Vormittags zog es die Schwärme vermehrt in die Tiefe, wo wir sie zwischen 20 – 24m wieder fanden. Gefangen haben wir die Felchen immer dort, wo wir sie auf dem Fishfinder ausfindig machen konnten, mal auf dem Gewässergrund und dann wieder im Zwischenwasser (in der Schwebe). Schlank und fein gebundene Nymphen mit kleinen Köpfchen (Zuckmückenlarven Imitationen) in den Farben Schwarz, Rot und Violett brachten uns immer wieder einen Biss. Wichtig ist, die Köder möglichst genau an der „richtigen“ Stelle anzubieten, so werden sie von den Felchen auch wahrgenommen und als Futter eingestuft. Vor allen im Zwischenwasser kommen die Bisse vehement und zum Teil auch hart. Kaum haben die Felchen die Nymphen eingesogen drehen sie damit ab, haken sich vielfach dabei auch selber und der „Tanz“ beginnt.
Das die Felchenfischerei immer mehr Anhänger findet ist nichts Neues – es ist ja auch eine der spannendsten Fischereitechniken überhaupt. Dadurch entstehen sehr viele Neue Bekanntschaften auf dem Wasser und es wird immer „schwieriger“ einen Jeden sofort zu erkennen. Vor allem, wenn es dann an einem schönen Tag gleich 50 und mehr Boote an einem Hot Spot hat. Oftmals hört man erst im Nachhinein wer so alles auf dem Wasser war und wer wo die Felchen gefunden und gefangen hat. Sehr gefreut habe ich mich letzthin, als ich unverhofft angesprochen wurde und sich der Fragende kurzum als Bläsi vorstellte. Wir „kennen“ uns schon seit einiger Zeit aus den „Weiten“ des www, wo wir gemeinsam unsere Berichte rund ums Felchenfischen im Felchenfischer Forum publizieren. Vielen Dank für deine tollen Berichte, es bereitet mir grosse Freuden sie zu lesen und beim anschauen der Bilder kommen bei mir jeweils die Vorfreuden umgehend wieder hoch. Solche Treffen sind immer wieder spannend – der Austausch von Informationen ist genial. Pädu, ich habe unsere Unterhaltung genossen und ich denke/hoffe, es war nicht unsere letzte Begegnung beim gemeinsamen Felchenfischen. Super das ihr die Felchen ein weiters Mal gefunden habt, Petri dir und deinem Vater zu euren guten Fängen!
Frische Felchen (Fische i. Allgem.) auf dem Tisch gehören zu den gesündesten Nahrungsmitteln überhaupt und das Beste daran ist, sie munden mir jedes Mal aufs Neue. Die gut im Futter stehenden Felchen weissen am Rücken eine zünftige Fettschicht aus. Diese muss man beim filetieren wegschneiden, ansonsten bekommen die Filets bei der Zubereitung einen tranigen Nebengeschmack. Wer seine Felchen lieber ganz und an einem Stück auf dem Grillrost zubereiten möchte, der tut gut daran, sie vor dem grillieren entlang dem Rücken, vom Kopf bis zur Schwanzwurzel, ca 5 – 10mm tief mit einem Schnitt zu öffnen, so kann das Fett abtropfen und beeinflusst nicht das Gusto des feinen Felchenaromas. Felchen nach „Müllerinnenart“, gut gewürzt und im Mehl gewendet und in der Pfanne gebraten, zählt zu meinen absoluten Favoriten wenn es um ein „schnelles“ Rezept geht. Angerichtet mit einem Kartoffelsalat, den kann man ohne Weiteres schon am Vortag zubereiten und einem frischen grünen Saisonsalat mit leichtem Dressing, kann man ein Essen zaubern, das für mich, mit einem Dinner in einem 5 Sterne Haus jederzeit zu vergleichen ist.
5 Dinge braucht der Felchenfischer zu seinem „Glück“:
Felchen finden - Felchen fangen - Felchen zubereiten – Felchen geniessen - und - die Vorfreude auf den nächsten Tag beim Felchenfischen. In diesem Sinne!
05.06.09
Felchen und die Natur
„Wohin man auch schaut, läuft, krabbelt, schwimmt, fliegt und blüht es. Für uns Menschen ist der Lebensreichtum auf unserem Planeten auf den ersten Blick eine Selbstverständlichkeit!“
Der stete Gang der Natur ist nicht aufzuhalten. Wenn auch leider in den letzen Jahrzehnten immer mehr von Menschenhand beeinflusst, nehmen die Dinge ihren Lauf. Auch als Felchenfischer muss man sich darauf einstellen, jammern und klagen bringt rein gar nichts. Auch wenn sich Unsereins heutzutage darüber immer mehr bewusst wird, so wird ein Wandel, wenn er denn auch kommen sollte nur langsam von statten gehen. An einem Symposium für Biologen Ende der 90iger Jahre hörte ich als Gast wie ein Naturwissenschaftler folgende Theorie aufstellte: Was der moderne Mensch innert 10 Jahren „kaputt“ gemacht hat, dauert in etwa 50 – 100 Jahre bis sich die Natur davon wieder erholt hat. Vorausgesetzt, die dafür verantwortlichen Einflüsse würden per sofort und ultimativ eingestellt/abgestellt. Ob das je Möglich sein wird kann ich nicht sagen, zu hoffen ist, dass die Einsicht vor dem „Supergau“ kommt und unsere Kinder sowie deren Nachfahren die Natur auch noch „intakt“ geniessen dürfen.
Frühling, Sommer, Herbst und Winter waren einst klar zu unterscheiden, heute sind die Jahreszeiten mehr fliessend und des Öfteren kaum noch zu unterscheiden. So wie wir die Natur ausserhalb des Wassers wahrnehmen, so verhält es sich auch unter der Wasseroberfläche. Auch dort sind die Einflüsse längst spürbar und auch dort muss sich die Fauna anpassen. Aus diesem Grund ist oft nichts mehr so wie es einst war und nur wer sich darauf einstellt oder am schnellsten agiert wird in Zukunft erfolgreich Felchen fangen. Ich sprechen hier nicht von den Tagen an denen alles passt und praktisch jeder Köder im Wasser einen Biss bringt – dass wird es sicher auch vorderhand weiter geben – wenn auch evt. immer seltener. Die „Kunst“ des Felchenfischens fängt nämlich erst dann an, wenn es eben nicht mehr so einfach ist und das „Altbewährte“ auf einmal nicht mehr funktionieren will.
Es verhält sich genauso mit den Zeiten wo sich die räuberischen „Grossfelchen“ in Ufernähe aufhalten, wie mit der Schwarmbildung und der Nahrungssuche im Zwischenwasser (in der Schwebe). Ich kann mich nur immer wieder selber zitieren: „Erst der Versuch macht Klug!“ Wenn die Felchen nicht im Flachwasser sind, sucht sie in der Tiefe und wenn sie nicht am Gewässergrund Nahrung fressen, so tun sie dies mit Sicherheit im Zwischenwasser. Der Wasserkörper ist noch immer im Wandel und das viele Schneewasser sorgt dafür, dass es halt noch einige Zeit dauert bis sich dieser vollends vollzogen hat. Bis es soweit ist müssen wir uns anpassen, die Felchen jeden Tag aufs Neue suchen und dann austesten, wo sie ihre Beute gerade jagen und fressen. Wer zur falschen Zeit am falschen Platz sein Glück versucht, kann ohne weiteres Pech haben und wird trotz Fischen auf dem Bildschirm des Fishfinders als „Schneider“ nach Hause gehen müssen.
Zurzeit erleben wir auf dem Oberen Bielersee folgendes Szenario: In den frühen Morgenstunden halten sich die Felchenschwärme vorwiegend in den flacheren Uferzonen (8–15m Wassertiefe) auf. Ab ca 9–10 Uhr wandern sie allmählich weiter hinaus und sind in Tiefen bis zu 26m zu finden. Dort fressen sie am Grund und im Zwischenwasser, aber, nicht über den ganzen Tag gleichbleibend. Mal nehmen sie die Nahrung knapp über dem Gewässerboden – kurze Zeit später fressen sie wieder im Zwischenwasser. Das wechselt ständig ab und die Intervalle fallen unterschiedlich aus. Auch hierbei heisst es: „Erst der Versuch macht Klug!“ Sind die Fische am Grund zu erkennen bedeutet es, die Nymphen müssen sofort hinunter gelassen werden, ziehen sie im Zwischenwasser umher, muss die Gambe/Hegene sofort dorthin geführt werden. Agieren kommt vor dem Reagieren und wer aufmerksam dabei mitmacht, wird sich auch immer wieder an Bissen freuen dürfen.
„Ausgerechnet wir Erdenbewohner, die wir als einzige Lebewesen die Folgen unseres Handelns überblicken können, drohen jedoch dieses zerbrechliche Gebilde zu zerstören!“
Praktisch alle Abläufe in der Natur stehen miteinander im direkten Zusammenhang. Es ist in der Gesamtheit nicht nur das Abwasser oder die zu stark belastete Umwelt, welche den Fischen und deren Nährtieren den Garaus macht. Ganz egal wo der Kreislauf gestört und somit unterbrochen wird, die Folgen davon sind früher oder später in jedem Fall zu spüren. Wenn in einem Gewässer die Mikroorganismen fehlen, wovon sich Zooplankter (z.B. Nymphen im Larvenstadium) und auch z.T. frisch geschlüpfte Fischbrut in der ersten Tagen und Wochen ihres Daseins ernähren, können Diese in naher Zukunft nicht mehr existieren und sterben aus. Irgendwo habe ich einmal gelesen: „Wo kein Gras mehr wächst, verschwindet auch das letzte Schaf!“ und genauso verhält es sich auch unter der Wasseroberfläche. Wie auch immer, ist der Wasserkörper nicht intakt und fehlen deshalb ein oder mehrere Glieder in der Nahrungskette, kommt der natürliche Rhythmus ins stocken. Finden unsere Fische im Wasser kein Futter, bilden sich erstmal die Populationen zurück - dann heisst es, nur noch der „Stärkere“ überlebt und in ganz schlimmen Fällen kommt darin überhaupt kein Leben mehr vor.
Die Felchen müssen unsere Köder erst sehen/wahrnehmen und erst dann können sie dafür Interesse zeigen. Halten sie sich in Grundnähe auf ist es immer einfacher die „richtige“ Tiefe zu finden – weiter runter als bis auf den Boden geht es ja schliesslich nicht. Im Zwischenwasser (in der Schwebe) wird es schon ein wenig schwieriger, da muss man oft auf den Meter genau seine Nymphen anbieten – es gilt das Motto: „ Knapp daneben, ist eben auch daneben!“ Zu erwähnen sind dann noch die sogenannten „Fresspausen“. Nicht jede Felche frisst zwingend Nonstop! Hier gibt es aber die verschiedensten Techniken, die auch in solchen Momenten den Bissreiz auslösen können, doch zu diesem Thema ein anderes Mal mehr. Wir fanden wie geschrieben „unsere“ Felchen erst bei ca 12m und fingen sie am Grund wie auch im Zwischenwasser. Im Laufe des späteren Vormittags war dann auf einmal „Fertig mit Fischen“ auf dem Bildschirm und wir fanden sie erst in einer Wassertiefe von ca 21m wieder. Dort hingegen konnten wir praktisch keine Felchen mehr am Gewässergrund zum Anbiss verführen, dafür aber nahmen sie die Nymphen regelmässig im Zwischenwasser und zwar auf allen Höhen, auf denen wir sie ausfindig machen konnten. Schwarze, Rote und Violette Nymphen, schlank gebunden, waren und sind nach wie vor die Top Muster.
„Tragen wir Sorge zur „Mutter Natur“ – so wird sie uns weiterhin freudig und selbstlos überraschen und an ihrer fantastischen Vielfalt teilhaben lassen!“
Mit diesem Bericht möchte ich nicht in die Ecke der „Weltverbesserer“ drängen, derer gibt es schon mehr als genug und ein „Schwarzseher“ (Pessimist) bin ich schon gar nicht! Vielmehr möchte ich mit meinen Gedanken einen Jeden dazu anregen darüber nachzudenken, dass es nicht immer nur selbstverständlich ist das auf Knopfdruck jedes Mal das Licht angeht - oder etwa die Maschinen „nur“ mit sauberen Treibstoffen laufen. Jegliche weitere Zerstörung der Biosphäre (Lebensraum von Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und Menschen) muss verhindert werden. Es darf nicht sein, dass in wenigen Jahrzehnten grosse Teile einer Evolution (Veränderung der vererbbaren Merkmale einer Art von Lebewesen von Generation zu Generation) von Millionen von Jahren unwiederbringlich ausgelöscht werden. Eine Lösung habe auch ich nicht parat, doch ich bin überzeugt: Wenn wir mit unseren natürlichen Ressourcen sparsam und bewusst umgehen, kann ein jeder dazu beitragen, dass sich die Geschichte nicht noch mehr verschlimmert.
Pro Fisch und Natur – für unsere Nachkommen und den Blauen Planeten – ohne den es in Zukunft auch kein Felchenfischen mehr gäbe. In diesem Sinne!
24.05.09
Felchen on Tour
Felchenfieber Foto – Story
Wer konnte machte an Auffahrt eine Brücke und kam in jeder Hinsicht in den Genuss von fantastischen Sommertagen – 25–30 Grad Celsius und super Felchenfängen. Ob vor Le Landeron, vor La Neuveville, vor Erlach, vor der St. Petersinsel oder Vinelz, überall konnten und wurden Felchen gefangen. Zum Teil hielten sich die nun schon grösseren Schwärme über einen längeren Zeitraum in ein und derselben Region auf und demzufolge waren auch die Fänge sehr ergiebig. Wanderten sie weiter, bestand der „Aufwand“ lediglich darin, sie auf ein Neues zu finden und schon durfte es mit den herrlichen Drills weitergehen.
An den Hot Spot`s traf man nicht „nur“ die Felchen, nein, auch viele Freunde der Selben. Was haben wir zusammen Infos ausgetauscht, über Gott und die Welt parliert, viel gelacht und das gemeinsame Felchenfischen genossen. Es ist immer wieder schön zu beobachten, wenn auch die andern Fischer sich an ihrem Fang erfreuen und wenn es dann einmal nicht so ganz klappen wollte, stand mit Sicherheit einer der arrivierten Kameraden mit einem Tipp parat.
Für einmal mehr hatten nicht nur die Felchen die fein gebundenen Nymphen in Schwarz, Rot und Violett mit kleinen, gebundenen Köpfchen zum Fressen gerne. Auch Meister Esox konnte sich nicht zurückhalten. Der 65cm grosse Jäger auf jedenfalls hatte die schwarze Nymphe am Nachläufer fein säuberlich vorne im Mundwinkel sitzen, es schien fast so, als wolle er sich den winzigen Snack nur mal schnell so nebenbei genehmigen.
Roland und Thomas gaben sich die Ehre und besuchten „uns“ im Oberen Seeteil. Es sollte nicht lange dauern und ihre krummen Ruten sprachen für sich. Mit „Verlust“ im Drill muss man zurzeit rechnen. Die Felchen, langsam immer mehr gut im Futter, geben im Drill alles. Vor allem jene, die im Zwischenwasser (in der Schwebe) zum Anbiss verführt werden können. Sie sind dem Druckunterschied (der Höhe wegen) schon bestens angepasst und ihre Fluchten sind vehement. Nicht selten entscheiden sie mit einem letzten Tanz auf der Wasseroberfläche die Gunst zu ihrem Vorteil. Doch merke: „Wir kämpfen nur um einen Fisch, der aber um sein Leben!“
Wenn die Felchenrollen tief fliegen – fliegen Felchenrollen tief – sofern sie ins Wasser fliegen. Die Ausrüstung vor dem Einsatz zu überprüfen kann einem vor unangenehmen Überraschungen bewahren. Denn wenn die Rolle beim Anschlag in hohem Bogen von der Rute springt, der Fänger mit Verwunderung ins leere greift, ist es meist schon zu spät um zu reagieren, man kann nur noch der Dinge harren die da kommen mögen. Für einmal hiess es Ende Gut alles Gut. Die Rolle landete im Boot und nicht im Wasser und konnte trotzt kräftigem ziehen der Felche am anderen Ende wieder am Rutengriff befestigt werden – und – auch die Felche wurde zu guter letzt erfolgreich über den Feumer geführt - ohne - dass sie sich mehrfach um das Ankerseil gewickelt hat.
Den Felchenfischer prägt ein ausgesprochener kameradschaftlicher Sinn. Man hilft sich gegenseitig und erfreut sich an den Fangerfolgen der anderen Fischer. Teamwork ist eine tolle Sache und wird untereinander Grossgeschrieben. Geteilte Freuden sind die schönsten Freuden!
Die Bielerfraktion war, wen verwunderts, durch Matthias and Friends vertreten. Ein jeder ein Pimpmaster mit Herzblut, immer voll bei der Sache und immer mit dem guten Fangerfolg. Respekt und Petri Freunde, es macht mit euch zusammen immer wieder Freude und Spass und das, nicht nur beim Felchenfischen!
Wann immer man von der Bielerfraktion spricht, dann darf natürlich Häuptling Rastalocke „Don Marchesi“ nicht fehlen. Auf Marcs Boot gehört er mittlerweile schon fast zum Inventar und seine gelegentlichen Zweifel seien ihm verziehen, auch das kommt noch mit den Jahren. Um Felchen zum Anbiss zu verführen, muss man auch gelegentlich etwas dafür tun. Mir scheint es, dass „Don Marchesi“ das zwischenzeitlich mal wieder zu vergessen scheint und deshalb lieber wieder dem Zweifeln verfällt – aber – die Fortschritte sind zweifelsohne erkennbar und ich bin sicher, so in 10–20 Jahren hat er auch das erkannt – oder halt auch nicht. Ciao Päscu – nicht vergessen und Petri zu deinen Felchen!
Wenn auch Meister Esox nun nicht wirklich auf unsere „Mini“ Köder (Nymphen) scharf ist, so kommt es doch alle Jahre immer wieder vor, dass ihnen die Felchen an derselben zu schmecken scheinen. Eine Felche im Drill ist für einen hungrigen Jäger eine wahre Einladung, einerseits hat die Beute durch ihr Verhalten im Drill eine enorme Reizwirkung und ihre Fluchtmöglichkeiten sind auch mehr als eingeschränkt. Felchen im Zwischenwasser bedeutet immer, dass die grossen Fressfeinde – Freiwasserhechte - mit Sicherheit in der Nähe sind. So ist der Lauf der Natur und wer darüber bescheid weiss, ist dem Fangerfolg auf jeden Fall einen Schritt näher.
Felche nimmt Nymphe – Hecht nimmt Felche – der Tanz am feinen Gerät darf beginnen. 15 Pfund bei einer Länge von 102cm – 40 Minuten angespannter Drill – Adrenalinschübe nach und nach – ein schmerzender Arm und zu guter Letzt - ein schon fast berauschendes Glücksgefühl als der Prachtsfisch im Feumer lag. Obwohl ich so eine Situation mit stattlichen Hechten an der Felchenrute schon einige Male erfolgreich erleben durfte, stellt es doch jedes Mal aufs Neue eine wahre Herausforderung dar. Ich schätze die Chancen in etwa 70 / 30 Prozent für den Fisch, denn nach dem immer hammermässigen Biss, geht es erstmal nur noch in eine Richtung.
30 – 40 m Geflochtene sind schon von der Laufrolle, ehe der Hecht innehält und erstmal in der Tiefe stehen bleibt. Diesen Moment gilt es sofort dafür zu nutzen, den Anker schleunigst zu heben. Rute mit Finger auf der Rolle in der rechten Hand, mit der linken das Ankerseil gegriffen und in möglichst schnellen Zügen nach oben gebracht. Bei Nachgreifen des Seiles muss der Fuss mithelfen, einfach jeweils auf das Ankerseil im Boot stehen, so kann es nicht wieder nach unten rutschen. Geschafft, der Anker ist an Board und der Freiwasserhecht hat sich mehr oder weniger ruhig verhalten. Nun wird der Motor gestartet und das Boot langsam aus dem Pulk der anderen Fischer (und deren Ankerseilen) dirigiert. Leider gibt auch hierbei erstmal der Kämpfer am anderen Ende der Leine den Weg vor. In anbetracht der Stärke des verwendeten Gambe/Hegene Materials (bei mir ein 22iger Nylon), kann man leicht vorsieren und schon ab und an mal leichten Druck aufbauen.
Nun beginnt das eigentliche Katz- und Mausspiel – fragt sich nur, wer ist die Katze und wer die Maus!? Wie und wo sitzt die Nymphe(n)? Ist das Nylon gefährlich nahe beim Maul und den messerscharfen Zähnen? Dies sind ein paar Dinge, die einem andauernd durch den Kopf gehen, auf die man aber keinen grossen Einfluss hat. Fischen ist auch immer eine „Glückssache“, mal gewinnt man - mal verliert man. Für einmal war mir das Glück hold, dass Material hielt stand, die Nymphen sassen sicher, eine in der Maulecke und eine weitere hatte sich von aussen zwischen den Kiemen verfangen. Viel zu schnell gingen die Tage, für die man so schnell keine Superlative mehr findet, zu Ende. Es fügte sich Eines zum Anderen – schöner könnte man eine Geschichte nicht mal erfinden. In diesem Sinne!
10.05.09
Felchenfutter
Ein fantastisches Wochenende, mit reichlich gedecktem Tisch für die Felchen, hat ein weiteres Mal für Top Fänge in der Bucht vor Le Landeron gesorgt. Sonne pur mit Temperaturen über 20 Grad und schwache Winde machten das Felchenfischen auf dem Bielersee zu einem wahren Vergnügen. Vom Gewitter blieben wir bis und mit Sonntag verschont und dies war nicht nur für uns Fischer ein angenehmer Vorteil. Solche Tage, vor allem im Frühjahr kommen auch der Natur, insbesondere den Nährtieren der Felchen entgegen. Zu abertausenden schlüpften die Zuckmücken und Eintagsfliegen, versammelten sich zu einem eindrücklichen Hochzeitstanz über dem Wasser, um als Männchen nach der Paarung und als Weibchen nach der erfolgreichen Eiablage auf der Wasseroberfläche zu sterben.
Nach dem schlüpfen trocknen die Insekten erst ihre Flügen. Unsere Fischerboote bieten sich dafür perfekt an und in solchen Momenten kann der interessierte Beobachter auch gut die verschiedenen und unterschiedlichen Arten gut erkennen. Ihre Vielfalt ist immens, sie unterscheiden sich in Grösse, Farbe und Aussehen. Es ist bestimmt nicht wichtig die einzelnen Arten unterscheiden zu können, doch ihre Formen können uns Aufschluss über die Wahl unserer Nymphen geben – zumindest, was die Grösse und Farbe anbelangt.
Die „besten“ Fangplätze fanden wir in Wassertiefen von 10–15m. Schwarze Nymphenimitationen, schlank gebunden, teils mit einer Silber Rippung, waren die „Erfolgsgaranten“. Die aufsteigenden Puppen wurden von den Felchenschwärmen direkt über dem Gewässergrund genommen, aber, teils konnten wir auch schon kleinere Felchenschwärme im Zwischenwasser (in der Schwebe) ausmachen. Sie bevorzugten das sich langsam bildende Zooplankton der massenhaft gestorbenen Fluginsekten. Schnelles hochkurbeln auf die entsprechende Höhe brachte immer wieder einen Anbiss – den ganzen Tag über.
In den frühen Abendstunden waren kleinere und grössere Felchen damit beschäftigt die sterbenden Fluginsekten gleich von der Wasseroberfläche zu „pflücken“. An einem Salmonidengewässer würde man hierbei von einem Abendsprung sprechen. Es ist jedes Mal aufs Neue ein eindrückliches Natur - Spektakel, wenn es rund ums Boot nur so spritzt und planscht. Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass für einmal alles passt – Nahrung ist reichlich vorhanden und die gierigen Fressfeinde mitten drin. In solchen Momenten kann ich gut auf das Felchenfischen als Solches verzichten, dass Schauspiel geniessen und mit Freude am Gebotenen teilhaben.
Die auf dem Bild oben abgebildeten Puppen von Zuckmücken und einer Eintagsfliege fand ich im Magen einer einzigen Felche. Und das war nur der Anteil vom Mageninhalt, der noch nicht verdaut war und dementsprechend auch zu erkennen war. Wahrlich, die Tafel war für die Felchen mehr als gedeckt. Sämtliche Felchenmägen die ich untersuchte wiesen einen grossen Anteil an unverdautem Inhalt auf, dass heisst, die Felchen fressen mehr oder weniger den ganzen Tag über frisch steigende Puppen. Es scheint auch fast so, dass sie diese Form von Nahrung dem Zooplankton im Zwischenwasser vorziehen. Warum genau das so ist weiss ich nicht genau, eine Möglichkeit könnte sein, dass zurzeit auch viel Blüten- und Pollenmaterial auf und im Wasser ist, was sich dann beim absinken mit den toten Fluginsekten vermischt und dann für die Felchen „mühsamer“ zu fressen/filtern ist.
Das Thema „Wasserinsekten“ gehört mitunter zum interessantesten rund ums Felchenfischen. Ich werde oft darauf angesprochen, ob man das denn alles wirklich Wissen muss. Man könne ja auch schliesslich einfach nur auf den See hinaus fahren, eine Gambe/Hegene zu Wasser lassen und warten was passiert. Dem kann ich eigentlich nichts entgegen setzen, auch beim Felchenfischen gilt das Motte: „Ganz wie es einem beliebt!“ Es ist so wie bei manchem im Leben, es kommt darauf an, was jeder Einzelne für Ziele hat, dass gilt halt auch beim Fischen auf die Felchen. Man „muss“ rein gar nichts, aber, „darf“ alles! Wer mit dem was er tut und erreicht hat zufrieden ist, dem gebührt derselbe Respekt wie demjenigen, der versucht die Zusammenhänge zu ergründen. Wo das für den Einen anfängt und für den Anderen aufhört, muss ein jeder für sich selber entscheiden.
Über Stunden waren die Anzeichen auf dem Bildschirm des Fishfinders als Felchenschwärme auszumachen. In der Regel habe ich mein Humminbird Fishfinder auf „Sichelbetrieb“ eingestellt, einfach darum, weil das Anzeigen von Fischsymbolen auf dem Bildschirm viel Energie frisst und so oft die „wichtigen“ Details, wie z.B. Fische ganz auf dem Gewässergrund, nicht zu erkennen sind. Da aber die meisten Fishfinder – Benutzer lieber Fischsymbole auf ihrem Bildschirm sehen, habe ich zum Besseren Verständnis untereinander, mein Gerät für die Bilder in den Berichten auch auf diesen Modus umgestellt. Es ist deutlich zu erkennen, dass so die Fische ganz auf dem Grund nicht mehr mit Symbolen angezeigt werden und auch nur mit dem geübten Auge zu erkennen sind. Die kleineren Fische knapp über dem Grund sind nur schwach erkennbar und werden auch nur sporadisch angezeigt. Weit besser sieht man die Felchen, die ca. 50 cm und mehr über dem Gewässerboden schwimmen. Sind die Felchenschwärme zahlreich und ziehen konstant ihre Bahnen, reicht so eine Interpretation der Anzeige alle weil für einen „Guten“ Fang. Schwieriger wird es, wenn nicht so viel Betrieb ist und wenn es dann auf jedes Detail ankommt. Wer auf die „Spielerei“ mit der Anzeige von Fischsymbolen verzichtet, sieht immer mehr, weil mehr angezeigt wird. Es ist ein sich daran gewöhnen, doch ich weiss von vielen Fischerkameraden, die erst nichts davon wissen wollten und heute über sich selber schmunzeln, wenn sie an ihre Anfänge mit dem Fishfinder zurückdenken. Nehmt euch die Zeit und probiert es aus, ich bin sicher, der Eine oder Andere wird überrascht sein und interessante Erfahrungen damit machen.
So faszinierend und interessant ist Felchenfischen! Ob mit mehr oder weniger Einsatz ist nebensächlich, Hauptsache, wir sind mit uns und der Welt der Felchen zufrieden. Für uns stimmte das Weekend, wir genossen es mit Freunden auf dem Wasser, bei dem was wir sowieso am liebsten tun, dem Felchenfischen. In diesem Sinne!
26.04.09
Felchen vor Le Landeron
Felchenfischer, was willst du mehr!? „Warum in die Ferne schweifen – wenn die Felchen sind so nah?“ Tatsächlich kann man zurzeit aus dem Hafen von Le Landeron auf den See hinaus fahren, sein Boot verankern und gute Felchenfänge erzielen. Ob man nun die flachen Uferzonen oder doch lieber die tieferen Stellen aufsucht ist jedem Fischer selber überlassen, ganz wie es einem beliebt. Noch besser könnte man sagen, dorthin, wo man an „seinen“ Fang glaubt! Wie heisst es doch so schön: „Der Glaube versetzt Berge!“ Das fängt damit an, dass man an sich, an sein Material, an seine Nymphen und an „seinen“ Platz glaubt. Wer von vornherein zweifelt, sollte sich erst überlegen was war beim letzten Mal. Wo und in welcher Tiefe habe ich Erfolg gehabt, welche Nymphen wurden von den Felchen genommen. Man kann sich immer an den anderen Fischern auf ihren Booten oder deren Auskünfte orientieren, doch wenn einem das Bauchgefühl erstmal zu etwas anderem rät, sollte man dies unbedingt ausprobieren.
Wer beim Felchenfischen zu viel Zweifel aufkommen lässt, vergisst dabei meist das elementarste, nämlich das Fischen selber. Zweifler neigen vermehrt dazu, vor allem wenn sich der Fangerfolg nicht sofort einstellt - oder der Bootsnachbar schon wieder eine Felche im Drill hat, sich schnell ablenken zu lassen. Sie werden nervös, beobachten gespannt die anderen Fischer und sind bald einmal mit sich und der Welt nicht mehr zufrieden. Dabei kann jeder seine Zweifel selber auf die Seite schieben: „Denkt daran was ihr beim letzten Mal für herrliche Drills mit eurem Gerät erleben durftet. Wie gut die Felchen eure Nymphen genommen haben und das „euer“ gewählter Platz einen guten Fang brachte!“ E voila und schon werden wir wieder von positiven Gedanken beeinflusst. Wer an sich glaubt, der kommt dem Erfolg näher.
Wir versuchten unser Glück erstmal in einer Wassertiefe von ca 20m. Dort waren zwar auf den ersten Blick auf den Fishfinder weniger Fische auszumachen, doch wer genauer auf den Bildschirm schaute (vorausgesetzt das Gerät hat die nötige Leistung), der konnte die Felchen auf dem Gewässergrund entdecken. Sie zogen oder standen auf der Suche nach Futter dicht über dem Grund. Wir fingen alle Felchen aus der Tiefe am Nachläufer (Schwarz mit rotem Köpfchen) oder der zweiten Nymphe an der Gambe/Hegene (Rot mit schwarzem Köpfchen). Die Wasserschicht knapp über dem Gewässergrund weiss zurzeit die konstanteste Temperatur auf, ca 4–5 Grad Celsius. Die Temperaturen im Zwischenwasser und an der Oberfläche variieren im Moment ziemlich stark, massgebend dafür sind die Sonne, der Wind, der Regen und das Schneewasser. Der Wasserkörper vollzieht seinen Wechsel bis zur erneuten Stabilität im Einklang mit der Natur und ist von Saison zu Saison unterschiedlich.
Wir durften uns an guten Fängen erfreuen, Bisse hatten wir den ganzen Tag, mal mehr, mal weniger. Ich möchte an dieser Stelle nicht von eigentlichen Beisszeiten sprechen – mehr von „beisswilligen“ Fischen. Nicht jeder Fisch der unter einem Boot herumschwimmt hat auch immer Hunger. Es kann gut möglich sein, dass ein Dutzend und mehr Fische durchziehen, bis wieder ein Schwarm auf Nahrungssuche dabei ist. Dafür kommt es in solchen Momenten gerne vor, dass man in kurzer Zeit mehrere Bisse bekommen kann. Erneut ist es eine Frage des Glaubens und des Wissens – lasst dem Zweifel keine Chance – sonst läuft man Gefahr, seine Eigene zu verpassen.
Es wurde und wird nicht nur in der Tiefe gut gefangen. Marc vom Fishhook in Biel - mit Freund „Rastalocke - Don Marchesi“ an Board - fischte gleich bei der Hafenausfahrt vor Le Landeron, links neben dem Zihlkanal in einer Wassertiefe von ca 10–12m. Der Informationsaustausch unter Fischer am Abend zeigte, dass sowohl für die tieferen sowie flachern Bereiche nahezu dieselben Regeln gelten. Aufmerksames Fischen, der Glaube an sein Gerät, seine Nymphen und sich selber, ist einer der Hauptschlüssel zum Fangerfolg. Petri Freunde und Danke für eure wie stehst Top Infos!
PS: Wer auf dem Bielersee Felchen fangen möchte und einen schnellen, guten Tipp braucht, der ruft am einfachsten Marc an, Tel. 032 / 322 90 40. Hier wird einem - in fast allen Belangen – geholfen. Von Fischer für Fischer!
Der Frühling naht mit grossen Schritten und ich hoffe mit ihm, wie alle Jahre wieder, die „Grossen“ Felchen. Je nachdem von welcher Seite sich uns die Natur präsentiert, werden die kapitalen Exemplare unter den Felchen, früher oder später, sich vermehrt räuberisch verhalten. Erst sind sie hinter dem frischen Laich der Egli, der Schleien, der Brachsmen und der Weissfische u.s.w. her, um sich darauf gleich noch an deren geschlüpfter Fischbrut gütlich zu tun. Es braucht noch etwas Geduld, doch dann stehen die Chancen für eine „Grosse“ gut. Es empfiehlt sich von nun an immer einen Versuch im flachen Wasser zu unternehmen – bis die Sommerstagnation des Sees vollzogen ist, sich das Plankton zu grösseren Flächen gebildet hat und die Felchenschwärme auf Nahrungssuche sich im Zwischenwasser (in der Schwebe) aufhalten. In diesem Sinne!
13.04.09
Felchen an Ostern
Felchenfieber Foto – Story
Perfektes Fischer Wetter – Temperaturen um 20 Grad Celsius – Ruhige See – Kaltes Wasser (Schneewasser) – Viele Boote an den Hot Spots – Mit Freunden unterwegs – Gute Fänge. Die Ostertage 09 hatten in jeder Beziehung einiges zu bieten!
Die Felchen waren für einmal mehr überall und nirgends zu finden. Trotzdem waren gute Tagesfänge möglich, auch wenn es nicht immer „Einfach“ war – aber - macht das die Geschichte nicht zusätzlich Eigen und Speziell!?
Der helle Vollmond trug mit Sicherheit auch dazu bei, dass die Regeln zum Teil auf den Kopf gestellt wurden. Es wurde in Wassertiefen von 10–25m gefangen – je nachdem, wo sich die Felchen gerade aufhielten – oder - man gerade seinen Anker zu Wasser gelassen hatte.
Wir fischen vorwiegend in den Tieferen Bereichen (20–22m) und durften einige Exemplare über 30cm drillen. Sämtliche Felchen wurden noch gleichentags - jeweils am Abend - zubereitet und genüsslich mit der Familie und Freunden verspiessen.
Manuel war schnell zu begeistern und zeigte sich als gelehriger und guter Felchenfischer. Petri Manuel - der Tag mit dir hat mir viel Freude und Spass bereitet – ich hoffe - man sieht sich wieder!
An den Hot Spots zählte man bis zu 50 Boote und mehr - keiner liess es sich nehmen das super Wetter auf dem Bielersee - beim Felchenfischen - zu geniessen - so macht Felchenfischen doppelt Freude!
Mäthu und Marc vom Fishhook in Biel wechselten sich regelmässig ab - beim drillen und beim feumern. Ein eingespieltes Team das ihre Freundschaft auch neben dem täglichen Allerlei zu pflegen weiss – und das seit vielen Jahren!
Petri Freunde - so macht es alle weil Spass. Die Felche im Feumer - eine mehr im Körbchen - da freuen sich die Freundinnen sicher über das feine Dinner am Abend – vorausgesetzt - die Filets kamen zubereitet auf den Tisch!?
Selbst die aufgehende Sonne am frühen Morgen zeigte sich von einer eigenen - österlichen Schönheit. Das musste ja ein gutes Omen sein. Die Vorgaben der Natur haben eigene Regeln – mal zu unserem Vorteil und dann wieder eher nicht.
Simon gab alles und wenn es dann mal biss durfte er sich - wie wir alle - an einem tollen Felchendrill erfreuen. Petri Simon – am Nachmittag bissen die Felchen ein weiteres Mal!
Es verging kein Tag ohne das man sich unter Freunden auf dem See traf. Das schöne daran war das man auch wieder Kameraden traf - die sich bis anhin mit dem Felchenfischen eher zurückhielten - oder - halt andere Dinge zu erledigen hatten.
Der Stifu war im 09 das erste Mal auf dem Bielersee beim Felchenfischen -doch wie das Bild zeigt - hat er nichts verlernt. Petri Stifu – ich hoffe bis zu deinem nächster Besuch dauert es nicht so lange wie dieses Mal!
Flossnymphen in Schwarz, Rot und Violett sind nach wie vor gute Köder und werden gerne genommen. Wir fingen alle unsere Felchen knapp über dem Gewässergrund und was die Technik anbelangte, war für einmal „Weniger Mehr!“
Wir durften vier fantastische Tage beim Felchenfischen auf dem Bielersee geniessen und ich bin sicher, dass es auch allen anderen Fischern ähnlich ergangen ist. Freuen wir uns am Erreichten und trauern nicht dem Verpassten nach – so werden wir noch eine schöne lange Zeit an „unsere“ Felchen - an Ostern 09 erinnert. In diesem Sinne!
05.04.09
Felchen vor Vinelz
Wir fanden die Felchen in der Vinelzerbucht erst nach längerem Suchen. Obwohl wir dank Uwe so einige Infos mit auf den Weg nahmen – Von Fischer für Fischer -, fanden wir vorerst keinen Platz, wo die Felchen regelmässig und konstant ihre Bahnen zogen. Auf der Suche nach Futter schwimmen sie zügig grosse Flächen und Tiefen ab. Dort wo die Felchen ein ergiebiges Nahrungsangebot vorfinden – z.B. Larven die aus dem Sediment aufsteigen um ihrerseits zu fressen – dort verweilen sie länger und in aller Regel wiederholen sich solche Aktivitäten auch über eine längere Zeit. Oftmals sind solche Plätze nur ein paar wenige Quadratmeter (50–100) gross, aber, es gibt nie nur eine solche Stelle. Manchmal liegen solche Spots wie an einer Schnur aufgereiht nebeneinander. Entlang einer Schärkante kann es in ein und derselben Tiefe auf 500m 20-30 Plätze haben wo die Benthos (Larven der Wasserinsekten) fast zur selben Zeit aktiv sind.
Es kommt auch immer wieder vor, dass sich solche Plätzen mit erhöhter Aktivitäten über ein paar Stunden oder einen Tag gesehen, verschieben können. Und nicht nur jeweils von Rechts nach Links oder umgekehrt, sondern auch von einem zum anderen Tiefenbereich. Am Morgen fingen wir unsere ersten Felchen in einer Wassertiefe von 26m, ab 11 Uhr hatten wir um die 22m Erfolg und ab dem Mittag spielte die Musik vermehrt in 16m Tiefe. Die Sonne stand senkrecht am fast wolkenlosen Himmel und ihre Strahlen und somit auch das Licht regten vermehrt die Aktivitäten der Wasserbewohner der Uferzonen an und demzufolge auch das Interesse ihrer Fressfeinde, der Felchen. Für einmal mehr durften wir miterleben, wie sich die Natur über einen Fischtag entwickelt. Heute hiess es aus der Tiefe ins Flache und wer weiss, Morgen könnte es genau umgekehrt sein!?
Stopp, Halt, so kann ich das nicht stehen lassen. Die These, dass es Morgen umgekehrt sein könnte stimmt so nicht, dass mit dem Morgen war mehr hypothetisch gedacht. Solange sich der Wasserkörper nicht völlig neu durchmischt hat, wird es wohl noch eine Weile so sein, dass die Felchen auf Nahrungssuche am ehesten aus der Tiefe ins Flache wandern. Erst nach vollständiger Durchmischung des Sees wird es dann umgekehrt zu beobachten sein. Wer also am frühen Morgen auf den See hinaus fährt, tut gut daran auf der Suche nach den Felchen, sich auch die tieferen Stellen anzusehen/vorzunehmen. Mit dem Wissen um die Vorgänge in der Natur kann man sich dann Meter für Meter den Uferzonen, sprich flacheren Stellen zuwenden. Etwas einfacher wird es, wenn wir von einem Fischerkameraden, der schon einen Weile am fischen ist, die Infos erhalten, von wo nach wo er schon gesucht hat und wie der Stand der Dinge ist.
Wer die „Guten“ Plätze fand, der durfte auch immer wieder eine Felche drillen. Ansonsten blieb genügend Zeit, verbal von Boot zu Boot, Freundschaften zu pflegen. Es wurden auch viele interessante Geschichten rund um die Fischerei erzählt: z.B. das die Sandfelchen im Zürichsee zurzeit sehr aktiv sind, im österreichischen eine sehr gute Forellensaison begonnen hat und von Reisen in ferne Länder sowie deren Fischereipraktiken wurde berichtet. Ein leidiges Thema ist nach wie vor das Neue Fischereireglement. Was da zum Teil für ein Nonsens berichtet wird zeigt für mich, dass noch vieles unklar ist und das kann es ja nicht sein! Nach wie vor bin ich dafür, dass die Verantwortlichen der Neuen Regeln endlich mal für einen Klartext sorgen – für einen allgemein Verständlichen. Die Geschichte ist, mal gelinde Ausgedrückt, viel zu kompliziert – es sei denn, man ist ein studierter Rechtskundler. Ich persönlich und viele meiner Fischerkameraden sind „Einfache Leute“ und wir alle halten uns an die Vorschriften – wenn wir denn Die nur verständen. Um zu spez. Fragen die „Richtige“ Antwort zu finden, muss man heutzutage das Neue Fischereireglement, das Tierschutzgesetz, die Gewässerverordnung(en) und das Naturschutzgesetz zur Hand nehmen und dann noch begreifen, wann, wo und wie, die Miteinander angewandt, in welchem Fall die „Richtige“ Antwort ergeben!? Es sind noch lange nicht alle Fischer Sachkundig und schon gar nicht haben alle zu Hause einen Internetanschluss. Ob dieser oder ein ähnlicher Appell gehör findet, ich wage es zu bezweifeln – ich bin unzufrieden und enttäuscht, mit - von Fischer für Fischer - hat das nichts mehr zu tun!
Ronaldo fischt völlig konzentriert und Renato ist am drillen. So wie auf diesem Boot ging es praktisch auf allen anderen Booten zu und her. Gefangen wurde gut, mal mehr, mal weniger. Aber, nicht jeder hatte so eine charmante „Guides“ wie der Mario, die „Feumer bei Fuss“, äh sorry - in den Händen - parat stand, um ihm die Felche zu feumern. Zu diesem Bild wäre noch zu erwähnen, dass das Gezeigte heute eigentlich die Ausnahme bildete. Für einmal nämlich war es genau umgekehrt, denn es war die Corinne, die für den Hauptteil der gefangenen Felchen im Körbchen verantwortlich zeichnete. Frauen fischen nicht besser oder schlechter als Männer, aber eben nur seltener. Freunde, die Stunden mit euch haben mir viel Freude und Spass bereitet, ich hoffe doch, dass noch Viele folgen mögen!
Wer Tipps weitergibt, der bekommt auch welche und so starteten wir für einmal mit violetten Flossnymphen, schlank gebunden mit einem roten Köpfchen, ebenfalls aus Flossmaterial gefertigt. Auch hier durften wir interessantes Beobachten. In einer Wassertiefe ab ca 18m bekamen wir auf die violetten Nymphen keinen einzigen Biss, erst als wir auf die Farben Schwarz - Rot wechselten, konnten wir vor allem auf Schwarz die ersten Anbisse verbuchen. Als wir wie geschrieben im Laufe des Nachmittags bei 16m Tiefe ankerten, konnten wir trotz regen Anzeichen auf dem Bildschirm des Fishfinders, wiederum mit Schwarz – Rot keine Felchen zum anbeissen verführen. Schnell erinnerten wir uns an die Info von Uwe, die besagte: „Vinelzerbucht – Felchen in den Flachwasserzonen (12m) – violette Nymphen!“ Kaum hatten wir unsere Gamben/Hegenen mit den Violetten getauscht und auf den Gewässergrund hinab gelassen, durften wir eine schöne Zeit lang immer wieder gute Felchen erbeuten.
Alle Felchen in Ufernähe fingen wir 0.5–1m über dem Gewässergrund. Die Bisse waren teils aggressiv und heftig. Ich stellte fest, dass jedes Mal wenn ich eigentlich die Rute nach dem Heben schon wieder Senken wollte, trotzdem aber aus dem Gefühl heraus noch mal ein paar Zentimeter weiter hochzog, der Anbiss kam. Das wiederholte sich regelmässig über den ganzen Nachmittag und war immer wieder aufs Neue interessant zu beobachten. Ein weiterer rundum zufriedener Fischtag auf dem Bielersee ging leider wieder einmal viel zu schnell zu Ende – doch was zählt ist die Erinnerung an die herrliche Zeit – und die Gewissheit, der Nächste kommt bestimmt schon bald. In diesem Sinne!
19.03.09
Felchen - Fischer - Gruss
Fischer grüssen sich wenn man einander begegnet. Sie tauschen Infos aus und bringen so andere Fischerkameraden dem Fangerfolg näher. Dass nicht alle Fischer gleichermassen „Auskunftsfreudig“ sind gilt es zu respektieren, was soll’s, ein jeder hat mal einen nicht so guten Tag. Es gibt aber immer noch einige Kameraden, die meinen, sie müssten alles geheim halten und/oder sich hinter einer falschen Auskunft verstecken, so dass der/die Fragende(n) ja nicht einen Fisch mehr fangen könnte als sie selber. Ohne das ich mir ein Urteil zur Person der Jenigen - Welchen erlauben will, kann ich so ein Verhalten nicht verstehen. Was gibt es schöneres mitzuverfolgen, als wenn ein Fischerkamerad durch meine/unsere Infos auch einen Fisch fängt und ihm durch ein persönliches Erfolgserlebnis sein Hobby noch mehr Freude bereitet!?
Wer gerne offen und ehrlich Auskunft gibt, wird schnell einmal erkennen, dass auch einiges davon zurück kommt. Sei es beim nächsten Treffen ein Dankeschön oder eine Neue Info, die evt. für einmal mich/uns den Felchen näher bringt. Wir sprechen hier vom Felchenfischen, unserem gemeinsamen Freizeitvergnügen, bei dem es um nichts anderes geht, als die Zeit zusammen oder einzeln zu geniessen. Das ein Jeder auch ein paar Fische fangen möchte versteht sich von selber, aber bitte denkt daran, dass möchte(n) der/die andere(n) auch. Einem anderen etwas zu gönnen ist mit Sicherheit eine Charakter – Angelegenheit, doch für mich zeig es auch die wahre Grösse einer solchen Person. Und zum Schluss noch dies: Wer keine Auskunft geben will, tut gut daran das klipp und klar zu kommunizieren, auf jeden Fall ist das fairer, als andere in die „Wüste“ zu schicken!
Was in der Vergangenheit noch um einiges ausgeprägter war, hat sich zum Glück in den letzten Jahren deutlich, im positiven Sinne verändert. Einen Grossteil haben wir all denjenigen Felchenfischern zu verdanken, die schon immer ihren Beitrag dazu geleistet haben und es auch in Zukunft weiterhin so pflegen. Vielen Dank Freunde, durch euch wird unser Hobby noch vielen Kameraden Freude bereiten und ich bin sicher, dass auch diese Fischer, gerade durch eure Offenheit, mit dieser Tradition weiter fahren werden. Der Felchen - Fischer - Gruss verbindet – Von Fischer für Fischer!
Alle Jahre wieder beginnt - Der Jahreszyklus unserer Seen - von Neuem. Die Erwärmung und Durchmischung des Wasserkörpers findet zurzeit noch nicht statt. Dafür braucht es erst noch einige Grad mehr Sonnenwärme und kräftige Winde. Auch sorgt, bedingt durch die gelegentlichen wärmeren Frühlingstemperaturen, dass Schneewasser für noch immer sehr kaltes Wasser um die 4–6 Grad Celsius. Die Aktivitäten der Wasserbewohner sind noch immer auf „Sparflamme“ geschaltet, dass betrifft die Benthos (Larven der Wasserinsekten) genauso wie die der Felchen. Zwar nehmen die Felchen immer wieder Nahrung zu sich, doch wo und wann ist oft nicht gleich zu erkennen. In dieser, zumindest für mich, sehr interessanten Zeit muss man als Fischer auch mal etwas investieren. Sei es bei der Suche, bei der Köderwahl oder der Technik. Auch kann die Geduld an ein und demselben Platz schon mal „bessere“ Zeiten bringen, doch wer agiert und versucht selber etwas dafür zu tun, der kommt dem Fangerfolg näher.
Auch uns geht es nicht besser oder schlechter als den anderen. Auch wir müssen uns Bewegen, Infos austauschen, unsere pers. Erfahrungen einbringen um den Felchen auf die Schliche zu kommen. Und gerade weil es in solchen Momenten nicht einfach ist, bringt der Austausch von Informationen untereinander oft den entscheidenden Unterschied, wie so ein Fischtag endet. Wohlverstanden sprechen wir hier wieder einmal nicht von der Menge der Fische im Körbchen, aber, seinen wir einmal ehrlich zu uns selber - müssen auch wir uns eingestehen, wer fischt, möchte auch ab und an einen Fisch fangen. Unseren Erfahrungen vertrauend und den zahlreichen Infos folgend suchten wir die Felchen vor La Neuveville. In einer Wassertiefe von ca 24–25m zeigte uns der Fishfinder interessante Details auf dem Gewässergrund und Mario und ich entschlossen uns, es hier zu versuchen.
Rote, schwarze und violette Flossnymphen mit gebundenen Köpfchen brachten uns schnell die ersten Felchen. Die Bisse waren teils kaum zu erkennen und vor allem der Mario machte die Feststellung, das die „Null – Bewegungstechnik“ ihm mehr Erfolg brachte als jegliche Hoch-, Tiefbewegungen seiner Köder. Wir vermuten, dass gerade wegen der spärlichen Aktivität der Benthos und Fische, ein Köder der knapp über dem Grund bewegungslos angeboten wird, dem natürlichen Ebenbild am nächsten kommt. Selbst wenn wir unsere Gambe/Hegene völlig ruhig halten, sorgen die immerwährenden Strömungen im Wasser für interessante Bewegungsmuster unserer Nymphen. Sie zittern, wippen und schweben auf und ab bis sie in der Position sind, in der sie für ihre Fressfeinde unwiderstehlich wirken. Was sicher auch ein nicht zu unterschätzender Faktor ist, dürfte die daraus schliessende Lichtbrechung unserer Nymphen (heisst: Sichtbarkeit für die Felchen) sein.
Unser Tagesfang war gut, für ein gemütliches Dinner for Two, angerichtet mit einer Reisbeilage und einem Glas feinen Tropfen edler Weisser Trauben, reichte es zur Genüge. Die Filets haben praktisch kein Fett und das Fischfleisch ist fest. Da alle Felchen die wir gefangen hatten zwischen 26–30cm gross waren, hatten die Filets die Idealgrösse, damit wir sie garend Zubereitet geniessen durften. Ich schreibe Idealgrösse darum, weil grössere Filetstücke beim garen, gerne schnell einmal zerfallen. Das schmeckt zwar nicht minder Gut, aber, dass Auge isst doch auch mit. Mario und ich genossen einmal mehr einen gemeinsamen Tag beim Felchenfischen auf dem Bielersee. Man traf sich unter Freunden, es machte Spass, Fischerherz – was willst du mehr!? Ciao Mario, bis zum nächsten Mal. In diesem Sinne!
06.03.09
Bieler Felchen
Februar 09 - Gemeinsames Felchenfischen mit Käpten Toni vor Biel.
Als Toni mich anrief und fragte ob ich Lust hätte mit ihm vor Biel auf die Felchenpirsch zu gehen, musste ich nicht lange überlegen um das Angebot anzunehmen. In früheren Zeiten fischten wir regelmässig im Unteren Bielerseeteil, doch in den letzten Jahren wurde es immer weniger. Ich freute mich auf den gemeinsamen Ausflug und war gespannt, was die Felchenfischerei vor Biel so bringen würde. Seit der Eröffnung 09 durften wir im Oberen Bielerseeteil immer wieder schöne Tagesfänge erleben, die Infos vom Unteren Seeteil waren gemischt. Berichten von Fischerkameraden zufolge durfte/musste man mit allem Rechnen. Martin gelang vor ein paar Tagen ein sehr guter Fang, wobei kurze Zeit später praktische keine Felchen mehr zu finden waren und eine knappe Handvoll Felchen als Tagesbeute herausschaute. Trotz intensiver Suche und einer gehörigen Portion Ausdauer, es war nichts zu machen. Doch für mich gilt, gestern ist Geschichte, was zählt ist das Heute – denn die „Karten“ werden immer wieder auf das Neue gemischt.
Die Sonne meinte es gut mit uns, sie schickte ihre wärmenden Strahlen schon früh Morgens auf den See hinunter und so empfanden wir es doch schon als angenehm, fast so, als ob der Frühling nun doch langsam aber sicher seine Fühler ausstrecke. Um den Wasserkörper aber richtig zu erwärmen, reichte es bei weitem nicht, die Oberwassertemperaturen liegen immer noch bei „nur“ 5 Grad Celsius. Grössere Aktivitäten von Wasserinsekten waren auch nicht zu beobachten, einzelne Eintagesfliegen schwirrten zwar immer wieder herum, doch die zurzeit für die Felchen interessanteren Zonen sind nach wie vor der Gewässergrund. Dort spielt sich das Insektenleben ab und dort suchen sie ihre Nahrung.
Zu meiner Überraschung begrüsste mich nicht nur Käpten Toni, sondern auch seine Hündin Luna auf dem Boot. Freudig erregt mit der Rute wedelnd, der Dinge harrend die da wohl kommen mögen, war sie wohl genau so gespannt und erfreut wie wir, dass es nun endlich auf den See hinaus ging. Wir orientierten uns erst mal an den „heimischen“ Fischern und die fanden wir am Südufer vor Vingelz. Sie lagen in Wassertiefen von 20–25m vor Anker und waren alle schon voll bei der Sache. Was den Tenor auf die Frage der „Beissfreudigkeit“ der Felchen anbelangt, war dieser erstmal eher bescheiden. Die Felchen wären nicht vor Ort und wenn doch, dann nur in sehr kleinen Trupps unterwegs.
Die Einten versuchten es mehr mit Geduld, Andere machten sich immer wieder auf die Suche nach einem „besseren“ Platz. Wir fingen gleich an unserem ersten Ankerplatz einige Felchen, mussten dann aber auch einsehen, dass es heute nicht ganz einfach werden würde. Erst hatten wir wenige Fische auf dem Bildschirm des Fishfinders, aber immer wieder Bisse. Dann sahen wir über einen längeren Zeitraum viel Fische über dem Gewässergrund, doch es war wie verhext, nichts wollte anbeissen. Wir wechselten unsere Gamben/Hegenen „fleissig“, doch auch daran schien es nicht zu liegen. Für einmal bissen nur die „hungrigen“ Felchen, alle andern verschmähten jegliches Köderangebot.
Im Laufe der vielen Jahre die ich nun schon der Felchenfischerei verfallen bin, habe ich mir angewöhnt, solche Stellen als „Strassen“ zu bezeichnen. Die Felchen ziehen zwar immer wieder auf ihnen ihre Bahnen auf der Suche nach Futter, doch es sind nicht die Plätze, wo sie auch fressen. Die „Fressplätze“ sind dort, wo es für den Augenblick auch das grösste Angebot hat. Dort wo die Larven der Zuckmücken oder die der anderen Wasserbewohner gerade aktiv sind. Dort, wo für die Fische die Tafel gedeckt ist und sie mit möglichst geringstem Aufwand Nahrung zu sich nehmen können. Um solch einen „Fressplatz“ zu finden, blieb auch uns nichts anderes übrig, als diesen zu Suchen.
Wir fanden einige interessante Plätze und wir fingen auch ab und an mal wieder eine Bieler Felche. Der „grosse“ Wurf gelang uns nicht, es war für einmal eine sehr anspruchsvolle Fischerei. Wenn, dann bissen die Felchen sehr zaghaft und man musste schon völlig konzertiert zur Sache gehen. Ein verpasster Biss hiess schon mal 30 Min. und mehr auf den nächsten hoffen und selbst eine Felche am Haken bedeutete noch lange nicht, dass man einen Fisch mehr in der Kühlbox hatte, hatten wir doch einige Aussteiger zu vermelden. Mit Nymphen in den Farben schwarz, rot und violett konnten wir gut Punkten, wenn …..! Es war ein herrlicher Tag, ich liebe solche „anspruchsvolle“ Zeiten. Sie halten das Felchenfieber am glühen und selten ist es so kurzweilig auf dem Wasser. Die Bieler Felchen haben mich richtig neugierig gemacht, ich bin mir sicher, ich werde es wieder versuchen. Vielen Dank Toni für deine Gastfreundschaft, mir hat dieser Ausflug viel Freude und Spass bereitet, bis zum nächsten Mal. In diesem Sinne!
21.02.09
Felchen auf Ansage
Felchen auf Ansage zu fangen ist heutzutage keine so grosse Kunst. Vom Prinzip her ist es ganz einfach: Man ankert dort, wo die Felchenschwärme auf der Suche nach Nahrung ihre Bahnen ziehen und mittels Hilfe des Fishfinders kann man sehen, in welcher Wassertiefe sie herumschwimmen. Nun gilt es abwechselnd und aufmerksam den Bildschirm und die Rutenspitze zu beobachten. Werden die Fische in unregelmässigen Abständen angezeigt und sind die Pausen dazwischen länger, so wird das beobachten des Fishfinders immer wichtiger. Genau in solchen Zeiten gilt es schnell zu reagieren und unsere Nymphen dort anzubieten, wo die Fische sind. Oft sind solche Intervalle sehr kurz und man bekommt für den Moment nur eine Chance. In solchen Situationen ist der aufmerksame Fischer klar im Vorteil. Er weiss wann es Fische unter seinem Boot hat und demzufolge kann er seine ganze Aktivität dann einbringen, wenn die Chancen am Besten sind und - vor allem auch dort einsetzen, wo die Fische gerade herumziehen.
Wenn auf dem Fishfinder die Fische regelmässig angezeigt werden, wird das Ansagen einfacher. Es genügt hin und wieder ein Blick auf den Bildschirm, so quasi zur Sicherheit, dass wir unsere Köder noch immer am richtigen Ort anbieten. Sind wir uns dessen sicher, können wir uns ganz auf die Präsentation der Nymphen und auf den Anbiss konzentrieren. Was für gute Dienste der Fischfinder leistet zeigt sich vor allem in den Frühlings- und Sommermonaten, wenn die Felchen in der Schwebe (im Mittelwasser) unterwegs sind. Die Felchen sind nicht in allen Wassertiefen gleichermassen am Futter interessiert. Oft ist zu beobachten, dass sie von knapp über dem Gewässergrund - bis zu drei, vier Schichten im Zwischenwasser, ihre Bahnen ziehen. Aber, nur in den zwei Obersten auch wirklich aktiv fressen. Somit kommen wir also auch in solchen Zeiten nicht daran vorbei den Fishfinder zu beachten.
Felchen auf Ansage zu fangen heisst Agieren, Reagieren kann oft zu spät sein. Mit dem Fishfinder haben wir ein super Instrument, das uns hilft dem Fangerfolg näher zu kommen. Dass der Fishfinder keine Fische fangen kann versteht sich von selber, doch nutzen wir die Möglichkeit der Informationen und verbinden diese mit unserem Geschick, machen wir das Felchenfischen zu einer entspannten und immer wieder faszinierenden Angelegenheit. Wer dieses Zusammenspiel erst einmal erkannt hat, der wird erfahren wie einfach es vom Prinzip her ist. Felchen auf Ansage zu fangen hat nichts mit bluffen oder überirdischen Fähigkeiten zu tun. Es ist eine reine Bestätigung für einen selber! Ansagen machen Sinn innerhalb eines Bootes. Da kommen solche Infos bei den mitfischenden Kameraden immer gut an, weil sie eben aussagen, was unter ihrem Sitzkissen abläuft. Solche Angaben herum zu posaunen machen eher weniger Sinn. Die Echt – Situationen unter den anderen Booten können ganz unterschiedlich sein und somit von den Eigenen stark abweichen.
Nützliche Ansagen von Boot zu Boot sind: „Ich fange die Felchen am Grund!“ oder „ Sie beissen in der Schwebe (im Mittelwasser) bei XY m. So bekommt man einen Anhaltspunkt und kann sich schon mal daran grob orientieren. Dennoch muss man aber für sich, an seinem Platz, die Geschichte bewerten und die eigenen Schlüsse daraus ziehen. Ich bekomme oft, aber immer weniger zu hören, dass es nicht nötig sei das Ganze so intensiv zu betreiben. Felchen kann man auch ohne Fishfinder fangen! Dem stimme ich voll zu, doch es ist dann immer wieder belustigend, wenn genau diese Vertreter der „coolen“ Felchenfischer die Ersten sind, die einem Fragen: „Hat es Fische und wo beissen sie?“ Ich habe damit keine Probleme und gebe auch diesen Herren gerne Auskunft. Von Fischer für Fischer!
Das Wetter war Ok, am Morgen hatte es nur eine leichte Brise und selbst die Bise am Nachmittag war erträglich, der Sonne sei es gedankt. Zum ersten Mal fanden wir gute Anzeichen von Felchen in der Erlacherbuch, zwischen 20–22m Wassertiefe. Praktisch alle anderen Felchenfischer zogen es vor ihr Glück entlang dem Heidenweg zu versuchen. Sie standen zum Teil fast bis zur St.Petersinsel hinunter. Doch so auf die Distanz beurteilt, liess das ständige herumfahren darauf schliessen, dass sie zum Teil doch Mühe hatten Felchen zu finden oder fangen. Es war ein ständiges hin und her zu beobachten, einzelne Boote fuhren Richtung Auelen davon, um es nicht einmal eine Stunde später, wieder am „alten“ Platz zu versuchen. Felchen auf Ansage fangen zu können verleiht einem ein gewisses Mass an Selbstvertrauen und damit auch die nötige Erfahrung und Sicherheit.
Wir fingen unsere Felchen nach wie vor mit den Flossnymphen, in den Farben rot, schwarz und violett, knapp über dem Gewässergrund. Sahen wir auf dem Fishfinder die Felchen, konnten wir eine Ansage machen und meistens bekamen wir so auch unsere Bisse. Die Felchen bissen mal besser und mal schlechter, warum das so war oder ist, kann auch ich nicht sagen. Was zählt ist, dass wir dank unserer Aufmerksamkeit den ganzen Tag über immer wieder eine Felche überlisten konnten, was uns bis zum spätern Nachmittag hin eine schöne Portion Filets einbrachte. Auf meine Berichte hin bekomme ich immer wieder Mails, in denen ich gefragt werde, wie viele Felchen ich/wir gefangen habe(n). Freunde, dass spielt doch absolut keine Rolle! Ein erfüllter Tag beim Felchenfischen auf dem Wasser kann und darf nicht an der Menge der Fische im Körbchen gemessen werden. Ob nun 3 oder 25 Felchen, für mich/uns ist jeder Tag, an dem wir unser geliebtes Hobby leben dürfen, ein voller Erfolg. Wer das erst einmal für sich selber erkannt hat, der wird seine innere Zufriedenheit erlangen und das Felchenfischen in vollen Zügen geniessen können. In diesem Sinne!
04.02.09
Felchen Ausflug
Der Bilderbuchtag begann damit, dass wir von den Sonnenstrahlen am Morgen geweckt wurden und somit unserem Familienausflug an den Bielersee nichts im Wege stand. Die Planung sah vor einen Tag in der Natur zu geniessen, die Kraft der Sonne zu tanken und auf dem Campingplatz nach dem Rechten zu schauen. Von Felchenfischen war keine Rede, dass ist zurzeit für meine beiden Frauen kein Thema, denn sie brauchen dann schon ein paar Temperatürchen mehr, bis ihnen ein längerer Aufenthalt am Wasser gefallen will. Zumal beide „Nichtfischer“ sind und sie die Regel leben: „Camping heisst offenen Türen!“ und das, passt nun wirklich noch nicht. Nach der gemütlichen Anreise am Vormittag stellten wir schnell fest, dass alles Ok war auf dem Platz, auch das Boot war wie erhofft unversehrt. Der heftige Sturmwind hatte zwar in der Region seine Spuren hinterlassen, umgestürzte Bäume am Wegesrand zeugten davon, doch im Grossen und Ganzen war der Campingplatz und der Hafen von Le Landeron glücklich davon gekommen.
Man sollte nie Nie sagen, schon gar nicht, wenn es ans Wasser geht. Auf unserem anschliessenden Spatziergang entlang dem Zihlkanal begegnete uns ein gut befreundetes Paar mit ihren beiden Kindern und wir entschlossen uns, im J.J. Rousseau einen Kaffe zu trinken. Es zeigte sich schnell, dass die Frauen sich gut miteinander unterhielten und auch die Kinder ihre Gemeinsamkeiten entdeckt hatten. So ergab es sich fast von alleine, dass der Walter so ganz nebenbei erwähnte, man könne doch schnell ein paar Runden auf dem Wasser drehen, seinem neuen Motor käme das nur zu Gute. Kurzum war das OK unserer Partnerinnen eingeholt, zeigten sie doch überraschender Weise für dieses Anliegen ein gewisses, technisches Verständnis. „Nicht zu lange!“ gab mir meine Frau mit auf den Weg und schon bald bei der Ausgangstüre angelangt vermeinte ich noch die Worte zu hören „Die Fische müsst ihr selber putzen!“ Was sie wohl damit meinte?
Die hellseherischen Fähigkeiten meiner „Besseren Hälfte“ sind manchmal schon erstaunlich, auch wenn es in dem Fall evt. nicht so schwer war eine Vorhersage abzugeben - wenn es sich einerseits um Fischer handelt die aufs Wasser gelassen werden und anderseits, wenn die Partnerschaft schon mehrer Jahrzehnte andauert. Es kam so wie es kommen musste, kaum war der Motor heiss, war das für uns schon kein Thema mehr, vielmehr interessierte uns: „Was machen die Felchen?“. Wo sind die Schwärme zu finden, was würden sie fressen, würden sie überhaupt Nahrung zu sich nehmen? Das schienen uns die wichtigen Fragen und es dauerte nicht lange und das Felchenfieber gewann für einmal mehr und mehr die Oberhand. Gestartet waren wir in La Neuveville Richtung Twann – Ligerz. Vor den Auelen der St. Petersinsel, entlang der Schärkanten in 23–24m Wassertiefe fanden wir die kleinen Felchenschwärme knapp über dem Grund. Sie zogen mit einer angenehmen Regelmässigkeit ihre Bahnen, Felchenfischer-Herz, was willst du mehr!? Zum Glück hat der Walter für solche Situationen immer ein paar Ruten auf dem Boot und so dauerte es nicht lange und aus dem geplanten Familienausflug ohne Fischen, wurde ein Familien – Fischen – Ausflug, wenn das nun auch nur eine Wortspielerei ist, auf jedenfall Tatsache ist, wir waren am Felchenfischen.
Die Felchen zeigten sich anfänglich, angesichts der Anzeichen auf dem Fishfinder, nicht sonderlich interessiert an unseren Nymphen. Ein Biss hier, ein Biss da, eine Felche im Körbchen, eine im Drill verloren. Für einmal gab es nicht „Die Technik“, man musste probieren und wenn dann alles passte, bekam man den erhofften Biss. Wir konnten nur vermuten, dass wir nicht in der besten Beisszeit unser Glück versuchten. Durch das fleissige wechseln unserer Gamben/Hegenen kann es also nicht an den „falschen“ Nymphen gelegen haben. Wir haben mit allen Nymphen gefangen, egal ob mit schwarzen oder goldfarbenen Perlen, ob gross (12er Haken) oder klein (16er Haken). Mit am Besten fingen die abgebildeten Nymphen in der Farbreihenfolge (v. unten n. oben) schwarz, rot und violett, in den Grössen 14 und 12.
Wenn nur die Zeit beim Fischen nicht so schnell verginge, dann vielleicht, würde und wäre es evt. noch anders gekommen. Aber, hätte – wäre - wenn zählt nicht, es gilt sich mit den Tatsachen abzufinden. Wir mussten langsam ans zurückfahren denken, ansonsten wird die Rechtfertigung, was das aufwärmen des Motors anbelangt, auch stets unglaubwürdiger. Als wir nach knappen 3 Stunden den Hafen ansteuerten, wurden wir schon erwartet. Um unseren Frauen in ihren Vorahnungen zu bestätigen, schwenkte Walter die Kühlbox mit unseren Felchen. Wenn wundert’s, unseren Liebsten war mit keinem Deut im Gesicht so etwas wie eine Überraschung abzulesen. Nun denn, schlecht gelaunt schienen sie auch nicht zu sein, so kommt es zu passen, die Kirche bleibt mitten im Dorf. Walter übernahm das Fischputzen und wir machten uns auf, unseren Familienausflug mit der Heimreise zu beenden. Es ist immer wieder schön wenn man sein Hobby mit der Familie teilen kann, oder einem Verständnis dafür entgegen gebracht wird. Dafür liebe ich meine beiden Frauen. In diesem Sinne!
15.01.09
Felchen im Nebelmeer
Felchenfischen ist super, doch etwas sehen sollte man dabei schon und damit meine ich nicht nur die Rutenspitze. Als wenn es nicht genug wäre das die Kälte, unterstützt vom Wind, einem die alten Knochen fast gefrieren lässt, nein, der dichte Nebel liegt knapp über der Wasseroberfläche und die Rundumsicht ist praktisch gleich Null. Wie ich schon des Öfteren geschrieben habe, konnte ich mich mit der Kälte noch nie richtig anfreunden und wenn es noch etwas gibt das mir mehr als unangenehm ist, ist es das Fischen im dichten Nebel. Man verliert auf dem Wasser den Überblick und es macht sich, zumindest bei mir, ein flaues Gefühl in der Magengegend breit. Vom Felchenfieber hin und her gerissen bleiben einem nur zwei Möglichkeiten: Entweder man packt zusammen und versucht mit zur Hilfenahme eines Kompasses den Heimathafen zu finden. Wer keinen Kompass auf dem Boot hat, dem bleibt nichts anderes übrig, als erstmal aufs Geratwohl ein Ufer anzusteuern. Dabei kann der Fishfinder auch sehr gute Dienste leisten, solange sich die Wassertiefe verringert, stimmt die Richtung. Dann heisst es sich orientieren und unter ständiger Sicht der Uferkonturen den Heimweg antreten. Auch wenn eine solche Fahrt etwas länger dauert, ist man so in jedem Fall auf der sicheren Seite! Die zweite Möglichkeit wäre, man fischt weiter und hofft, dass sich der Nebel früher oder später verzieht.
Wir entschlossen uns für die zweite Möglichkeit, waren wir doch extra angereist um ein paar Felchen zu überlisten, da werden wir uns doch nicht von so was wie Nebel abhalten lassen, Gefühl hin oder her. Die Fahrt aus dem Zihlkanal hinaus auf den Bielersee kam einem Blindflug gleich. Die dichten Schwaden liessen vorerst nichts erkennen und so dauerte es seine Zeit bis wir den Vogelturm auf dem Heidenweg erreichten. Mit Standgas tuckerten wir unserem Ziel entgegen und ab und an schälte sich die schemenhafte Kontur eines Fischerbootes und derer Besatzung aus dem Nebel. Ein Hallo hier und ein Hallo da und schon war nichts mehr zu erkennen. Während unsere Blicke den Kompass und wegen der Wassertiefe den Fishfinder fixierten, hielt ich das Nebelhorn in der Hand um jederzeit, wenn nötig, auf uns aufmerksam zu machen. Für die Wegsrecke vom Zihlkanal bis zum Vogelturm benötigen wir im Normalfall 10 Min. – diesmal dauerte sie über 30 Min.
Gegen Mittag lies der Wind merklich nach und der Nebel begann sich langsam etwas zu lichten. Auch waren nun die anderen Felchenfischer mit ihren Booten deutlicher auszumachen und das Felchenfieber gewann allmählich wieder die Oberhand. Unsere Platzwahl bei 21m Wassertiefe erwies sich als gut, die anderen Felchenfischer hatten praktisch allesamt in derselben Region gute Fänge gemacht. Auf dem Fishfinder waren zwar wenige Fische knapp über dem Gewässergrund auszumachen, doch dafür schwammen sie auf der Suche nach Nahrung mit einer anhaltenden Regelmässigkeit den Schärkanten entlang. Waren auf dem Bildschirm Anzeichen von Fischen zu sehen, bedeutete das auch in den meisten Fällen, dass man mit einem Biss rechnen konnte. In den Pausen zwischendurch konnte man die Rute auch getrost einmal zur Seite legen und sich selber was Gutes tun. Wir genehmigten uns einen köstlichen Schinken (Hammen) am Stück, dazu ein dunkel gebackenes Bauernbrot und als Tranksamen diente uns wie immer in solchen Zeiten ein leicht mit Zwetschgenwasser verfeinerter, heisser Tee.
Fein gebundene Nymphen in den Farben schwarz und rot sind nach wie vor unsere Favoriten. Sie imitieren die Larven auf dem Gewässergrund und zählen in dieser Jahreszeit zur Hauptnahrung der Felchen. Seit Anfangs Jahr haben wir mit diesem Muster immer wieder Erfolg gehabt und ich bin sicher, dass wird sich auch in nächster Zeit nicht ändern. Was die Technik anbelangt, gibt es nur eine Losung und die heisst: „No Action!“ Das Blei an der Gambe / Hegene auf den Gewässergrund ablegen und ruhig mit leicht gespannter Schnur warten führte zu vielen Bissen. Auch das Heben und Senken brachte Bisse, aber mehr als 50 cm Hochheben bringt nichts. Die Nahrungsaufnahme findet auf dem Grund oder knapp darüber statt und wer seine Montage zu hoch hebt, der zieht seine Köder den Felchen schlicht vom Munde weg. Das Heben und Senken sollte immer langsam und angepasst ausgeführt werden, aber, je kälter der Wasserkörper ist, kann auch langsam noch zu schnell sein. Die Bisse sind grösstenteils sehr, sehr fein und kaum wahrzunehmen, schon gar nicht als Zupfer. Es gilt sich zu konzentrieren, eine verdächtige Vibration, ein Zittern oder ein leichter Widerstand ist alles was man merkt. Darauf muss man reagieren. Mit der Zeit kommt die Erfahrung und man entwickelt eine Art von Vorahnung, doch bis es soweit ist, heisst es Fischen, Fischen und nochmals Fischen.
Es war nicht unser schönster Tag auf dem Wasser, aber wieder einmal ein erfolgreicher. Zum Glück ist es den Felchen im Wasser egal wie es über der Wasseroberfläche aussieht, sie sehen unsere Nymphen auch mit dem dichten Nebel. Da sich dieser den ganzen Tag über nie aufzulösen vermochte, dunkelte es auch bedeutend schneller wieder ein. Wir machten uns auf den Nachhauseweg solange wir noch etwas sahen und erreichten so die Einfahrt zum Zihlkanal sicher. Nach dem filetieren der Felchen wurden die Filets sogleich von unseren Frauen zubereitet und mit Freunden, die sich in der Zwischenzeit zum Dinner eingefunden hatten, genüsslich verspeist. Felchenfilets im Bierteig mit Bratkartoffeln als Beilage und vorab ein Saisonsalat, dass rundet jeden Fischtag perfekt ab. Ob nun mit oder ohne Nebel. In diesem Sinne!
01.01.09
Felchensaison Eröffnung 2009
Neujahrs - Schnee liegt über dem Mittelland und die Häfen sind teils zünftig zugefroren. Die Temperaturen bewegen sich in den Morgenstunden um den Gefrierpunkt und es ist kalt, vorerst auch ohne Bise. Die Felchensaison Eröffnung 2009 auf dem Bielersee kann beginnen. Während wir unsere Boote im Hafen von Le Landeron startklar machen, kreisen unsere Gedanken um das Wo und Wie. Es wird nicht viel gesprochen, ein jeder hängt seinen Gedanken nach, in freudiger Erwartung der Dinge, die uns die heutige Felchensaison Eröffnung bringen würde. Das Felchenfieber ist allgegenwärtig, die Anspannung hat uns voll im Griff und man merkt es am emsigen treiben aller, dass sie nun nur noch ein Ziel vor Augen haben, die Faszination Felchenfischen zu geniessen!
Zu Beginn suchten wir erstmal die Buchten vor Le Landeron und Erlach nach interessanten Anzeigen auf dem Fishfinder ab und fuhren dann in Zickzackfahrt dem Heidenweg entlang, Richtung St.Petersinsel. In den Buchten vorher konnten wir nur Fische auf dem Gewässergrund ausmachen und die zogen stetig umher, so dass der Bildschirm auf längere Zeit hinaus völlig leer war. Da sah es hier, entlang den Schärkanten schon bedeutend besser aus. Fische auf dem Gewässergrund waren zwar auch auszumachen, doch das interessantere waren die Anzeichen von Leben knapp darüber. Auch die Intervalle und die Regelmässigkeit mit der diese auf dem Fishfinder angezeigt wurden, liessen darauf schliessen, dass sich die Fische hier regelmässiger aufhalten mussten.
Schnell war unser Boot verankert und unsere Montagen, in Form von Gamben/Hegenen mit feinen Nymphen verschwanden im Wasser um dem Gewässergrund und den hoffentlich beissfreudigen Fischen entgegen zu sinken. Sind die Symbole auf dem Bildschirm auch wirklich Felchen? Werden sie unsere Nymphen nehmen? Was für eine Technik verführt die Fische zum Anbiss? Ein weiters Mal bestimmt das Felchenfieber unser Denken und Handeln. Die Vorfreuden sind gewaltig und nach dem spannen der Schnur fixieren unsere Blicke die Rutenspitzen, um ja keinen noch so feinen Zupfer zu verpassen. Felchenfieber Pur!
Ein zaghaftes vibrieren der Spitze kündigte ein erstes Interesse aus der Tiefe an. Der schnelle und kurze Anhieb kam am 18er Nylon gut durch und der Fisch hing an der Nymphe. Das typische Verhalten während des Drills lies eine Felche erkennen, lange bevor sie an der Wasseroberfläche zu sehen war. Nicht lange gefackelt, wurde sie über den Feumer geführt und meine Eröffnungsfelche durfte begrüsst werden. Was für eine Freude, der erste Fisch 2009 und gleich noch eine Felche, was kann es schöneres geben!? Unsere Platzwahl erwies sich als sehr gut, in den darauf folgenden Stunden durften Hanspeter und ich weitere schöne Felchen fangen, die alle zwischen 26–30 cm gross waren. Feine Eröffnungsfelchen, die ohne jegliches Fett, im Ganzen cross gebraten, ein leckeres Dinner versprachen.
Gegen Mittag hat das Beissverhalten merklich nachgelassen, auch die Anzeigen auf dem Bildschirm des Fishfinders nahmen ab. Es wurde Zeit, dass wir uns auf die erneute Suche machten. Aber, nicht ohne uns zwischendurch mit geräuchten Felchen, dazu ein gut gebackenes Bauernbrot und mit heissem Tee zu verköstigen. Wenn es für den Körper stimmt, passt es auch mit dem Geist! Satt und zufrieden mit uns und der Welt führte uns unsere Ahnung vor La Neuveville. Wir hielten uns vom See aus gesehen mehr links, auf den flachen Platos, so gesehen Visavis vom Camping Bellerive. Die interessanten Anzeichen auf dem Bildschirm zeigten, dass sich zwischen 17–20m Wassertiefe Fische aufhielten, die regelmässig ihre Bahnen zogen.
Es sollte auch an diesem Platz nicht lange dauern und wir durften eine Felche fangen, der im Laufe des Nachmittags noch einige folgen sollten. Bis zum späteren Nachmittag blieben wir vor Ort, an ein und derselben Stelle. Fein gebundene Nymphen mit einem Köpfchen aus Floss wurden am besten von den Felchen genommen. Bevorzugt in den Farben Schwarz mit rotem Köpfchen und Rot mit schwarzem Köpfchen. Violett brachte zumindest bei uns keine Bisse. Am frühen Vormittag gingen auch die fein gebundenen Goldkopfnymphen (Zuckmückenpuppen – Imitation) in den Farben Schwarz und Rot sehr gut, doch je näher die Mittagszeit rückte, wurden diese Muster verschmäht und wir fingen nur noch mit den schlanken Nymphen (Zuckmückenlarven – Imitation).
Bevor es wieder anfing merklich kälter zu werden, die Bise lässt grüssen, waren unsere Körbchen voll und wir machten uns zufrieden auf den Nachhauseweg. Für einmal mehr durften wir eine perfekte und rundum gelungene Felchensaison Eröffnung erleben und geniessen. Mit Gleichgesinnten einem der schönsten Hobbys auf der Welt zu frönen und das Glück zu haben ein paar Felchen zu überlisten, macht das Felchenfischen für sich so speziell und einzigartig.
Auf die Felchensaison 2009!
Pro Fisch
Pro Fisch ist ein bislang eher selten gehörter Begriff und wer sich dem verschrieben hat, steht oft vor einer schwierigen Aufgabe. Pro Fisch stellt ohne Zweifel gegenüber den anderen Anliegen des Tierschutzes eine gleichwertige Problematik dar. Andere Tiergattungen sind gegenüber den Fischen nicht höherwertiger. Fische verdienen die gleiche Beachtung und denselben Respekt, der auch anderen Tieren zu Teil wird. Leider orientieren sich noch heute viele Fischer, Vereine und überhaupt die Menschheit im Allgemeinen, immer noch mehr am Kriterium der Öffentlichkeitswirkung bei ihrem Handeln. Weite Teile der Bevölkerung verfügen über eine, bedauerliche Weise, mässige Umweltbildung und so lassen sich, immer schön durch die Rosa gefärbten Brillengläser betrachtet, ideologisch orientierte, klischeehafte Behauptungen leicht vermitteln.
Viele andere Tiergattungen lassen sich auf den ersten Blick sympathischer darstellen als Fische. So ist zum Beispiel der Einsatz für Vögel im eigenen Garten, über Wasservögel in öffentlichen Parkanlagen, die oftmals das ganze Jahr mit Freuden gefüttert werden, bis hin zu den Predatoren, welche man doch nicht einfach vergrämen oder gar abschiessen kann, ungleich höher als für Fische. Letztere kennen viele Menschen ja nur noch paniert, tiefgefroren und rechteckig. Und wenn dem Einen oder Anderen doch bekannt sein sollte, dass es eine Naturform davon gibt, so wird diese als eine reine Selbstverständlichkeit, mit unerschöpflichen Ressourcen betrachtet. Wie schlimme es wirklich darum steht belegt folgende Aussage eines Bekannten von mir der liebend gerne viel Fisch verspeist: „Wo es Wasser gibt, da leben auch Fische darin!“
Wer Fische und die Natur schützen will, muss sie auch nachhaltig hegen, pflegen und nutzen. Es gibt viel zu Tun, packen wir es an. Gehen wir als Fischer mit gutem Beispiel voran, jeder Einzelne kann seinen Beitrag dazu leisten. Korrekter und Nachhaltiger Umgang mit der Kreatur Fisch sowie stetige Öffentlichkeitsarbeit, in Form von Informationen von Fischer für Nichtfischer (z. B. Fragenstellende am Wasser, Konsumenten, oder am Stammtisch, u.s.w.), können schon mal ein Nachdenken bewirken. Fische können nicht sprechen und sich nicht beklagen, aber, haben sie deshalb keine Rechte!? Wie steht es mit ihrem Anrecht auf naturbelassene Habitate, mit einer Wasserqualität sowie einer Wassermenge, die ihnen ein vollständiges Nahrungsangebot und eine selbständige Vermehrung garantiert? Fischschutz, Renaturierung und Umweltschutz sind die Schlagwörter, die es gilt unseren Mitmenschen näher zu bringen, im Namen von Pro Fisch. In diesem Sinne!