Was wäre das für ein Felchenfischen ohne Nymphen an der Gambe/Hegene? Unvorstellbar! Ok, zugegebener Masen kann auch eine Fleischmade oder ein kleiner Mistwurm eine Felche zum anbeissen verführen, doch ohne Wenn und Aber, die fängigsten Köder sind die Nymphen! Die Imitate des natürlichen Beuteschemas und deren Bedeutung für den Fang der Coregonen wurde erst Mitte des 20. Jahrhundert entdeckt. Diente einst alltägliches wie Wolle, Nähgarn, Federn und Tierhaare zur Fertigung, sind es heutzutage spezielle, eigens dafür entwickelte Produkte. Es sind Hightech Materialien, die kein Wasser mehr aufnehmen, deren Farben unter Wasser leuchten (fluoreszieren) und glitzern (reflektieren). Für viele Felchenfischer und vor allem für die Nymphenmaniacs unter uns sind die (ihre) Nymphen zum Kult geworden. Wenn es um ihren Köder geht geraten sie ins Schwärmen, da wird jedes noch so kleine Detail diskutiert und analysiert. Denn, es könnte ja sein das, …….!
Ich finde, es ist endlich an der Zeit die Geschichte zu relativieren und auf den Punkt zu bringen. Die Nymphenmanie ist gut und recht und wer für sich daraus einen Kult machen möchte, der soll, wenn er nicht anders kann. Vorab noch dies: Auch ich habe meine experimentelle Phase durchgemacht, auch ich dachte, ich könne das Rad neu erfinden, doch heute kann ich allen versichern, es geht auch einfacher.
Die „ultimative“ Nymphe, die immer und überall fängt gibt es nicht, dies hängt zu sehr von den jeweiligen Umständen am Gewässer, der Jahreszeit, und der Witterung ab. Aber, es gibt für jedes Gewässer die „richtigen“ Muster und wer die für sich entdeckt hat, kann damit über viele Jahre erfolgreich Fische fangen. Es entfällt die Qual der Wahl und mit dem Fangerfolg steigt das Vertrauen in unsere Köder. Fazit: Mit zunehmender Gewissheit das „Richtige“ anzubieten, kann man das Wesentliche, nämlich das Fischen an sich, viel entspannter geniessen!
Meiner Erfahrung und Einschätzung nach machen die Nymphen beim Felchenfischen max. 25 Prozent Anteil vom Fangerfolg aus. Die ausschlaggebenden Faktoren dabei sind die Grösse, die Form und die Farbe. Diese Punkte muss jeder Fischer an seinem Gewässer für sich selbst herausfinden, oder sich bei anderen Fischerkameraden danach erkundigen. Ist dann eine Nymphe fängig gilt es sich zu merken, wann (Tageszeit, Jahreszeit) und wo (Wassertiefe, Strömungsverhältnisse), und unter welchen Umständen (Witterungsbedingungen, Wassertrübung) sie genommen wurde. Sind solche Muster gefunden, fangen sie in einem Gewässer immer wieder.
Ganz egal, ob nun ein Felchenfischer die Meinung vertritt er benötige 5 oder meinetwegen auch 10 Gamben/Hegenen zum Erfolg an seinem Gewässer, aber mehr, braucht man auf keinen Fall. Teilt eure Gamben/Hegenen nun in Gruppen auf, z.B. gross/klein, hell/dunkel, mit Glasperlenköpfchen, gebundenes Köpfchen, u.s.w. Sind nun alle unsere Montagen einer Gruppe zugeordnet, muss man sie nur noch jeweils dann Einsetzen, wenn die Umstände, die wir uns ja gemerkt haben, dafür sprechen. So lässt sich Vieles eingrenzen und die Wahl wird dementsprechend um ein vielfaches einfacher. Trifft für einmal unsere Wahl nicht den Geschmack der Felchen, was immer wieder vorkommt, so entscheiden wir uns für ein Muster aus der Gruppe, die dem Eingesetzten am nächsten kommt, evt. kleiner/grösser, heller/dunkler u.s.w.
Mit der Zeit kommt die Erfahrung und mit der Erfahrung die Gewissheit und Sicherheit bei der Wahl der Nymphen an der Gambe/Hegene. Auch ich musste dies erst lernen und in diesem Fall ist: „Weniger oft Mehr!“ Glaubt an eure Nymphen / Montagen und nur der Köder im Wasser fängt den Fisch. In diesem Sinne!