Infos und News zum Thema Felchenfischen auf dem Bielersee
30.09.08
Saison Rückblick 2008
Die Felchensaison 08 auf dem Bielersee war spannend, immer wieder aufs Neue interessant und gut! Das sich die Wetterkapriolen wie Regen, Wind oder gar Stürme des öfteren die Wochenenden zum „toben“ aussuchten musste man hinnehmen. Die Natur hat halt ihre eigenen Regeln und das ist auch gut so. Stellt euch nur mal vor, es hätte jeder Fischer einen „Wetterwahlschalter“, ich mag es mir erst gar nicht vorzustellen was dann dabei heraus käme. Im Weiteren ist es auch jedem Fischer selbst überlassen was er bei der jeweiligen Situation daraus macht, meine Erfahrungen haben gezeigt, dass es den Fischen oft egal ist was ausserhalb ihres Elements abgeht. Mitunter das wichtigste ist, dass wir dadurch die Freude(n) an unserem Hobby nicht verlieren.
Zwischen Januar und August durften wir eine Vielzahl an Felchen - Höhepunkten erleben. Zugegeben, war der Verlauf der Saison 08 nicht unbedingt die Regel, doch gerade dies machte sie meines Erachtens nur noch faszinierender. Das „lesen“ des Wassers und die „richtigen“ Schlüsse daraus zu ziehen, waren der Schlüssel zum Fangerfolg. Wenn am Ende eines Fischtags einige Felchen im Körbchen lagen, die einen leckeren Gaumenschmauss garantierten, durfte man sich darüber Freuen und die Vorfreuden auf den nächsten Ausflug aufs Wasser liessen das Felchenfieber steigen.
Seit dem 01.09.2008 hat die Schweiz ein neues Tierschutzgesetz und deshalb mussten auch einige Punkte, was die Fischereiverordnungen anbelangt, angepasst werden. Ich will hier nicht darüber urteilen was nun Sinn macht und was nicht, nur soviel zum Thema: Wer aus solchen Gründen mit fischen aufhört und seine Ruten an den Nagel hängt ist selber schuld, mein Mitgefühl habe solche Fischer nicht. Nur weil man nicht bei jedem Gang aufs/ans Wasser nicht gleich das mögliche Maximum (Vollpackung) an Fischen fängt und deshalb den „Spass“ an der Sache verliert, oder sich nicht am Stammtisch mit seinen „super“ Fängen als den „Besten“ Fischer in den Mittelpunkt zu stellen vermag, diejenigen haben den wahren Sinn hinter der Passion Fischen nie erkannt. Vor einigen Jahren traf ich auf dem See einen Fischer, der erzählte mir, dass er in einer Saison über 1500 Felchen fange und mit „Gleichgesinnten“ den „1000 Club“ gegründet habe. Mitmachen und dazugehören dürften aber nur Fischer, die auch wirklich 1000 und mehr Felchen pro Saison erbeuten würden. Ich wollte nicht unhöflich erscheinen und lehnte einen Beitritt in besagten „Club“ >> dankend << ab, worauf mir der Fischer entgegnete: „Wir, die „Felchenkiller“ vom „1000 Club“ sind die Grössten und Erfolgreichsten Fischer im ganzen Land!“
Wenn ich solche Aussagen zu hören bekomme, kann ich verstehen, dass es immer mehr Gesetze gibt. Masslosigkeit, Unverständnis sowie reines Prestigedenken sind deren Grundlage und werden mitunter zum Nachteil all derer, die sich seit ihrer ersten Stunde am Wasser für die Kreatur Fisch sowie deren Habitat und die Natur einsetzen. Zugegebener Masen steht auch bei mir beim Gang aufs Wasser der Fang eines Fisches mit im Vordergrund, doch meine schönsten und eindrücklichsten Erlebnisse hingen oft nicht mit dem „Grössten Fang“ zusammen. Zum Glück zeichnet sich mehr und mehr ein Umdenken ab. Die Philosophie, die Sorgfalt sowie das überlegte Handeln vieler Fischerkameraden lässt hoffen, dass die Zukunft eine Chance hat. Dabei geht es nicht nur um den Fischfang von morgen, nein, auch das ganze Drumherum spielt eine wichtige Rolle. Die Natur hat uns noch vieles zu bieten, nur, sehen und erkennen müssen wir es selber! Auf die Felchensaison 2009.
Von Fischer für Fischer
Ein weiteres Mal gilt mein Dank allen Freunden, die mich während der ganzen Saison unterstützen. Eure Infos und Berichte lasse ich hier einfliessen und ohne eure Hilfe wären solche Geschichten/Berichte, wie sie hier unter „Felchenfieber“ stets nach zu lesen sind, nur schwer möglich. Vielen Danke Freunde!
Die Felchensaison 2009 startet am: 01.01.2009
Felchenfieber
Aktuelles zum Thema Felchenfischen
erscheint wieder mit News ab Januar 2009
25.08.08
Good bye Felchen
Good bye heisst „Auf-wieder-sehen“ und so möchte ich den Titel auch verstanden haben. Im Oberen Bielerseeteil sind die Felchen kaum mehr zu finden und um noch überhaupt „einigermassen“ welche fangen zu können, muss ein grosser Aufwand, was die Sucherei anbelangt, betrieben werden. Wir suchten mit 4 Booten, Hanspeter, Bruno, Markus und ich, sämtliche bekannten und weniger bekannten Hot Spots ab. Von der Bucht vor Le Landeron aus im Uhrzeigersinn zur Erlacherbucht, entlang den Schärkanten des Heidenweg bis zur Bucht beim Schifflandesteg bei der St. Petersinsel. In der Vinelzerbucht in allen Tiefen, bis zum grossen Schiffssteg bei Lüscherz. Selbst auf den Auelen vor der Insel und den Tiefen danach waren keine Felchenschwärme mehr zu finden. Wir konnten zwar jeweils beim Praxistest die Eine oder Andere fangen, doch das war es dann meist auch schon. Nach über drei Stunden Suchen war uns schon fast die Lust an der Sache vergangen und vom Felchenfieber war auch nicht mehr viel zu spüren.
Nun denn, viel blieb uns ja nicht mehr übrig. Der Untere Bielerseeteil ist für uns 8 PS-ler einfach zu weitläufig, zumal man die Strecke(n) dann auch wieder zurück fahren muss. Kurz vor Mittag, wir hielten gerade wieder einmal einen „Strategierat“ ab, da kam uns auf seiner Heimfahrt der Kurt (Küre) mit seinem Schiff entgegen. Nach freudiger Begrüssung berichtete er zu unser aller Überraschung, dass er vor der Ligerzerbucht in etwa 22 – 25 m den Vormittag über einige schöne Felchen fangen konnte. Sein Tipp was die Nymphenwahl anbelangte, waren schwarze und rote Muster die Favoriten. Was uns „Suchende“ anbelangte konnte es nur noch „besser“ werden und so beschlossen wir, es an beschriebener Stelle zu versuchen.
Zu unserem Glück wehte eine feine Brise aus Südwest über das Wasser, so liessen sich die sehr warmen Temperaturen gut aushalten. Bei ca 23 Grad und wolkenlosem Himmel brannte die Sonne nämlich nicht gerade wenig auf uns hinunter. Sonnencreme war angesagt und wer hatte, benützte einen Sonnenschirm. Am Ziel angekommen, hiess es erst wieder einmal Suchen, doch diesmal schienen wir mehr Erfolg zu haben. Was wir auf unseren Fishfindern zu sehen bekamen, sah verdächtig nach den „lang gesuchten“ Felchen aus und damit war der Entscheidung den Anker ein weiteres Mal auf den Gewässergrund hinab zu lassen schnell Abhilfe geschaffen. Entlang der steilen Schärkanten, in ca 23 m Wassertiefe zogen grössere Fischschwärme stetig im Zwischenwasser umher. Es dauerte nicht lange und unsere Gamben/Hegenen waren im Wasser. Nun noch die Montagen von unten an den Schwarm hochgekurbelt und dann wie gewohnt langsam und mit allen Tricks der möglichst natürlichen Imitationsmöglichkeiten in den Schwarm hineingezogen, dass musste doch Fische geben. Und es gab sie auch! Bis um ca 16 Uhr fingen wir alle zusammen einige sehr schöne Felchen, fantastisches Gefühl wenn das Felchenfieber glüht!
Die Felchen zeigten sich äusserst kampfstark und die zum Teil 35iger Plus „Torpedos“ lieferten einen spannenden und heissen Drill an unseren Felchenruten. Sämtliche Felchen waren in einem ausgezeichneten Zustand und ihre Mägen prall mit dunkelgrünem - dunkelbraunem Plankton gefüllt. Der Rogen (als Rogen wird die Gesamtheit der Eier weiblicher Fische bezeichnet) ist schon in grösserem Umfang vorhanden und gut ausgebildet, was auf die kommende Laichzeit ab November/Dezember hinweist.
Für mich ist dieses tolle Erlebnis ein guter Grund, die Felchensaison 08 im Bielersee abzuschliessen. Ein treffendes Sprichwort lautet: „Höre auf, wenn es am schönsten ist!“ Wie Wahr, wie Wahr, für einmal mehr kommt es zu passen. Und für alle diejenigen, die es noch nicht mitbekommen haben, der Felchenfischer fischt auch liebend gerne auf Forelle, Egli (Barsch), Hecht und die Äsche. Langeweile kommt mit Sicherheit nicht auf und die Felchensaison 09 kommt bestimmt. Der „Felchenfieber 08 Blog“ schliesst wie gewohnt im Herbst mit dem Saison Rückblick 2008. Good bye – Aufwiedersehen, in diesem Sinne!
11.08.08
Felchenfischer - Ferien 08
Das alles einmal ein Ende hat ist klar, doch was speziell die Ferientage anbelangt, scheint sich das Rad der Zeit immer etwas schneller zu bewegen. Kaum haben sie begonnen, sind sie auch schon wieder vorbei. Ähnlich verhält es auch mit der Felchensaison auf dem Bielersee. Kaum war im Juni und Juli der Saisonhöhepunkt erreicht, nahmen die Fangaussichten Ende Juli - Anfangs August merklich ab. Die Felchenschwärme verliessen den Oberen Bielerseeteil Richtung Unteren Seeteil und zogen sich in die tiefen und kälteren Wasserregionen zurück. Mit Sicherheit sorgten die grösseren Mengen von Schneewasser auch für veränderte Strömungsverhältnisse und diese waren und sind dafür verantwortlich, dass das Plankton buchstäblich davon geschwemmt wurde.
Zum Ferienbeginn Mitte Juli waren an den bekannten Hot Spots entlang den Schärkanten des Heidenweg, der Erlacherbucht und der Bucht vor Le Landeron sehr gute Fänge an der Tagesordnung. Ende Juli war Suchen angesagt und längere Fangzeiten an ein und demselben Platz die Ausnahmen. Ab August wurde es noch heikler und schwieriger die Felchen zu finden. Während am Vortag in der Bucht vor Le Landeron, jeweils in der nähe des Zihlkanals Felchen gefangen werden konnten, waren sie Heute auf den Auelen vor der St. Petersinsel auf Nahrungssuche unterwegs. Am nächsten Tag fanden wir sie in der Vinelzerbucht vor dem Hafen Vinelz sowie bei der diesseitigen Erlacher Hafeneinfahrt.
Die Natur hat noch viele Geheimnisse und die zeigten sich in dieser Saison für einmal deutlich in der Vinelzerbucht. Wenn die Felchen in der Bucht herumzogen, waren sie entweder in Ufernähe, in 10 m – 15 m, oder dann wieder in den Tiefen von 25 m – 40 m Wassertiefe zu finden. Dazwischen war absolute Leere und praktisch keine Anzeichen auf dem Fishfinder, weder Weissfische noch Egli waren auszumachen. Für einmal habe auch ich keine Erklärung dafür, doch die Feststellung, dass dem so ist, hilft trotzdem die Felchen zu finden.
Nur der Aufwand mittels Sucherei mit dem Fishfinder und der darauf folgende Praxistest geben darüber Aufschluss, Wo, Wie und Was gerade geht. Das betrifft die verschiedenen Wassertiefen wie auch unsere Nymphen an der Gambe/Hegene. Auch was die Beisszeiten anbelangt muss nun vermehrt probiert werden. Nicht selten fuhren wir ein und denselben Hot Spot mehrmals am Tag an und hatten erst beim dritten Mal das Glück die Felchen vor Ort zu finden. Ob den Felchen unsere Köder gefielen und sie sie auch nahmen, dass war/ist ein anderes Thema.
Beim Felchenfischen in Wassertiefen ab 25 m tausche ich mein 7 gr Blei an der Gambe/Hegene mit einem 9 gr – 12 gr Blei aus, abhängig von den Umständen. Einerseits um die Gambe/Hegene schneller in die Tiefe gleiten zu lassen und andererseits um den merklich stärkeren Strömungen mehr Widerstand entgegen zu bringen. Je tiefer wir fischen, desto wichtiger ist es, dass wir darauf achten, dass unsere Montage möglichst senkrecht in der Tiefe steht. So fischen wir auch dort, wo uns der Fishfinder die Fische anzeigt. Nicht selten werden Strömungen unterschätzt oder gar nicht wahrgenommen. Sind es auf den ersten paar Meter auch „nur“ 20 cm – 30 cm die unsere Schnur samt Köder schräg verläuft, so sind das, bei 30 m – 40 m und mehr, einige Meter neben dem Ziel.
Mit Pädu und Rafa durften Hanspeter und ich in unseren Ferien zwei Pimpmaster auf unseren Booten begrüssen. Die zwei Jungfischer zeigten sich sehr interessiert und versiert! Das perfekte Takle war dementsprechend vorhanden und auch die Gamben/Hegenen waren die „Richtigen“. Vor allem Pädu hatte das nötige Fischerglück auf seiner Seite und konnte den ganzen Tag über immer wieder mit einem Fang aufwarten. Bis zum späteren Nachmittag hin kamen so doch einige Felchen zusammen, worüber wir uns gemeinsam freuten. Auch dieser Tag ging viel zu schnell vorüber, liebend gerne hätte er ein paar Stunden mehr haben dürfen. Freude und Spass hatten wir alle und so werden wir dies mit Garantie in der nächsten Saison wiederholen.
Um es mit den Worten von Marc vom Fishhook, in Biel auszudrücken: „Ehre wem Ehre gebührt!“, durfte ich von Ferienbeginn an mit „meiner“ Stucki Felchenlaufrolle fischen. Die Felchenlaufrolle „Felchenfischer Edition“ ist ein wahres Schmuckstück und ich bin stolz darauf, dass sie nach mir benannt wurde. Vielen Dank Marc!
Seit mich das Felchenfieber gepackt hat fasziniert mich das Felchenfischen immer wieder aufs Neue. Einer jeden Saison folgt ihr Ende, was aber eigentlich keines ist, da ja der Anfang unweigerlich bald wieder kommt. Der stete Kreislauf der Natur ist gegeben, tragen wir sorge dazu, dass es noch lange so bleibt. Es gibt noch so manches interessantes zu entdecken und eines ist gewiss, keine Saison ist gleich wie die Andere. Erinnern wir uns an vergangenem und versuchen damit in zukünftigen Situationen dem „Fangerfolg“ näher zu kommen. Der Fangerfolg ist zwar beim Fischen nicht alleine Entscheidend, aber, für mich gehört er dazu! Daran lässt sich zumindest für mich ermessen, ob ich zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, dass richtige tue. Mit dem Fangerfolg kommt einfach mehr Freude auf.
Liebe Freunde und Gleichgesinnte, lasst uns allzeit faire Fischer sein und bleiben. Tragen wir die Fische im Körbchen mit nach Hause, die wir dem Gewässer gegenüber verantworten und auf dem Tisch verwerten können. Gerade was die Felchen anbelangt, können wir in den kommenden Wochen mit gutem Beispiel vorangehen. Mit dickem Bauch voller Laich gehören sie einfach nicht mehr an den Haken. Ich spreche hier für mich und all diejenigen, die sich der Sache Pro Fisch und Natur verschrieben haben. Merke: „Mitunter das Wichtigste im Leben ist, dass man sein Tun nicht nur für sich selber verantworten kann!“ Lasst der Zukunft eine Chance. In diesem Sinne!
07.07.08
Felchenfischen mit „Master HBE“
Der Samstag stand im Zeichen der HBE Felchenlaufrolle. Hanspeter B., Mitinhaber der Firma HBE und Macher der genialen Laufrolle, sowie Michi, ebenfalls ein „angefressener“ Felchenfischer aus den Zürcher Oberland, gaben mit einem Besuch den Bielerseefelchen die Ehre. Jänu, Marc vom Fishhook, Hämpu und meiner Einer freuten sich auf die Rolle des Gastgebers. Auch Petrus zeigte sich von der freundlichen Seite, was will man mehr!? Beim Treffen um 6 Uhr morgens im Hafen von Le Landeron schien die Sonne in volle Pracht und nach kurzer Begrüssung fuhren wir zum gemeinsamen Felchenfischen hinaus auf den See.
In der Erlacherbucht waren die Felchenschwärme schnell gefunden und die Anzeigen auf dem Bildschirm des Fishfinders liessen erkennen, dass die Felchen über dem Gewässergrund und im Zwischenwasser auf der Suche nach Nahrung herumzogen. Schwarze, rote und violette Nymphen wurden nach wie vor gerne genommen und kaum waren die Gamben/Hegenen im Wasser, konnten wir die ersten Anbisse verbuchen. Ein jeder hatte Bisse und gefangen wurde auch gut, mal mehr und mal weniger. Im Verlaufe des Vormittags zogen sich die Felchenschwärme in die kältere Regionen zurück und das Beissverhalten nahm merklich ab. Infos von Felchenfischer zufolge, die auch gerne einmal zum baden den ganzen Tag draussen bleiben, blieben die Bisse während der gesamten Mittags- und Nachmittagshitze fast gänzlich aus. Wiederum gute Beisszeiten werden gegen den frühen Abend hin, so ab 19 Uhr gemeldet.
Auf allen drei Booten wurden Felchen gefangen und zusammen brachten wir es auf ca 40 - 50 Stück. Neben einigen Untermassigen ging auch die Eine oder Andere im Drill verloren, ich Glaube, der Marc könnte ein ganzes Lied davon singen, Lach. Das Fazit kann aber trotz alledem positiv gewertet werden, denn gemeinsames Fischen, Fun, sowie Freude an der Sache standen im Vordergrund und kamen nicht zu kurz! Die Stunden verflogen, wie immer wenn es ums Fischen geht, viel zu schnell und eines war bald klar, so ein Treffen werden wir mit Sicherheit wiederholen.
Die Freunde Hanspeter B. und Michi fangen ihre Felchen hauptsächlich im Pfäffikersee. Dass dort andere Bedingungen vorherrschen versteht sich von selbst. Auch mir/uns ergeht es nicht anders, wenn wir auf einem uns unbekannten Gewässer das erste Mal Felchenfischen gehen. Wie, was, wo und warum und weswegen lässt sich allenfalls in der Theorie einigermassen erklären, doch ohne es in der Praxis versucht zu haben, bleibt es immer bei der Theorie. Doch was bleibt ist der Trost, dass noch kein „Pimpmaster“ vom Himmel gefallen ist und es allen in etwa gleich geht.
Es gilt: „Neues Gewässer – Neue Regeln!“
Mit dem Bericht zur HBE Felchenlaufrolle wurden alle technischen Details und Vorzüge aufgezählt. Was den Einsatz in der Praxis anbelangt ist eigentlich auch nicht mehr viel anzufügen, ausser, diese Laufrolle ist für jeden Liebhaber edler und exklusiver Fischereigeräte ein Muss. Ich werde oft gefragt, ob es den wirklich „nötig“ sei so eine Laufrolle zum Felchenfischen einzusetzen. Meine klare Antwort lautet dann immer Nein, von „nötig“ kann keine Rede sein, Felchen fangen kann man fast mit jedem Material. Aber, gutes Material hilft beim Felchenfischen und es ist halt wie bei der Mode oder den Autos. Tragen und fahren lässt sich alles, Hauptsache, wenn es einem gefällt! Beim Felchenfischen und meines Erachtens auch bei vielen anderen Dingen im Leben, macht einfach ein gepflegter und schöner „Gebrauchsgegenstand“ mehr Freude.
Jegliche verschiedenen Fischereitechniken, im speziellen was mich anbelangt die der Felchenfischerei, haben ihre besonderen Eigenheiten. Wer sie erkennt und umzusetzen weiss, derjenige kommt dem Fangerfolg näher. Angefangen von der Wahl des Gerätes und dessen Handhabung, dem Einsatz der angepassten, erforderlichen Technik, bis hin zur praktischen Erfahrung wie man ein Gewässer liesst. Dies sind und waren schon immer die wesentlichsten Elemente um dem Erfolg und der damit verbundenen Freude an/auf dem Fischwasser näher zu kommen. In diesem Sinne!
29.06.08
Juni 08
Felchen am Morgen
Wie Wahr, wie Wahr, Morgenstund hat Gold im Mund, oder ……….., bringt die Felche an die Nymphe! Der Sommer ist mit grossen Schritten über das Land gekommen und die intensiven Sonnenstrahlen heizen den Wasserkörper zügig auf. In aller Regel hat sich nun das Plankton und somit auch die Felchen in die kühleren und sauerstoffreicheren Wasserschichten (Hypolimnion) zurückgezogen. Dort sind sie zu finden und auch zu fangen. Die frühen Morgenstunden, von 6 – ca 10 Uhr sind, was das vorkommen am selben Ort, sowie das Beissverhalten anbelangt, die „Besten“ Zeiten. Aber bitte, keine Regel ohne Ausnahme! Am Vortag gelang mir ein sehr guter Felchenfang zwischen 12 – 14.30 Uhr. Sie bissen im Minutentakt und nach guten zwei Stunden war das Körbchen voll.
Doch nichts desto trotz, sind mir die Morgenstunden am liebsten. Es ist herrliches Felchenfischer Wetter. Sehr angenehm und auch noch wenig Betrieb auf dem See. Ab 9 Uhr beginnt nämlich schon die Sonne heftig vom Himmel zu brennen und eine gute Sonnencreme mit Schutzfaktor 30+ wird zur Pflicht, ebenso darf fleissiges Wassertrinken nicht vergessen werden! Perfekt dazu passt ein Sonnenschirm und damit stehen Einem in allen Belangen rundum „fischreiche und gesunde“ Fischerstunden auf dem Wasser in Aussicht.
Tipp: Ein bevorstehender Sonnenstich kündigt sich immer erst mit Kopfschmerzen an, dann folgt eine Übelkeit und spätestens jetzt heisst es: „Dass Wasser und die Sonne sind schleunigst zu verlassen!“ Lasst es nicht darauf ankommen, geht lieber früher als später nach Hause“. Damit ist nicht zu spasen! Ab in den Schatten, kalt duschen und viel trinken. Bessern sich die Beschwerden nicht innert einer Stunde, oder sollten sie noch schlimmer werden, ist ein Arzt aufzusuchen.
Die Felchen Hot Spots im Oberen Bielerseeteil sind nach wie vor die Schärkanten entlang dem Heidenweg. Von der Hafenausfahrt Erlach bis hinunter zum Vogelturm. Die fischreichsten Tiefenzonen liegen zwischen 15 – 22 m Wassertiefe. Es werden Felchen auf dem Gewässergrund gefangen, doch das Gro der Schwärme bewegt sich im Zwischenwasser auf der Suche nach Nahrung. Werden die Nymphen in diesen Bereichen angeboten, darf man mit Bissen rechnen. Diese kommen teils vehement und die Felchen, an die wärmeren Wassertemperaturen angewöhnt, kämpfen von Beginn weg was das Zeug hält. Geht ein Fisch verloren, kein Problem, die Gambe/Hegene wieder auf die „richtige“ Tiefe gebracht und das Spiel darf von neuem beginnen.
Solche Anzeichen auf dem Bildschirm des Fishfinders lassen Träume war werden. 3 m hoch kommt ein Schwarm im Zwischenwasser daher. Um die Ansicht für alle besser zu verdeutlichen, habe ich den Fishfinder auf „Fischsymbole anzeigen“ umgestellt. In der Regel bevorzuge ich die Anzeige von Sicheln, ganz einfach darum, weil das Anzeigen von Fischsymbolen nur Energie frisst und das, auf kosten der Details. Solange die grossen Felchenschwärme herumziehen spielt das auch keine entscheidende Rolle, doch wenn dann nur kleinere Trupps umher schwimmen, sind oft gerade die kleinen Details entscheidend. Einzelne Punkte als Ansammlung dargestellt und durchgehende horizontale Linien lassen immer auf Fische schliessen. Nur wer diese zu erkennen vermag, kann weiterhin auf Bisse hoffen.
20 Boote auf einem Bild und alle aufgereiht wie auf eine Schnur gezogen. Im Ganzen waren es am späteren Vormittag gegen 70 Schiffe und deren Fischer die ihr Felchenglück mehr oder weniger Erfolgreich in Anspruch nahmen. Gefangen wurde überall, mal brauchte es einen Tipp was die Nymphenfarbe anbelangte, ein anderes Mal, wo gerade kein Fishfinder mit an Board war, die Angaben zur fängigen Tiefe. Bei der Farbe der Nymphen sind die Roten am frühen Morgen und die Violetten bei höher wandernder Sonneneinstrahlung die Favoriten. Die „bissigsten“ Wanderruten der Felchen liegen bei 15 – 13 m, 12 – 9 m sowie zwischen 7 – 5 m. Zwischenzeitlich, vor allem in den heissesten Tagesabschnitten, „verschwinden“ die Felchen in die kühlen Wasserregionen, sprich in die Tiefen des Sees.
Wie ich schon des Öfteren geschrieben habe, beim Felchenfischen gibt es viele Regeln. Die wichtigste aber lautet, dass diese erst jedes Mal auf aufs Neue erkannt und gedeutet werden müssen. Heute ist Heute und Morgen ist Morgen und was gestern noch zählte bringt im Moment keinen Fisch. An solchen Situation zu verzweifeln oder gar sein eigenes Material wie Können in Frage zu stellen bringt nichts. Es gibt einfach Zeiten, da geht wenig bis gar nichts und damit muss man sich als Fischer abfinden. Habe ich alle mir bekannten Regeln und Tricks angewandt, mich mit Gleichgesinnten ausgetauscht und deren Infos mit meinen eigenen verglichen, so bleibt mir nur die Wahl zwischen einer neuen Platzsuche oder einem späteren Versuch. Felchenfischen, eine Fischereiart, die immer wieder auf das Neue fasziniert. In diesem Sinne!
15.06.08
Felchen Freunde
Felchen Freunde sind nicht nur Freunde der Felchen, oft und immer öfter sind sie auch Freunde im Leben. Die gemeinsame Passion Felchenfischen scheint mir ein Schlüssel zu sein. Er vermag Türen zu öffnen hinter denen sich Gemeinsamkeiten entdecken lassen, die sich in Gesellschaft gleich viel interessanter darstellen. Ob es nun beim Felchenfischen auf dem See, beim grillieren am Abend auf dem Campingplatz, evt. am Bindetisch oder sonst bei irgendeiner Gelegenheit ist, den Themen sind keine Grenzen gesetzt und debattiert wird auch über „Gott und die Welt“. Logo, auf das Felchenfischen und alles was damit zu tun hat kommt man halt schon öfters zu sprechen als ein „Nicht Felchenfischer“, aber das, dass versteht sich ja von selbst.
Felchenfischen wird auch als „Rudelfischen“ bezeichnet, weil sich oft viele Boote auf und rund um einen Hot Spot versammeln. Ich finde, dieser Titel ist zumindest nicht unkorrekt, es trifft ja auch so zu. Jeder Fischer möchte dort fischen wo es Fische hat und darauf haben auch alle ein Anrecht. Wer lieber seine Ruhe auf dem Wasser sucht, der muss ja nicht dorthin fischen fahren wo „alle“ Anderen vor Anker liegen. Ein jeder hat die Wahl und kann es halten wie er gerade möchte, keiner unterliegt einem Zwang, oder etwa doch!? Ist da nicht vielleicht eine gewisse eigene Unsicherheit daran schuld, die einem einredet, dass doch „nur“ dort Fische sein müssten, wo das „Rudel“ fischt? Oder liegt es daran, dass gemeinsam nichts fangen halt interessanter ist als alleine Schneider zu bleiben?
Felchenschwärme sind immer in Bewegung und selbst an einem Hot Spot ziehen sie ständig umher. Mit jeder Garantie hat man auch immer an verschiedenen Plätzen gute Chancen einen erfolgreichen Fischtag zu geniessen. Als geselliger Zeitgenosse bin ich oft im „Rudel“ anzutreffen, doch je nach Lust und Laune, finde und fange ich die Felchen auch abseits der vielen Boote genau so gut. Es ist der Glauben an die Köder (Nymphen) und an die eigenen Fähigkeiten, die mir die Gewissheit geben, auch an anderer Stelle Fische zu überlisten. Doch jedem das Seine, ganz wie es ihm beliebt und das wir dann halt einmal mehr „Rudelfischer“ genannt werden, dass braucht keinen zu stören. Hauptsache: „Wir haben unsere Freude daran!“
Ein momentaner Hot Spot der „Rudelfischer“ sind die Schärkanten entlang dem Heidenweg. Auf der Höhe vom Vogelturm verteilten sich die Felchenfischer mit ihren Booten in Wassertiefen von 15 – 22 m. In den Tiefen 15 -17 m zogen die Schwärme knapp über dem Gewässergrund auf der Suche nach Nahrung herum. Sämtliche Felchen konnten am Boden gefangen werden. In den Bereichen 18 – 22 m waren hingegen immer wieder Schwärme im Zwischenwasser auszumachen. In den Höhen 16 – 14 m sowie 12 – 9 m schwammen sie regelmässig umher und liessen sich auch sehr gut fangen. Einige Fischer konnten ihr Körbchen vorzeitig füllen und traten einen sehr zufriedenen Heinweg an.
Die schwarzen Flossnymphen, mit dem roten Köpfchen, auf einen 12er VMC Haken 7075 G gebunden und lackiert, war der Favorit der letzten Tage. Fünf mal dieselbe Nymphe auf der Gambe/Hegene brachte Erfolge an sämtlichen Anbissstellen. Bei der herrschenden Wassertrübung und des eher schwachen Einfall des Sonnenlichts scheinen dunkle Muster besser Wahrgenommen zu werden. Vor allem die Felchen auf und über dem Grund nahmen die Nymphe am Springer und die darüber folgende vehement, die Bisse kamen für einmal hart durch in die Rutenspitze. Vielfach sass der Haken sicher in der Oberlippe und dank dessen, schlitzen auch fast keine Felchen aus. Alle Felchen sind sehr gut im Fleisch und bauen schon wieder Fettreserven auf. Sie kämpfen gut am feinen Gerät und liefern einem jedes Mal aufs Neue einen spannenden Drill.
Wolfgang und ich zogen es für einmal vor, „unsere“ Felchen – Theorien etwas abseits des bekannten Hot Spot in die Praxis umzusetzen. Wir entdeckten bei der Querung des Zihlkanals, dass die Erlacherbucht gar nicht so leer war, wie es den Anschein machte. Zwar war kein einziges Boot auszumachen, ausser der Duri, der in den Uferzonen vor dem Erlacher Schloss seine Schäubli ausbrachte um Meister Esox nachzustellen, doch das wollte ja nichts heissen. Helferlein Fishfinder auf jedenfall zeigte höchst interessante Infos an und wir ankerten bei 20 m Wassertiefe. Im Zwischenwasser zeigten sich andauernd Symbole, die sich auch jeweils über einen gewissen Zeitraum wiederholten. Es waren allesamt Felchen und genau so hungrig und gierig, wie die bei unseren Freunden am Hot Spot entlang des Heidenweg. Nicht immer sind die Felchen nur dort wo es die meisten Boote hat, aber öfters hat es auch dort Felchen wo es keine Fischer hat. In diesem Sinne!
04.06.08
Mein Name ist Reiher .....
GrauReiher
Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da bahnte sich so etwas wie eine „Freundschaft“ unter Fischer an. Wenn sie auch, was ihre Herkunft anbetraf nicht hätte Unterschiedlicher sein können, so fanden sie doch immer mehr Gefallen aneinander.
Vom Ufer fern da komm ich her, ein Fischlein fein, dass reizt mich sehr.
Die Landung ist mal schon geglückt, wie sieht`s wohl aus, ist mein Freund mit Fisch bestückt?
Erst mal um die Ecke geschaut, Vorsicht ist besser als schnell vertraut.
Ein Fisch in Ehren kann keiner verwehren. Freude herrscht und rasch gepackt, wird der Happen eingesackt.
Schnell verschwand die Mahlzeit im Kropf oder Magen, genaueres lässt sich nicht sagen.
Stolz wie ein Vogel fliegt er davon, bis zum nächsten Mal, ich warte schon.
27.05.08
Mai 08
Mein Traumgewässer ist der Bielersee. Die Tage an denen man keine Fische fangen kann sind selten und die Artenvielfalt ist gross. Solange wir zu unseren Gewässern Sorge tragen, werden sie auch für nachfolgende Generationen mehr als nur ein Traum bleiben!
Zum Wetter nur soviel: Wer im Mai am oder auf dem Wasser war, hat diesbezüglich seine eigenen Erfahrungen damit gemacht. Schien heute die Sonne, regnete es morgen und am nächsten Tag blies der Wind. Was soll`s, als Fischer muss man es nehmen wie es kommt, jeder hat ja die Wahl. Für ein paar Stunden auf dem Boot reichte es alle mal und das ist es, was schlussendlich zählt. Auch sind es nicht nur die gefangenen Fische die einen Tag auf- oder abwerten. Das Treffen mit Gleichgesinnten, der Austausch von Informationen und die Geselligkeit zusammen mit anderen Fischern sind oftmals „Das Salz in der Suppe!“
Zusammen mit Sandro durften wir so einen Tag auf dem Bielersee beim Felchenfischen geniessen. Die anhaltende Bise der letzten Tage durchmischte den Wasserkörper kräftig und das hatte auch Auswirkungen auf die Felchenschwärme. Diese haben sich aus den Flachwasserregionen in die Tiefe zurückgezogen und schwammen auf der Suche nach Nahrung in allen Höhen und Tiefen umher. Solche Voraussetzungen machen das Felchenfischen nicht gerade einfacher und sind eine Herausforderung an jeden Pimpmaster. Wer seine Nymphen nicht am „richtigen“ Ort anbot, der hatte hartes Brot zu Essen. Dem Fishfinder und einer sehr aufmerksamen Fischerei sei es gedankt, dass zwischendurch die Eine oder Andere Felche überlistet werden konnte.
Dass man das Ganze in solchen Zeiten nicht zu Eng sehen sollte bewiesen Markus und Hanspeter. Eine kleine Pause hier, einen Spass da, sowie das Hopfen und Matz in Ehren, konnte schliesslich keiner verwehren! Die Rückmeldungen der Felchen suchenden Fischerkameraden waren allesamt die Gleichen. Wenig Fische gefunden und wenn, dann waren sie nicht lange vor Ort. Mit solchen Infos kann man auch gleich an ein und demselben Platz verweilen. Früher oder später schwimmt auch hier mal wieder was unter dem Boot vorbei. Und wenn nicht!? Dann machen wir halt wieder eine Pause, oder wechseln des Vertrauen / Glauben wegen doch den Platz. Ganz wie es einem beliebt.
Wenn sich der Stefan (Stifu) die Ehre gibt, was leider in letzter Zeit eher weniger der Fall war, dann sind die Felchen eh auf der Hut. Als einer der „Bösen“ sind vor seinen Ködern keine Flossen sicher. Kaum war seine Gambe / Hegen im Wasser, konnte er schon die Erste Felche erfolgreich drillen, da hatte selbst der Hämpu das nachsehen. Auch auf dessen Boot wurde aber nur mit Wasser gekocht und so wunderte es keinen, dass die Geselligkeit für einmal über dem „Fischfang - Zwang“ stand. Lustig hatten wir es alle, die Runde passte, die Netiquette wurde stets gewahrt und so verflogen die Stunden wie Minuten. Vielen Dank Freunde, Sandro und mir hat es grossen Spass bereitet!
Auch wenn die Köcherfliegen, was den Nahrungsanteil der Felchen betrifft, eine unbedeutend kleine Rolle spielen, so ist es doch immer wieder interessant zu beobachten, dass sie in einer nicht zu unterschätzenden Anzahl am Bielersee vorkommen. Frisch geschlüpfte Imagines (Plural für Imago - vollständig ausgebildetes Insekt), die sich zum trocknen ihrer Flügel auf dem Bootsrand niederlassen zeigen, dass die Natur noch intakt ist. Egal in welchem Gewässer, wo die Fauna Lücken aufweist, verschwinden nach und nach die „Profiteure“! Nur wo es für alle genug zu fressen hat, kommen auch die Fischarten, die sich hauptsächlich davon ernähren, in grösserer Anzahl vor.
Schlanke Nymphen mit einem Köpfchen, in den Farben schwarz, rot und violett gebunden, überzeugen nach wie vor die Felchen. Wie oben schon erwähnt, schwammen sie auf der Suche nach Nahrung in allen Höhen herum. Schnelles Handeln, sprich, rauf und runter mit der Gambe / Hegene war und ist der Schlüssel zum Fangerfolg. Über den ganzen Fischtag gesehen sind gute Fänge möglich, für eine oder zwei Mahlzeiten reicht es auf jeden Fall. Die Felchen Fänge im Mai können durchaus als sehr gut bezeichnet werden, auch wenn uns die Natur wieder einmal gezeigt hat, dass sie oft eigene Regeln hat. Ich aber finde, dass es genau diese Besonderheiten sind, die das Felchenfischen immer wieder von neuem spannend und interessant machen. Auf fischreiche Tage, in diesem Sinne!
12.05.08
FF Fotostory
Über die Pfingstfeiertage wurden bei herrlichem Wetter, mit viel Sonnenschein, auf dem oberen Bielerseeteil sehr gut Felchen gefangen. Hot Spot – die Bucht vor Le Landeron. Diverse Muster von Nymphen die die Zuckmückenlarven am Gewässergrund, sowie deren steigenden Puppen imitieren sind die Favoriten. Bei der Farbe der Nymphen, zwischen schwarz, rot und violett, dominierte für einmal die Rote. Durch die stetige Erwärmung des Wasserkörpers waren vor allem in den ersten Morgenstunden ein emsiges schlüpfen zu beobachten und dies blieb auch von den Felchen nicht unbemerkt. Sie fanden sich zum „Grossen Fressen“ ein und es galt nur noch, die Nymphen an der Gambe/Hegene perfekt zu präsentieren.
Diese Felchenfischer Fotostory zeigt für einmal mehr als viele Worte beschreiben können. Felchenfischen ist Freude pur. Es nötigt einem ein gewisses Mass an Wissen ab, Konzentration ist auch gefragt, Reaktion ist schon fast ein Muss und alles zusammen ergibt zumeist einen erfolgreichen Fischtag.
Sind die Fische auf dem Fischfinder nicht auf dem Gewässergrund auszumachen, müssen die Nymphen mit schnellem Hochdrehen der Gambe/Hegene auf die richtige Höhe gebracht werden. Ist die gewünschte Wassertiefe erreicht, wird das Heben und Senken genau so langsam ausgeführt, wie wenn sich die Felchen am Grund aufhalten.
Die weitere Hochbewegung der Gambe/Hegene in der angestrebten Tiefe kann auch mittels langsamsten Vorwärtsdrehungen mit der Rolle ausgeführt werden. Die Bisse fallen fast immer heftig und schnell aus. Hier zeigt sich wer aufmerksam fischt und mittels schnellem Anhieb die Felchen an den Haken bekommt.
In den flacheren Wasserzonen zeigen sich die Felchen wegen der Erwärmung äusserst kampfstark. Ein sauberes Ausdrillen macht sie müde und sie lassen sich bedeutend besser feumern. Etliche Fische gehen an der Wasseroberfläche vom Haken, doch so wie die Felchen über den ganzen Tag hinweg gebissen haben, muss man sich darüber nicht weiter aufregen. Einfach die Montage erneut auf den Grund sinken lassen und auf ein Neues!
Eine schöne Felche im Netz, das war in den vergangenen drei Tagen auf allen Booten zu beobachten. Ein grosses Petri an alle Felchenfischer!
Die Zuckmücken. Neben Plankton die Hauptnahrung aller Coregonen. Ein jeder Fischer sollte sich die Zeit nehmen und diese schönen Insekten einmal genauer betrachten. Ich bin sicher, der Betrachter wird von der Schönheit dieser Lebewesen fasziniert sein und sich fortan mehr damit befassen.
Teamwork beim Felchenfischen gehört dazu. Schliesslich ist geteilte Freude auch doppelte Freude. Dem Fischerkameraden beim aufregenden Drill zuzuschauen birgt auch einiges an Spannung und ihm noch mit dem Feumer behilflich zu sein ist Ehrensache.
Mit Freude und Stolz die Felche dem Fotografen präsentiert und weiter geht es mit dem Felchenpimpen. Vielen Fischern gelang es vorzeitig den Sack zuzumachen, dass Fanglimite wurde auf zig Schiffen vorzeitig erreicht. Ob Einsteiger, Gast, oder alter Hase, alle durften und konnten in den vergangenen Tagen ihre Felchen fangen.
Diejenigen Felchenfischer, die ihr angestrebtes „Soll“ schon während des Morgens erreichten, konnten mit dem Fischputzen halt auch früher beginnen. Und das, artete so bei manchen fast in „Arbeit“ aus. Ob die Felchen nun geschuppt, filetiert, filetiert und gehäutet oder am Stück für den Räucherofen belassen wurden, es galt, diese Dinge zu erledigen. Erst dann ist der Fischtag zu Ende und es kann zum gemütlichen Teil übergegangen werden.
Bei einem Glas Wein und einem feinen Abendessen, evt. mit frischem Fisch, lassen sich solche Tage noch einmal auskosten. Das Erlebte lässt die Hoffnung für den nächsten Tag keimen und das Felchenfieber, die Vorfreude, begleiten den Einen oder Anderen bis hin in die Traumwelt oder den kommenden Tag auf dem Fischwasser. In diesem Sinne!
06.05.08
Felchen Freunde
Vieles ist relativ! Die Schönheit der Dinge liegt in der Betrachtung des Einzelnen, den Erfolg gibt die Messlatte vor, die man sich selber zum Ziel setzt und selbst die Zufriedenheit und Freude nach jedem Fischtag können von Fischer zu Fischer unterschiedlicher nicht sein. Auch ich habe immer wieder meine Vorstellungen und Träume vor dem Gang ans Fischwasser, doch meine Erfahrungen haben gezeigt, dass diese eben des Öfteren relativ sind. Es spricht nichts dagegen, dass man sich Ziele setzt, doch wer darüber, am Ende eines Fischtags nur noch darüber sinniert, was alles nicht rund „Gelaufen“ ist, der hat die schönsten Momente eindeutig verpasst. Ein jeder Tag, an dem wir unserem Hobby nachgehen dürfen ist ein gewonnener Tag, zumindest für mich, steht das mit Sicherheit fest!
Die Felchen Freunde oder mehr noch die Freunde der Felchen geniessen im Moment das Felchenfischen ganz besonders. Jeder Tag bringt Neues und des Öfteren ist es nicht ganz einfach die Felchen zum Anbiss zu verführen. Dies aber macht den Reiz nur noch grösser. Müssen wir deswegen klagen!? Nein, die Stunden auf dem Fischwasser bringen immer wieder schöne Fische! Abgerechnet wird sowieso erst am Ende eines Fischtags und es ist nicht die Quantität die zählt, sondern die Freude beim Fang jedes einzelnen Fisches. Wer sich dessen bewusst ist und mit dieser Einstellung ans Wasser geht, der wird sich über jeden Fisch im Körbchen freuen, da bin ich mir ganz sicher.
Die Felchen sind zum einen in unmittelbarer Ufernähe in 6 – 10 m Wassertiefe zu finden, aber auch je nach Tageszeit und Strömungsverlauf in 12 – 16 m entlang der Schärkanten. Vorwiegend halten sich die noch kleinen Schwärme gerne in Grundnähe, oder knapp darüber auf. Auf ihrer ständigen Suche nach Nahrung stöbern sie im Sediment nach Larven und tun sich gütlich an den zahlreichen Zuckmückenlarven, die ihrerseits zum Fressen vom Gewässerboden aufsteigen und zurzeit mit jeder Garantie zu der Hauptnahrungsquelle der Coregonen gehört.
Für mich persönlich gibt es nicht viel Schöneres als ein Sonnenaufgang am Wasser. Die Lichtspiele und die daraus entstehenden Reflektionen sind jedes Mal auf das Neue einzigartig. Alleine deswegen zieht mich das Wasser immer wieder magisch an. Auch die Ruhe in den frühen Morgenstunden ist ein Gewinn, es ist für mich die Art von Balsam, aus der die innere Zufriedenheit entsteht. Die Alltagshektik kann ich so hinter mir lassen und die langsam erwachende Natur vollends geniessen. Die Aussage: „Morgenstund hat Gold im Mund!“ trifft wohl auf so manches zu, aber im wörtlichen Sinne gesehen, wohl kaum auf ein Hobby mehr, als auf das der Fischerei. Freunde, gebt euch einen Ruck und schwingt die Beine aus den Federn. Ich bin mir sicher, es wird sich in jeder Hinsicht lohnen!
Die Bucht vor Le Landeron ist im Moment als Felchen Hot Spot nicht zu Toppen was die Grösse anbelangt. Wenn auch mit Unterbrüchen ziehen die Fische auf der Suche nach Nahrung ihre regelmässigen Bahnen. Wie schon oben geschrieben, suchen sie diese auf dem unmittelbaren Gewässergrund und sind deshalb auf dem Fishfinder nicht einfach auszumachen. Es sind die kleinen Unregelmässigkeiten auf der Bodenlinie, die auf die Felchen hinweisen. Oft erkennt man den Fisch auf dem Bildschirm erst, wenn er nach dem Anbiss am Haken hängt und in die Höhe gedrillt wird. Einzelne, kleinere Schwärme sind auch im Zwischenwasser zu sehen, 2 – 5 m über dem Gewässergrund. Auch wenn sie da noch eher selten auszumachen sind, so ist ein schnelles hochziehen der Gambe/Hegene immer einen Versuch wert und oft für eine Überraschung gut.
Während in den Sommermonaten die Felchenschwärme dank der Planktondichte über längere Zeit an einem Standort verweilen, so müssen sie im Frühling halt immer mal wieder auf das Neue gesucht werden. Auch das Vorkommen der jungen Felchen ist von Hot Spot zu Hot Spot verschieden. An einem Platz kommen sie in grossen Mengen vor und wenn sich dann nur noch die „Kleinen“ fangen lassen, empfiehlt sich ein Ortswechsel – Pro Fisch! Ich fange lieber weniger Fische, dafür aber die „Grösseren“. In den letzten Jahren hat sich dies allgemein mehr und mehr durchgesetzt und die Felchen Freunde haben sich diese „Regel“ auf die Fahne geschrieben.
Die Mehrzahl der gefangenen Felchen nahmen für einmal mehr die schwarze Nymphe am Nachläufer und/oder die rote Nymphe gleich oberhalb des Bleis. Das Heben und Senken kann man auf ein Minimum beschränken, weniger ist manchmal mehr. Viel eher überzeugte ein vibrieren mit der Rutenspitze und die dadurch entstehenden Zuckbewegungen der Nymphen, die Felchen zum Anbeissen. Die Bisse sind zum grossen Teil sehr fein, obwohl sich gerade in Ufernähe die grösseren Exemplare aufhalten. Das die gut genährten Felchen in diesen geringen Wassertiefen ihre volle Kraft entfalten und einem jedes Mal auf das Neue einen spannenden Drill liefern, macht das Fischen darauf umso intensiver. Freude herrscht!
Nach dem Vergnügen kommt die „Arbeit“. Wer nach dem Fang seinen Fisch auch auf dem Tisch geniessen will, muss noch was tun dafür. Sauber filetiert, in meinem Fall enthäutet, leicht gewürzt und im Mehl gewendet und ab in die Bratpfanne oder auf den Grill. Einen Salat dazu, ein leichtes Weissbrot und wer mag eine selbst gemachte Sauce (Dip) aus Mayo mit Kräutern und Gewürzen, Fischergaumen, was willst du mehr!?
Zubereitung: Knoblauch schälen und in das Oel pressen. Etwa 30 Min. ziehen lassen. Dann das Oel durch ein feines Sieb streichen und mit Quark, Mayonnaise und Rahm mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und zum Schluss die fein gehackten Schnittlachspitzen dazugeben.
Fangfrisch munden mir Felchen am besten und mit der Familie sowie Freunden genossen, runden sie für mich den perfekten Fischtag ab. In diesem Sinne!
27.04.08
April 08
Felchen Pimp Tour mit Freunden
Die „Wetterfrösche“ hatten uns ein sonniges und warmes Wochenende vorausgesagt, mit Temperaturen über 20 Grad und siehe da, für einmal trafen die „Propheten“ voll ins Schwarze. Das perfekte Fischerwetter um mit Freunde auf dem Bielersee den Felchen nachzustellen. Na ja, die „Liebe Bise“ wäre nicht nötig gewesen, doch für einmal sollte es trotzdem zupassen kommen. Mit Pascal und Mathias habe sich für den Samstag zwei „Landschäftler“ angemeldet, um mit Hanspeter und mir gemeinsam einen gemütlichen Fischtag zu geniessen. Wir verabredeten uns um 7.30 Uhr im Hafen von Le Landeron, den die Freunde auch pünktlich fanden. Nach kurzer, freudiger Begrüssung verteilten wir uns auf die Boote. Mathias nahm bei Hanspeter platz und Pascal war mein Gast. In der Zwischenzeit wo wir die Boote klarmachten, tauchte noch Pimpmaster Marc vom Fishhook in Biel auf und kurzerhand entschlossen wir uns gemeinsam die Felchen zu suchen. Nun konnte eigentlich fast nichts mehr schief gehen.
Eines möchte ich schon mal vorwegnehmen, die Felchen haben zeitweise gut gebissen und jeder konnte/durfte mehr oder weniger fangen. Flossnymphen in rot, schwarz und violett, ob mit Goldköpfchen oder einem Köpfchen aus Floss geformt waren die fängigsten. Was die Beiss - Phasen anbelangt war den ganzen Tag immer Betrieb. Auch wenn es zwischendurch immer wieder kleinere Pausen gab, so zogen über Kurz oder Lang kleinere Felchenschwärme umher, die sich auf der Suche nach Nahrung überlisten und zum Anbiss verführen liessen. Es wurde auf allen drei Booten gut gefangen und am Ende des Fischtags war das Becken voll. Beim betrachten des obligaten „Gruppenbild mit Felche“ scheint mir die Freude und Zufriedenheit jedem Einzelnen buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Petri zu euren Felchen, mir hat es grossen Spass gemacht Freunde!
Mich erstaunt es doch immer wieder, wie schnell man eine Fischereitechnik soweit begreifen/erlernen kann, dass man schon beim Ersten Mal auf dem Wasser zu seinen Erfolgserlebnissen kommen kann. Ich möchte Pascal und Mathias ein grosses Lob aussprechen, für das, dass ihre Ausrüstung, bestehend aus jeweils einer Shimano Speed Master „Coregonus“ 2.10 m, einer Stucki Felchenlaufrolle sowie der passenden Felchenschnur, frühmorgens noch in der Originalverpackung steckte, schlugen sie sich beachtlich. Einen Rat hier, einen Tip da und schon bald fingen die angehenden Pimpmaster ihre ersten Felchen. Während sich Pascal doch mehrheitlich noch von den Felchen und deren Beissgewohnheiten ärgern lassen musste, schlug Mathias gleich regelrecht zu. Am späteren Nachmittag hatte er es auf stolze 10 Felchen zwischen 26 – 30 cm gebracht, einige schöne verloren und die Untermassigen sind nicht gezählt. Dazu kann ich nur gratulieren, Bravo!
Nach den guten Fängen der letzten Tagen (danke an Michael für die Infos) und Wochenenden, versuchten wir als erstes unser Glück in der Bucht von Le Landeron, linkerhand gleich nach der Hafenausfahrt, in Wassertiefen von 8 – 10 m. Die Felchen waren am frühen Morgen schnell gefunden und kaum waren die Nymphen an den Gamben/Hegenen im Wasser, hatten wir auch schon Bisse. Mir war es beschieden die erste Felche des Tages zu fangen, Marc und Hanspeter doppelten sogleich nach. Pascal und Mathias „arbeiteten“ sich langsamer in die Materie hinein und ersterer fing auch erst mal ein Egli, was ihn aber nicht minder freute. Gerade für Einsteiger ist eine mittlere Bise (Windstärke 2 – 3) und der demzufolge nicht angenehme Wellengang alles andere als einfach um Bisse zu erkennen.
Wir schauten kurz nach wie es in der Erlacherbucht aussah, doch die Wellengänge waren dort für einmal mehr noch heftiger. Nach einem kurzen Versuch entschlossen wir uns es wieder in der Bucht vor Le Landeron zu versuchen. Von Uwe hatten wir zwischenzeitlich die Info erhalten, dass der Urs in der Vinelzerbucht auch „fündig“ geworden ist. Für einmal blies uns der Wind schon auf dieser Seeseite kräftig genug, wie es auf der anderen Seite aussah, wollten wir heute nicht auch noch wissen. Ein Dankeschön an die Freunde Uwe und Urs für die Infos per „Buschtelefon“! Um möglichst viel Windschutz zu geniessen suchten wir die Felchen nun am linken Seeufer vor Le Landeron und in 11 – 12 m Wassertiefe wurden wir erneut fündig. Trotz Wind nahmen die Sonnenstrahlen mehr und mehr Einfluss auf unser Wohlbefinden und so macht Felchenfischen bekanntlich immer mehr Freude.
Es war ein guter Tag, in fast allen Belangen. Mathias musste leider beim Drill der dritten Felche eine Rutenbruch hinnehmen, doch der Marc hatte eine Ersatzrute dabei und um das Malheur kümmert er sich auch gleich selber. Die Kulanz von Rapala / Shimano Schweiz lässt keine Zweifel offen und so kann sich Mathias auf einen Ersatz freuen und ist so auf das Fischerforum Treffen hin wieder bestens gerüstet. Mit einer kleinen Grillade, Salat und Brot liessen wir den Tag gemeinsam ausklingen. Obwohl es selten langweilig wird wenn Fischer zusammen an einem Tisch sitzen, kam die Zeit zum Aufbruch. Pascal und Mathias mussten nicht nur ihre etwa längere Heimreise antreten, sie kamen auch noch in den Genuss alle Felchen mit Nachhause nehmen zu dürfen. Wie lange haben sie wohl geputzt?!?
Pimpmaster Boot – Regel / 1 GG (GG wie Gast - Geschenk)
- alle Felchen, die während einer gemeinsamen Felchen Pimp Tour gefangen werden gehören dem Gast. In diesem Sinne!
13.04.08
FF Pimpmaster
Der Felchenfischer Pimpmaster gehört zu den Fischern, die auf ihrem Weg zum Fangerfolg etwa mehr tun als Andere. Das Felchenfieber brennt ständig in Ihnen und die Zeit bis zum nächsten Fischtag auf/an dem Wasser dauert endlos lange. Sie probieren, sie korrigieren, sie streben in Masen nach der täglichen, ja gar stündlichen Perfektion und das alles mit grosser Freude bei einer der faszinierendsten Fischereiarten auf dem Kontinent! Pimpmaster informieren, nicht nur untereinander, wer fragt, bekommt immer Auskunft und einen guten Tipp. Hot Spots, Wassertiefe, Nymphenwahl und die bewährte Technik werden ohne „Futterneid“ weitergegeben.
Es werden immer wieder Stimmen laut (ich nenne sie mal „Profis“), die verkünden, solche Infos weiter zu geben wäre falsch, es würden „Ihnen“ alle Felchen weggefangen!?? Dazu fällt mir dann meistens nur das Eine ein: „ Freunde, im Bielersee hat es genug Felchen für alle!“ Und was meiner Meinung von den „Profis“ auch immer ausser Acht gelassen wird, fangen, muss Jedermann seine Felchen selber. Noch ein Wort zu den „Profis“, dass Ihr Felchenfischen könnt stelle ich nicht in Abrede, dass ihr über die Jahre, ja Jahrzehnte hinweg viele Erfahrungen gesammelt habt schon gar nicht. Eure Fangerfolge sprechen für sich! Aber wo bitte, liegt denn dann das Problem? Gönnt den anderen Fischerkameraden auch einen Fisch, lasst sie teilhaben an Eurem Erfolg und Ihr werdet sehen, so werden Freunde gewonnen. Von Fischer für Fischer!
An Informationen von Pimpmaster heranzukommen ist nicht schwer. Vorab erscheinen hier, auf felchenfischer.ch unter „Felchenfieber“, die ganze Saison hindurch immer wieder Infos, News, und Fangberichte. Und, auch die Pimpmaster vom Felchenfischer Forum, vielen Dank Freunde, berichten von ihren Fängen unter „Von Fischer für Fischer“. Wem das weite www bis anhin noch nicht so vertraut ist und halt lieber spricht als schreibt, für denjenigen habe ich noch einen „Geheimtipp“ auf Lager. Der Fischereiartikelhändler Marc Loder, vom Fishhook, Biel, Tel. 032 / 322 90 40 ist ein Hardcore Pimpmaster, sein Vater und mein guter Freund Wolfgang hat „Schuld“ daran! Er ist nicht nur ein ausgezeichneter Felchenfischer und Nymphenbinder, ergibt auch gerne gute Tipps weiter. Er lebt von und für die Fischerei und darum sind seine Infos auch immer aus Erster Hand. Wer nun denkt ich übertreibe, dem sei geraten es selber zu testen. Der Marc weiss Wo, Wie und Was gerade läuft und sollte die empfohlene Gambe/Hegene nicht in der Box vorrätig sein, im Laden hat es sicher noch Eine!
Es war am frühen Abend, ich schaute im Hafen von Le Landeron nach meinem Boot, als Marc mit Päscu freudestrahlend von ihrer Felchentour zurückkamen. Gut sei es „gelaufen“, ein wenig frisch war es wenn der Wind blies, doch der Beissfreude der Felchen habe das keinen Abbruch getan. Auf der rechten Seite neben dem Einlauf des Zihlkanal konnte man immer noch gut Felchen fangen. In 10 m – 14 m Wassertiefe zogen die Felchen auf Suche nach Nahrung ihre Bahnen. Schwarze, rote, sowie violette Nymphen ohne Rippung waren einmal mehr die Favoriten. Die Schwarzen mit rotem Köpfchen am Nachläufer sind noch immer die Meistgenommenen. Mit solchen Infos lässt sich der folgende Fischtag auf dem Wasser doch um einiges lockerer angehen. Pimpmaster sei Dank!
Am nächsten Morgen suchte und fand ich die Felchen in der beschriebenen Zone auf Anhieb. Die Felchen bissen relativ vorsichtig/fein bei geringstem Anheben der Gambe/Hegene. Es ging so den ganzen Vormittag weiter, mal mit kleineren, mal mit grösseren Beisspausen. Zwischendurch bissen auch immer wieder untermasige Felchen, doch die Massigen folgten ihnen auf die Flosse. Um die Mittagszeit verzogen sich auch langsam die Wolken und es wurde spürbar angenehmer. Einer ausgiebigen Brotzeit stand nichts mehr im Wege, die Felchen werden wohl warten, bis ich damit fertig bin. Kaum lag die Rute wieder in meiner Hand, ging auch das muntere Beissen weiter. Die Bisse waren nun heftiger und gut zu erkennen. Nichts desto Trotz waren aber die Aussteiger häufiger, doch was soll’s, der nächste Biss liess nicht lange auf sich warten.
Im Laufe des Nachmittags konnte ich nur noch kleine Felchen fangen und darum entschloss ich mich, es noch vor dem Hafen Le Landeron zu versuchen. Einige Felchenfischer mit ihren Booten lagen dort schon vor Anker und es konnte ja nur „besser“ werden. Bis zum Abend hin gelang es mir, in derselben Wassertiefe wie am Vormittag auf der gegenüberliegenden Seite des Zihlkanals, noch ein halbes Dutzend Felchen zu überlisten, alle um die 28 – 32 cm. Für mich gibt es jedes Mal auf dem Wasser neues und interessantes zu entdecken. Wer sich Zeit nimmt für die Natur erfährt so manches wunderbares Erlebnis. Zum einen dient es der Erfahrung, zum anderen dem Seelenbalsam. Beides ist es Wert beachtet zu werden und nur wer es versteht in Harmonie beides zu vereinen, dem werden die Stunden auf/an dem Fischwasser steht’s in angenehmer Erinnerung bleiben. In diesem Sinne!
30.03.08
März 08
Für einmal mehr kann ich nur von guten Felchenfängen berichten. Im Oberen Bielerseeteil sind die Hot Spots rechtsseitig neben dem Zihlkanal - Einlauf in den See und vor dem Hafen La Neuveville zu empfehlen, dort wurde und wird zurzeit gut gefangen. Während neben der Zihl, die Felchen in 12 m – 16 m Wassertiefe, auf und über dem Gewässergrund auf Nahrungssuche herumzogen, waren sie vor La Neuveville in 18 m – 22 m Wassertiefe zu finden. Dafür zogen dort mal immer wieder kleinere Schwärme 3 m – 5 m über dem Gewässergrund entlang und wem es gelang seine Nymphen rechtzeitig auf die richtige Höhe zu bringen, dem konnte dort das eine und andere Mal ein Anbiss sicher sein. Der März brachte gute Fänge, wenn es denn „Fischbar“ war. Es reichte jedes Mal für ein feines Mahl, ob mit der Familie oder mit Freunden!
Wie ich schon des Öfteren geschrieben habe, sind Fischtage mit Freunden auf dem Wasser immer etwas Spezielles. Man kommt sich auf relative engem Raum sehr Nahe und es ist schon sehr wichtig, dass man sich versteht. Mit verstehen meine ich nicht das gesprochen Wort, sondern das Verhalten auf einem Boot. Bei mir herrscht immer eine gewisse Ordnung und Ruhe und bei „Neuen Gästen“ gibt es gleich eine Einweisung. Wenn sich zwei verstehen, macht das Felchenfischen gleich doppelt so viel Spass. Was gibt es lästigeres als die Gambe/Hegene des Anderen samt Felche in der Eigenen zu spüren? Oder wenn man am Händewaschen ist und der Fischerkamerad schnell mal die Sitzposition ändert, wenn möglich noch auf die Schlagseite? Dann, könnte es ungemütlich werden! Darum, wer sich versteht, hat mehr von einem gemütlichen Fischtag auf dem Wasser.
Mit Mario konnte nichts schief gehen, als echter Allrounder hat er mit Sicherheit schon so einige Situationen gemeistert, sei es selber auf dem Boot seines Vaters oder bei schon so einigen Pimpmastern auf dem Bielersee. Schon als wir aus dem Hafen von Le Landeron fuhren erklärte er mir, das er es zu Beginn mit der kleinen, feinen auf einen 14er Haken gebundenen Gambe/Hegene versuchen wolle. Sie war zwar ohne Nachläufer gebunden, weil er damit auch vom Ufer aus mit dem Felchenzapfen den Silberlingen nachstellt, doch wie er überzeugt meinte: „Die fängt heute sicher!“ Ich kann es bestätigen, kaum war sie im Wasser, auf dem Gewässergrund angekommen, die Schnur gespannt und leicht angehoben, kam der Biss und damit die erste Felche vom noch jungen Tag, Petri Mario!
Das muntere Beissen ging nun auch bei mir los und ich konnte auf Anhieb einige schöne Felchen von 28 cm – 30 cm landen. Nun wurde es interessant, während ich an meiner Gambe/Hegene, mit Nachläufer gebunden, weiterhin Bisse verzeichnen konnte, alle ausschliesslich am Nachläufer, hatte Mario über einen längeren Zeitraum überhaupt keine Berührungen mehr. Nach ca. 20 Minuten und weiteren 3 Felchen meinerseits, wurde es Zeit der Geschichte auf den Grund zu gehen, was heissen soll, die Gambe/Hegene zu wechseln. Und siehe da, die kleine schwarze Nymphe mit rotem Glasköpfchen am Nachläufer angeboten brachten Mario wieder Bisse und damit Felchen ins Körbchen.
Am späteren Vormittag und über den Mittag zeigte sich auch die violette Nymphe mit rotem Glasköpfchen als sehr fängig. Als dritte Nymphe in die Gambe/Hegene eingebunden bewegte sie sich ca 1 m über dem Gewässergrund und verführte dort die in der leichten Strömung nach Futter suchenden Felchen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie anhand des Fishfinders mögliche Bisse voraus- gesehen/gesagt werden können. Ob Fische auf dem Gewässergrund oder darüber, die Kontrollen der jeweiligen Anbissstellen an der Gambe/Hegene bestätigte für einmal mehr deren Richtigkeit.
Viele Felchenfischer sind der Meinung, dass in den kälteren Tagen das Nahrungsangebot kleiner ist und aus diesem Grund die Felchen einfach alles fressen, ja gar fressen müssen, um zu überleben und darum schon eine „ungefähren“ Kopie einer Nymphe genommen wird. Dem kann ich nur zur Hälfte zustimmen. Das Nahrungsangebot ist sicher weniger, aber das Leben im Wasser, vor allem das auf dem Gewässergrund, geht zum grossen Teil munter weiter. Im weiten kann es auch gut Möglich sein, dass gerade wenn „wenig“ Futter im Angebot ist, erst Recht Zeit für eine genauere „Betrachtung / Kontrolle“ seitens der Fische von statten geht. Meine Erfahrungen dahingehend sind über die Jahrzehnte hinweg eindeutig und besagen: „Wer genauer kopiert und imitiert, ist dem Fangerfolg immer einen Schritt näher.“ In diesem Sinne!
17.03.08
Frei – Tag`s Felchen
Ich liebe und geniesse Frei - Tage und darum gönne ich mir ab und zu einen Frei – Tag, auch wenn halt nicht gerade Freitag ist! Es ist ja einerseits seltsam, da heisst ein Wochentag Freitag und wird anderseits von der Geschichte her stark mit dem Thema Fisch(en) in Verbindung gebracht (am Freitag kommt Fisch auf den Tisch). Doch wer hat denn schon an einem Freitag einen Frei – Tag!? Bevor es nun aber zu kompliziert wird lass ich es lieber bleiben und nehme meine Frei – Tage so wie sie kommen, ob nun Freitag ist oder nicht. Solche Frei – Tage „fallen“ zumindest mir spontan in den Schoss und wenn es sich dann noch einrichten lässt, diese mit einer Felchentour auf den Bielersee auszufüllen, sind diese Tage im doppelten Sinn die schönsten Frei – Tage für mich!
Nun denn, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und wenn auch auf die schnelle kein Fischerkamerad für ein gemeinsames Felchenfischen „aufzutreiben“ ist, so sind die Vorfreuden auf dem Weg ans Fischwasser garantiert. Und zudem gedachte ich im insgeheimen gar nicht lange alleine zu bleiben, wollte ich doch nicht nur Felchen fischen, sondern auch fangen. Die Wetterpropheten sprachen von einer Beruhigung der Lage, vor allem was die zum Teil stürmischen Winde der letzten Tage anbelangte. Morgens nach 8 Uhr lagen die Temperaturen mit 7 Grad auch im grünen Bereich und somit sprach nichts gegen einen (voraussichtlich) rundum gelungenen Frei – Tag. Doch wie heisst es so schön: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“
Es scheint mir fast danach auszusehen, dass sich der Wasserkörper anhand der andauernd warmen Temperaturen im Umbruch befindet. Auch die kräftigen Winde tragen ihren Teil dazu bei. Vermehrter Algenwuchs ist zu beobachten und in den Uferregionen sind viele kleine Mücken und Eintagsfliegen auszumachen. Vor allem entlang von Busch- und Schilfwerk tanzen meist grössere Ansammlungen ihren Hochzeitreigen, um nach erfolgreicher Paarung ihre Eier auf der Wasseroberfläche abzulegen. Es ist erfreulich zu sehen, dass für die natürliche Nahrung der Wasserlebewesen gesorgt ist. Für die Fische ist diese Futterquelle lebenswichtig und für uns Fischer ein Zeichen, dass unsere begehrte Beute auch nicht weit sein kann.
Als ersten Hot Spot steuerte ich nach der Hafenausfahrt die linke Seeseite an. In 17 – 20 m Wassertiefe, auf der Höhe der Villen zeigte der Fishfinder interessante Details an, die mich veranlassten den Anker zu setzen. Die Wahl der Gambe/Hegene viel auf die Schwarzkopfnymphen, hatten sich diese, vor allem das schwarze Muster am Nachläufer, beim letzten Mal sehr gut bewährt. Wie üblich durfte ich den Angaben auf dem Fishfinder vertrauen und dieses wurde auch innert kürzester Zeit mit einem feinen Anbiss bestätigt. Die Beisslaune der Felchen hielt fast bis gegen Mittag an und so kam Eine zur Anderen ins Körbchen. Die Fänge von Untermasigen hielten sich in Grenzen, so kamen auf ca 30 Bisse und 22 Gelandeten, gerade mal 3 Kleine zum Vorschein.
Zitat:
„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“
Wie Wahr, wie Wahr! Auch wenn es „Fischmässig“ überhaupt nichts zu bemängeln gab, so konnte man dies von den Windgöttern, allen voran Boreas = Nordwind / Bise, nicht behaupten. Was sich gegen 11 Uhr mit einer schwachen Brise kundtat, artete eine Stunde später in eine ausgewachsene Bise aus. Das Ankerzusatzgewicht schnell in das Ankerseil eingehängt und zu Wasser gelassen, sowie zusätzlich über den Spitz fixiert, vermochte zwar ein abtreiben des Bootes zu verhindern, doch von „gemütlichem“ Felchenfischen keine Spur mehr. Auf und nieder, immer wieder! Die rollenden Wellen von 50 cm und mehr machten das Erkennen der Bisse praktisch unmöglich. Es wurde Zeit für die Heimreise.
Frei – Tage, egal auf welchen Wochentag sie fallen, dienen dazu, sich zu erholen! Ob sie immer zu passen kommen ist eine andere Frage. Doch wer vorab zu viele Zweifel hegt und sich deshalb nicht zu einer „Fischertour“ entschliesst, dem entgeht mit Sicherheit das Eine oder Andere Erlebnis. Denn „abgerechnet“ wird immer erst am Ende eines Fischtags. In diesem Sinne!
29.02.08
Februar 08
Ein Frühlingstag im Mai könnte nicht schöner sein. Morgens um 8 Uhr 6 Grad, gegen 10 Uhr waren es schon 11 Grad und um 14 Uhr, als wir in den Hafen von Le Landeron zurückfuhren, zeigte das Thermometer 15 Grad Celsius an. Die Sonne gewann immer mehr die Oberhand und sorgte dafür, dass sich der zähe Dunst verzog, der fast den ganzen Vormittag den Himmel über dem Bielersee verbarg. Der Wind war den ganzen Vormittag kein Thema und die leichte B(r)ise die am Mittag zu spüren war, wurde für einmal gern gesehen. Ein herrlicher Frühlingstag!
Frühlingstag? Und das im Februar? Schon klar, solche Tage hat es und wird es auch immer wieder geben und deshalb meine ich, geniessen wir diese Tage. Wie heisst es doch so schön: „Auf jeden Regen folgt Sonnenschein“, aber, umgekehrt wird auch ein Schuh daraus!
Beats Informationen vom Vortag berichteten von guten Fängen in der Vinelzerbucht. So um 20 m Wassertiefe konnte er letzthin ein gutes Dutzend Felchen fangen. Solche Infos sind das „Salz in der Suppe“ und machen für mich immer wieder deutlich, was es unter anderem heisst ein (Felchen) – Fischer zu sein. Man tauscht sich aus, gibt Infos und Tipp`s weiter und ein Jeder erfreut sich am Fangerfolg des Anderen. Ein weiteres Grosses Dankeschön Freunde, dass ihr mit euren Inputs zum gelingen dieser Page beitragt!
Kurz vor 8 Uhr waren wir in der Vinelzerbucht und fanden die Fische in 21 m Wassertiefe auf dem Gewässergrund und knapp darüber. Bis kurz nach 9 Uhr konnten wir zu zweit 15 Felchen fangen, dann war die Beisszeit vorüber und die Echos auf dem Fishfinder nahmen ab.
Trotz einiger anderer Boote die sich mittlerweile an der 20 m – 21 m Kante der Länge nach versammelt hatten, entschieden wir uns nach kurzer Suche, unser Glück in den Buchten vor Erlach oder Le Landeron zu versuchen. In der Bucht vor Erlach hatten wir mit dem Erlacherschloss zwar ein schönes Panorama, doch bis auf 3 Felchen in 18 m Tiefe konnten wir keine weiteren fangen. Doch was heisst fangen!? Erst wollten sie gefunden werden und das war auf jeden Fall heute in der Erlacherbucht ein schwieriges Unterfangen! Und so ging die Suche weiter über den Zihlkanal in die Bucht vor Le Landeron.
Auch hier vorerst dasselbe Bild auf dem Fishfinder. Einzelne Symbole zeigten immer mal wieder Fische an, doch beim längeren verweilen an ein und derselben Stelle leerte sich der Bildschirm bedenklich. Wo waren die Fische, wo waren die Felchen? Einige Infos aus den vergangenen Tagen hatten von stärkeren Strömungen berichtet, die von La Neuveville her das Wasser entlang dem Ufer noch Oben, Richtung Le Landeron führten. Diese Strömungslinie wollten wir nun finden, um an deren seitlichen Kanten, wo der Zug merklich nachlässt, die Fische zu suchen, die dort bequem auf ihre vorbei treibende Nahrung wartete. Auf Höhe des Schilfgürtels, bei ca 17 m – 18 m Wassertiefe zeigte uns der Fishfinder interessante Details in Form von immer wiederkehrenden Sicheln auf dem Bildschirm an.
Wie wird nun aber die Strömung sein? Sind wir schon ausserhalb oder noch mitten drin? Das ist von aussen immer schwer abzuschätzen, es gilt zu probieren und allenfalls noch etwas weiter von der Strömung weg zu rutschen. Wir hatten Glück. Nachdem das Boot verankert war und die Gamben/Hegenen zu Wasser gelassen waren, zeigte sich, dass wir wohl noch etwas Strömung/Zug auf der Schur hatten, doch mit unseren 7 gr Bleien konnten wir so immer noch gut vertikal fischen. Der Anzeige des Fishfinder entsprechend liessen die ersten Bisse nicht lange auf sich warten. Die meist genommene Nymphe war die schwarze „Schwarzkopfnymphe“ am Nachläufer, knapp über dem Gewässergrund angeboten. Zur Technik: Blei auf den Grund ablegen und warten bis die Nymphe am Nachläufer sicher aufs/ins Sediment absinkt – sehr langsames anheben, max. 10 – 50 cm – dazwischen immer wieder auf einer Höhe stehen lassen, die Strömung arbeitet für uns und lässt die Nymphen verführerisch tanzen – Biss – Anschlag – Drill.
Alles in Allem ein guter Februar, wie überhaupt die ganze Saison bis jetzt. War es von der Witterung her fischbar und wurden die Felchen gefunden, konnte man sie fangen. Es sind immer wieder vom ganzen See her Berichte zu vernehmen, zurzeit wird fast überall gut gefangen, mal mehr, mal weniger. Lassen wir uns überraschen, was werden uns die nächsten Tage, Wochen und Monate bringen, die Felchensaison 08 ist noch jung, auf viele spannende und freudige Momente auf/an dem Wasser, in diesem Sinne!
10.02.08
Felchen vor Le Landeron
Wenn einfach alles passt, macht das Felchenfischen am meisten Freude und Spass. In angenehmer Gesellschaft, den „beissfreudigen“ Platz gefunden und die Sonne wärmt schon seit den Morgenstunden, was will ein Pimpmaster mehr!?
Infos zufolge sollen sich erste kleinere Felchentrupps in der Bucht vor Le Landeron auf Nahrungssuche eingefunden haben. Von guten Freunden haben wir erfahren, dass sie vor allem in den Morgen- und Abendstunden, 8 – 12 Felchen innert 2 Std. fangen konnten. In der übrigen Zeit scheinen sie weiter zu ziehen, auf jedenfalls waren die Vormittags- und Nachmittagsstunden eher mau. Nach wie vor, bietet die Erlacherbucht in dieser Zwischenzeit die grösseren Aussichten auf einen Fangerfolg.
Kurz vor halb 9 Uhr liessen wir in der Buch von Le Landeron, auf 21m, den Anker hinunter. Zuvor konnten wir mittels Fishfinder kleiner Schwärme ausmachen, die sich über dem Gewässergrund oder knapp darüber aufhielten. Die Gamben/Hegenen waren schnell zu Wasser gelassen und tauchten in freudiger Erwartung auf den Gewässergrund hinab. Einen flüchtigen Moment lang fragt man sich dabei, habe ich die „richtigen“ Nymphen gewählt, beissen die Fische heute, doch schon verfliegen die Gedanken wieder, mittlerweile ist das Blei auf dem Seeboden angekommen. Schnur straffen und das Erste sanfte Heben und Senken der Montage kann beginnen. Rauf und runter, zwischendurch mal ruhig stehen lassen, dann vielleicht ein zittern, gewollt ausgelöst und auch immer wieder stehend längere Züge können den natürlichen „Tanz der Nymphen“ erfolgreich imitieren und darauf kommt es an.
Hanspeter und ich hatten sogleich mehrere feinste Zupfer, welche wir allesamt nicht verwerten konnten. Es schien fast so, als wenn die Fische sehr wohl die Nymphen berühren, sie aber nicht zu 100% einsaugen. Unserer Erfahrung zu Folge könnte dies zwei Gründe haben. 1. das Nymphenmuster passt nicht und dann müsste man die Gambe/Hegene wechseln. Was aber dagegenspricht sind die Fangerfolge damit an anderen Plätzen! 2. wir fischen zwar im richtigen Bereich, doch wir lassen den Fischen zu „viel“ Zeit, indem wir unsere Nymphen auf zu engem Raum bewegen. Ein vor sich her dümpelnder Köder lädt zum spielen ein, einen flüchtenden Köder, den muss „Fisch“ noch schnell schnappen.
Um diesen Reiz auszutesten gilt es die Gambe/Hegene hochzuziehen, auch 2 – 3m über den Grund. Diese Hochbewegungen müssen genau gleich langsam ausgeführt werden, wie die kürzeren Intervalle. Das Absenken der Montag ist bei diesem Beissverhalten sekundär und kann zügig ausgeführt werden. Selbstredend sind auch bei dieser Technik sämtliche Tricks, wie oben beschrieben, erlaubt, wenn nicht gar das Zünglein an der Waage. Vielfach stehen wir dazu auf, so lässt es sich besser höher Heben. In solchen Zeiten kommen die Bisse meist unverhofft und vehement. Es scheint fast wirklich so, als wollten sich die Felchen den Happen nicht entgehen lassen und erst im letzten Moment schlagen sie zu.
Nur wer jetzt mit voller Konzentration fischt und den Anhieb schnell genug setzt hat überhaupt eine Chance Felchen zu haken. Denn genau so schnell wie sie die Nymphen einsaugen, so schnell spucken sie diese auch wieder aus. Hängt der Fisch am Haken geht nun gleich die Post ab. Der erste Fluchtversuch geht meist in die Tiefe und verlangt vom Material gleich einiges ab. Hier zeigt sich, wie gut die Rute ist! Ob sie die nötigen Eigenschaften besitzt um Paroli zu bieten, oder sich der „Stecken“ nur im Spitzenteil krümmt und das harte Handteil dafür Verantwortlich ist, dass die Felche gleich ausschlitzt. Wenn die Felchen von unten her kommend ihre Beute jagen, kommt es auch immer wieder vor, dass sie nach unserem Anhieb die Flucht nach oben antreten. In diesem Fall sind wir als Fischer gefordert und haben dafür zu sorgen, dass wir sofort Schnur einholen und mit dem Fisch Kontakt aufnehmen. Der „Fight“ kann beginnen.
Ein Felchendrill ist mitunter das spannendste was es gibt. Ein Sprichwort sagt: „Dran ist noch nicht drin!“ (im Körbchen). Sorgsames, aber bestimmtes Drillen ist von Nöten, wir kontrollieren den Fisch, nicht er uns (das Ankerseil lässt grüssen). Ein letztes aufbäumen an der Wasseroberfläche, Kopf aus dem Wasser und hinein in den Feumer. Von der Theorie mit weicher Bremse zu fischen und die Felche sich im Zwischenwasser austoben zu lassen halten wir nichts. Ein Drill gehört zügig beendet, nur das ist Pro Fisch! Geht mal die Eine oder Andere Beute „verloren“, was soll`s, wir kämpfen nur um einen Fisch, der Fisch aber kämpft um sein Leben.
Unsere gemeinsam gefangenen Felchen ergaben zusammen über 2 kg Filets, welche wir am selben Abend mit unseren Familien, im Bierteig zubereitet, genossen. Ein krönender Abschluss für einen herrlichen Tag. Super wenn man von Freunden solche Infos erhält und sich diese in Form eines in jeder Hinsicht erfüllten Fischtages in die Tat umsetzten lassen. In diesem Sinne!
27.01.08
Januar 08
Getreu dem Motto „Nur die Nymphe im Wasser fängt Felchen“ stellt sich einem immer wieder die Frage, wie viel Zeit man aufwenden soll um die Fische zu suchen. Es ist mir bewusst, dass es zu diesem Thema verschiedene Meinungen gibt, nicht jeder (Felchen-) Fischer hat dieselbe Philosophie. Für mich ganz klar, wer zurzeit Fisch auf dem Tisch haben möchte, muss auch was tun dafür. Der Wasserkörper hat durchschnittlich 4 - 6 Grad und somit haben die Lebewesen darin immer noch auf „Energiesparmodus“ geschalten. Kleinere Mückenschwärme, vor allem in den flacheren Uferzonen, sind zwar schon tanzend auf dem Wasser zu beobachten, doch diese beeinflussen das Wanderverhalten der Nahrung suchenden Felchen kaum.
Die Felchen jagen die Larven der Zuckmücken und Eintagsfliegen. Diese steigen in regelmässigen Abständen aus dem Sediment der tieferen Wasser um ihrerseits selber zu fressen. Die Plätze gilt es zu suchen und zu finden, ein Fangerfolg ist meist garantiert. Wenn die Larven zum fressen aufsteigen, kann es sein, dass sie von den Unterwasserströmungen erfasst werden und wegdriften. Das passiert oft entlang von Schärkanten und je steiler das sie sind, desto schneller sind die Strömungen und somit auch die Drift der Benthos. Das lässt sich sehr gut beobachten, wenn die Felchenfischer auf ihren Booten in mehr oder weniger einer Geraden, immer wieder der Reihe nach Felchen fangen.
Wer die Topografie seines Gewässers kennt ist klar im Vorteil, doch auch genaue Beobachtungen des Ufersaums lassen gute Rückschlüsse auf den Verlauf der Schärkanten zu. Wer nun z. B einen Fischerkameraden auf dem Wasser antrifft und dieser freudig verkündet: „Hier beissen die Felchen!“, der sollte sich erst mal darüber Gedanken machen wie die Kanten verlaufen und wie ist die Ankerposition des „erfolgreichen“ Fischer dazu ist. Der Wind spielt eine sekundäre Rolle, er bestimmt zwar massgeblich die Ausrichtung des Bootes, doch da es ja auf den Verlauf der Schärkanten ankommt, dient die Richtung nur als Anhaltspunkt. Anhand dieser Beobachtungen weiss ich nun genau, wo ich mich am aussichtsreichsten platziere. Es gibt nur ein Vorne oder Hinten oder allenfalls seitlich betrachtet ein Links oder Rechts, wobei es dann nur noch auf die Strömungsverhältnisse ankommt.
Viele Fischer suchen oft grossflächig den See ab, was schon auch mal Ok ist, aber, wie so oft liegt der Kern der Geschichte im Detail und dem wird zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wer hat das nicht schon erlebt, der Wind bläst aus einer anderen Richtung, dass Boot dreht sich um 180 Grad und fertig ist es mit den Bissen!? Für den Weg zurück zum Fangerfolg gibt es nur zwei Möglichkeiten: 1. warten auf Wind, der das Boot in die Ausgangslage zurückdreht, oder 2. 5m zurücksetzen, um die Position selber wieder einzunehmen. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück ist doch so Nah!
Der Hochnebel lag zäh über dem Seeland und die Sonne zeigte sich erst im Verlauf des späteren Nachmittags. Wir fischten, wie seit beginn der Felchensaison 08, hauptsächlich in der Erlacherbucht. Die ausgetauschten Infos mit anderen Pimpmaster berichten durchwegs von guten Fängen, es wurde praktisch auf allen Booten gefangen (mehr oder weniger). An den bekannten Hot Spots beim Vogelturm, vor La Neuveville, der Bucht von Le Landeron und der Erlacherbucht versammelten sich abwechslungsweise eine grössere Ansammlung von Felchenfischern mit ihren Booten um ihr „Glück“ zu versuchen. Die roten Nymphen mit schwarzem Köpfchen sind nach wie vor zu den Favoriten zu zählen, es grüssen die Zuckmückenlarven. Die Wassertiefen die den meisten Erfolg versprechen, liegen zwischen 18 – 21m.
Vom Suchen zum Anbiss, vom Anschlag zum Drill, vom Fangerfolg bis zum Fisch auf dem Tisch. Es ist ein Privileg dies alles zu geniessen, deshalb gilt es auch das „Gesamte“ zu schätzen. Ich geniesse jede freie Minute auf/an dem Wasser und freue mich über jeden einzelnen Fisch. Bei weitem läuft es nicht immer so wie ich gerne möchte, aber, mit den Jahren und der Erfahrung immer öfter. In diesem Sinne!
19.01.07
Felchen Glück
Ist Felchenfischen (Fischen i. allg.) auch eine Glückssache? Ich meine ganz klar JA! Manches ist planbar, gar steuerbar, doch es gibt so viele Faktoren, die das Fischen niemals berechenbar machen. Das von vielen „Nichtfischern“ gerne in den Mund genommene Zitat: „Fischen ist reine Glückssache!“ stimmt in dem Fall, wenn wir es beim Faktor Glück belassen. Wer sich aber, mehr oder weniger, seine Gedanken auf dem Weg zum Fangerfolg vorab macht, seine persönlichen Erfahrungen in Erinnerung ruft und/oder Infos mit anderen Fischern austauscht, der ist seines „Erfolgs“ eigener Schmid.
Vor allem anfangs Jahr, wenn die Felchensaison losgeht, ist oft ein grösserer „Einsatz“ von Nöten, wenn man den ganzen Tag hindurch Felchen fangen möchte. Felchen suchen ist das Eine, Felchen finden das Andere! Ist das ein „Fressplatz“ oder haben wir nur die „Strasse gefunden, auf denen sie auf Futtersuche im See herumschwimmen? Was fressen die Felchen – fressen sie überhaupt an diesem Platz? Wie lange verweilen/ziehen sie gemäss Fishfinder unter dem Boot durch? Woher kommen sie und wohin könnten sie weiterziehen? Wie sieht es aus mit dem Wetter, Wind = Wellen, Sonne/Wolken = Licht - hell/dunkel, Wasserstand = Unterwasserströmungen, Wassertrübung = Sichtigkeit der Köder?
Dies sind einig der Faktoren, mir derer Hilfe wir unserem Glück auf dem Weg zum Fangerfolg nachhelfen können. Doch berücksichtigen wir einmal, dass sich die Zusammensetzung der einzelnen Faktoren stetig ändert und noch von diversen, uns nicht bekannten Einflüssen beeinflusst wird, so wird es mehr als verständlich, dass man kaum je in der Lage sein wird, eine allgemein verbindliche Voraussage zu machen. Für mich persönlich gilt: „Neuer Tag, neues Spiel!“
Bis Dato hatten wir immer Wetterglück, es war zumindest trocken. Was die Sonne anbelangt, ja na, so richtig bekamen wir sie noch nicht zusehen. Wenn es mal nicht bewölkt war, hiess es: „Unten grau und Oben blau“. Was die Temperaturen anbelangt, war es einfach meist zu kalt für mich und aus diesem Grund, vertraute ich, wie immer zu beginn der Felchensaison auf die Stroft Fluor, Ø 0.22, die sich wunderbar auf der KST – Spezi Felchenlaufrolle fischen lässt. Selbst bei niedrigsten Temperaturen läuft die Laufrolle wie ein feines Uhrwerk und das Felchenfischen/fangen wird zum Genuss. Dass das Gerät schon auf der Fahrt zum ersten Hot Spot zusammengestellt wird, versteht sich von selbst. Gambe/Hegene montiert, die Suche kann beginnen.
An den früheren Morgenstunden, waren die Boote oft rar oder weit herum verstreut. Ein jeder „arbeitete“ an seinem Glück und die Erfahrenen unter ihnen konnten dem auch immer wieder nachhelfen. Die Infos die ausgetauscht wurden waren aussagekräftig und stimmten im Allgemeinen mit der eigenen Erfahrung überein. Es gibt immer mehrere Hot Spots gleichzeitig und es beisst auch immer etwa gleichlang. Geduld ist weniger der Schlüssel zum Erfolg, nur die Suche nach den Plätzen, dort wo die Felchen auch fressen, bringt Fisch auf den Tisch. Wir konnten meistens den ganzen Tag Felchen fangen, wobei sich der zeitliche Aufwand für das Suchen rund um ein Drittel eines Fischtags belief, mal mehr, mal weniger. Die ständige neue Suche nach Felchen hat ihren speziellen Reiz, nie weiss man was einen erwartet, es lebe das Felchenfieber!
Kleine, grössere Ansammlungen von Felchenfischern sah man des öfteren in der Erlacherbucht, der Vinelzerbucht, beim Vogelturm, vor der St. Petersinsel auf den Auelen oder entlang dem Heidenweg. Es wurden Infos ausgetauscht und nicht selten löste sich der Tross nach und nach auf und jeder zog wieder seines Weges, auf der Suche seines persönlichen Felchenglücks. Auch wir hielten und halten es so, der Erfolg gibt uns Recht. Schwarze-, rote- und violette Nymphen waren und sind über den ganzen Tag erfolgreich. Es gilt zu probieren, ob es eine gemischte Gambe/Hegene sein darf oder ob eine unifarbige besser gefällt. Beissen die Felchen am Morgen am liebsten auf die rote Goldkopfnymphe, so kann es gut am Mittag wegen der Sichtigkeit die violette mit dem schwarzen Köpfchen sein und gegen Abend, insbesondere wenn es Hochnebel oder Wolken hat, wegen der Dunkelheit dann plötzlich die schwarzen Nymphenmuster wieder besser gehen. Probieren geht über studieren und bringt mir den Fisch!
Auch wenn wir immer, bei jedem neuen Fischtag, unsere gesamten Erfahrungen einbringen, so haben wir doch auch immer unser Quäntchen Glück dazu genossen. Die Natur zeigte sich gnädig und der See liess uns an seinem Schatz teilhaben. Es waren Gute bis sehr Gute Fänge möglich und mit Freuden dürfen wir berichten, dass wir schon das Erste Mal in der noch jungen Felchensaison 08 den Sack vorzeitig zumachen durften, Freude herrscht! Was bringt die Zukunft, wie geht es weiter? Ich meine, wenn ich es wüsste, wäre es doch schon wieder langweilig. In diesem Sinne!
02.01.2008
Felchensaison Eröffnung 2008
Eine jede Saisoneröffnung hat ihren eigenen Reiz und macht eine Solche für sich unwiderstehlich. Die Vorfreuden und die Anspannung am Abend davor, wohl wissend, dass das Material auf Vordermann gebracht wurde, lassen das Felchenfieber ansteigen. Am Neujahrsmorgen trafen Hanspeter und ich uns bei seinem Anlegeplatz im Zihlkanal, wo ich nicht nur mit einem heissen Tee im abfahrbereiten Boot begrüsst wurde, sondern von der Bise, die sich schon deutlich spürbar, empfindlich bemerkbar machte. Schon während der Fahrt den Zihlkanal hinunter Richtung Bielersee, waren die rollenden Wellen unter dem Schiffsboden mit ihren monotonen Rhythmen zu vernehmen. Was wird uns auf dem See erwarten, Temperaturen um den Gefrierpunkt und aufkommende Bise!?
Wie nicht anders zu erwarten, waren die Umstände alles andere als angenehm und demzufolge auch sehr wenig Boote auf dem Oberen Bielerseeteil auszumachen. Ein einziges Schiff mit ein paar Unentwegten versuchten ihr Glück ganz oben in der Erlacherbucht, in der nähe vom Einlauf des Zihlkanal in den See, auf ca. 18 – 20m, die anderen wenigen Boote waren entlang dem Heidenweg auszumachen. Nachdem die Sucherei mittels Fishfinder und einigen kurzen und sowie längeren Versuchen in der Erlacherbucht, wir fingen gerade Mal 2 Felchen, nicht den gewünschten Erfolg brachte, entschlossen wir uns, in die Bucht vor La Neuveville zu wechseln.
Um es auf den Nenner zu bringen, neben eingefrorenen Rutenspitzen, kalten Fingern und roten Nasen, die Felchen waren nicht einfach zu finden. Waren dann mal ein paar auf dem Bildschirm des Fishfinder auszumachen, verschwanden sie auch immer wieder schnell, wohin? Das wissen die „Götter“! Ein, zwei evt. drei Bisse und der Spuk war vorüber. Bis um die Mittagszeit vom 1. Tag hatten wir 6 Felchen in der Tiefkühltruhe und anbetracht der zunehmenden Bise, stand uns der Sinn mehr nach einem heissen Getränk und einer kleinen Zwischenmahlzeit. So entschlossen wir uns, dass Boot am Steg in La Neuveville festzumachen und uns für ein „Stündchen“ im Hotel / Restaurant Jean - Jacques Rousseau, bei Geschnetzeltem mit Nüdeli und Salat, aufzuwärmen. Hinterher noch einen feinen „Kaffee Lutz“ (mit Zwetschgenwasser, viel Zucker und sehr Hell) und schon ging es wieder los, auf die Suche nach den Felchen.
Erneut versuchten wir unser Glück gleich in der Bucht vor La Neuveville, waren wir doch dort ein weniger geschützter vor der zunehmenden Bise und den immer grösser werdenden Wellen auf dem See. Nachdem der Erfolg in der nächsten Stunde mehr als bescheiden ausfiel, 2 masige und 3 untermasige Felchen, fuhren wir zu unserem letzten Hot Spot für heute, etwas unterhalb von La Neuveville - in etwa Höhe Sportplatz, entgegen. Am Steilhang, auf ca. 21 – 22m Wassertiefe zeigte der Fishfinder verdächtige Symbole auf dem Bildschirm an, welche uns veranlassten, es hier ein weiteres Mal zu versuchen. Da ich bis anhin sämtliche Felchen auf die rote Nymphe mit dem kleinen, schwarzen Köpfchen fangen konnte, montierte ich kurz entschlossen eine 5 Gambe / Hegene, deren sämtliche Nymphen aus demselben Muster bestand.
Kaum war die Gambe / Hegen auf dem Gewässergrund angekommen und gespannt, konnte ich auch schon den ersten Anbiss verzeichnen und eine schöne, wohlgenährte 30iger Felche feumer. In den nächsten 45 Minuten folgten ihr noch weitere 4 masige Felchen und auch Hanspeter konnte deren noch 3 Stück erfolgreich landen. Die Sonne, die sich heute einige Male zeigte hatte nicht wirklich Kraft und da sich nun die Bise dazu entschloss weiter zuzulegen, viel uns die Entscheidung, für heute unsere Felchensaisoneröffnung 2008 abzubrechen, leicht. Morgen würde ein neuer Tag folgen und wie heisst es doch so schön: „Neuer Tag, neues Spiel!“ und immer schön mit der Hoffnung, dass der liebe Petrus ein einsehen mit uns Pimpmaster habe und „Väterchen“ Wind Einhalt gebiete.
Es sollte nicht sein! Für einmal mehr hatte Mutter Natur andere Pläne und das Erste was wir mit dem neuen Tag (minus 1 Grad) zu spüren bekamen war der Biswind (2 Bft. / ca. 10 kmh), der uns, wie schon Tags zuvor eisigkalt entgegen blies. Gegen 9.30 Uhr auf dem Bielermeer angekommen zeigten die 3 – 4 Boote, die auszumachen waren, dass es auch heute nichts mit einem gemütlichen Felchenpimpen werden würde. Unter Land fuhren wir unserem letzten Hot Spot von gestern entgegen, erstens wollten wir, da wir ja schon soweit waren, es nun genau wissen und zweitens, durchgefroren waren wir ja auch schon. Kurzum, ein paar Felchen konnten wir auch heute verhaften, doch die zügige Bise (ohne Sonne) und vor allem die daraus entstehende Kälte lies keine so richtig gute Stimmung aufkommen und um die Mittagszeit hatten Hanspeter und ich für heute genug von vereisten Ringen an der Felchenrute, klammen Finger und triefenden Nasen, wir machten uns auf den Nachhauseweg.
Der Felchensaisonstart 2008 war ein Saisonstart der besonderen Art, nicht immer kommt es so wie „Mann / Frau“ es sich wünscht. Was die Felchen anbelangt, damit kann ich gut leben, so war und ist es halt oft in der kalten Jahreszeit, zu Beginn des Jahres. Ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen „wärmer“ wird (Plus Grade und/oder kein Biswind) und somit stünde einem weitern Felchenfischen auf dem Bielersee in der Neujahrswoche nichts im Wege.
Auf eine fischreiche Saison, in diesem Sinne!
Pro Fisch
Die Freuden, die wir beim Fang eines Fisches erleben dürfen, sind immer wieder auf das Neue spannend und unvergleichlich schön. Wer in Harmonie mit der Natur und seinem Geist seine Fähigkeiten richtig einsetzt, wird des Öfteren mit einem herrlichen Fang belohnt. Viele Wege führen nach Rom, auch wenn es darum geht einen Fisch zum Anbiss zu verführen. Das ist auch gut so, denn gäbe es ein Erfolgsrezept, evt. mit Fanggarantie, wäre die Fischerei keine Herausforderung mehr und würde ihren Reiz schnell einmal verlieren.
Viele Fischer wollen jeden Fisch mitnehmen, während andere fordern, dass jeder erbeutete Fisch wieder zurückgesetzt werden muss. Dieser Disput ist unnötig, denn es ist eine Tatsache, dass die Fischbestände in den meisten Gewässern zurückgehen, obwohl es Fanglimiten gibt. Es ist nichts Unmoralisches daran, einen oder mehrere Fische zum Essen mitzunehmen. Wer hingegen sein Körbchen aus kommerziellen Gründen füllt, hat noch nicht erkannt, dass die Fischbestände auf der ganzen Welt unter einem immensen Druck stehen. Die Überfischung ist nur ein Faktor, weitere sind Umweltverschmutzungen, sowie industrielle und landwirtschaftliche Erschliessungen.
Freuen wir uns leise, auch wenn wir einen guten Fisch gefangen haben, denn wir werden am Respekt, den wir gegenüber dem Lebewesen Fisch haben gemessen. Wer erst einmal die Erfahrung gemacht hat, dass die Faszination beim Fischen weit über den Fisch und Fang hinausgehen, wird erkennen, dass das Fischen einen eigenen Spirit hat, der sich nicht in Worte fassen lässt. Die Gedanken für den Wert fairen Fischens müssen sich schärfen, damit uns und unseren Nachkommen der Fischbestand erhalten bleibt. Weder das gesprochene, noch das geschriebene Wort alleine genügen, nein, es bedarf des richtungweisenden Vorbild eines jeden Einzelnen. Diese Erkenntnis führt uns hin zum unbeschwerten Fischen und zur Freude an der Natur, losgelöst von jedem Erfolgszwang, stets ein fairer Gewinner zu bleiben.