Pro Fisch bedeutet beim Felchenfischen, Fairness gegenüber den Fischen und unseren Fischerkameraden.
Gerade unter den Felchenfischern ist ein rücksichtsvolles Verhalten am Fischwasser sehr wichtig. Da sich an den Hot-Spots oft sehr viele Schiffe versammeln, ist eine gewisse Rücksichtnahme auf andere Schiffe notwendig. Wenn man so einen Platz anfährt, unbedingt immer genügend Abstand zum nächsten Schiff halten und auch fragen ob der Abstand reicht. Man vermeidet so manche unnötige Konfrontation und lernt oft neue Fischerkameraden kennen. Felchenfischen bedeutet auch gemeinsames Fischen unter Freunden.
Da mit der Gamben/Hegenentechnik an guten Tagen ausserordentliche Fänge möglich sind, ist Selbsteinschränkung sehr wichtig. Niemand hat etwas davon in einem Jahr hunderte Felchen zu fangen, dadurch zusätzliche Limiten heraufzubeschwören, um ein Jahr später der Felchenfischerei nur noch eingeschränkt nachgehen zu können.
Mindestmasse sollte man ohne Hinweis eines Kontrolleurs einhalten. Da Felchen sehr empfindliche Fische sind, ist ein schonender Umgang sehr wichtig und man darf untermassige Felchen oder solche die man zurücksetzt, nur mit nassen Händen anfassen. Leider gibt es unter den Felchenfischern auch schwarze Schafe die statt eines Fischmasses eine Pfanne dabeihaben und alles abschlagen was in ihr platz hat.
Dem müssen wir entgegenarbeiten und durch unser Verhalten am Gewässer, dass vielerorts angeschlagene Bild der Gambe/Hegenefischerei wieder aufbessern.
Nur so können wir in Zukunft gemeinsam eine gute Felchenfischerei gewährleisten!
Pro Fisch und Natur!
Pro Fisch / Teil II
Jeder Fischer sollte seine Einstellung zum Thema Fisch, Fang und Technik selber für sich kritisch prüfen. Nicht der Sport sollte im Vordergrund stehen, viel eher die Technik und die Beute scheinen mir, sind der Ausdruck eigener Geschicklichkeit und sollte das Mass aller Dinge sein. In vielen Bereichen hat die Menschheit erkannt, dass man mit Hegemassnahmen und Pflege der Natur auf dem richtigen Weg ist, doch finden Appelle in gewissen Fischerkreisen, sehr wenig gehör. Leider hat sich die Erkenntnis noch nicht durchgesetzt, dass in unseren Gewässern heute keine unerschöpflichen Fischreserven mehr vorkommen. Dass es wichtig ist, dass jeder einzelne von uns, mit einer gesunden „Selbstbeschränkung“ seinen Beitrag dazu leisten kann, damit noch unsere Kinder und Enkel, sich dereinst an unserem schönen Hobby erfreuen dürfen.
Noch heute erliegen viele Fischer dem Irrglauben, dass sich der Erfolg ausschliesslich an der Anzahl der gefangenen Fische messen lässt. Viel mehr trifft zu und das war schon immer so, dass der Erfolg auf die eigene Geschicklichkeit zurück zu führen ist und dem zu Folge als Gradmesser die Hauptsache sein sollte. Der Sinn für den „Wert“ muss sich entschärfen, damit der Fischbestand im Allgemeinen erhalten bleibt und sich wieder erfolgreich vermehren kann.
Ich stelle artgerechtes Fischen und technisches Können auf eine Stufe. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass es ohne perfektes Rüstzeug keine faire, zeitgerechte Einstellung gegenüber der Fischerei geben kann. Erst die Aussichten durch eigenes Können gute Fangergebnisse zu erzielen, entbindet uns von dem Zwang, die fragwürdige Bestätigung einzelner Erfolge im Weidenkörbchen nach Hause tragen zu wollen. Wer mit der Technik nicht umzugehen weiss, erliegt schneller der Versuchung, sein Ansehen durch vorweisen von grossen Fängen bestätigt zu sehen.
Diese Erkenntnisse führen uns zum unbeschwerten Fischen und zur Freude am Hobby, dann erst lernen wir das Gefühl kennen, ohne jeden Fangzwang und mit technischem Gespür, ein in allen Belangen fairer Sieger zu bleiben.
Pro Fisch und Natur!
Pro Fisch / Teil III
Die Freuden, die wir beim Fang eines Fisches erleben dürfen, sind immer wieder auf das Neue spannend und unvergleichlich schön. Wer in Harmonie mit der Natur und seinem Geist seine Fähigkeiten richtig einsetzt, wird des Öfteren mit einem herrlichen Fang belohnt. Viele Wege führen nach Rom, auch wenn es darum geht einen Fisch zum Anbiss zu verführen. Das ist auch gut so, denn gäbe es ein Erfolgsrezept, evt. mit Fanggarantie, wäre die Fischerei keine Herausforderung mehr und würde ihren Reiz schnell einmal verlieren.
Viele Fischer wollen jeden Fisch mitnehmen, während andere fordern, dass jeder erbeutete Fisch wieder zurückgesetzt werden muss. Dieser Disput ist unnötig, denn es ist eine Tatsache, dass die Fischbestände in den meisten Gewässern zurückgehen, obwohl es Fanglimiten gibt. Es ist nichts Unmoralisches daran, einen oder mehrere Fische zum Essen mitzunehmen. Wer hingegen sein Körbchen aus kommerziellen Gründen füllt, hat noch nicht erkannt, dass die Fischbestände auf der ganzen Welt unter einem immensen Druck stehen. Die Überfischung ist nur ein Faktor, weitere sind Umweltverschmutzungen, sowie industrielle und landwirtschaftliche Erschliessungen.
Freuen wir uns leise, auch wenn wir einen guten Fisch gefangen haben, denn wir werden am Respekt, den wir gegenüber dem Lebewesen Fisch haben gemessen. Wer erst einmal die Erfahrung gemacht hat, dass die Faszination beim Fischen weit über den Fisch und Fang hinausgehen, wird erkennen, dass das Fischen einen eigenen Spirit hat, der sich nicht in Worte fassen lässt. Die Gedanken für den Wert fairen Fischens müssen sich schärfen, damit uns und unseren Nachkommen der Fischbestand erhalten bleibt. Weder das gesprochene, noch das geschriebene Wort alleine genügen, nein, es bedarf des richtungweisenden Vorbild eines jeden Einzelnen. Diese Erkenntnis führt uns hin zum unbeschwerten Fischen und zur Freude an der Natur, losgelöst von jedem Erfolgszwang, stets ein fairer Gewinner zu bleiben.
Pro Fisch und Natur!
Pro Fisch / Teil IV
Pro Fisch ist ein bislang eher selten gehörter Begriff und wer sich dem verschrieben hat, steht oft vor einer schwierigen Aufgabe. Pro Fisch stellt ohne Zweifel gegenüber den anderen Anliegen des Tierschutzes eine gleichwertige Problematik dar. Andere Tiergattungen sind gegenüber den Fischen nicht höherwertiger. Fische verdienen die gleiche Beachtung und denselben Respekt, der auch anderen Tieren zu Teil wird. Leider orientieren sich noch heute viele Fischer, Vereine und überhaupt die Menschheit im Allgemeinen, immer noch mehr am Kriterium der Öffentlichkeitswirkung bei ihrem Handeln. Weite Teile der Bevölkerung verfügen über eine, bedauerliche Weise, mässige Umweltbildung und so lassen sich, immer schön durch die Rosa gefärbten Brillengläser betrachtet, ideologisch orientierte, klischeehafte Behauptungen leicht vermitteln.
Viele andere Tiergattungen lassen sich auf den ersten Blick sympathischer darstellen als Fische. So ist zum Beispiel der Einsatz für Vögel im eigenen Garten, über Wasservögel in öffentlichen Parkanlagen, die oftmals das ganze Jahr mit Freuden gefüttert werden, bis hin zu den Predatoren, welche man doch nicht einfach vergrämen oder gar abschiessen kann, ungleich höher als für Fische. Letztere kennen viele Menschen ja nur noch paniert, tiefgefroren und rechteckig. Und wenn dem Einen oder Anderen doch bekannt sein sollte, dass es eine Naturform davon gibt, so wird diese als eine reine Selbstverständlichkeit, mit unerschöpflichen Ressourcen betrachtet. Wie schlimme es wirklich darum steht belegt folgende Aussage eines Bekannten von mir der liebend gerne viel Fisch verspeist: „Wo es Wasser gibt, da leben auch Fische darin!“
Wer Fische und die Natur schützen will, muss sie auch nachhaltig hegen, pflegen und nutzen. Es gibt viel zu Tun, packen wir es an. Gehen wir als Fischer mit gutem Beispiel voran, jeder Einzelne kann seinen Beitrag dazu leisten. Korrekter und Nachhaltiger Umgang mit der Kreatur Fisch sowie stetige Öffentlichkeitsarbeit, in Form von Informationen von Fischer für Nichtfischer (z. B. Fragenstellende am Wasser, Konsumenten, oder am Stammtisch, u.s.w.), können schon mal ein Nachdenken bewirken. Fische können nicht sprechen und sich nicht beklagen, aber, haben sie deshalb keine Rechte!? Wie steht es mit ihrem Anrecht auf naturbelassene Habitate, mit einer Wasserqualität sowie einer Wassermenge, die ihnen ein vollständiges Nahrungsangebot und eine selbständige Vermehrung garantiert? Fischschutz, Renaturierung und Umweltschutz sind die Schlagwörter, die es gilt unseren Mitmenschen näher zu bringen, im Namen von Pro Fisch. In diesem Sinne!
Pro Fisch und Natur!
Pro Fisch / Teil V
Es ist unschwer zu erkennen, wir Menschen sind mittendrin. Ob nun am Anfang oder am Ende - es spielt keine Rolle - denn nur wir tragen die Verantwortung. Die Verantwortung für unser Handeln wurde uns durch die Evolution in die Wiege gelegt, nur wir Menschen verfügen über ein Hirn das fähig ist, unser Handeln sorgfältig abzuwägen. Täglich werden zahlreiche Arten Ihrer Lebensgrundlagen beraubt, teils werden sogar ganze Ökosysteme und Landschaften aus reiner Geld- oder Machtgier zerstört. Immer und öfters ist von höchster Stelle zu vernehmen, dass ein jeder Landesführer oder die sich aus solchen zusammensetzenden Räten, die Verantwortung als oberstes Gebot auf ihre Fahnen schreiben, zumindest verkünden sie dies meist am lautesten. Aber wie bitte meine Herren steht es mit der Sorgfalt!?
Pro Fisch - Pro Natur
Der seit Jahrhunderten bestehende Einklang mit der Natur ist weltweit durch die Industrie und den Raubbau an ihr gewaltig gestört worden. Längerfristig bringt es keinem was, wenn bei einem „Schnellschuss“ eine Fabrik im hintersten Nirgendwo errichtet wird (auch wenn es die Gesetze vor Ort zulassen), die zwar ein paar hundert Nasen vorübergehend Arbeit und Einkommen bietet, aber, die ungeklärten Abwasser in ein seit jahrtausenden jungfräulich reines Gewässer abgeleitet werden. Oder der „Dreck“, der aus den Kaminen ungefiltert aufsteigt und viele Kilometer weit sich in Form von saurem Regen auf alles Leben ergiesst - die Luft verpestet, Gemüse, Obst, jegliches Nahrungsmittel, sowie Tier- und Viehfutter mit diversen, oft undefinierbaren Giftstoffen belastet und zu guter Letzt in der Nahrungskette die Menschen und überhaupt sämtliche Lebewesen krank macht.
Pro Fisch - Pro Natur – Pro Mensch
Wir sind der Anfang und wir sind das Ende – was dazwischen passiert können wir mitbestimmen. Jeder Einzelne von uns muss lernen bewusster zu handeln, sorgfältiger zu wählen, um damit seine persönliche Verantwortung schon im Kleinen wahrzunehmen. Werft nicht immer alles gleich achtlos weg, nur weil es die Anderen auch tun. Trennt Euren Abfall und entsorgt ihn an den dafür vorgesehenen Einrichtungen. Schaut genauer woher eure Nahrungsmittel kommen, dasselbe gilt auch für alle anderen käuflichen Produkte. Stellt euch z.B. einmal folgende einfachen Fragen: „Woher stammt das Produkt und unter welchen Umweltaspekten wird es hergestellt?“ Bei den meisten von uns müsste dann die Erkenntnis in etwa so aussehen: Muss ich nun wirklich Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse von dem hinter und letzten Platz irgendwo auf unserer Erde immer und jederzeit in den Regalen der Warenhäuser vorfinden? Warum kann ich mich nicht mit dem zufrieden geben, was mir die Mutter Natur in angemessener Nähe saisonal bietet? Wenn ich mich meinen Gelüsten hingebe und so auf frische Beeren aus „Hinterweissichnichtwo“ mitten im Winter nicht verzichten kann, so nehme ich in Kauf, dass solche Produkte über tausende Kilometer verschifft, geflogen und gekarrt werden – das Unmengen von Treibstoffen dafür benötigt werden und was am schlimmsten am Ganzen ist, dass ich meine Sorgfalt einfach auf die Seite geschoben habe.
Pro Fisch - Pro Natur – Pro Mensch - Pro Zukunft
Bringt das billigere TV Gerät wirklich einen Vorteil, na ja, sicher erstmal im Geldbeutel, aber langfristig? Wenn ein Produkt billig sein muss, dann muss es auch unter billigen Umständen hergestellt werden. Da bleibt kein Geld für gute Filteranlagen, da werden die Tage schnell zur Nacht, derart verdunkeln die Rauchwolken der Kamine den Tageshimmel. Das Wasser der Bäche, Flüsse und Seen weisst die unterschiedlichsten Farben auf, hervorgerufen durch vielfach giftige chemische Substanzen. An - sowie in - vielen solchen Gewässern ist leider kein Leben mehr möglich und dennoch, die Menschen und die Tiere die dort leben sowie die Natur die dort gedeiht, sind von diesem „Wasser“ abhängig – Sie haben kein anderes! Jede Verarmung der Biosphäre muss verhindert werden. Es darf nicht geschehen, dass in wenigen Jahrzehnten grosse Teile einer Evolution von Millionen von Jahren unwiderruflich ausradiert werden. Es gäbe mit Sicherheit noch viele Beispiele die ich hier aufführen könnte, doch darum geht es mir in erster Linie nicht und ich will uns Menschen auch nicht schlechter machen als wir sind. Vielmehr möchte ich aufzeigen, dass es auch für jeden Einzelnen von uns gar nicht schwer ist einen kleinen Beitrag zu leisten und Verantwortung zu übernehmen – aber bitte, immer mit der nötigen Sorgfalt, Danke Freunde. In diesem Sinne!