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         Infos und News zum Thema Felchenfischen auf dem Bielersee



17.09.2006

Saison Rückblick 2006

Die Felchensaison 2006 auf dem Bielersee darf man als gut bezeichnen, ich Meine, sogar als sehr gut.

Obwohl die Wetterkapriolen, mit denen die Menschheit sich in den nächsten Jahren zu auseinander setzen hat, unabdingbar sein werden und wir es so nehmen müssen wie es kommt, sind meine Felchenfänge dieses Jahr, im Durchschnitt sehr gut ausgefallen und ich bin mehr als zufrieden mit der Saison 2006.

Als zur Arbeitergilde gehörender, konnte ich es mir nicht immer aussuchen und wurde so, des Öfteren vor die Qual der Wahl gestellt. Ob Regen oder Wind, oder nicht selten beides miteinander, nur, die Nymphe die nicht im Wasser ist, fängt keine Fische! Wer die Wahl hat, hat die Qual.

FelcheDer Verlauf der Natur hinkte Zeitweise, gegenüber anderen Jahren hinter her. Die Einzelnen, sonst deutlich bemerkbaren Übergänge waren zum Teil verschwommen, oder gar nicht wahrnehmbar. Es galt, sich von Heute auf Morgen umzustellen, die Einzelheiten nach dem wieso und warum, erst gar nicht lange zu hinterfragen, sondern sich schnellst möglichst anzupassen. Wenn auch die eine oder andere Frage zum Thema interessant geklungen hat, so war meist bei den Antworten immer ein „Wenn und Aber“ dabei und es konnte keiner eine, sagen wir mal, allgemein verbindlichen Erklärung liefern. Ich finde, dass ist auch nicht immer nötig, man sollte sich mehr mit dem „Ist“ abfinden und versuchen, sich anzupassen!

In solchen Zeiten, wo nicht immer alles ist wie es einmal war, oder sein sollte, zeigt sich, was die Offenheit und die Ehrlichkeit, die wir Fischer untereinander pflegen, wert ist. Ein Hallo hier, eine Auskunft da und schon fliesen Informationen, was das Wie, Wo und Was, zum erfolgreichen Fischfang betrifft. Ob Einsteiger, oder alter Spezi, wir alle sind froh, wenn auch wir solche Auskünfte bekommen und sollten deshalb nie, mit unseren Eigenen zurückhalten. Auf die Felchensaison 2007!


Von Fischer für Fischer!

Ich möchte mich noch bei allen Freunden, die mich unterstützen bedanken. Eure Infos und Berichte lasse ich hier einfliessen und ohne eure Hilfe wären solche Geschichten/Berichte, wie sie hier unter „Felchenfieber“ stets nach zu lesen sind, nur schwer möglich. Danke Freunde!


Die Felchensaison 2007 startet am: 01.01.2007


Felchenfieber

Aktuelles zum Thema Felchenfischen

erscheint wieder mit News ab Januar 2007



03.09.2006

Felchen statt Egli

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Es war noch dunkel um 6 Uhr Morgens und die Temperatur durfte man ruhig mit frisch bezeichnen, denn es waren gerade einmal 12 Grad. Nun, kein Problem, die wärmende Jacke schnell über die Weste gezogen und schon fühlte es sich viel angenehmer an. Die Suche nach den Egli konnte beginnen.

!? Felchenfieber – Egli !? Zur Erklärung: Da ich mit der Felchensaison 06 abgeschlossen habe, dass Felchenfieber langsam am ausklingen ist und ich mich nun auf die Egli und Hechte konzentriere, hatte ich einen Bericht zum Thema Felchen nicht mehr vorgesehen. Aber eben: „Erstens ………............. und zweitens ……….............!"

Ersteres ist schnell abgehakt. Die Egli habe ich nicht gefunden, weder früh morgens bei der Jagd nach Brutfischen mit dem Buldo, noch mit Jucker, Wobbler, Twister und Spinner. Einzig die Freunde Peter und Thomas hatten Erfolg, ihnen gelang es in der Bucht von Le Landeron in 14-16 m Wassertiefe, einige schöne Egli zu überlisten. Die Egli bissen ausschliesslich auf die Gambe/Hegene, bestückt mit Maden, angeboten dicht über den Gewässergrund. Die Abendstunden, haben sich als die besten Stunden zum Eglifischen heraus gestellt. Ich für meinen Teil wollte die Maden noch schonen und versuchte mein Glück an tieferen Stellen zu suchen.

Thomas und Peter

Ich arbeitete mich auf der Suche nach den Eglischwärmen langsam Richtung Seemitte vor und wurde, was die Fische auf dem Display des Fishfinders anbelangte bei 19-21 m auch fündig. OK, Fische gefunden, Anker gesetzt und die Gambe/Hegene zu Wasser gelassen, harrte ich der Dinge, die Angesichts des vollen Displays meine Erwartungen schürte. Die erste Reaktion auf den Köder (Nymphen, Japanseide rot, ohne Zusatz) liess nicht lange auf sich warten und zu meiner Freude, war es gleich mal ein massiges Egli. Das liess sich mal gut an und ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn es so weiter gegangen wäre! Wenn und aber zählen nicht und wie oben geschrieben, die Egli wollten mir nicht gefällig sein und meine Köder nehmen, es sollte das einzige masige Egli vom Wochenende bleiben.

Dinu und Fernand

Der nächst Biss war ein Heber und die ersten Fluchten nach dem Anschlag, liessen klar Erkennen, da hatte doch ein Felche der Nymphe nicht wieder stehen können. Kein Problem, erst Egli, dann Felche, mir soll es Recht sein. Denkste! Obwohl nach wie vor viele Fische auf dem Display des Fishfinders auszumachen waren, ausser ein, zwei, drei kleinen Egli und einer untermasigen Felche, war es für die nächste Stunde vorbei mit Bissen. Kein Wunder, lautete nach dem Fischergruss die erste Frage unter Freunden: „Beissen die Fische, oder läuft auch nicht viel?“. Die Antwort darauf war schnell gegeben, Geduld und Aufmerksamkeit war der Schlüssel zum Erfolg. Zwischen 10-12 Uhr zeigten sich die Fische wieder beissfreudiger und es wurden schöne Felchen und kleine Egli gefangen.

Fernand im Felchendrill

Die Zeit der grossen Fänge ist eindeutig vorbei und für einmal stand nicht die Anzahl der gefangenen Fische im Mittelpunkt, sondern die Freude an jedem einzelnen Fisch. Diese, wie ich finde, kommt in solchen Zeiten in den Augen und Gesichtern von uns Fischer mit einem Ausdruck zur Geltung, der die Anspannung und Konzentration, sowie die Freude, die von ganz innen kommt, zum Vorschein bringt. Dieser Moment der Freude und das Bewusstsein, dass Richtige zur richtigen Zeit getan zu haben, von Erfahrung und Gefühl nicht im Stich gelassen, sind die Momente, die meist schwer in Worte zu fassen sind. Die bis Dato unveröffentlichte Dissertation zur Krankheit „Felchenfieber“ könnte meines Erachtens ihren Ursprung in eben diesen Momenten haben.

Stuckilaufrolle mit Bielersee Felche

Ich werde die Egli weiterhin suchen und muss der Korrektheit wegen anfügen, dass Hanspeter und ich den ganzen Sonntagvormittag versucht haben beim Schleppen Hechte zu fangen, was uns aber nicht gelungen ist. Sollten mir die Felchen bei der Suche nach den Egli weiter über den Weg schwimmen, bin ich nicht traurig darüber und freue mich über jeden unerwarteten Fang. Oder doch nicht ganz unerwartet? Vielleicht könnte Mann ja das nächst WE mal vorbeischauen, was die Felchen machen! Habe ich nicht oben geschrieben, die Felchensaison ist vorbei? Muss mich mal lesen, bitte einen Moment Geduld! Na ja, was solls, die einen heiraten zweimal die gleiche Frau, der andere gibt seinen Rücktritt vom Rücktritt und ich verschiebe halt das Saisonende von WE zu WE. In diesem Sinne, bis zu nächsten Mal.



27.08.2006

August 06

Petrus meint es gut mit uns Felchenfischern, schon am frühen Morgen schien die Sonne und es machte richtig Freude, mit dem Schiff, hinaus auf den See zu fahren. Wie ich schon das letzte Mal geschrieben habe, naht die Felchensaison 2006 auf dem Bielersee langsam aber sicher dem Ende entgegen und dementsprechend eingestellt, unternehme ich einen letzten Versuch die Fische zu finden. Das ich mit diesen Gedanken heute Morgen nicht alleine war, zeigen die kleinen Gruppen von Schiffen an den verschiedensten Hot-Spot`s. Die meisten Fischer wussten nicht viel zu berichten, es ging wohl allen gleich.

Felchenfischen auf dem Bielersee

Es wurden zwar Felchen gefangen, eine hier, die andere da, doch wenn die Felchen wieder weg waren, ging es zeitweilig manchmal länger, bis wieder etwas die Rutenspitze zum vibrieren brachte. Es ist zwar eine Freude die grossen Schwärme der Eglibrutfischen zu beobachten, die Zukunft scheint gesichert, doch wo sind die masigen Fische!? In den letzten Jahren, abgesehen von einigen wenigen Ausnahme Jahren, sind die Egli im Bielersee lange nicht mehr so präsent, wie zu früheren Zeiten. Ob das im direkten Zusammenhang mit der Zunahme der Felchen zu tun hat, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber man macht sich halt so seine Gedanken.

Bielersee Egli

Nach wiederholter längerer Suche, gelang es mir vor der Insel, entlang der Auelenkanten in 18 m Tiefe, die ersten zwei Felchen zu überlisten. Eine weitere fing ich auf der Höhe Vogelturm (entlang dem Heidenweg)  in 20 m Tiefe und drei Fische gingen mir vor der Hafeneinfahrt Le Landeron, in 16 m Wassertiefe auf die schwarzen Nymphen. Die fängigsten Nymphen waren schwarz mit roten Köpfchen, auf VMC Haken gold, Gr. 12. Alle Felchen wurden unmittelbar über dem Gewässergrund (max. 1 m) gefangen. Langsames ziehen oder einfach stehen lassen, war die erfolgreichste Technik.

Felche mit Nymphe

Ich bin nicht traurig das die Felchensaison 2006 zu Ende geht, dass ist jedes Jahr so und die neue Saison kommt ja auch bald wieder (01.01.07). Ich nutze diese Pause, um meinen weiteren fischereilichen Interessen nach zu kommen. Da währe die Fischerei auf Egli, Hecht und die Äschen. Auch widme ich mich vermehrt der Nymphenbinderei und pflege Kontakte zu Freunden, oder strecke meine Füsse ganz einfach unter den Tisch und lasse es mir gut gehen! Ich wünsche allen Freunden der Felchenfischerei eine fischreiche, kurze und erholsame Zeit!



20.08.2006

Felchen fangen .........

Felchen fangen ist nicht schwer, Felchen finden dagegen sehr!

Die Felchen befinden sich endgültig auf dem Rückzug, wohin, gute Frage. Mehr zum Thema Fische suchen, finden und fangen: Hier >> . In den Buchten vor Le Landeron, Erlach und Vinelz sind die Felchen, wenn überhaupt nur einzeln oder in kleinen Schwärmen zu finden. Das Wetter war Ok (trocken und warm) und es versammelten sich immerhin noch gut zwei dutzend Felchenfischer mit ihren Booten an den Hot Spots, um vielleicht ein letztes Mal in dieser Saison zu versuchen, einige Felchen zu überlisten.

Felchenfischen vor Erlach

Am Samstag wollten wir es wissen! Nachdem wir es 2-3 Stunden vergeblich an den in der letzten Zeit üblichen Plätzen auf Felchen versucht hatten, starteten wir die Aktion Felchen suchen. Von Vinelz aus ging es erst einmal Richtung Hagneck, von dort aus vor die St. Petersinsel an die Kanten der Auelen. Vor Ligerz haben wir die Felchen ebenso gesucht, wie beim Vogelturm entlang dem Heidenweg. Wir haben, was Felchen anbelangt, nichts Fangbares gefunden! Das wir auch nach den Egli schauten, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Doch auch hierzu kann ich keine Erfolgsmeldung berichten, leider!

Felche

Am Samstag fing ich eine einzige masige Felche und drei Egli. An den meisten Orten an dehnen wir die Felchen suchten, fingen wir auch Fische. Kleine Egli (5-10 cm), kleinen Felchen (10-15 cm) und grosse Weissfische (Winger). Goldkopf- und Schwarzkopfnymphen waren unsere Köder. Die drei Egli die ich fangen konnte, bissen allesamt auf den Oberflächen Wobbler Sammy von Lucky Craft. Mehr zum Thema Lucky Craft und Egli: Hier >>. Ich konnte während des ganzen Tages keine einzige Jagd an der Wasseroberfläche ausmachen und deshalb stufe ich die Fänge eher als Zufall ein.

Bielersee Egli

Am Samstag fing ich eine einzige masige Felche und drei Egli. An den meisten Orten an dehnen wir die Felchen suchten, fingen wir auch Fische. Kleine Egli (5-10 cm), kleinen Felchen (10-15 cm) und grosse Weissfische (Winger). Goldkopf- und Schwarzkopfnymphen waren unsere Köder. Die drei Egli die ich fangen konnte, bissen allesamt auf den Oberflächen Wobbler Sammy von Lucky Craft. Mehr zum Thema Lucky Craft und Egli: Hier >>. Ich konnte während des ganzen Tages keine einzige Jagd an der Wasseroberfläche ausmachen und deshalb stufe ich die Fänge eher als Zufall ein.

Bielersee Felchen

Die Natur ist in Bewegung und kein Tag ist wie der Andere. Das Wasserkörper ist vom Hochwasser her immer noch sehr aufgewühlt und auf dem ganzen See treiben riesige Flächen von losem Seegras (Kraut). Dass es doch noch verwertbare Fische im Bielersee hat, zeigt der Fang vom Sonntagvormittag. Nach dem wir es nach wiederholter, längerer Suche beinahe aufgegeben hätten, zeigte der Fishfinder an den Schärkanten vor der Anlegestelle bei der St. Petersinsel in 21 m Wassertiefe, interessante, grosse Fischsymbole an. Innert einer Stunde konnte ich 7 schöne Felchen fangen und dann waren die Fische schon wieder weiter gezogen, nichts ging mehr. Ja, so läuft das zum Ende der Felchensaison hin: "Heute Flop, morgen Top!" Trotz allem Aufwand werde ich versuchen die Felchen noch ein letztes Mal zu finden. Solange die Egli nicht wirklich den Oberen Seeteil heimsuchen,  ist das finden von kleineren Schwärmen nicht gerade einfach und die Fänge bleiben bescheiden. Und bis sich das Wasser nicht wieder aufgeklärt hat, ist es auch mühsam auf Hecht zu schleppen (das liebe Kraut). Ab Ende August, ist dann für mich zumindest, endgültig die Felchensaison vorbei!



14.08.2006

Wettersturz

Da soll einmal einer sagen es wäre nichts los! Würde ich hier über das Wetter schreiben, könnte man je nach Betrachtungsweise ganze Seiten füllen. Doch danach steht mir nicht der Sinn. Wer sich trotzdem selber ein Bild über die aktuelle Situation auf dem See machen möchte, der schaue Hier >>.

Markus „genoss“ seine letzten Ferientage und war zum Schluss froh, dass ihm keine Schwimmhäute gewachsen sind. Und war es nicht der Regen, war es in den letzten Tagen der Wind, der einem die schon leicht unangenehmen Temperaturen, noch kälter fühlen liess. Die Fische scheinen dies auch zu spüren. Durch den andauernden kräftigen Wind wird der Wasserkörper umgewälzt, die Sprungschichten verschieben sich und somit hat der Wandel der Natur, wie übriges jedes Jahr, bereits eingesetzt. Nichts desto trotz, die Felchen sind zurzeit noch immer in der Erlacherbucht, Höhe Hafen Einfahrt und Erlacherschloss, zwischen 19m-21m am Boden zu fangen.

Markus

In vielen Kantonen war die vergangene Woche die Letzte Schulferienwoche und deshalb waren an den wenigen fischbaren Tagen doch noch einige Felchenfischer auf dem See unterwegs. Die fängigsten Köder sind nach wie vor Goldkopfnymphen und Schwarzkopfnymphen in dunklen Farben (schwarz, d-blau, d-braun, d-grün, d-violett). Am frühen Morgen haben sich Nymphen mit Hakengrössen 14 bewährt, ab 10 Uhr nahmen die Felchen auch die 12er Nymphen wieder ganz gut. Die Natur ist in stetem Wandel und wer die Zeichen erkennt, ist dem Erfolg näher.

Felchenfischen auf dem Bielersee

„Vollpackung“! 25 Felchen. Ob es in dieser Saison noch zu vielen solchen Erfolgreichen Tagen kommt!? Ich bezweifle es. Markus war es am Dienstag 08.08. das letzte Mal gelungen den Sack zuzumachen, ansonsten sind die Aussichten auf eine Vollpackung durchzogen, eher unwahrscheinlich. Tagesfänge von 8-15 Felchen gehören zu den guten Fischtagen. Im Weiteren sind die Felchen seit dem Temperatur Rückgang nicht mehr so beissfreudig. Sie Beissen in deutlich erkennbaren, so genannten Beisszeiten, die täglich um 1-2 Stunden verschoben sein können. Als die beste Beisszeit haben sich die Morgenstunden zwischen 8-11 Uhr und die Nachmittagstunden zwischen 12-16 Uhr herausgestellt.

Bielerseefelchen

Fische suchen ist das Eine, Fische finden das Andere. Es hat Egli im Bielersee! Verschiedene Berichte von Fischern mit guten Tagesfängen lassen hoffen, dass ich es in der nächsten Zeit auch einmal schaffe, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Markus traf den Eglihunter Fritz aus Büren a. A. und dieser wusste wo die Eglischwärme zurzeit zu suchen sind. Gerade solche freundschaftlichen und kameradschaftlichen Beziehungen können, wenn nicht der Futterneid im Vordergrund steht, zu durchaus interessanten Infos führen! Wenn der eine dem anderen den Fisch nicht Neidet und mit Informationen nicht hinter dem Berg hält, führt das zu solchen erfreulichen Berichten, danke Fritz!

Bielersee Egli

Zurzeit ziehen die Eglischwärme eher im Unteren Seeteil herum. Die Egli sind in grossen Schwärmen an den „Aulen-Kanten“ vor der St. Petersinsel zu finden! Von dort aus starten sie ihre jagten auf die Millionen von Brutfischen (Weissfische), die sich in den Flachwasserzonen aufhalten. Dasselbe gilt vor Hagneck, die Räuber treiben ihre Beute in, auf, und um die Sandbänke herum zusammen, um sie anschliessend zu jagen und fressen. Auch auf der Ligerzer Seeseite waren die Egli beim Jagen auszumachen. Sie treiben die Brutfischschwärme auf das offene Wasser und stossen immer wieder in den Schwarm. Dies hatte zur Folge, dass die kleinen Fische regelrecht aus dem Wasser spritzten um den Jägern zu entkommen. Das blieb nicht lange unbeobachtet und es fanden sich dutzende, wenn nicht eine gute hundertschaft an Lach- und Seemöwen zum grossen Fressen ein. Solche Informationen von Fischer für Fischer sind nicht selbstverständlich und entstehen ausschliesslich aus guten Kontakten und Freundschaften!



04.08.2006

Fischen mit Freunden

Die Fischerferien 2006 haben sich in zweierlei Hinsicht ausgezeichnet. Zum einen zeigten sich die Felchen beissfreudig und vor allem in der Erlacherbucht, zwischen 18m-24m, fanden sich jeweils vormittags riesige Fischschwärme ein, um sich vorwiegend am Grund mit Larven und Puppen der Köcherfliegen genügend Fettreserven anzufressen. Fängige Nymphen waren Goldkopf-, Schwarzkopfnymphen, ob mit oder ohne Lamettarippung, auf einen 12er VMC 7075 G gebunden. Wir fischten ausschliesslich mit lackierten Nymphen in den Farben Schwarz, Rot, Violett. Es fingen alle Fischer Felchen, die Spezialisten einen mehr, die anderen einen weniger. Das Felchenfieber griff auf alle über und es konnte sich keiner dem Bann entziehen. Die Bisse gingen von zaghaft bis brachial und in dem warmen Wasser lieferten die Felchen einen tollen Drill. Was für eine Freude wenn nach erfolgreichem Drill eine schöne, wohlgenährte, silberne Felche im Feumer lag! Des Felchenfischers Herz jubelte und ich bin sicher, wäre dieser Jubel der Herzen zu hören gewesen, wäre der Klang weit über die Grenzen des Bielersee erklungen.

Bielerseefelchen

Vor allem die letzten zwei Juliwochen waren genial. Der Sonnenaufgang war jeweils fantastisch und entschädigte für die einte oder andere Stunde Schlaf, die in den jeweils kühleren Morgenstunden dem einten oder anderen gut getan hätte. Morgendliche Temperaturen um 18-20 Grad musste man schon als die angenehmeren bezeichnen, wenn man sie mit den Tagestemperaturen von 35 Grad vergleicht. Die Sonne brannte gnadenlos, ich für meinen Teil zog mich jeweils gegen 10 Uhr zurück und war allenfalls mal in den späteren Abendstunden wieder am fischen.

Sonnenaufgang am Bielersee

Ein weiteres Highlight während der Bielerseeferien 2006 war das Felchenfischen unter Freunden. Die Highlander rollten an den Bielersee und lernten den hiesigen Felchen das Fürchten. Die Thuner Hardcore Fischer gaben sich die Ehre, allen voran Salmotti hatte die Sache schnell im Griff und zeigte, dass die Oberländer das Felchenfischen erfunden haben. Wir verbrachten tolle Stunden miteinander und ich bin sicher, dass es nicht die letzten waren! Wer einmal vom Felchenfieber befallen wurde, den zieht es immer wieder an den Bielersee zurück. Felchenfischen heisst fischen unter Freunden, getreu diesem Motto organisierten wir noch Schiffe und weiteren neuen Bekanntschaften stand nichts mehr im Wege.

Salmotti

Domi nahm bei Philipp platz und zusammen fingen sie am Vormittag 20-25 Felchen. Denn Plausch den sie zusammen hatten und das gemeinsame Fischen, veranlasste die beiden zum Austausch ihrer Handynummer. Da gibt es wohl bald etwas von den beiden zu berichten.

Philipp und Domi

Fluego, der Pimpmaster vom Thunersee gesellte sich auf das Schiff von Hanspeter und war somit beim richtigen gelandet. Die zwei gaben alles und brachten es auf 25-30 Felchen. Es ist schwer zu sagen wem es mehr Spass gemacht hat, doch eines ist sicher, die zwei sind Seelenverwandte und genossen das gemeinsame Felchenfischen.

Hanspeter und Fluego

Büümu und Grappa Schomi kamen am nächsten Tag als Gäste und wurden sogleich von Hanspeter in Empfang genommen. Freunde, ich kann nur sagen es herrschte reger Betrieb auf dem Boot und auch hier fingen die Freunde 25-30 Felchen. Wie schon geschrieben, hatte ich Salmotti auf dem Schiff und der Freund machte mir am zweiten Tag das Leben schwer. Er fing eine Felche nach der anderen und bei mir wollte anfänglich gar nichts beissen, oder die Fische gingen allesamt im Drill verloren. Was für ein Freund, der einem alle Fische wegfängt!? Glücklicherweise hatte Petrus dann doch noch ein einsehen mit mir und so konnte ich auch noch einige schöne Felchen überlisten. In der letzten Ferienwoche ab dem 1. August spielte leider das Wetter nicht mehr mit und ein Treffen musste abgesagt werden. An dieser Stelle sei gesagt, dass aufgeschoben nicht aufgehoben bedeutet! Freunde, dass holen wir nach.

Hanspeter, Büümu und Grappa Schomi

Zum Schluss gibt es auch weniger gute News zu berichten, nein, nicht das Wetter, dass spielte im grossen und ganzen mit. Ausser gelegentlichen Gewittern am Abend, dürften wir zwei herrliche Wochen geniessen. Das ein Wettersturz den Hochsommer beenden würde war zwar nicht vorhersehbar, doch was soll`s, damit müssen wir leben. Was mir vielmehr nicht gefallen will, ist die Tatsache, dass die Egli nicht zu finden sind.

Regenbogen

Zwar hört man gelegentlich von links oder rechts über durchschnittlich guten Fängen von 30-50 Fischen, doch schon am nächsten Tag sind die Egli wieder unauffindbar verschwunden. Die Jagdszenen in den Uferregionen sind selten und selbst in den wenigen Minuten in denen die Egli an der Wasseroberfläche nach Brutfischen jagen, lassen sie sich äusserst schlecht zum Anbiss verleiten. Selbst Fische die in Schwärmen dem Köder bis zum Schiff hin folgen sind nicht zum Biss zu verleiten. Wir setzten Wobbler, Spinner, Twister und Nuggi ein, fischten mit Buldo und schleppten was das Zeug hielt, selbst der gemeine Wurm (nicht von mir) kam zum Einsatz, es nützte alles nichts! Wir fingen an einem Vormittag gerade mal 4 Egli. Doch was währen wir Fischer ohne die Hoffnung und so halte ich es wie die Geschichte mit dem Regenbogen, der zum Schatz hinweist, was für mich den Hinweis auf die Eglischwärme bedeutet.



23.07.2006

Juli 06

Seit vielen Jahren ist der Monat Juli für mich die schönste Felchenzeit. Die Tage beginnen meist warm und schon kurz nach Sonnenaufgang finden sich an den Hot-Spots zahlreiche Felchenfischer mit ihren Schiffen ein, um in den riesigen Schwärmen Felchen zu fangen. Die Erlacherbucht ist der Felchentipp auf dem Bielersee. Die Felchenschwärme ziehen ihre Bahnen, auf der Suche nach Futter, entlang der Schärkante in einer Wassertiefe von 18-22 m. Viele Felchenfischer fingen ihre Fische auf dem Grund (max. 1 m darüber), diese eher etwas kleineren Felchen halten sich in grossen Schwärmen knapp über den Gewässergrund auf und durchstöbern das Sediment nach Larven und fressen die Puppen, kaum das diese sich aus dem Schlamm erheben, um an die Wasseroberfläche zu streben.

Felchenfischen entlang dem Heidenweg

Es sind grosse Felchenschwärme die die Erlacherbucht heimsuchen und die Fischer haben eine schöne Zeit vor sich. Wie schon viele Jahre zuvor werden die Schwärme solange in der Bucht verweilen, wie der Köcherfliegenschlupf anhält. Jede mir bekannte Bucht im Bielersee hat ihre kleinen Eigenheiten und die der Erlacherbucht sind das extreme Vorkommen von Köcherfliegenpopulationen. Diese verschiedenen Populationen und deren Generationen sind für die nächsten 4-6 Wochen das Hauptfutter der Felchen in der Bucht und solange die Köcherfliegen schlüpfen, dürfen wir uns an schönen, ergiebigen und Fantastischem Felchenfischen erfreuen. Felchenfieber Pur!

Wolfgang und Markus

In solchen Zeiten könnte ich die Rute beiseite legen und hätte mehr als genug Motive den ganzen Speicher der Digicam zu füllen. Ein Bild, dass man dieser Tage noch öfters sehen wird, zwei Freunde: Wolfgang und Markus im gleichzeitigen Drill, dass war keine Seltenheit. Es wurde auf allen Schiffen gut gefangen und wie mir der freiwillige Kontrolleur Dominik aus Erlach versicherte, war der fischereiliche Erfolg in der Erlacherbucht ausgeglichen gut. An dieser Stelle an alle Fischerkameraden, die sich der Aufgabe angenommen haben und ihre Freizeit opfern um mit Kontrollen eine Faire Fischerei zu gewährleisten, meinen höchsten Respekt und Dank!

Ich habe es schon angesprochen, die Egli sind auf dem Vormarsch. Zum Teil noch zaghaft und eher in den frühen Morgen- und Abendstunden, doch die Spezialisten unter uns zeigen, das Egli zu fangen sind. Das Buschtelefon hat von guten Fängen um Hagneck berichtet, an der Petersinsel halten sich die Egli noch eher zurück. Auch in der Zihl wurden schöne Egli gefangen, gleich bei der Einmündung in den Bielersee. Die Egli bissen ausschliesslich auf farbige Fleischmaden.

Arni

Es sei mir noch ein Zwischenwort (wird in diesem Bericht nicht das letzte sein!) erlaubt. Wenn wir schon bei der Eglifischerei sind, möchte ich euch Arni vorstellen: Ein Weltenreisender und Fischer aus Leidenschaft, immer für einen Spruch gut und ein lieber Fischerkamerad, mit dem ich in den letzten Jahren schon viele Stunden auf dem See verbracht habe. Arni ist Fahrlehrer im Fricktal und zu erreichen unter: Arnold Wüest Fahrschule Auto & Motorrad, Landstrasse 40, 5073 Gipf-Oberfrick/AG, Tel. 062 / 871 57 36. Wenn ihr ihn mal auf dem See treffen solltet, dann fragt ihn ruhig, er beisst nicht, dass sieht nur so aus! Tschau Arni.

Hanspeter und Arni

So nun habe ich euch etwas über den Arni erzählt, da darf ich aber den Hanspeter nicht vergessen. Ein Vollblutfischer, der ob auf dem Bielersee oder Zuhause am Rhein immer alles gibt. Seine Auskünfte sind viel wert und schon mancher Fischer durfte von ihnen profitieren. In seinem Fischereiverein amtet er als Präsi und die Galgenfischerei gehört auch zu seiner Leidenschaft. Auch er ist ein Fricktaler und hat ein Malergeschäft, zu erreichen unter: Metzger Maler GmbH, Kirchmattweg 16, 5070 Frick/AG, Tel. 062 / 871 70 46. Das den beiden der Sinn nach höherer Kultur steht, ist auf dem Bild deutlich zu erkennen, bestanden doch beide darauf, dass die Skulptur der „Artkanal“ auch auf das Foto musste. Freunde, seit gegrüsst!

David und Pesche

Auch wenn ihr es nicht glauben wollt, komme ich nun zu meinem letzten Zwischenwort. Zwei Freunde aus dem Seeland möchte ich noch speziell erwähnen. David ist Fischer und zur Zeit an der Jagdprüfung, sein Mentor der Jäger-Pesche, genannt „Blattschuss“ ist ein echter Seebueb aus Gampelen, in jungen Jahren fischt er auf der ganzen Welt und mit fortgesetztem Alter verschrieb er sich ganz der Jagd. Warum ich ihn hier erwähne? Ganz einfach, er gehört zu den Weidmännern die ein Herz für uns Fischer haben und nicht nur weil er früher selber gefischt hat. Nein, er hat verstanden, dass man etwas gegen die Vielzahl von Prädatoren tun muss und bejagt diese Erfolgreich! Er hat schon viele Kormorane erlegt und er hat mir zugesichert, auch weiterhin eine Ladung Schrot für die "ungebetenen Gäste" parat zu haben. Pesche, meinen höchsten Respekt!

Felchenfischer

Ich fange meine Felchen im Zwischenwasser, weil ich das Gefühl habe, dass sich dort die grösseren Fische aufhalten. In den gängigen Tiefen hatte es nicht so viele Fische wie auf dem Boden, doch wie geschrieben, fing ich dort die grösseren Felchen. Felchen von über 40zig cm gehörten zu den wirklich stattlichen Exemplaren und die Durchschnittsgrösse lag bei ca 35 cm. Das Tageslimit von 25 Felchen ergab gute 2.5 kg Filets. Die Felchen nehmen zurzeit grosse Nymphen, glitzer Farben in Rot und Violett sind der Geheimtipp, aber auch die Goldkopfnymphen in den Farben Rot, Schwarz, Violett auf 10er Kamasan-Haken gebunden , werden von den Felchen heftig genommen.

So und nun wünsche ich allen schöne und fischreiche Ferientage, ich für meinen Teil werde es so halten, in diesem Sinne!



02.07.2006

Der Wind

An diesen Tagen und Wochen, wo ein regelrechtes Überangebot an Felchen zu fangen ist, sollte man die Freundschaften auf dem See pflegen oder neue schliessen. Eine neue Freundschaft lässt sich einfach knüpfen, indem man seinen Schiffsnachbar freundlich grüsst und ihm eine ehrliche Antwort gibt, wenn er nach dem wie, was und wo fragt. Ich gebe auch gerne eine selber hergestellte Gambe/Hegene weiter, nur um mich daran zu erfreuen, wenn mein neuer Fischerkamerad nun auch Fische fängt.

Felchenfischen heisst, gemeinsames Fischen unter Freunden!

Felchenfischer

Wer auf die frühen Morgenstunden hoffte wurde enttäuscht, schon kurz nach 5 Uhr blies die Bise zunehmend und Freunde die sich auf das Felchenfischen nach dem Ausschlafen freuten (ca 8-9 Uhr), kehrten vor dem Schiff enttäuscht um oder begaben sich zum Frühschoppen ins Hafenrestaurant. Vor dieser Entscheidung stand ich noch nicht! Mit einem Freund auf dem Schiff, vor dem Erlacher Schloss in 22 m Wassertiefe das Boot sicher verankert, fingen wir Felchen und nicht zu knapp. Als ob es keinen Wind gäbe, als ob es das Schiff und somit alles was sich darin befand, nicht rauf und runter schaukelte. Ich habe mich schon viele Male gefragt, warum das die Fische nicht stört. Die Rutenspitze geht trotz aller Versuche sie so ruhig wie möglich zu halten immer wieder unkontrolliert hoch und tief und die Gambe/Hegene somit auch! Einerseits ist langsam zu schnell und in solchen Momenten scheinen gerade diese wilden, unkontrollierten Bewegungen den Erfolg auszumachen. Solche Rätsel machen für mich die Faszination des Felchenfischens aus. Wobei es mir weniger um die Lösung solcher Geheimnisse geht, viel mehr darum, dass ich davon weiss und mir vom Wind nicht gleich zu Anfang den Glauben an den Erfolg nehmen lasse. Was mir aber mit Sicherheit den Glauben ans Fischen nimmt ist die Tatsache, dass das Fischen ab 10 Uhr schlicht nicht mehr möglich war. Die Bise lief zur Höchst Form auf und der Anker mit 15 kg! Zusatzgewicht konnte das Schiff nicht mehr auf dem Platz halten. Ich versuchte mit 2-3 neuen Anläufen den Anker wieder zum Greifen zu bringen, doch ich musste einsehen das heute nichts mehr ging. Nun entschloss auch ich mich für einen Aperitif!

Bielersee Felchen

Wir fingen zu zweit auf Goldkopfnymphen Gr. 10, in den Farben Rot, Schwarz, Violett, ca 30 Felchen im Zwischenwasser. Die fängigste Tiefe war bei 11-7 m unter der Wasseroberfläche, in den unteren Schichten und auf dem Boden bissen die Felchen eher schlechter. Wie schon geschrieben, die Schaukelei hatte auf das Beissen keinen Einfluss und wenn doch, nur im positiven Sinne. Auch auf das Risiko das ich mich wiederhole möchte ich noch anfügen, dass man den Wind nie unterschätzen darf und das jeder für sich entscheiden muss, was er sich und seinem Schiff zutrauen kann. Sicherheit, geht vor Fisch!



19.06.2006

Juni 06

Der Juni macht seinem Namen alle Ehre und hat sich nun entschlossen dem Sommer die Türen zu öffnen. Es sind die herrlichen, frischen Morgenstunden, die einem den Tag mit der über dem See aufgehenden Sonne ankünden. Viel versprechende Tage, denn die Felchen haben riesigen Schwärmen gebildet und fressen dicht an dicht im Zwischenwasser, dass mit den Unterwasserströmungen treibende Futter von aufsteigenden Puppen und tierischem Plankton.

Sonnenaufgang am Bielersee

Ein Thema ist immer wieder die Bise. Wenn sie bläst, wird die feine Fischerei auf Felchen schwierig, aber keinesfalls unmöglich. Im Gegenteil, ich habe schon viele gute Fänge mit dem Biswind gehabt und solange mein Anker hält und das Schiff von den überbordenden Wellen nicht gleich sinkt, ist es immer einen Versuch wert! Es gibt einige Orte wo die Bise nicht so kräftig bläst, diese Ecken sind ein wenig geschützter vom Wind und so ist eine Felchenfischerei dennoch möglich. Selbstredend soll das aber jeder Fischer für sich entscheiden und auch kein Wagnis eingehen. Mit welchem Schiff ich mich dem Wind und den Wellen aussetze, ist ein Faktor, bei dem schon manch einer eine böse Überraschung erlebt hat. Sicherheit, geht vor Fisch!

Bise

Die Insekten, allen voran die Fluginsekten entfalten nun ihre volle Pracht. Vor allem was die Grösse anbelangt, schlüpfen zurzeit die wirklich grossen Köcher- und Eintagsfliegen, die als Puppen bis 3 cm lang werden. Jetzt beginnt die Zeit der Gossen Nymphen. Hakengrössen 10 und 8 dürfen es ruhig sein und wenn möglich sollten sie mit einem irisierenden (glitzernden) Faden gebunden sein. Im Volksmund auf dem Bielersee, werden diese Fäden Japanseide genannt (der Moser Willy, aus Erlach, Gott hab in Selig, hat den Ausdruck mal vor Jahrzehnten kreiert). In den Farben Rot, evt. mit einem Goldköpfchen, ist die perfekte Imitation.

Köcherfliege

Dass die heissen Sommertage viel versprechend sind, zeigen die Ansammlungen von Schiffen an einem Hot-Spot, ob in der Erlacher-Bucht, der Hafenbucht vor Le Landeron, die Vinelzerbucht oder entlang dem Heidenweg. Die Felchenschwärme ziehen herum und man muss sie erst suchen, doch dann steht einem Erfolgreichen Fischtag nichts mehr im Wege. Es wurde und wird gefangen, nicht selten haben die einzelnen Fischer innert wenigen Stunden ihr Soll erreicht und dürfen sich an ihrem Fang erfreuen. Viele Fischer auf einem Schiff hiess sich absprechen, wer fischt, wer feumert, wer reicht das Bier u.s.w.

Hanspeter, Markus und Arni

Einzelkämpfer mit zwei Ruten kommen schon mal ins rotieren wenn es an beiden Gamben/Hegenen gleichzeitig beisst. Rute in der einen, Feumer mit Felche in der anderen Hand und mit dem Fuss die zweite Rute sichern, damit sie nicht über Bord geht. Das Glück und Pech nahe beisammen sind, zeigen die Auswirkungen, die eine Felche an der Rute hat, die ihre Bahnen ohne Gegenwehr ziehen kann. Meistens findet man dann seine Gambe/Hegene im Ankerseil wieder und wer das kennt, weiss wie mühsam es ist seinen Anker hochzuziehen und die festgehakten Nymphen aus dem Seil zu lösen. Ich fische immer mit einer Rute, dabei  habe alles unter Kontrolle und ich finde, ich fange auch nicht mehr oder weniger als diejenigen Felchenfischer mit zwei Ruten.

Renzo

Nun hat das Felchenfieber richtig begonnen. Schon beim hinausfahren auf den See baut sich die Spannung auf, den Hot-Spot anvisiert und ein Auge immer auf den Bildschirm des Fishfinder gerichtet. Wo sind die Felchen, sind sie noch in derselben Bucht? Am frühen Morgen wohl eher im flacheren Wasser (17-19 m), gegen 10 Uhr zwischen 20-25 m, ab Mittag schwimmen sie im tiefen Wasser so etwa bei 26-30 m und am Abend sind sie wieder im flacheren Wasser (14-18 m) unterwegs, um Nahrung zu suchen. Felchenfieber heisst für mich nicht gleich Massenfänge, obschon ich eine Vollpackung (25 Felchen, Tageslimite) entnehme, wenn ich für die Fische eine Verwendung habe. Sei es für Verwandte, Bekannte, Freunde auf und neben dem Camping oder den Eigenbedarf.

Bielerseefelche

An diesen Tagen und Wochen, wo ein regelrechtes Überangebot an Felchen zu fangen ist, sollte man die Freundschaften auf dem See pflegen oder neue schliessen. Eine neue Freundschaft lässt sich einfach knüpfen, indem man seinen Schiffsnachbar freundlich grüsst und ihm eine ehrliche Antwort gibt, wenn er nach dem wie, was und wo fragt. Ich gebe auch gerne eine selber hergestellte Gambe/Hegene weiter, nur um mich daran zu erfreuen, wenn mein neuer Fischerkamerad nun auch Fische fängt.

Felchenfischen heisst, gemeinsames Fischen unter Freunden!



28.05.2006

Mai 06

Der Mai, der Wonnemonat!??

Mitnichten, Stürmböen über 70 km fegten über den See und der Regen tat Zeitweise sein übriges dazu.

Das Felchenfischen wurde zu einer Herausforderung. Das Wasser ist wieder gestiegen, was eine Einschätzung der Strömungsverhältnisse kaum mehr zulässt. Somit wird das lesen der Natur sehr schwierig. Schlüpfende Insekten und fertige Imago`s auf der Wasseroberfläche sind zwar ein untrügerischer Indiz dafür, dass die Natur ihren Gang geht, doch die Stelle zu finden, an dem die Puppen vom Grund her aufsteigen, wird zur Lotterie. Durch die extremen Unterwasserströmungen werden die Puppen, sobald sie sich einmal vom Grund gelöst haben, abgetrieben und erreichen die Wasseroberfläche erst bis zu 100m, von der Stelle an, wo ihr Aufstieg begann.

Wenn dann eine der beschriebenen Stellen gefunden wurde, hiess es das Boot gut zu verankern, was bedeutete, man musste zu dem Anker ein Zusatzgewicht an dem Ankerseil herunterlassen, um den heftigen Windböen zu trotzen und das Boot sicher auf der Stelle halten zu können.

Die Bisserkennung zu beschreiben, ist für einmal ein Ding der Unmöglichkeit. Der Wind und die Wellen verunmöglichten eine Bisserkennung gänzlich. Ob es nun die jahrelange Erfahrung, dass Gefühl oder ganz einfach die Intuition war, es gelang uns einige schöne Felchen zu fangen, was uns dann auch Augenblicklich wieder für die unangenehmen Wetterbedingungen entschädigte.

Philipp mit einer Silbernen Schönheit

Philipp

Ich fing oft den besten Fisch, noch ehe ich mit dem Angeln begonnen hatte. Selbst wenn viele Fische auf dem Fishfinder-Bildschirm zu sehen sind, ist Stress und Hektik verkehrt. Beobachte das Wasser und die Natur, sie haben dir viel zu erzählen. Schaue auf die Insekten und wähle danach deine Nymphen/Hegene aus. Auch wenn einmal nichts schlüpft, nimm ein Muster das dir schon viele Fische gebracht hat und suche die Fische damit an den bisher fängigsten Plätzen. Es gibt immer eine Chance die Fische zu finden, wenn auch mal gar keine Insekten steigen. Merke dir die Wege, auf welchen die Fischschwärme bei der Nahrungssuche herum ziehen.

Die Faszination der Wunderwelt unserer Insekten nimmt mich immer wieder in ihren Bann. Wer die Natur versteht, wird mehr Erfüllung und Erfolg beim Fischen haben. Die Frage zum Fisch sollte nie mit einem Wie, sonder mit einem Warum beginnen! In unseren Gewässern leben das ganze Jahr über Insekten. Aber es gibt auch immer bessere und schlechtere Tage. Während in den kalten Jahreszeiten die Natur auf ein Minimum reduziert ist, nimmt die Anzahl der verschiedenen Insekten ab dem Frühling stetig zu und findet in den heissen Sommermonaten ihren Höhepunkt. Mit den kürzer werdenden Tagen schiesst sich der Kreislauf und die Insekten werden wieder kleiner.

Über die Vielfalt der Insekten an einem Gewässer könnte man ganze Bücher füllen. Im Einzelnen braucht man nicht über alles und jegliches Bescheid zu wissen. Charles Ritz sagte einmal: "Je mehr man von einem Insekt weiss, desto weniger Muster braucht man!"

Drei Dinge sind entscheidend:

Die Grösse! Der Umriss! Der Helligkeitsgrad!

Zuckmücke

Diese drei Grundregeln habe ich mir zu Eigen gemacht. Sie führen mich zu meinen Erfolgen am Wasser. In diesem Sinne!



14.05.2006

Hecht mit der Felchenrute

Wir fischten in der Bucht von Le Landeron. Eine Felchenrute für die Felchen, eine Köderfischrute mit Köfi auf Hecht. Weissfische, Egli und schöne Felchen fingen wir in regelmässigen Abständen und die Zeit verging wie im Flug. Auf den Köfi an der Köderfischrute schien kein Raubfisch Interesse zu haben. Die Tiefe wurde mehrfach geändert, was aber auch keinen Erfolg bringen wollte. Da es langsam auf Mittag zu ging und ich das Steak auf dem Grill schon riechen konnte, packte ich die Köderfischrute zusammen und fischte weiter auf die Felchen.

Ein weiterer Schwarm Fische erschien auf dem Bildschirm des Fishfinders, ca 6 m Ab Boden. Sofort raufkurbeln und die Gambe/Hegene in Position bringen, langsam ziehen und Biss. Die Felche hing an der Nymphe und ich begann mit dem Drill. Gerade vier oder fünf Umdrehungen gelangen mir, als es einen gewaltigen Schlag auf die Rute gab und der Fisch das Kommando augenblicklich übernahm. Ich schätze mal so 30-40 m Schnur nahm mir mein Gegenüber ab, ehe ich überhaupt reagieren konnte.

Das es ein grösserer Fisch (Hecht) sein musste, zeigte sich an dem klopfen auf der Rute. Das entsteht wenn man einem Grossen Hecht nichts gleichwertiges entgegen zu setzen hat und er andauernd den Kopf hin und her schüttelt.

Den toten Köfi hatte er verschmäht, die Felche im Drill hingegen hat er voll genommen. Nun hiess es aufgepasst. Motor starten, Ankerseil hochziehen, alles mit einer Hand. Mit der anderen versuchen die Rute mit dem Fisch so gut es geht zu kontrollieren. Geschafft! Durch vorsichtiges manövrieren durch die anderen Boote hindurch, schaffte ich es mit dem Fisch ins Freiwasser. Nun kam es darauf an wie der Bursche die Felche gepackt hatte und wo allenfalls sich die Nymphe am Körper des Hechtes festgehakt hatte. Hat der Hecht die Felche schon drehen und schlucken können, was ich eigentlich bezweifelte, bestand die Gefahr, dass die Nymphe im Mund war und dementsprechend das Nylon in der Nähe der scharfen Zähne. Es kommt aber vielfach vor, dass sich die restlichen Nymphen um den Fischkörper verheddern und an den Flossen hängen bleiben.

Hecht mit der Felchenrute

Bei zweiter Möglichkeit besteht immer eine reelle Chance den Fisch auszudrillen. Geduld und Gefühl sind zwingend, bedenke man, dass Gerät und die Hegen sind nicht für solche Kaliber gedacht. Ich liess den Esox so lange wie möglich in der Tiefe toben, ich finde das verringert einen Schnurbruch. Nach etwa 20-30 Min. war der Spuk vorbei. Der Hecht hat sich ausgetobt und ich konnte mit langsamen Pumpbewegungen Schnur gewinnen. Meter um Meter brachte ich den Fisch so näher zum Boot.

Es war so wie ich es vermuten habe, die Hegene hatte sich mehrfach um den Fisch gewunden und er hing an zwei Nymphen. Als ich den Hecht zu sehen bekam, zeigte er mir bereits seine Flanke, was ein Indiz darauf ist das er erschöpft sein musste und es mit der Landung gleich beim ersten mal klappen könnte.

Dem war auch so und ein prächtig gezeichneter Hecht lag in meinem Feumer. Der Arm tat weh, doch der Anblick des Fisches und des Takle, dass mit mir zusammen den Fang Erfolgreich bestanden hatte, liessen mich für Minuten auf Wolke 7 schweben.

Es ist keineswegs selbstverständlich, dass so ein Anbiss für den Angler ein glückliches Ende nimmt. Nicht selten gehen solche Situationen zu Gunsten des Fisches aus!



30.04.2006

April 06

Was war los über die Ostertage? Am Karfreitag war bei mässigem Westwind und schönem Wetter der See wegen Hochwasser immer noch gesperrt. Der Samstag begann Wettermässig viel versprechend, hingegen Felchen finden geschweige den fangen gestaltete sich äusserst schwierig. Ob es am Hochwasser lag und der daraus folgenden ständigen Umweltzung des Wassers oder an den immer noch Tiefen Wassertemperaturen von 6-7 Grad, die Fische wollten so gar nicht beissen. Ostersonntag, wer hätte es wohl erraten, Regen und um es kurz zu machen, der Ostermontag deckte sich mit dem Samstag.

Hafen Le Landeron

Ein fantastisches Wochenende mit herrlichem Sonnenschein und Temperaturen um 20Grad. Die Nachwehen vom Oster-Hochwasser sind zwar immer noch spürbar, doch für einmal entschädigte das Wetter alles. Die gute Stimmung schlug auf Angler und Fische gemeinsam über und wo man auch hinblickte, wurde freundlich gegrüsst.

Markus und Hanspeter

Die Felchen haben sich rar gemacht. Die Frage auf dem See lautete die ganzen zwei Tage: Wo sind die Felchen? Keine Fragen brauchte man zu den Weissfischen zu stellen, sie waren allgegenwärtig und stellten zu den seltenen beissenden Felchen eine willkommene Abwechslung dar. Sie zogen in grösseren Schwärmen ihre Bahnen und die violetten Nymphen hatten es ihnen besonders angetan.

Weissfisch mit violetter Nymphe

Das Felchenfischen war wieder eine Geschichte für sich. Die Felchen bissen wenn überhaupt sehr zaghaft. Man musste die feine Rutenspitze mit höchster Konzentration beobachten und beim leisesten Verdacht anschlagen. Wer mit seinen Gedanken wo anders war hatte für einmal das Nachsehen.

Rutenspitze

Es hielt an diesem Wochenende fast keinen mehr in der Stube. Die Felchenfischer allen voran waren zahlreich auf dem See. Sie suchten alle die Felchen und fischten was das Zeug hielt. Felchen wurden auch gefangen. Den Umständen entsprechen darf man für den Tag zufrieden sein.

Stuckilaufrolle mit Bielersee Felche

Am Abend waren die Fische schnell filetiert und einem köstlichen Felchenteller stand nichts mehr im Wege.

Felchenfilets mit Salat

Feine Felchenrezepte>>



31.03.2006

März 06

Die Felchen wollen zurzeit immer noch hart verdient sein. Dass Wasser ist mit 10 Grad Oberflächentemperatur noch kalt und die Fische sind ständig in Bewegung. Wer sie sucht und findet, hat auch eine reelle Chance sie zu fangen. Ein Fang von 10-12 Felchen pro Tag  liegen durchaus drinn, doch man muss etwas dafür tun.

Bielersee Felchen

Meine Beobachtungen ergaben eine rege Zunahme was den Mückenschlupf betrifft. In den warmen Mittagsstunden zeigte sich auf und über dem Wasser lebhafte Betriebsamkeit. Nach der Paarung setzten sich die Weibchen aufs Wasser, um ihre Eier abzugeben. Eine Neue Generation von Zuckmücken setzte sich auf den Schiffsrand um ihre Flügel zu trocknen. Sie schlüpfen zu tausenden und bald war das ganze Schiff voll von Mücken.

Zuckmücken beim Flügel trocknen

Die Zuckmücke, kurz vor dem abheben (schwärmen) um mit einem Partner eine weitere Generation zu zeugen. Nach der Paarung und Eiablage, fallen sie auf die Wasseroberfläche und sterben.

Zuckmücke

Diese Beobachtungen machten mich neugierig und so sezierte ich dem Mageninhalt einer Felche und siehe da, es befanden sich eindeutig Zuckmückenlarven darunter. Dies sind die ersten Anzeichen dafür, dass die Felchen ihre Nahrung vom reinen Plankton umstellen und Larven von Grund sowie die an die Wasseroberfläche steigenden Puppen fressen.

Zuckmückenlarven im Magen

Diese Erkenntnisse und die ständigen Natur Beobachtungen machen einen Teil meines Erfolges aus!


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