Der RutenhexerHRH100000 Besucher
Home
Index
Felchenfieber 12
Der Felchenfischer
Die Felche I
Die Felche II
Die Nymphen I
Die Nymphen II
Nymphenbinden
Bindeanleitungen
Die Insekten I
Die Insekten II
Die Natur
Die Technik I
Die Technik II
Gambe / Hegene
Rute, Rolle & Zubehör
Geräte Infos
Gewässer
Fischküche
Felchenrezepte  01-05
Felchenrezepte  06-10
Felchenrezepte  11-15
Fishing History`s
Testberichte I
Testberichte II
Testberichte III
Testberichte IV
Testberichte V
Testberichte VI
Movies
Forum
Partner
Links
Gästebuch
Kontakt / Impressum
Felchenfieber 11
Felchenfieber 10
Felchenfieber 09
Felchenfieber 08
Felchenfieber 07
Felchenfieber 06
Felchenfieber 05
     
 


Geschichten rund um das Thema Felchenfischen. Viel Spass beim Lesen!


Die DAM Felchenrute.....


oder wie alles begann.

Ende der siebziger Jahre begannen sich immer mehr Sportfischer für das Fischen mit der Felchenrute zu interessieren. Sie hatten es auf die Felchen abgesehen und auch beim Saibling sowie dem Eglifischen kam ihnen ein feineres Gerät entgegen. Da die Felchen gewohnt sehr fein bissen, war es wegen der Bisserkennung unumgänglich, die damaligen Spitzen der Ruten zu verfeinern.

Das Fischen mit der Felchenrute hat an den schweizerischen Mittelland- und Bergseen Tradition. Massgeblich an der Entwicklung neuer Ruten, war die Thuner Firma Stucki beteiligt. Sie setzte und setzt auch heute noch die Masstäbe was den Fortschritt anbelangt. Auch wenn heute die Firma Stucki nicht mehr in Familienbesitz ist, so sind sich die heutigen Besitzer im Klaren, was sie dem Namen Stucki schuldig sind. Daher wir weiter auf einem hohen Niveau weiter entwickelt!

DAM Senso de LuxeAnfangs der achtziger Jahre wurden die schweizerischen Fischereiartikel - Grossisten von den Fischereiartikel - Händler immer mehr nach geeigneten Felchenruten angefragt. Einer der Grossen der damaligen Zeit, war Kurt Lienhard, der Chef von DAM Schweiz und Langjährige Redaktor der Schweizerischen Fischerei - Zeitung "Petri Heil". Er war einer der findigsten und es ging nicht lange, legte er in Zusammenarbeit mit den Entwicklern von der Firma DAM eine Felchenruten - Serie vom feinsten auf. Exklusiv für den Schweizer Markt. Die "DAM Senso de Luxe" war geboren.

Diese Ruten, wurden hauptsächlich der "Schreck Felchenrute" nachempfunden. Fritz Schreck aus Schlieren - ihm gebühren also eigentlich die Lorbeeren! Ich möchte mich von dieser Stelle aus bei Ihm und allen denen bedanken, die es erst möglich gemacht haben, dass heutige Niveau, im Bezug auf den Felchenrutenbau, zu erreichen!

Die Ruten waren in den Längen 1.80 m, 2.10 m und 2.40 m erhältlich. Kurt Lienhard galt als kluger Geschäftsmann und so waren die ersten Auflagen verständlicher weise klein. Pro Länge wurden erst mal 300 Stück in Auftrag gegeben, zu dieser Zeit war der Werdegang der Felchenrute nicht vorher zusehen.

Senso de Luxe mit LaufrolleDer Erfolg war Grandios, sämtliche Längen waren innert weniger Monaten Ausverkauft und die schnellstens georderte Nachbestellung liess im Minimum drei Monate auf sich warten. Die Nachfrage war so gross, dass findige Fischereiartikel - Händler kurze, fein Spinnruten kurzerhand "Köpften" und ihnen eine feine, für das Felchenfischen geeignete Spitze verpassten und diese Ruten so ihren Kunden anboten. Alle Felchenruten, ob Steckrute oder Teleskopruten, sie alle konnten in der damaligen Zeit der DAM Senso de Luxe das Wasser nicht reichen.

Die DAM Senso de Luxe Felchenruten waren von der Rutenspitze bis zu dem Handteil aufeinander abgestimmt. In Kombination mit einer Laufrolle die gleichzeitig für das Flussangeln geeignet war, entstand das für die damalige Zeit perfekte Gerät zum Felchenfischen.

Die DAM Senso de Luxe ist eine zweiteilige Felchenrute aus Kohlenfaser. Sie ist mit den heutigen Hochmodulierten Felchenruten nicht mehr zu vergleichen, doch für ihre Zeit mit 110 gr bei einer Länge von 2.10 m ein wahres Leichtgewicht. Ausgerüstet mit Fuji SIC – Ringen, einem Korkgriff mit Schieberingen für das genaue austarieren der Balance und einem Dunkelgrünen Finish das zu überzeugen wusste. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es noch zu erwähnen. Bei der dritten Auflage hatte ein Verschlecht–besserer die Idee, die Rute mit einem Schraubrollenhalter zu versehen, was vielen Anglern nicht gefallen wollte.

RutenspitzeTrotz dem etwas härteren Handteil der DAM Senso de Luxe ist die Aktion der Felchenrute als Voll-Parabolisch einzustufen. Das Entscheidenste und für die Zeit Revolutionärste war aber der Spitz. Die Entwickler setzten auf einen Voll-Kohlenfasernspitz mit dem Durchmesser 2.4 mm / 0.8 mm. Diese Spitzen waren einerseits empfindlich genug auch die feinsten Bisse zu erkenne, sowohl auch stark und flexibel genug einem Drill stand zuhalten. 

Eine weitere Herausforderung an die Fertigung der Spitze stellte das Binden der feinen Rutenringe auf der dünnen Spitze dar. Nach etlichen Versuchen die Ringe maschinell auf die weichen Spitzen zu binden, ging man darauf über diese Arbeiten von Hand zu fertigen. Es wollte erst Jahre später gelingen, eine Maschine zu entwickeln, die in der Lage war derart feine Arbeiten präzise genug zu verrichten.

verleimte VerbindungDa es sich bei der DAM Senso de Luxe um eine zweiteilige Felchenrute handelt, ist der dritte Teil, die Spitze, mit dem Mittelteil verleimt. Das heisst, die Spitze ist nicht auswechselbar. Nachdem so eine Rute vor gefertigt war, wurde in das Mittelteil nachträglich der Spitz eingebracht und verleimt. Am Mittelteil wurde immer darauf geachtet, dass an der Verbindung zur Spitze der letzte Rutenring zur Stabilisierung des Übergans eingebunden wurde. Die ineinander übergreifende Verbindung zwischen Mittelteil und dem Spitz von ca. 7 cm, sowie der Wasserbeständige Leim und die präzise Einbindung des Rutenringes, verliehen der DAM Senso de Luxe eine Stabilität sondergleichen. Diese Technik tat auch der Aktion der exakt parabolischen Aktion der Rute keinen Abbruch. Im Gegenteil, sie ergänzte sich in perfekter Harmonie.

Die DAM Senso de Luxe war die Felchenrute ihrer Zeit. Die vom Oberländer Stucki gebauten Ruten wahren eher für die tieferen Bergseen gedacht, sie waren auch immer etwas länger und nur Semi-Parabolisch. Das mussten sie auch sein, wenn die Saiblinge aus 40 – 60 m Tiefe erfolgreich angeschlagen werden wollten.

Die DAM Senso de Luxe Ruten-Serie war eine ganze Zeit Konkurrenzlos, wer zur damaligen Zeit etwas auf sich hielt, musste so eine Rute besitzen. Sie hat mir viele Jahre gute und zuverlässliche Dienste geleistet. Nie hat sie mich im Stich gelassen. Heute hat sie an der Wand einen Ehrenplatz und immer wenn ich sie mir anschaue werden alte Erinnerungen wach.

Mitte der achtziger Jahre übernahm der Kurt Lienhard zur DAM noch die Generalvertretung der Firma Silstar Schweiz. Darauf hin legte er nochmals einen drauf und liess unter dem Label Silstar eine Kopie der Senso de Luxe auflegen. Auch diese Serien wurden zum Renner.

Dann kam in den neunziger Jahren Urs Bernhard ins Spiel. Animiert durch die vielen Felchenfischer und deren Nachfrage begann Urs mit neuen, Hochmodulierten Kohlefasern-Blanks zu experimentieren. Es wurden Pläne geschmiedet und gleich wieder verworfen. Freunde testeten was das Zeug hielt und aus all diesen Erfahrungen wurden die besten Elemente zusammengetragen. Die "Bernhard Felchenrute" war geboren. Sie war der Prototyp der heutigen Stucki Felchen Spexial. Für mich ist die Stucki Felche Spexial das Non plus Ultra was zurzeit auf dem Markt erhältlich ist. Angefangen von dem Material, über die Verarbeitung, der Wechselspitzen und dem Preis/Leistungsverhältniss.

Heute gibt es viele gute Felchenruten. Einige Hersteller sind auf den Zug auf-gesprungen, andere werden folgen. Wirklich unbrauchbare Felchenruten habe ich auf dem Markt keine ausmachen können. Somit kann jeder für sich entscheiden was für ein Modell er kaufen möchte und wieviel er für seine neue Felchenrute bezahlen will.


geschrieben am: 22. April 2006 / RR



weitere interessante Geschichten:

Der Rutenhexer