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Felchen / Wetter


Die verschiedenen Wetterverhältnisse haben mit Sicherheit ihre Auswirkungen auf die Lebensgewohnheiten der Fische und auf deren Beissverhalten. Wind, Druckunterschiede sowie das Licht sind massgeblich für die Aktivität der Fische und deren Nährtieren verantwortlich. Die Einflüsse und die daraus resultierenden Schlüsse sind nicht immer ganz einfach zu deuten, jahrelange Erfahrungen und Kenntnisse über das jeweilige Gewässer sind dafür die Voraussetzungen.

WindIn der Natur übernimmt der Wind eine wichtige Funktion. Er durchmischt den Wasserkörper und ermöglicht dem Gewässer, bedingt durch die vergrösserte Wasseroberfläche (Wellen), eine vermehrte Sauerstoffzufuhr. Auch im physikalischen Bereich (Licht) spielt der Wind einen wichtigen Faktor. Sobald der Wind auf der Wasseroberfläche Wellen erzeugt, wird das einfallende Licht anders gebrochen und gestreut. In der Tiefe herrschen für die Fische andere Sichtverhältnisse, man spricht von Licht-/Schattenverhältnissen. Was es mit der Sichtigkeit, im Bezug auf Wasser und Wind auf sich hat, kann man im Flachwasserbereich gut selber testen. Während man bei Windstille den Grund bei einem Meter Wassertiefe perfekt erkennen kann, ist der, bei leichter Brise oft schon nicht mehr wahrzunehmen. Meine Erfahrungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse gehen davon aus, dass es in solchen Phasen die Fische, speziell die Felchen (man spricht von menschenähnlichem Sehen), es schwerer haben ihr Futter zu erkennen.


Beaufort Tabelle


LuftdruckDruckunterschiede spüren nicht nur die Menschen, auch den Fischen muss eine Wetterfühligkeit zugesprochen werden.  Eine schlechte Wetterfront kündigt sich immer mit fallendem Luftdruck an und es bildet sich im Wasserkörper eine grössere Wasserdichte (Molekülkluster). Man könnte sagen, die Fische stossen nun im Wasser auf mehr Widerstand beim schwimmen, was automatische den Energieverbrauch erhöht. Die Felchenschwärme ziehen bei sinkendem Luftdruck bedeutend weniger auf der Nahrungssuche im See herum, viel eher stehen sie beinahe regungslos am Gewässergrund und sind selbst mit dem Fishfinder kaum mehr zu finden. In dieser zeit ist es schwierig die Felchen zu einem Anbiss zu verleiten. Es hat sich bewährt, dass Blei der Gambe/Hegene auf Grund zu setzen und nur durch ganz feine hoch/tief Bewegungen der losen Schnur, die Fische zum Anbiss zu reizen.

LichtEinen weiteren entscheidenden Einfluss beim Felchenfischen hat das Licht. Je nach Jahreszeit, Sonnenstand, oder anderen Faktoren wie Wolken am Himmel und Wassertrübungen, können zu unterschiedlichen Lichtsituationen unter Wasser führen. Wenn das Licht im Frühling durch die tiefstehende Sonne schräg auf die Wasseroberfläche trifft und keine grössere Wassertrübung vorherrscht, wird das Gewässer zum Leben erweckt. Algenblüten sind meist die ersten Hinweise dafür. Die Felchen schwimmen auf der Suche nach Futter vermehrt in den Flachwasserzonen (10m – 20m) herum. Wenn die Sonne ihr Licht im Sommer beinahe senkrecht auf den Wasserkörper scheinen lässt, sind die oberen Schichten, bis hinunter zur Sprungschicht hell mit Licht durchflutet (10m - 12m, kann je nach Nährstoffgehalt auch weniger sein 5m - 10m). Die Felchen stehen nun tagsüber in tieferen Lagen, ab 20m und in Grundnähe. Im Herbst schliesst sich der Kreislauf wieder, dass schräg einfallende Sonnenlicht wird wieder grösstenteils reflektiert und die Algenproduktion nimmt ab. Nun verteilen sich die Felchen wieder im gesamten Wasserkörper und es wird schwieriger sie zu finden.

Wolken (Zirren)Wolken haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Sichtigkeit unter Wasser, dunkeln diese doch die Sonnenstrahlen zeitweise sehr stark ab. Es gibt Theorien die besagen, dass Beisszeiten an gewissen Wolkenformationen zu erkennen sind, dass kann ich soweit nicht bestätigen. Meine Erfahrungen dahingehend lassen einzig darauf schliessen, dass bei einem typischen Föhneinbruch, was jeweils gut an den so genannten Zirren (Föhnwolken, lang gezogene Wolkenschleier) zu erkennen ist, die Beissfreudigkeit der Felchen und der Fische im Allgemeinen abnimmt.

Der Klimawandel der vergangenen Jahre hat mit Sicherheit auch seine Einflüsse und Spuren hinterlassen. Durch globale Erwärmung in unseren Breitengraden sind die durchschnittlichen Wassertemperaturen in den Gewässern um 1° C – 3° C gestiegen. Einflüsse von aussen haben zu einer vermehrten Algenblüte geführt, dies wiederum ruft in der Regel eine erhöhte Menge an Bakterien im Wasser hervor, die ihrerseits viel Sauerstoff verbrauchen.


Klimawandel


Um solchen, zum Teil wiedernatürlichen Ereignissen vorzubeugen, muss ich an die Menschheit im gesamten appellieren. Es ist an der Zeit, dass wir umdenken und verantwortungsvoller mit unserer Natur umgehen, jeder Einzelne von uns kann seinen Beitrag dazu leisten, um auch noch in Zukunft einer schönen und erfolgreichen Fischerei nachgehen zu können!

geschrieben am: 15. November 2005 / RR


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