Die Hauptnahrung der Felchen und Fische im Allgemeinen.
Alle planktischen Organismen, die keine Photosynthese betreiben, sondern sich von anderen Organismen ernähren, werden zum Zooplankton gezählt. Süsswasserplankton wird als Limnoplankton bezeichnet. Dabei wird zwischen herbivoren und carnivoren Zooplanktern unterschieden. Zum herbivoren Zooplankton zählen jene Arten, die sich direkt vom Phytoplankton ernähren. Zooplankter, die sich von anderem Zooplankton ernähren, werden als carnivor bezeichnet. Ohne dem Plankton der Binnengewässer würde den riesigen Felchenschwärmen die Nahrungsgrundlage fehlen. Plankton ist in Gewässern fast allgegenwärtig. Kommt es in stehenden Binnengewässern zu Nährstoffüberschuss, kann das stark anwachsende Phytoplankton zur Algenblüte und zum so genannten „Umkippen“ führen.
Daphnien (Gattungen Daphnia und andere, Klasse Branchiopoda, Ordnung Cladocera) sind Kleinkrebse (Wasserflöhe). Sie gehören zur Klasse der Blattfusskrebse und werden den Krallenschwänzen zugeordnet. Diese kleinen Krebschen werden nur 0,1 - 0,5cm gross und bilden in den meisten Seen die wichtigste Nahrungsgrundlage für Felchen und andere planktivoren Fische. Den Namen verdanken die Tiere ihrer Fortbewegungsweise, die so aussieht, als würden sie wie Flöhe durchs Wasser hüpfen. Insider wissen, dass diese Tiere mit Flöhen nichts gemein haben. Während es sich bei Flöhen um Insekten handelt, gehören die Wasserflöhe zu den Kleinkrebsen, genauer gesagt zur Unterklasse der Blattfusskrebse (Phyllopoda).
In unseren Gewässern finden wir zahlreiche Arten von Wasserflöhen. Neben der wohl bekanntesten Art Daphnia pulex z.B. noch D. magna, D. longispina, D. cucullata sowie die Angehörigen der Gattung Bosmina. Die Wasserflöhe besitzen je nach Art 4 - 6 Paar Beine, die zu einem Filterapparat umgebildet sind, mit dem Algen, Infusorien und Bakterien aufgenommen werden. Die Fortbewegung erfolgt durch ein kräftig entwickeltes Fühlerpaar mit Haarborsten an den Enden. Am Kopf befindet sich ein Stirnauge. Der Körper der Wasserflöhe ist von harten Schalen umschlossen, welche durchsichtig sind und dadurch auch einen Blick auf das Innere der Tiere ermöglicht.
Die Fortpflanzung der Tiere ist etwas aussergewöhnlich. Normalerweise bewohnen die Wasserflöhe Seen, Teiche und Tümpel, wobei der Bestand der Tiere im Winter stark oder vollständig zurückgeht. Zu bestimmten Jahreszeiten kann es zu einem Massenauftreten kommen. Daphnien vermehren sich zumeist ungeschlechtlich. Deshalb sind 98% der Daphnien Weibchen. Wenn sich die Umweltbedingungen in ihrem Lebensraum negativ verändern (Trockenheit, Kälte, kürzere Tage, Nahrungsmangel, aber auch Giftstoffe), werden jedoch auch Männchen geboren, die die Eier der Weibchen befruchten. Diese Eier, auch „Wintereier“ oder Latenzeier (Dauereier) genannt, können bis zu zwei Jahre Trockenheit überstehen und bei guten Umweltbedingungen wieder schlüpfen. Im Sediment ist die Haltbarkeit der Eier noch höher. Aus 50 Jahre alten Schichten des Bodensees schlüpften in Laborversuchen noch Daphnien! Diese erstaunlichen Fähigkeiten geben den Wasserflöhen die Möglichkeit, austrocknende oder "umgekippte" Gewässer schnell wieder zu besiedeln.
Ruderfusskrebse (Copepoda, Copepoden) sind kleine Krebse (Crustacea), die unsere Seen und Teiche besiedeln. Sie bilden die artenreichste Gruppe der Crustaceen (14.000 Arten, 2300 Gattungen, 210 Familien) und stellen den grössten Anteil des Zooplanktons. Viele Arten der Cyclopoida und Harpacticoida leben auch im Grundwasser und haben sich diesem Lebensraum angepasst. Die Copepoden stellen eine Unterklasse in der Klassifikation der Crustaceen dar und gliedern sich allein in 10 Ordnungen. Die Larven eines Ruderfusskrebses besitzen mehr (Calanoida) oder weniger (Harpacticoida) lange Antennen, die sie als Sensoren und zur Fortbewegung nutzen. Je nach Ordnung tragen die Weibchen ein oder zwei Eiersäcke unter dem Hinterleib oder sie entlassen die Eier direkt in die Wassersäule.
Ruderfusskrebse (Copepoden) sind eine wichtige Nahrung für Felchen, andere Krebse und Fische im Allgemeinen. Sie bewohnen ungefähr dieselben Lebensräume wie die Wasserflöhe, treten allerdings meist schon früher im Jahr (ab Februar/März) in grösseren Mengen auf. Planktische Formen fressen direkt das Phytoplankton, wobei sie mit ihren erstaunlichen Mundwerkzeugen auch einzelne Zellen aus dem Wasser selektieren. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass sie neben dem antarktischen Krill (Euphausia superba) die grösste Biomasse der Welt bilden. So können in einem Liter Sand über 2000 von ihnen leben.
Die Flohkrebse (Amphipoda) sind eine Ordnung der Krebstiere, die zur Klasse der Höheren Krebse (Malacostraca) gehört. Die Gattung Gammarus beinhaltet einige einheimische Arten: neben dem bekannten Bachflohkrebs (Gammarus pulex) auch noch Gammarus roeseli und Gammarus fossarum. Flohkrebse weisen in der Regel Körpergrössen von einigen Millimetern bis zu wenigen (meist unter zwei) Zentimetern auf.
Der Körper der Flohkrebse ist im Gegensatz zu den nahe verwandten Asseln seitlich abgeplattet. Er ist in drei Körperabschnitte, die Tagmata gegliedert. Flohkebse haben sieben Brustbeine, wovon fünf davon als Laufbeine zur Fortbewegung dienen. Die beiden übrigen Beinpaare sind als Greifwerkzeuge ausgebildet. Die Kiemen sitzen an den Beinen des letzten Körperabschnitts und dienen als Schwimmbeine.
Die Wasserasseln (Isopoda) halten sich in stehenden wie auch in langsam fliessenden Gewässern auf. Sie ernähren sich von zerfallenden Pflanzenresten. Wasserasseln stellen keine grossen Ansprüche an die Wasserqualität und sind sehr widerstandsfähig. Trocknen ihre Wohngewässer aus, graben sie sich in den Schlamm ein. Man kann die Asseln das ganze Jahr über finden, auch am Grund von zugefrorenen Gewässern. Am Kopf der Wasserasseln sitzen zwei Augen und zwei Antennenpaare. Ein Paar ist fast körperlang, das andere sehr kurz. Die Tiere wirken träge, doch können sie bei Gefahr flink sein. Sie stehen in der Nahrungskette als Futter für grössere Fische.
Zahlreiche Arten von Wasserasseln leben im Meer. In den Binnengewässern Mitteleuropas hingegen findet man nur zwei oder drei Arten vor, und davon östlich des Rheins nur Asellus aquaticus, einen am Boden oder zwischen Pflanzen lebenden Gliederfüsser von 10 - 20 mm Länge. Die Männchen sind grösser als die Weibchen. Die Weibchen legen bis zu 100 Eier, die im Brutsack mit herumgetragen werden. Die jungen Asseln schwärmen nach 3 - 6 Wochen aus und sind den erwachsenen Tieren schon sehr ähnlich.
Fazit:
Untersuchungen und Auswertungen des Mageninhalts von Felchen aus dem Brienzersee haben zu den folgenden Resultaten geführt: Die wichtigsten Nahrungsorganismen waren die Daphnien (Cladoceren) Wasserflöhe, Krebse (Leptodora) sowie Bytotrephes. Diese wurden genutzt sobald sie im Plankton nachweisbar waren und bildeten häufig den grössten Teil der Nahrung. Ruderfusskrebse (Copepoden) wurden, obwohl im Angebot immer vorhanden, nur dann intensiv genutzt, wenn die grösseren Kleinkrebsformen (Cladoceren) fehlten. Beim Fehlen von grösseren Kleinkrebsformen (Cladoceren), insbesondere im Winter, wichen einzelne Felchen auf benthische Nahrung aus. Dabei wurden vor allem Zuckmücken (Chironomiden), auch bekannt als Tanzmücken oder Schwarmmücken, gefressen.
geschrieben am: 22. Mai 2007 / RR
Quellennachweis: Die wissenschaftlichen relevanten Informationen zum Thema Zooplankter stammen von: Wikipedia, vielen Dank Freunde!
Quellennachweis: Ich Danke Günther Schmaus http://www.killi-foto.de/für die einzigartigen Bilder zu diesem Bericht.