Die mit Abstand artenreichste Familie der Fluginsekten in unseren Binnengewässern sind die Mücken. Die häufigste Art sind die Zuckmücken (Chironomidae) auch bekannt als Schwarmmücken oder Tanzmücken, sie gehören zur Familie der Zweiflügler (Diptera).
Weltweit leben etwa 4900 Arten dieser Tiergruppe, davon allein 1200 in Europa. Es handelt sich dabei meist um Mücken mit einer Körperlänge zwischen zwei und 20 Millimetern. Die Zuckmücken sind auf der ganzen Welt verbreitet und kommen sogar in Extremlebensräumen vor, in denen andere Insekten nicht leben können. Ihren Namen verdanken die Zuckmücken der Eigenschaft, dass sie auch in Ruhephasen immer zuckende Bewegungen mit den frei nach vorn gerichteten Vorderbeinen durchführen. Die wissenschaftliche Bedeutung dieser Zuckungen ist nicht bekannt.
Die meisten Larven sind rot, gelblich, grün, weiss oder bräunlich gefärbt. Besonders Arten in sauerstoffarmen Gewässern sind ausserdem meist blutrot gefärbt, da sie als Blutfarbstoff Hämoglobin besitzen und so noch effektiver Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen können.
Die Larven der Zuckmücken sind im Ganzen recht gleichförmig gebaut. Es handelt sich um durchweg schlanke, wurmförmige Larven mit einer Kopfkapsel. Die Färbung kann wie oben beschrieben unterschiedlich ausfallen. Der Körper besteht aus drei Brust- und neun Hinterleibssegmenten und trägt am Körperende ein Paar Stummelfüsse, mit denen und den oft miteinander verwachsenen Fussstummel am ersten Brustsegment, können sich die Larven, ähnlich wie Spannerraupen, kriechend fortbewegen. Chironomidenlarven durchlaufen in der Regel 4 Larvenstadien. Unterschiedlich sind die Mundwerkzeuge, vor allem die Bezahnung wird zur Artenbestimmung genutzt. Um die Atmung zu unterstützen, führen die Larven regelmässig schlängelnde Bewegungen aus, die einen Wasserstrom um den Körper erzeugen.
Die frei beweglichen Puppen besitzen Atemhörner mit offener Verbindung zum Atmungsorgan (Tracheenkiemen). Als Schwimmorgan dient ein Haarfächer am letzten Hinterleibssegment. Die Verpuppung erfolgt in der mehr oder weniger modifizierten Wohnröhre der Larve, wobei diese oft verkürzt und etwas erweitert wird. Bei manchen Arten ist sie zur Verpuppung mit einem Deckel versehen, der das Atemwasser durchlässt. Die Wasserzufuhr erfolgt durch rhythmische Schwingungen des Hinterleibes. Die Puppe verlässt vor dem Schlüpfen der Imago das Gehäuse, unterstützt durch die Bewegung des Hinterleibendes und wird mit dem Wasser ans Ufer getragen. Bei stehenden Gewässern schwimmt sie aktiv mit Hilfe des Schwimmfächers an die Oberfläche oder steigt passiv durch eine Luftansammlung zwischen Puppenhaut und Imago auf. Die Imago schlüpft innerhalb weniger Sekunden und fliegt davon.
Die Zuckmücken sind im Ökosystem als Nahrung für viele Fische von grosser Bedeutung. Der Fischer mit Blick für die Natur und ihrer Vorgänge kennt das Bild. Die Mücken tanzen über den See und schwimmen nach ihrer Hochzeit erschöpft und sterbend auf dem Wasser. Ihre Larven und Puppen gehören während der ganzen Jahreszeit zur Hauptnahrung der Felchen und werden durch unsere Nymphen imitiert. Der Stellenwert dieser Insekten als Fischnährtiere ist sehr hoch. Durch ihre Vielfalt und Menge sind sie aus dem Nahrungsangebot der Felchen und der Fische im Allgemeinen nicht wegzudenken.
Für mich gehören die Imitationen der Zückmückenlarven und deren Puppen zwingend in jedes gut assortierte Gamben-/Hegenensortiment. Vor allem wenn die Zuckmücken steigen und es auf der Wasseroberfläche nur so von ihnen wimmelt, sind sie der Topköder schlechthin. Was die Farben anbelangt, so muss „Mann“ für sich testen, welche Farbe den Fischen am besten zusagt (kann von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich sein). Für den Bielersee haben sich durch jahrelange Versuche die Farben Schwarz, Rot und Violett als die Favoriten ergeben! Ich möchte aber hinzufügen, dass soll nicht heissen das alle anderen Farben nicht fangen, keine Regel ohne Ausnahme!
geschrieben am: 08. Februar 2007 / RR
Quellenangaben: Die wissenschaftlichen relevanten Informationen zum Thema Zuckmücken und die Bilder stammen von der: University of Alberta, vielen Dank Freunde!
Die im Bericht abgebildeten Websta-Nymphen sind erhältlich beim: