Infos und News zum Thema Felchenfischen auf dem Bielersee
18.09.2007
Saison Rückblick 2007
Die Felchensaison 2007 auf dem Bielersee war durchwachsen, wie so manches andere auch in diesem Jahr. Das Wetter genauso wie die Felchenschwärme, war selten vorhersehbar und schon gar nicht zu berechnen. Nach anfänglichem gutem Saisonstart zogen sich die Felchen erneut in die Tiefen des Bielersees zurück und auch der Wasserkörper hatte es mit den starken Winden nicht leicht sich auf die gewohnten Verhältnisse einzupendeln. Es dauerte bis Mitte Mai, bevor sich die Felchen zu grösseren Schwärmen zusammenfanden und im Mittelwasser (in der Schwebe) auf Nahrungssuche zu finden waren. In den Flachwasserzonen waren kaum welche zu finden, was eigentlich mehr als erstaunlich war, denn die Eintagsfliegen sowie die Köcherfliegen schlüpften in grosser Zahl und dies war zumindest in den vorhergegangenen Jahren ein Garant dafür, dass gute Fänge erzielt und nicht selten Grosse Felchen in Ufernähe gefangen wurden.
Kaum hatten sich die „Grossen“ Felchenschwärme gebildet und fanden sich an den gewohnten Hot Spots im Oberen Bielerseeteil zum fressen ein, waren sie nach wenigen Wochen wieder verschwunden. Ab Ende Juli war dann vollends Schluss und die Felchen nicht mehr zu finden. War nun das Wetter in Form von starken Niederschlägen schuld, mit dem ständigen steigen und fallen des Wasserkörpers, waren es die kräftigen Winde, die für eine Durchmischung und Trübung des selben verantwortlich waren und den Lichteinfall beeinflussten, was mit der Sichtigkeit der Nahrung für die Felchen zu tun hat. Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass wohl von allem etwas dazu beigetragen hat, dass die Saison 2007 einen eigenen Charakter hatte. Es bringt nichts sich darüber aufzuregen und jedes Detail zu hinterfragen, vielmehr müssen wir unsere Blicke vorwärts richten und positiv in die Zukunft schauen. Auf weniger gute Tage folgen bessere und nur wer mit offenen Augen die Natur betrachtet wird diese auch erkennen! Auf die Felchensaison 2008.
Von Fischer für Fischer
Ein weiteres Mal gilt mein Dank allen Freunden, die mich während der ganzen Saison unterstützen. Eure Infos und Berichte lasse ich hier einfliesen und ohne eure Hilfe wären solche Geschichten/Berichte, wie sie hier unter „Felchenfieber“ stets nach zu lesen sind, nur schwer möglich. Vielen Danke Freunde!
Die Felchensaison 2008 startet am: 01.01.2008
Felchenfieber
Aktuelles zum Thema Felchenfischen
erscheint wieder mit News ab Januar 2008
26.08.2007
Goodby Felchen
Wir haben uns redlich bemüht die Felchen zu finden, aber es sollte nicht mehr sein. Verdächtige Hinweise auf dem Fishfinder entpuppten sich meist als Weissfische oder als Schwärme von kleineren und mittelgrossen Egli, wobei diese eher die Ausnahme bildeten. Beim Vogelturm gelang es uns noch ein paar Felchen in 22m Wassertiefe zu überlisten. Sie waren auf dem Bildschirm kaum zu erkennen, bewegten sie sich doch knapp über dem Gewässergrund. Um die Mittagszeit lagen gerade mal 3 masige Coregonen in der Kühlbox, die der schwarzen Goldkopfnymphe nicht widerstehen konnten. Alle anderen verwerteten Bisse erwiesen sich als untermasige Felchen oder Egli. Mit den Nymphen wollte es uns nicht gelingen, auch nur ein einziges masiges Egli zu fangen.
Aus Sicht der Fische kommt es in einem Gewässer darauf an, dass viel Nahrung vorhanden ist, ausreichend Sauerstoff zum Atmen, es im Winter nicht vollständig zufriert, Laichmöglichkeiten und Verstecke vorhanden und das Gewässer insgesamt abwechslungsreich ist. Zu Themen wie: warum, wieso und wenn und aber, liessen sich ganze Seiten füllen, wobei diese von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich ausfallen dürften und wie ich Meine, eher für Diskussionen am Stammtisch oder in der Fischerhütte geeignet sind, denn als möglicher allgemein verbindlicher Ratgeber. Die Natur hat noch viele Geheimnisse und gerade diese machen doch die Geschichte erst so richtig, immer wieder auf das Neue spannend und halten das Felchenfieber hoch!
Gerade in den vergangenen Wochen und Monaten wurde das Thema Klimaerwärmung weltweit heftig diskutiert. Einig sind sich fast alle Forscher darin, dass die globale Temperatur seit etwa 50 Jahren deutlich angestiegen ist. So fallen einige der wärmsten bisher registrierten Jahre auf die 1990er Jahre und auf die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts. Die meisten Wissenschaftler sind inzwischen davon überzeugt, dass an dieser Erwärmung der Mensch durch die massive Emission von Treibhausgasen seit Beginn des Industriezeitalters zumindest eine Teilschuld trägt. Umstritten ist allerdings noch, wie gross der Einfluss der Menschheit auf diesen Klimatrend ist. Das Hochwasser, dass uns am 09.08.07 den höchsten, je im Bielersee gemessenen Pegelstand brachte, hat auf eindrückliche Art gezeigt, wie wenig wir Menschen auszurichten haben, wenn die Naturgewalten über uns hereinbrechen. Auch hier könnte man von wenn und aber schreiben und nach Schuldigen suchen, was aber an den Tatsachen auch nichts mehr ändert. Viel mehr sollten wir auf die Natur hören und uns in Zukunft darüber im Klaren werden, dass sie sich nicht bändigen lässt. Mehr Respekt und grössere Freiräume könnten schlimmeres verhindern, wer nur mit dem Profit rechnet, muss mit den Risiken leben!
Goodby Felchen heisst: Auf wieder sehen Felchen, auf wieder sehen zu Beginn der nächsten Saison, im 2008. Goodby Felchen heisst aber auch willkommen Egli, Hecht, Äschen und überhaupt, bis Ende September sind ja noch die Forellen offen. Einer weiterhin spannenden Fischerei steht also nichts im Wege, gehen wir es an. Ich für meinen Teil werde hoffentlich noch viele Stunden bis Ende Jahr am Fischwasser verbringen können und gelegentlich auch über den einen oder anderen Fang berichten dürfen.
Fischen ist eine Lebenseinstellung. Ein paar Stunden alleine mit der Natur und den eigenen Gedanken und alles ist wieder im Grünen Bereich und die Akkus sind frisch geladen. So geht es mir jedenfalls nach einem Tag oder ein paar Stunden, in denen ich der Fischerei nachgehen konnte. Gemeinsames Fischen mit Freunden ist immer wieder etwas ganz spezielles, im Besonderen, was den Erholungs- und Spassfaktor anbelangt. Ist uns dann Petrus auch noch gewogen und schenkt uns einen guten Fang und es ist somit für ein feines Abendessen gesorgt, ja dann sollte man sich fragen, was man darüber hinaus eigentlich noch mehr von seiner Lieblingsbeschäftigung erwarten kann. In diesem Sinne!
06.08.2007
Felchen (Fischer) - Ferien
Hatte da nicht unlängst einer was von „Felchen Gut“ geschrieben? Ach so, dass war ja eine Woche vor den Felchen (Fischer) – Ferien und gemeint war wohl damit, dass sich die Felchen „Gut“ versammelt hatten, um gemeinsam in die Ferien zu schwimmen, ohne jedoch ihr Ziel zu nennen.
Die starken Regenfälle im Juli liessen den Wasserspiegel des Bielersees kräftig steigen, im Hafen von Le Landeron trat der See über das Ufer und die Enten fanden Vergnügen daran, in der Wiese herum zu schwimmen. Auch der Zihlkanal war randvoll, zum Glück konnte noch genug Wasser zurück in den Neuenburgersee gestaut werden, um schlimmeres zu verhindern. Ein weiteres Übel waren die starken Winde, anfänglich bliesen sie aus Süd/West und das in Stärken von 2 - 3 mit Böen gar oft in Stärke 4. Wer es also dennoch schaffte sein Schiff zu entern, stand vor diversen Unannehmlichkeiten. Einerseits war und ist das Regenwasser für die für die zur Jahreszeit kühlen Wassertemperaturen verantwortlich, anderseits mischten und mischen die starken Winde (gelegentlich wechselten die Luftströmungen auf Nord/Ost - Bise und auch der Föhn liess sich nicht Bitten) den Wasserkörper erheblich durcheinander.
Dazu kommen noch Pegelschwankungen und die daraus resultierenden Strömungen, hervorgerufen durch das ständige, starke ablassen des Wassers. Im Prinzip müsste zurzeit der Wasserkörper ruhen, die Sprungschichten ausgebildet sein und einem gepflegten Felchenpimpen nichts im Wege stehen. Aber eben, wie geschrieben, für einmal zeigte und zeigt die Natur, dass sie eigene Regeln hat und diese sind nicht immer so einfach nachzuvollziehen und schon gar nicht kalkulierbar.
Wie so vielen anderen Fischerkameraden erging es mir auch, die grossen Felchenschwärme waren nicht mehr zu finden und wenn überhaupt, musste man mit einer Handvoll Felchen an einem Vormittag zufrieden sein. Logisch, dass habe(n) ich (wir) mir (uns) anders ausgerechnet, zumal das die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigten, doch es führt kein „Wenn und Aber“ daran vorbei, dieses Jahr, scheint so einiges anders zu Laufen. Den einen oder anderen (kurzen) Versuch werde ich diese Saison noch starten, aber sollten diese nicht meinen Erwartungen entsprechen, werde ich mich gänzlich auf die Egli- und Hechtfischerei versuchen, wie alle Jahre wieder, wenn die Felchen Ferien machen, in diesem Sinne!
12.07.2007
Felchen Gut
Im Oberen Bielerseeteil hört man diese Info aus allen Richtungen. Die Grossen Felchenschwärme haben sich eingefunden und ziehen auf der Suche nach Futter, ihre regelmässigen Bahnen. Einerseits könnte man schon fast von einer Felchenernte schreiben, bei den Erdbeeren, Kirschen und anderen Früchten spricht man ja auch davon. Doch Stopp, so einfach geht es dann doch nicht, die Fische hängen weder an Bäumen noch Sträucher, noch sind sie keineswegs „Einfach“ zu pflücken. Der momentan hohe Wasserstand, sowie der durch kräftige Winde durchmischte Wasserkörper sorgt nicht gerade für einfache Verhältnisse, weder für die Tierwelt im Wasser, noch für uns Fischer. Darauf gilt es sich einzustellen und so steht auch in solchen Zeiten, einem gelungenen Fischtag nichts mehr im Wege.
Für manch einen hat die Ferienzeit schon begonnen und somit die Zeit im Leben, die der Gemütlichkeit, dem Vergnügen und überhaupt alledem gewidmet ist, was einem Freude bereitet. Gerade beim Felchenfischen gibt es noch viel Neues zu Entdecken, wobei dies nicht zwingender Masen mit „Neu“ zu verbinden ist, viel eher damit, altes mit neuen Augen zu betrachten. Neue Situationen zu erkennen, erfordert neues Handeln und dies wiederum führt zu neuen Entdeckungen.
Wenn auch gestern die Felchen mit Vorliebe die roten Goldkopfnymphen nahmen, so kann es gut und gerne sein, dass sie heute die Schwarzen bevorzugen. Wenn auch die beste Beisszeit zwischen 7.30 – 10.30 Uhr lag, so kann sich auch dies einen Tag später verschieben. Wo gestern die Fische noch am Südufer in der Schwebe zu überlisten waren, ist heute die Nordseite favorisiert und evt. fressen sie in unmittelbarer Bodennähe.
Gerade beim Felchenfischen ist es oft eine Vielzahl von Kleinigkeiten die Entscheidend sein können und einem den Erfolg näher bringen. Was gibt es schöneres, als in ein freudig, strahlendes Gesicht zu blicken, wenn einem der Fischerkamerad von seiner „Neuen“ Entdeckung und dem damit verbundenen guten Fang berichtet!? Und zu guter letzt, wer weiss, können solche Infos über Fangplätze, Wasserstand und Beisszeiten doch auch jedem Einzelnen zu Gute kommen.
Für mich gehört die Erlacherbucht zu dem schönsten Hot Spot rund um den Bielersee. Nicht nur das sich hier die Felchenschwärme regelmässig einfinden, nein, die Kulisse rundum mit dem herrlichen Schloss Erlach, die vielen Freunde und Bekannte, die ich seit vielen Jahren kennen und schätzen gelernt habe, machen diese Freude aus. Was gibt es schöneres, als sich beim gemeinsamen Felchenpimpen mit Freunden auszutauschen, sei es über unser Hobby oder was auch immer!
Ich wünsche allen eine schöne und erholsame Ferienzeit! Möge euch der Erfolg am Fischwasser beschieden sein und wer weiss, vielleicht klappt es ja gerade jetzt mit dem Dreamfish. Auf fischreiche Tage, in diesem Sinne!
30.06.2007
Juni 07
Die sehr guten Felchenfänge der vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die Bewirtschaftung des Bielersees Früchte trägt, die auch uns Hobbyfischern zu gute kommen. Den Freunden aus der Fischzucht Ligerz, sowie den Berufsfischern vom Bielersee ist es zu verdanken, dass das Niveau hochgehalten wird und der See regelmässig mit Felchennachwuchs besetzt wird. Hinzu kommt noch die Selbstverlaichung, die wohl heute keiner mehr in Abrede stellt, auch wenn deren Erfolg noch nicht wissenschaftlich untermauert ist, diese mit Sicherheit von statten geht. Getreu dem Motto: „Denn sie Wissen was sie tun!“, hoffe ich, dass das Gleichgewicht der Fischfauna erhalten bleibt und nicht zu Gunsten einer Spezis andere verschwinden.
In Zeiten wo die Temperaturen und demzufolge auch das Wasser immer wärmer werden, ist es zwingend notwendig die gefangenen Fische während eines Fischtags kühl, noch besser, kalt zu haltern. So bleiben sie erstens frisch und zweitens lassen sie sich auch um einiges besser filetieren. Vom Haltern in Drahtsetzkeschern bin ich eh kein Fan, auch wenn diese jeweils in die Tiefe gelassen werden, wo es bekanntlich kälter ist, so blutet mein Herz, wenn ich sehe, wie einige Fischer ihre Vollpackung darin versorgen und gegen den Schluss der Deckel nicht einmal mehr richtig geöffnet werden kann. Ganz abgesehen davon, werden die zuerst gefangenen Fische zig Mal aus der Tiefe an die Oberfläche gehievt und wieder hinunter gelassen, mit Pro Fisch hat das meiner Meinung nach nicht mehr viel zu tun! Zwei weitere Argumente sprechen für den gebrauch einer Kühlbox: 1. der Drahtsetzkescher hängt nicht irgendwo im Wasser herum und verursacht keine Gefahr, wenn mal eine Felche gar stürmisch unter dem Schiff ihre Kreise zieht und 2. beim verschieben seines Fischplatzes derselbige, genauer gesagt das Seil, nicht in die Schraube des Motors gerät. Hierzu sei noch angefügt, dass es mir nicht so um den Verlust des Drahtsetzkeschers geht, viel eher denke ich dabei an die Fische, die elendiglich zu Grunde gehen.
Schön wenn viel gefangen wird, so gibt es viel zu erzählen und berichten. Hier und dort treffen sich Freunde, um gemeinsam ihrem Hobby, dem Felchenfischen, nachzugehen. Die Offenheit mit der schon heute über unser Tun berichtet wird ist erfreulich und wenn wir das weiterhin so handhaben und pflegen, bin ich sicher, dass der Kreis der „Pimpmaster“ weiterhin so regen Zuspruch finden wird. Mit Nick, der des Öfteren beim Jürg auf dem Schiff anzutreffen ist, scheint sich auf sicher ein weiterer Fischer mit dem Felchenfieber infiziert zu haben. Nick, Petri zu deinen Felchen!
Wohl schon zu den „Unheilbaren“ muss ich den Freund Roland zählen. Angefangen mit den „selbst gestrickten“ Nymphen, eigenhändig gebunden an der „ultimativen“ Gambe/Hegene, immer das Ziel vor Augen die Natur so genau wie Möglich zu imitieren und dennoch immer gut für den Nötigen Spass dazwischen, der, der Geschichte doch erst so richtig die Quintessenz einbringt. Wieder des tierischen Ernstes, Spass muss sein und den hatten wir zusammen. Wir parlierten über dies und das, genossen ein spitzenmässiges Eisdessert, welches der Roland plötzlich aus seiner Kühlbox zauberte und darüber hinaus fingen wir auch die eine oder andere Felche, was will „Mann“ mehr!? Auch dir Roland, Petri zu deinen schönen Felchen!
Ich für meinen Teil liebe die kühleren Morgenstunden und dass ich damit nicht alleine dastehe, zeigt die Ansammlung von Schiffen an den Hot Spots. Ab frühstem Morgen waren und sind die Felchenschwärme mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt und demzufolge bissen und beissen sie auch dementsprechend gut. Ob in Ufernähe ab 15 – 16 m Wassertiefe, oder wer es lieber hat, auch in 20 – 22 m sind die Felchen zu finden. Während sich die Fische in Ufernähe eher am Gewässergrund aufhalten, sind sie im tieferen Wasser mehrheitlich im Zwischenwasser (in der Schwebe) zu finden. Seine persönlichen Vorlieben, was das Felchenfischen anbelangt, herauszufinden liegt bei jedem Einzelnen und wer sich nicht sicher ist, was ihm am besten gefallen könnte, dem sei geraten, alles einfach einmal auszuprobieren.
Einen universellen Tipp vermag auch ich nicht abzugeben, der zuverlässigste ist immer noch der Eine, wenn auch Alte und der heisst, sich anzupassen. Sich anzupassen heisst nicht das zu tun was ein anderer macht, vielleicht weiss es jener auch nicht besser. Sich anzupassen heisst vielmehr, die Natur zu lesen, zu verstehen und sie möglichst genau zu imitieren. Sich an die eigenen Erfahrungen zu erinnern um daraus dieselben Schlüsse zu ziehen, die einem beim letzten Mal zum Erfolg verhalfen. In diesem Sinne!
18.06.2007
Schönwetterfischer
Wann immer ich zum Felchenfischen auf den Bielersee hinaus fahre, bin ich glücklich und zufrieden. Im Laufe der Jahrzehnte habe ich das Gewässer kennen und lieben gelernt. Viele Freundschaften wurden auf dem Wasser geschlossen und wie es so ist unter Gleichgesinnten, noch heute trifft man sich zum gemeinsamen Felchenpimpen und Erfahrungsaustausch. Nicht nur die Zeiten und das Klima haben sich gewandelt, auch wir Menschen befinden uns im Umbruch. Termine, Hektik und Stress bestimmen so manchen Tagesablauf und wer nicht mitschwimmt, geht unter. Doch gerade in solchen Zeiten scheint es mir wichtig, dass wir uns selbst (jeder für sich) hinterfragen, ob wir diese „Zeitzeichen“ nicht wenigstens bei der Ausübung unseres geliebten Hobbys beiseite lassen könnten. Ich für meinen Teil geniesse jede Stunde auf oder am Wasser und versuche das „Alltagseinerlei“ beiseite zu lassen. So kommt regelmässig Freude auf und die gilt es zu Leben!
Klimawandel hin oder her, damit müssen wir Leben. Ich gehöre schon seit Jahren zu den „Schönwetterfischern“ und gerade das macht es auch nicht immer einfach. Bei Regen ist es mir zu nass und das schaukeln bei Wind liebe ich auch nicht wirklich. Da ich aber zur arbeitenden Gilde gehöre und mir meist nur das Wochenende zum Fischen bleibt, stehe ich oft vor der Qual der Wahl, Fischen oder nicht Fischen heisst die Frage. Doch objektiv betrachtet ist die Qual gar nicht so gross, denn die Wahl liegt ja ausschliesslich bei mir und wie auch immer ich mich entscheide, nur für mich muss es stimmen.
Mein lieber Freund Michael lebt diese Weisheiten schon seit vielen Jahrzehnten und ich bin überzeugt, gerade deshalb hat er sich seine Unbeschwertheit auch bis heute erhalten. Seine Frohnatur ist nicht nur ansteckend, nein, sie schwappt regelmässig auf einem über und seine positive Einstellung gegenüber Mensch/Natur und überhaupt macht grosse Freude. Keine Frage, er kennt denn See wie seine Hosentasche und auch die vorlieben der Felchen sind ihm bestens vertraut. Das er nicht immer dort die Felchen sucht wo die grösste Ansammlung von Fischerbooten vor Anker liegt spricht dafür, dass er seinen langjährigen Erfahrungen vertrauen kann und was noch viel wichtiger ist, dass er daran glaubt. Michael ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Pimpmaster der „Ersten Stunden“ und wer ihn einmal auf dem Bielersee antrifft, der darf ihn ohne Scheu nach dem wie, was und wo fragen, eine ehrliche Antwort bekommt „Mann“ bestimmt!
Die grossen Schwarmbildungen der Felchen gehen immer zügiger von statten. Sie ziehen im oberen Bielerseeteil auf der Suche nach Nahrung entlang der Schärkanten und auch immer öfters in tieferem Wasser (zwischen den Sprungschichten), im Zwischenwasser. An manchen Tagen sind die Schwärme gut zu finden, an anderen scheinen sie wie vom Wasserkörper verschluckt und wenn, sind sie nur in kleineren Trupps auszumachen. Das Beissverhalten der Felchen lässt auf Beisszeiten schliessen, denn die Morgen-, sowie die späteren Nachmittags- und insbesondere die Abendstunden sind von gutem Fangerfolg gekrönt. Während die heissen Mittagszeiten zwischen 11 – 16 Uhr (keine Regel ohne Ausnahme) eher zu den weniger aktiven Fresszeiten gehören und die Felchen regelrecht zum Anbiss verführt werden müssen, beissen sie während den „Hauptbeisszeiten“ gut erkenn- und spürbar. Vor allem die Bisse im Zwischenwasser sind oft von einer Heftigkeit, dass es einem die Rutenspitze regelrecht ins Wasser reisst. Die Bisse am Gewässergrund hingegen, fallen eher fein und zaghaft aus.
Lasst die Nymphen tanzen! Damit ist gemeint, „Mann“ darf/sollte/muss seinen Nymphen Leben einhauchen. Das kann ein Einfaches vibrieren mit der Rutenspitze sein, ob beim Heben oder beim Stehen lassen der Gambe/Hegene. Auch ein mehrfaches langsames Heben und Senken auf der Stelle, will heissen, in derselben Gewässertiefe (max. 15 cm), führt vielfach zu einem Biss. Oft ist ein langsames Heben und Senken noch zu schnell, ein anderes Mal nehmen die Felchen unsere Nymphen nur in der konstanten Aufwärtsbewegung, die durch ein ständiges, langsames drehen mittels der Rolle erreicht wird. Diese Faktoren, einzeln oder gemeinsam, machen den Erfolg beim Felchenfischen aus und die Faszination daran ist, dass die sich von Stunde zu Stunde ändern können. Es lebe das Felchenfieber, in diesem Sinne!
10.06.2007
Mit Freu(n)den Felchenfischen
Der Felchendrill am feinen Gerät ist mitunter das intensivste und spannendste, was „Mann“ in der Fischerwelt erleben darf. Es fängt bei der Bisserkennung an und endet erst, wenn die begehrte Beute im Feumer liegt. Alles was dazwischen liegt ist pure Vorfreude und auch die Ungewissheit wie das Ende ausgeht trägt dazu bei, dass das Felchenfieber hochgehalten wird. Wenn auch der eine oder andere Fisch vom Haken loskommt, was soll’s, der nächste Anbiss kommt bestimmt! Wer sein Hobby mit Freuden angeht und sich der Vielfältigkeit der Situationen bewusst ist, dem ist auch klar, dass die Felchen um ihr Leben kämpfen, wir hingegen nur um einen Fisch. Wer diese Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat, tut gut daran, seine Einstellung gegenüber der Natur und der Kreatur zu überdenken.
Die Freuden mit Freunden teilen und auszuleben beim gemeinsamen Felchenpimpen, dass gehört immer wieder zu den besonderen Ereignissen. Der Stellenwert des regen Erfahrungsaustausches ist enorm und die Infos von Fischer für Fischer unbezahlbar. Oft sind es Details, aber gerade diese sind entscheidend für den Erfolg und nur wer darüber offen und ehrlich informiert, findet schnell einmal heraus, dass geteilte Freude eben auch doppelte Freude heisst.
Die Freunde von den THc – Fischer aus den Highlands und vom Fishing Team 225 gehören in den Kreis derer, die offen und gerne immer wieder über unser Hobby berichten. So macht es auch immer wieder grosse Freude mit den Freunden Richu, (Fishing Team 225), Salmotti, Fluego, Vätu, Grappa Schomi (THC – Team) und dem Thom aufs Bielermeer hinaus zu fahren und gemeinsam den Felchen nachzustellen.
Das die Freunde ihr „Handwerk“ verstehen zeigt sich an den gut gefüllten Fischkasten (Kühlboxen), die jeweils am Abend zeigen, dass auf den Schiffen auch gefischt wurde. Für eine Überraschung der besonderen Art sorgte der Thom, der auf dem Schiff mal schnell ein paar feine Rippchen und Würste grillte und als Vorspeise dazu geräucherte Forelle servierte, was will „Mann“ mehr, vielen Dank mein Freund, es hat herrlich gemundet!
Freuden teilen heisst aber auch, Freunden die Freude zu gönnen! Was gibt es schöneres als im Gesicht des Freundes die Freude zu lesen und das Bewusstsein dem einen oder anderen dazu verholfen zu haben. Die krumme Rute eines Freundes bedeutet nicht ein Fisch weniger für einem selber, ganz im Gegenteil, es bringt einem Freund die Freude am Felchenpimpen näher.
Das Felchenfischen auch zur Entspannung und Erholung beiträgt, habe ich schon des Öfteren geschrieben, aber nur wer die Gemütlichkeit pflegt und lebt, wird sie erfahren. Ob bei der Wahl des Fangplatzes, der Gambe/Hegene oder der zurzeit idealen Hebetechnik, gute Tipps von Freunden bereiten Freude. Und merke: wer Freude verbreitet gewinnt Freunde, manchmal für das ganze Leben.
Die Felchenschwärme ziehe im Oberen Bielerseeteil ihr Bahnen auf der Suche nach Futter zwischen der St.Petersinsel und Le Landeron. Mal sind sie an den Schärkanten beim Vogelturm zu finden, dann ein paar Stunden später in der Erlacherbucht und am Abend vor La Neuveville. Die Schwärme lassen sich mit der Hilfe des Fishfinder gut finden und wer dann noch in der richtigen Tiefe seine Gambe/Hegene (Nymphen) anbietet, der kann mit guten Fängen rechnen.
Für einmal sind die grossen Ansammlungen von Schiffen ein sicheres Indiz darauf, dass sich die Felchenschwärme in der unmittelbaren Nähe aufhalten. Mit schwarzen, roten und violetten Nymphen mit Goldkopf auf einen 12er Haken gebunden, lassen sich die Fische zum Anbiss verführen. Die Kunst besteht lediglich darin, die Gambe/Hegene von unten an den Schwarm heran zu bringen, um sie dann langsam in den Schwarm hinein zu ziehen, was meist mit einem Biss quittiert wird.
Naturbeobachtungen sowie Infos bringen uns näher zum Fisch, zum Erfolg und zur Freude am Felchenfischen. Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, oder gar das erste Mal auf dem See die Felchen sucht, dem sei zu empfehlen, seine Nachbarn nach dem wie, was und wo zu fragen. Wird „Mann“ gefragt: berichtet über unser Hobby und zeigt den Freunden was in und auf dem Wasser kreucht und fleucht und erklärt die Zusammenhänge einfach und verständlich. Von Fischer für Fischer, in diesem Sinne!
Quellennachweis: Spz. Thanks ans Fishing Team 225 für die super Bilder!
30.05.07 / Gastbericht von Roland Brunner
Der erste 25er Felchentag im Leben
Man betrachte bitte die Bilder des glücklichen Fisherman mit seinem grossartigen Fang!
Nun höre ich die alten Cracks wie Housi oder Fritz natürlich, das sei ja wohl wirklich nichts Besonderes. Wenn sie da jedes Mal einen Artikel schreiben wollten, wenn sie mit Vollpackung nach Hause kommen, hätte unser gutes Oberaar - Heft zuwenige Seiten. Klar, einverstanden, aber wie war's beim ersten Mal? (Keine dummen Gedanken bitte, beim ersten Mal beim Felchenfischen und voller Packung meine ich!) Irgendwie ist doch da ein besonderes Gefühl im Bauch, das schon anfängt, wenn sie mal so schön beissen, und das dann eine ganze Reihe von Stunden anhält. Wenn man weiss, dass die liebste aller Gattinnen zuhause wartet und sich freut, was Feines in die Pfanne zu hauen. Mir jedenfalls ging's so. Die liebste aller Gattinnen aus dem Land der aufgehenden Sonne lässt sich ganz klar besänftigen, wenn ich was heimbringe, nicht ein muss, aber doch ein sollte. Wenn sie dann schon allein sich den Sonntag um die Ohren schlägt derweil der liebe Gatte die Gamben badet. Ich jedenfalls hatte einen Supertag und der Telefonanruf von Edi am Sonntagmorgen war echt Gold wert.
Am Samstag, 05.05.07, hat's ja noch wie toll gegossen, it rained cats and dogs, würden sie in Neuseeland sagen, und ich verbrachte Stunden damit, die ultimativen Gamben zu binden. Dem Chrigu Herren hatte ich in die Box mit den Geheimwaffen geguckt, von Edi einen Crashkurs im Gambenbinden erhalten, bei Fritz und Dome Anschauungsunterricht genossen, dann beim www.felchenfischer.ch die fängigsten Nymphen ausgedruckt, und so bewaffnet den Weg nach Erlach angetreten. Im zarten Alter von 51 darf ich mich ja nicht mehr gerade als Jungfischer bezeichnen, aber beim Felchenfischen war meine Erfahrung sicher noch völlig jungfischerhaft. Vor zwei Jahren nahm mich der Edi zum ersten Mal mit, und ich durfte zuschauen, wie er locker die Felchen anhängte, derweil ich nie wusste, warum meine Rutenspitze sich bewegte. Wellen, oder das Zittern der Hände, oder das Schwanken des Bootes - jedenfalls keine Felche, so oft ich auch freudig erregt an der Rute riss. Dann die Wintertrip Januar 2006, dauernd eine eingefrorene Rutenspitze, ohne Thermoanzug und Moonboots zitterte ich mit der Rutenspitze um die Wette, und die Felchen..., na ja vergessen wir's. Eine Woche später war's noch besser, wir hackten eine halbe Stunde Eis ums Boot herum und dann war doch kein Rauskommen. Zum Trost dann ein paar heisse Kaffees in der glücklicherweise offenen Strandbar. Da solltet ihr mal der liebsten aller Gattinnen nach der Rückkehr zuhause erklären müssen, was denn der Sinn solchen Tuns sei. Merkt ihr langsam, warum der besagte 25er Tag für mich was Besonderes ist. Angefangen hat's ja nicht besonders gut, wir tuckerten raus in die Seemitte zwischen Erlach und La Neuveville und fingen mit Mühe ein paar Untermassige und ein Egli. Dann also rüber bis La Neuveville. Auch da zogen ein paar Geduldige gelangweilt an ihren Ruten, aber es blieb dann auch da beim Ziehen und allerlei Sprüchen. Also den See weiter hoch, Edi schaut gebannt aufs Echolot, aber da tut sich nicht viel. Neben Walter, Bauer aus dem Emmental, versuchen wir's. Fischer in einigen anderen Booten rauchen oder liegen mehr in der Sonne, als dass man dem hätte konzentriertes Angeln sagen können. Lauter leer an der Angel - ich beginne an meinen Zaubernymphen zu zweifeln.
Mit Goldkopf, dann ohne, die violette mit dem heissen Hintern oder auch ohne, nichts... Also wieder weiter, die Sonne brennt in den Nacken, wegen des schlechten Wetterberichts rasen wenigstens kaum Boote über den See. Dann ein weiterer Versuch neben dem Kanal - nichts ist auf dem Radar aber boing - eine 32er nimmt meine schwarze Nymphe am 14er Haken, und ein paar Augenblicke später gleich die rote Nymphe mit schwarzem Kopf. Das Rot kommt aus dem Bastelzentrum Bern, mit so ein wenig Glitzer drin. Und das passt den Viechern scheinbar wirklich. Jetzt geht's plötzlich Schlag auf Schlag. Bei Edi, dann bei mir, dann bei beiden. Einmal schwimmt eine besonders kräftige Felche Karussell, unter dem Boot durch, rund um alle Schnüre im Wasser, Richtung Anker. Mein superfeines Felchenrütli von FunFish biegt sich als wäre ein Hai dran, die anderen Ruten zeigen plötzlich alle “Fish on" und hallo: der Salat ist perfekt. Während es auf dem Fishfinder piepst, dass es eine Freude ist, lösen wir die Bescherung an den Schnüren. Ich bewundere Edis Geduld und Geschick beim Lösen des Durcheinanders. Nach 15 Minuten sind wir wieder im Einsatz und es geht gleich erfreulich weiter. 16.29 h Edi hat Vollpackung, hat mich noch auf der Schlussgeraden überholt nachdem ich vorher immer etwa einen halben bis ganzen Fisch in Führung lag, 16.32 h fange auch ich über die Ziellinie.
16.32 h, Ende auf dem See, Erinnerungsfoto, dann nach Hause und in den Garten. Mit Schlauch und Babybadewanne putze ich die Fische und die beste aller Gattinnen, völlig aus dem Häuschen über so viel Fisch, bereitet gleich ein wunderbares Felchen Su schii - Felchen an roter Currysauce mit Kokosnusscrème und dazu Felchensalat, "äs bitzeli scharf", Laab Felchen, heisst das so schön und ist herrlich. Und noch der Clou - die liebste aller Gattinnen will nun selber mal Felchen fischen kommen - Leute, was will Mann noch mehr als eine Frau, die einen zum Fischen ermuntert statt die Abwesenheit beklagt. Und übrigens - wer gerne Mal Felche à la Thailandaise probieren will - am Familienfest der Oberaarfischer im Juni kann man's probieren. Ein Danke allen Fischerkollegen, die mich mit Geduld ins „Felchenfischen“ eingeführt haben. Und, wenn mir noch jemand das Felchen - Räuchern beibringt - ich tausche gerne gegen Rezepte Felchen à la mode de Thailande! Felche heil!
- Laab Nam tok Seasoning - Roos Dee Gewürz - Som Tam Seasoning - Mountain Soyasauce (alles aus dem Thai Laden) - Prise Zucker
(Seasoning = Gewürzmischung)
Zubereitung:
Ungewürzte Filets in kochendem Wasser kurz gar kochen. ca. 1 - 2 Min.
Zwiebeln quer in lange in Streifen schneiden. Tomaten in Scheiben schneiden. Felchenfilets in einer Schüssel würzen, relativ viel Nam Tok Gewürz. Dann sorgfältig wenden. Ein Spritzer Mountain Soyasauce, viel Zitronensaft, eine Prise Zucker, jetzt Zwiebeln, Tomate, fein geschnittenes Rüebli dazugeben und wieder mischen, ev. nachwürzen. Am Schluss die Minzenblätter sowie Koriander zugeben. Auf Salatblättern anrichten und garnieren.
Guten Appetit!
Quellennachweis sowie weitere Infos zu feinen Rezepten unter: Panada Brunner - Yoopan, rb.nz@gmx.ch
Ich Danke Panada und Roland Brunner für das feine Rezept, den super Bericht und für die tollen Bildern dazu!
27.05.2007
Mai 07
Die Frühjahrssonne im Mai sorgte für mehr als angenehme Temperaturen, braungebrannte Gesichter und Hände. Felchen gut, ist die häufigste Auskunft die „Mann“ von Fischer für Fischer erhält. Vor allem im Oberen Bielerseeteil waren und sind die Felchenschwärme fleissig bei der Nahrungsaufnahme und wer zur „richtigen“ Zeit am richtigen Ort seine Gambe/Hegene zu Wasser tauchen liess, konnte und kann mit schönen Tagesfängen rechnen. Zwar haben Wetterumschwünge mit starken Winden dazu geführt, dass sich der Wasserkörper immer mal wieder auf das neue durchmischt hat, vor allem in den ufernahen Flachwasserregionen. Starke Regengüsse haben den Wasserspiegel steigen lassen, doch solche Zeiten halten nicht lange an. Meist ist nach ein, zwei Tagen die Wasserschichtung wieder hergestellt und einem erfolgreichen Fischtag steht nichts mehr im Wege!
Die Felchen ziehen vermehrt im Zwischenwasser (in der Schwebe) auf der Suche nach Nahrung (Zooplankton) umher. Die Fische stehen mehr und mehr gut im Fleisch und entwickeln demzufolge beim Drill grössere Kräfte. Durch die Nahrungsaufnahme im Zwischenwasser sind die Felchen auch einiges leb- und wehrhafter, was „Mann“ schon am Anbiss zu spüren bekommt und immer in einem ausgesprochen kampfbetonten Drill endet.
Mit Fabio aus den Highland`s der Thunerseeregion, durften wir einen speziellen Gast auf dem Bielermeer begrüssen. Man traf sich an der Hausmesse von Urs Bernhard, wo unter anderen Neuheiten die Neue Bernhard Felchenrute vorgestellt wurde und verabredete gleich ein Treffen zu Testzwecken. Als Gast auf Wolfgangs Schiff verbrachte Fäbu fischreiche Stunden und wir konnten die von RST gefertigte Zweiteilige Bernhard Felchenrute ausgiebig testen. Ein Bericht dazu folgt später. Solche Aktionen zeichnen Felchen Pimpmaster aus, sie testen und berichten offen über Neues. Ich möchte mich im Namen vom gesamten Testteam bei Fäbu bedanken, dass er, um diesen Testtag überhaupt zu ermöglichen, seine eigene Bernhard Felchenrute zur Verfügung stellte, vielen Dank Fäbu. Auch das abendliche Fachsimpeln und der Austausch der Eindrücke (der Wolfgang hat inzwischen die Felchen filetiert), sowie die Erkenntnisse von Vor- und Nachteilen, machten grossen Spass. Halt eben, von Fischer für Fischer!
Krumme Ruten sorgten dafür, dass das Felchenfieber glühte und so mancher Drill forderte einem alles ab. Das Gefühl nach dem Anbiss, die Aufregung, die Anspannung während des Drills ist durch nichts zu überbieten. Es hiess nicht zu stark zu forcieren, es besteht die Gefahr das die Felchen ausschlitzen, doch der nötige Druck musste „Mann“ schon machen, ansonsten dirigierte der Fisch das Geschehen und viel eher als man sich versah, fand so mancher seine Nymphen im Ankerseil wieder, was ja nicht unbedingt zu den erfreulicheren Dingen beim Felchenpimpen gehört.
Mit dem nötigen Feingefühl sowie Petriglück war meist am Ende eines erfolgreichen und spannenden Fischtags der Fischkasten voll. Schwarze, rote und violette Nymphen auf Hakengrösse 12, mit einem Köpfchen aus Floss gebunden waren und sind die Garanten für den Erfolg. In den Abendstunden haben sich auch schon Goldkopfnymphen bewährt, vor allem wenn auf dem Fishfinder Anzeichen von Felchen zu erkennen sind und sie die Nymphen mit den Köpfchen aus Floss gebunden ignorieren, empfiehlt sich ein wechseln der Gambe/Hegene.
Die Schlammfliegen Grossflügler (Megaloptera), auch Grossflügler (Megaloptera) genannt, sind eine Ordnung der Insekten. Von den bekannten 250 Arten leben in Europa nur derer sechs. Die Körperlänge der Tiere beträgt zwischen 21 und 33 mm. Die Schlammfliegen zeichnen sich durch grosse und dunkelbraun gefärbte Flügel aus, die in der Ruhestellung dachartig über den Körper gelegt werden und eine deutlich hervortretende Flügeladerung aufweisen. Die ausgewachsenen Tiere leben in den Flachwasserregionen der Gewässer, in denen sie auch als Larven gelebt haben. Sie leben räuberisch und ernähren sich von verschiedenen Organismen der Gewässer, etwa anderen Insektenlarven oder Ringelwürmern. Die Entwicklung dauert etwa 2 Jahre und verläuft über 10 Larvenstadien, die Verpuppung erfolgt an Land in einer gewässernahen Erdhöhle.
Der Stellenwert dieser Insekten als Felchennährtiere ist sehr gering, da sich die Larven vorwiegend in den wärmeren Flachwasserzonen, sowie in den bewachsenen Uferregionen aufhalten. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich während der Schlupfperioden ein Versuch auf Felchen in den Flachwasserregionen immer lohnt. Vielfach sind es gerade die Grossen Schwebefelchen, die in diesen Wassertiefen ihre Nahrung suchen und einer fetten Proteinnahrungsquelle nicht abgeneigt sind. Erfahrungen sammeln sich im Laufe der Jahre, so konzentriert man sich immer mehr auf das Wesentliche, in diesem Sinne!
13.05.2007
Felchenpimpen oder …..
warum das Felchenfischen einfach Spass macht!
Angefangen mit Naturbeobachtungen, der Wahl des Platzes (Hot Spot), der Entscheidung für die „richtigen“ Nymphen, das Fressverhalten der Felchen, sowie das Handling des Geräts sind, um mal die wichtigsten Dinge aufzuzählen, für einen gelungenen Fischtag die entscheidenden Faktoren. Das Felchenfischen hat seinen eigenen Spirit, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Oft ist es eine Vielzahl von Kleinigkeiten die diese Faszination ausmacht. Schon unzählige Male durfte ich erleben, dass ortskundige und erfahrene Felchenfischer fremden Pimpern mit Rat und Tat weiterhalfen, wenn es bei denen einmal nicht so recht funktionieren wollte. Felchenfischen befreit Geist und Körper vom Stress, ähnlich einer Meditation und je länger man Felchenfischer ist, wird einem dieser Prozess umso deutlicher bewusst. Je mehr man über die Kreatur Fisch und seine Lebensweise weiss, umso mehr beginnt man diese zu achten und zu schützen. Dem Felchenfischen verdanke ich viele meiner schönsten Fischereierlebnisse auf dem Wasser. Auch das Entstehen enger Beziehungen mit Menschen verschiedenster Art verdanke ich ihr, denn Felchenfischen heisst, gemeinsames Fischen unter Gleichgesinnten!
Wie heisst es doch so schön: „Geteilte Freude ist doppelte Freude!“ Getreu dem Motto und anbetracht dessen, das das Wetter weiterhin mit herrlichen Tagen glänzte, trafen sich die Freunde der Coregonen des Öfteren zum gemeinsamen Felchenpimpen. Besonders erwähnenswert ist der Fischtag mit Pädu, der sich dem Felchenfieber nicht mehr erwehren konnte und im „Delirium“ gleich mal eine neue Stucki Felchenrute samt Stucki Laufrolle postete und diese logischerweise auch ausgiebig testen wollte. Gesagt getan, kaum am Hot Spot angekommen, die Gambe/Hegene zu Wasser gelassen, konnte er einen Anbiss verbuchen und nach sauberem und feinfühligem Drill eine schöne Felche feumern. Es folgten derer noch einige am heutigen Tage und aus einem anfänglichen Felchenfischer wurde ein erfolgreicher Felchenfänger. Pädu, Petri zu deinen Felchen, hat grossen Spass gemacht!
Ich habe mir schon des öfteren Gedanken darüber gemacht, wie ich wohl die Gemütlichkeit beim Felchenfischen am besten beschreiben könnte. Als ich dann aber Beat entdeckte, wie er seine Art der Gemütlichkeit präsentierte, musste ich nur noch schnell meine Digicam hervorholen und auf den Auslöser drücken. Ich finde, dass Bild bringt es so richtig rüber, Felchenpimpen und Gemütlichkeit vertragen sich in allen Belangen und bei allen denen, die noch nicht dahinter gekommen sind, wird es Zeit, dass Eine mit dem Anderen zu verbinden.
Im oberen Bielerseeteil, namentlich die Hot Spots beim Vogelturm, vor Le Landeron, La Neuveville und vor der Hafeneinfahrt Erlach entlang dem Heidenweg waren und sind ein Garant für gute Felchenfänge. In welchen Tiefen „Mann“ die besten Erfolge tätigen kann, hängt davon ab, wo sich die Schwärme gerade aufhalten. Mal waren die Felchen in 18 m – 23 m Gewässertiefe im Zwischenwasser zu finden, mal zwischen 10 m und 15 m auf dem Gewässergrund. Nymphen die die Mückenpuppen oder deren Larven imitieren sind die Favoriten, sie sollten möglichst schlank gebunden sein und die Farben schwarz, rot und violett sind nach wie vor gern genommene Muster.
Der Ruf und die Infos von Fischer für Fischer drangen bis nach Biel hinunter und es machte grosse Freude, dass ihm die „Bieler – Pimpmaster“ so zahlreich folgten. Da wäre, um mal einen zu nennen, der Walti (Mister Violett), der Freund fischt seit vielen Jahren (oder sind es schon Jahrzehnte!?), zu 99% nur mit violetten Nymphen in verschiedenen Farbtönen und Formen. Es ist seine Überzeugung und der Glaube an den Erfolg, was er auch immer wieder mit guten Fängen eindrücklich unter Beweis stellt.
Felchen auf dem Gewässergrund, Felchen im Zwischenwasser, Felchen in der Tiefe sowie in den ufernahen Flachwasserzonen. Die stetige Zunahme der Wassertemperaturen, die Ausbildung der Sprungschichten, dass Nahrungsangebot, sowie das Laichgeschäft von Egli und Weissfischen tragen ihren Teil dazu bei und sind zurzeit massgeblich dafür Verantwortlich, wo die Felchen zu finden sind. Und zum Schluss noch dies: „Wer sich allzu sehr mit der Theorie befasst und darüber nicht mehr ans Wasser kommt, der sollte sich doch ernsthaft hinterfragen, ob er seine Einstellung dem Felchenfischen gegenüber nicht schleunigst ändern sollte.“ Nur die Nymphe im Wasser fängt Felchen, in diesem Sinne!
27.04.2007
April 07
Obwohl die Felchensaison erst richtig beginnt, fällt es mir schwer, mich mit Superlativen zurückzuhalten. Das prächtige Wetter mit viel Sonnenschein, die mehr als angenehmen Temperaturen von bis zu 25 Grad, gemeinsames Felchenpimpen und Fischtage mit guten Fangerfolgen runden den Monat April ab. Der Wasserkörper hinkt immer noch leicht hinter den Lufttemperaturen hinterher und die Sprungschichten ändern sich ständig, Tendenz, steigend nach oben. Die Phytoplanktonproduktion (pflanzliches Plankton) ist im vollen Gange und dies wiederum regt den Zooplankter (tierisches Plankton) zu vermehrter Aktivität an.
Einzellige Kieselalgen machen den grössten Teil des Phytoplanktons (pflanzliches Plankton) aus und sind die Hauptproduzenten organischer Stoffe, sie bilden also einen wesentlichen Teil der Basis der Nahrungspyramide. Das Phytoplankton dient dem im Wasser lebenden Zooplankton (tierisches Plankton) wie Insektenlarven, Flöhe, Kleinkrebsen und deren Larven, Pfeilwürmern, Fischlarven u.v.m. als Nahrung und diese wiederum, gehören zu den Hauptnahrungsquellen der Felchen.
Durch die zunehmende Ausbildung der sauerstoffreichen Sprungschichten und der Anreicherung des Phytoplanktons (pflanzliches Plankton) im Zwischenwasser, konnten wir vermehrt die ersten Felchen in der „Schwebe“ fangen. Dies war an allen Hot Spots im Oberen Bielerseeteil der Fall. Dazu war es aber zwingend notwendig den Bildschirm von unserem Fishfinder gut im Auge zu behalten, denn die Aktivitäten der Felchen im Zwischenwasser halten sich noch in Grenzen und sind von kürzester Dauer. Das will heissen, sobald sich auf dem Bildschirm etwas deuten liess, hiess es sofort auf die richtige Höhe hochkurbeln und mit etwas Glück konnte „Mann“ einen Anbiss verbuchen. Wir fingen im Zwischenwasser ausschliesslich die grösseren Felchen, während auf dem Gewässergrund häufiger mit kleineren und Untermasigen Fischen gerechnet werden konnte.
Wer sich bei der Wahl seiner Gambe/Hegene auf Imitationen der steigenden Puppen von Zuckmücken und Eintagsfliegen verlassen hatte, war mit Sicherheit dem Erfolg einen Schritt näher. Goldkopfnymphen in den Farben schwarz, rot, violett, rot, schwarz, an der Gambe/Hegene von unten nach oben eingebunden, waren und sind ein guter Garant. In den späteren Nachmittagsstunden und gegen Abend hatten wir auf der violetten Nymphen mit hellblauer Glasperlen nochmals eine Spur mehr Erfolg. Ich bin der Überzeugung, dass dies rein an der Sichtigkeit der Nymphen für die Felchen liegt. Auch was die Grösse der Nymphen anbelangt, ist eine auf einen 12er Haken (VMC / Kamasan) gebundene Imitation die perfekte Wahl. Merke: „Je genauer unser Imitat dem natürlichen Ebenbild entspricht, umso grösser ist die Möglichkeit eine Felche zu täuschen und zum Anbiss zu verleiten!“
In den frühen Morgenstunden scheint einem der See persönlich zu gehören. Viele Fischer versuchten ihr Glück erst etwas später, was aber heissen konnte, dass die erste Bisszeit schon mal vorüber war. Die warmen, ja gar heissen Tage waren meist durchwachsen und wie geschrieben, die Erfolge mal so oder so. Dafür waren die späteren Nachmittags- und vor allem die Abendstunden eher wieder mit Erfolg gekrönt. Durch den ganzen Tag hindurch hatten wir in Tiefen zwischen 19 m – 23 m am Gewässergrund oder im Zwischenwasser (in der Schwebe) die meisten Bisse, hingegen am Morgen und am Abend gelangen uns die besten Fänge allesamt in den Flachwasserzonen zum Ufer hin, in 12 m – 17 m Wassertiefen. Vereinzelten Berichten zu Folge wurden auch schon mal Felchen um die 10 m Grenze und darunter gefangen, der Eglilaich lässt grüssen. Ich bin sicher, da nun auch die Weissfische mit ihrem Laichgeschäft begonnen haben, werden wir die Felchen eine schöne Zeitlang regelmässig in diesen Tiefen vorfinden. Vor allem die grösseren Felchen zeigen ein räuberisches Verhalten und in den kommenden Tagen und Wochen, ist immer öfters mit grösseren Exemplaren in den warmen Flachwasserregionen zu rechnen!
Wenn sich auch zurzeit die „Grossen“ Felchen noch nicht in überwiegender Anzahl finden und fangen lassen, so haben sie doch im Allgemeinen durchschnittlich schon gut an Grösse und Gewicht zugelegt. In Anbetracht des Nahrungsangebots wird es nicht mehr lange dauern, bis die (grossen) Schwarmbildungen immer schneller von statten gehen und die Felchen demzufolge in stetig grösser werdenden Anzahl im Bielersee auf der Suche nach Nahrung herumziehen. Die Standorttreue der Felchen richtet sich ganz nach der Menge des Futtervorkommens und deshalb gilt, aufmerksames Beobachten und stetiges Anpassen führt zum Erfolg. Auf fischreiche Tage und glückliche Stunden beim Felchenfischen, auf oder an dem Wasser!
15.04.2007
Geduld bringt Felchen
Um es mal von Anfang an auf den Punkt zu bringen, in Zeiten wo sich der Wasserkörper im Umbruch befindet (Frühjahr/Herbst), sind die Chancen beim Felchenfischen für alle Fischer „mehr oder weniger“ die selben. Auch muss sich jeder für sich persönlich die Frage stellen, mit welchem Aufwand er an die Geschichte herangehen möchte, was letztendlich aber halt auch mit „mehr oder weniger“ Erfolg zu tun hat. Ich finde in Zeiten wie diesen, ist die Wertschätzung jeder einzelnen gefundenen und erfolgreich überlisteten Felche viel Höher zu bewerten und aus diesem Grund kann ich mich auch über jeden einzelnen Fisch ganz besonders freuen!
Solche Zeiten unterliegen dem Lauf der Natur und kehren alle Jahre wieder. Mit ihnen werden auch wie jedes Jahr wieder Stimmen hörbar, die sich lautstark auf dem Bielersee austauschen, die Ursachen ihres „bescheidenen“ Erfolges bei allem und jedem Suchen, aber selber dafür nur ein Minimum zu tun bereit sind. Aus dem Hafen raus auf den See fahren, den Anker setzen, Gambe/Hegene in die Tiefe auf den Gewässergrund lassen und warten das es beisst, nein Freunde, so einfach ist es zur Zeit nicht! Es bringt nichts alles zu hinterfragen oder gar zu fluchen, viel schöner ist es doch, „mehr oder weniger“, die Selbstinitiative zu ergreifen, auch wenn es nicht viel bringen sollte, so sind doch die Vorfreuden und die Hoffnung mitunter gerade die Antriebsfedern, die das Felchenfieber am glühen halten und die Symptome nicht in Frust und Unmut umschlagen lassen. Freunde, der Erfolg wird nicht an der Anzahl der gefangenen Fische gemessen! Geniest die Stunden mit Freunden auf dem Wasser, es ist wie es ist, und es liegt meistens an einem selber „mehr oder weniger!“
Zum Felchenfischen gehört Geduld, dass ist schon richtig, aber ich finde, auch die muss ihre Grenzen haben. Ich verbleibe meist 30 – 60 Min. an einem interessanten Platz, stellt sich kein Erfolg ein, dann suche ich weiter. Gelingt es mir aber in diesem Rahmen ein Felche zu überlisten, verlängere ich die Frist noch mal um 30 – 60 Min. Warum, weil an diesem Platz gleich mal zwei Faktoren zu einander passen, nämlich, Fische „gefunden“ und sie „fressen“. Wie lange die Felchen vor Ort verweilen und wie heftig sie beissen, kann auch ich erst beantworten wenn die Zeit vorüber ist. Ich tausche mich mit Freunden rege aus und je nach Infos lege ich mir meine Strategie, in etwa, zum voraus fest. Die interessanten Hot – Spots werden aufgesucht, verschiedene Tiefen getestet, so gelingt es mir meistens, die eine oder andere Felche zu fangen.
Ich kann mich eigentlich immer nur wiederholen: “Wer die Natur beobachtet ist dem Erfolg einen Schritt näher!“ Die zunehmend wärmeren Tage wollen nicht nur uns Menschen gefallen, die Schlupfperioden und demzufolge auch die Aktivitäten der Larven unter Wasser nehmen mit zunehmender Wassertemperatur stetig zu. Die Zweiflügler, allen voran die Mücken, sind an verschiedenen Plätzen auf dem Oberen Seeteil auszumachen und kommen für die relativ frühen Jahreszeit schon in beachtlicher Anzahl daher. Wer in unmittelbarer Nähe seines Ankerplatzes ein grösseres Vorkommen an Mücken ausmachen kann, der sollte seine Imitationen (Nymphen) schon mal auf einem 12er Haken gebunden anbieten. Hingegen in den frühen Morgenstunden empfiehlt sich nach wie vor die 14er Variante desselben Musters.
Das alles vergänglich ist, selbst der schönste Sonnenaufgang, sowie der Fischtag, der doch eben erst begonnen hatte und natürlich wieder einmal viel zu wenig Stunden aufweist, ist ebenso klar wie die Faszination die einen packt, wenn es am anderen Tag von neuem hinaus aufs Wasser geht. Es sind die Vorfreuden, gestützt durch den Glauben an die eigenen Fähigkeiten, sowie das Vertrauen in die Gambe/Hegene und deren Nymphen, ganz egal ob selber gestrickt, oder gekauft. Und das beim Felchenfischen (beim Fischen im Allgemeinen) auch das Quäntchen Glück nicht fehlen darf, „mehr oder weniger“, macht zumindest für mich die Geschichte jedes Mal aufs Neue spannend und interessant. Für mich ist jeder Tag auf oder am Wasser ein guter Fischtag den ich geniesse, zugegeben, mal mit „mehr oder weniger“ Erfolg!
Es ist selbstredend jedem selbst überlassen mit welcher Technik er seinem Zielfisch nachstellen möchte. Egal ob Schleppfischen, Spinnfischen, mit dem Zapfen oder dem Grundblei, jede Technik hat ihre Reize und Vorzüge, halt eben, so wie es jedem beliebt. Dies gilt es zu respektieren! So hat sich auch im letzten Jahrzehnt die Akzeptanz und das anfänglich belächelte Felchenfischen mit der Zupfrute etabliert und heute begegnet mir selten ein Fischer, der dies in Abrede stellt. Zum grössten Teil tragen wir Felchenfischer selber dazu bei, indem wir über unser schönes Hobby offen berichten und informieren, Einsteiger in die Materie einführen, sowie jede Möglichkeit zu einem Erfahrungs- und Meinungsaustausch nutzen. In diesem Sinne!
01.04.2007
März 07
Der Vergleich mit einer Wundertüte käme dem März einmal mehr am nächsten. Einmal mehr? Nun ja, eben wie immer zum Saisonanfang, wenn der Gewässerkörper im Umbruch ist und mit zunehmender Wassertemperatur die Phytoplanktonproduktion (pflanzliches Plankton) stetig zunimmt. Dies ist für uns Felchenfischer eine schwierige Zeit, vor allem weil die Zooplanktonproduktion (tierisches Plankton) hinterher hinkt, ganz nach dem Räuber - Beute - Prinzip. Gefragt sind Geduld, Ausdauer und der Glaube an das eigene Material, vor allem das Vertrauen in seine Nymphen! Zurzeit gilt nur eine Regel und die lautet:
„Es gibt keine!“
Wir fanden und fingen die Felchen in Tiefen zwischen 12 m – 24 m, mit 14er und 12er Nymphen, wie so oft in den Farben schwarz, rot und violett. Die Fischkontakte hatten wir allesamt knapp über dem Gewässergrund. Die Bisse waren zum Teil schlecht zu erkennen, es waren mal Vibrationen, mal hob sich die Rutenspitze und ein anderes Mal blieb sie einfach stehen. Trotz der Umstände gelang uns allen meist der Fang einiger schöner Felchen, was einen ohnehin perfekten Tag so richtig abrundet!
Die spärliche Insektenfauna war immer erst mit zunehmender Wärme durch die Sonneneinwirkung wahrzunehmen. Die morgendlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt und der mit Hochnebel oder Wolken überzogene Himmel am Vormittag war nicht nur den Mücken und Eintagsfliegen zu kalt, nein, auch ich bin dafür, dass es nur noch wärmer wird! Um die Mittagszeiten und an den Nachmittagen waren vereinzelt Fluginsekten auf der Wasseroberfläche auszumachen, wir beobachteten auch den Schlupf kleiner Eintagsfliegen, die sich dann und wann auf dem Bootsrand niederliessen, um ihre Flügel von den Sonnenstrahlen vollends trocknen zu lassen.
Das wenn sich Pimpmaster zum gemeinsamen Felchenfischen treffen auch Freundschaften geschlossen werden, ist ein offenes Geheimnis. Mit Remo und Hanspeter sind sich zwei Seelenverwandte begegnet, die nebst dem Fischen eine Menge Spass miteinander hatten und ich bin mir sicher, dass war nicht das letzte Mal. Habe was läuten gehört, dass ja bald die Ostern vor der Türe steht und da ja der Sinn nicht allen nur nach Schockoladen - Osterhasen steht, schauen wir mal, wer sich das nächste Mal so alles trifft.
Eine „Krumme Rute“ musste „Mann“ sich im wahrsten Sinne des Wortes „verdienen“! Umso grösser war jeweils die Freude, wenn sich was rührte. Am feinen Gerät eine Felche zu drillen ist halt schon was Spezielles und macht uns immer wieder von neuem grosse Freude. Der März hat alles geboten, von Wetterkapriolen bis hin zu Schneidertagen, so wie er halt ist der März und hoffentlich noch lange bleiben wird (die Klimaerwärmung lässt grüssen)!
Dass die Natur ihre eigenen Gesetze und Regeln hat, hat sie uns in den vergangenen Jahren eindrücklich gezeigt. Die Ursachen sind Weltweit erkannt und es gilt zu handeln! „Mann“ sollte nicht nur immer fordern und nach dem Motto „Ja aber die Anderen“ resignieren, nein, es kommt auf jeden Einzelnen an und ich bin sicher, gemeinsam sind wir stark und können einen Beitrag zur Erhaltung unserer herrlichen und noch intakten Umwelt beitragen, vielen Dank an alle!
Ich denke, für den Schluss bedarf es für einmal nicht der vielen Worte. Freunde schaut euch das Bild an, spricht es nicht für sich!?! Es hat Spass gemacht, in diesem Sinne!
18.03.2007
Unter Freunden
Ein paar Worte auf dem Weg zur Felche mit meinem Freund Wolfgang, mit dem mich schon eine ganz, ganz lange Zeit die Gemeinsamkeiten des Felchenfischens verbindet. Ich kenne wenige Fischer, die es so wie er verstehen die Natur zu lesen und die daraus resultierenden Schüsse erfolgreich umzusetzen und noch weniger, die sich so viel Zeit für andere nehmen, um ihnen die Freuden an der Felchenfischerei zu vermitteln! Wolfgang, meinen höchsten Respekt, möge unsere Freundschaft ewig dauern.
Auf dem Weg zur Felche und somit zum Erfolg beim Felchenfischen, sind für uns die gründlichen Kenntnisse des zu befischenden Gewässers unerlässlich. Dieses Wissen gehört zu einem nicht zu unterschätzenden Teil in der Kunst der Felchenfischerei. Ob Tiefen, Gewässerbodenbeschaffenheit, Strömungsverhältnisse des Wassers oder der Zusammenhang einzelner Faktoren müssen dem Fischer bekannt sein, um die darin lebenden Fischarten und ihre Standorte zu bestimmen, finden und fangen zu können. Damit man beim Felchenfischen erfolgreich sein kann (gilt nach unser Erfahrung für sämtliche Fischereitechniken), ist es wichtig, dass man das zu befischende Gewässer richtig lesen und dementsprechend auch beurteilen kann. Das ist keine so einfache Geschichte und vor allem an einem neuen Gewässer haben nicht nur die Einsteiger ihre Mühe damit. Was nutzen uns die besten und ausgewogensten Materialien, selbst wenn die Handhabung der Selben begriffen und richtig angewandt wird, aber „Mann“ keine Fische fängt, weil eben „Mann“ viel zu wenig Kenntnis von Gewässer und Fisch besitzt!? Plätze aufzusuchen die allgemein bekannt sind (Hot Spots), ist nie verkehrt. Solche Fangplätze haben typische Merkmale und sind vor allem Einheimischen Fischern bekannt und wer sich als Einsteiger an den Ortskundigen orientiert, hat gute Aussichten dem Erfolg ein gutes Stück näher zu rücken. Oft sind die Unterschiede die den Weg zum Erfolg ausmachen gering. Sie offenbaren sich vielfach nur durch kaum erkennbare Kennzeichen wie durch kleinere Abweichungen in der Grundbeschaffenheit, den Strömungsverhältnissen und Wassertiefen. Die Felchen gehören zu den weniger standorttreuen Fischen. Sie verweilen je nach Situation mal kürzer oder mal länger an einem Standort und deshalb sprechen wir von temporären Standorten.
Der steigende sowie fallende Wasserstand und die dadurch bedingten Strömungsänderungen, die Jahres- und Tageszeit, der Wander- und Fortpflanzungstrieb, sowie die Nahrungsverhältnisse eines Gewässers bestimmen den jeweiligen Standort der Felchen. Es ist deshalb wichtig zu wissen wo die grösseren Tiefen sind und welchen Einfluss der Wasserstand auf die Strömungsverhältnisse entlang der Untiefen und Schärkanten hat. Unsere besondere Aufmerksamkeit müssen wie auch der Wassertrübung widmen, dass richtige Einschätzen und die daraus gezogenen Schlüsse, lassen uns die perfekte Nymphenfarbe (z.B. hell oder dunkel) wählen und allein dies, kann je nach Trübung des Wassers entscheidend sein, ob unsere Nymphen von den Fischen gesehen werden oder nicht. Wetter- und Winddaten, Mondphasen sowie der Stand der Sonne (Licht/Helligkeit) und das Verhalten der Felchen sollten uns Fischern in Masen vertraut sein. Passen Witterungs- und Wasserverhältnisse zueinander und sind sie den Fischen genehm, zeigen sie dies durch vermehrte Nahrungsaufnahme und Beissfreudigkeit. Ist das Gegenteil der Fall, hocken die Fische meist wie gebannt auf dem Gewässerboden und verschmähen jegliche Nahrung. Verhalten sich zu gewissen Zeiten die Felche gegenüber aller Art von Nahrung passiv, lässt sich schwer was dagegen tun und „Mann“ kann sämtliche Hot Spots aufsuchen und wird immer dasselbe Phänomen erleben. Solche Phasen können aber auch immer wieder in so genannten „günstigen Zeiten“ auftreten. z.B.: Wo Nahrung im Überfluss vorhanden ist, haben sich die Felchen auch einmal vollgefressen und sind satt, sie nehmen dann ihre Nahrung nur noch in bestimmten Zeiträumen (Beisszeiten) zu sich. Nirgends liegen „Wenn und Aber“ so nahe beieinander wie in der Natur, die Umstände können täglich, ja gar stündlich ändern und es gilt sich anzupassen. Die Erkenntnisse dieser Fakten beruhen jedoch keineswegs auf rein wissenschaftlichen Thesen, obwohl zum finden der Felchenschwärme vielerorts (wo erlaubt) der Fishfinder zum Einsatz kommt und die ganze Sache vereinfacht, sind jahrelange Beobachtungen, praktische Anwendung und die daraus resultierenden Erfahrungen der Schlüssel zum Erfolg auf dem Weg zur Felche.
Wir habe für einmal wohlweislich auf gute Ratschläge bewusst verzichtet und möchten mit diesem Bericht alle anregen, anhand der von uns geschilderten Grundlagen, sich selber einmal ein Bild von ihrem Gewässer zu machen. Wir sind sicher, der eine oder andere wird überrascht sein, auf was für Erkenntnisse und Überraschungen, man beim Studium eines Gewässers und der näheren Umgebung dazu, stossen kann. Selbstredend ist es nicht verboten sich mit anderen Felchenfischern auszutauschen, Fragen zu stellen, oder einem Einsteiger mit einem guten Rat zur Seite zu stehen. Schon oft haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich eine Frage erst durch verschiedene Interpretationen zum Thema schlüssig und aussagekräftig beantworten lässt. In diesem Sinne, von Fischer für Fischer!
28.02.2007
Februar 07
Für einmal mehr bestätigte sich die alte Weisheit: „Keine Regel ohne Ausnahme!“ In Kürze auf den Punkt gebracht könnte ich auch schreiben, es war von sehr Guten-, bis zu Schneidertagen, von beissfreudigen, bis beissfaulen Felchen, alles anzutreffen. Und nicht selten war es Heute so und Morgen galten andere Regeln. Im Laufe meiner langjährigen Erfahrung auf dem Bielersee haben sich die Monate Februar und März als die „schwierigsten“ Zeiten der Felchensaison erwiesen. Es war schon immer eine spezielle Zeit und in der Regel war schon das finden der Fische recht mühsam und ob sie dann unsere Nymphen auch nehmen wollten, dass war eine ganz andere Frage! Nun, lange Rede kurzer Sinn, es galt und gilt sich anzupassen. Seit in den letzten Jahren auch die Klimaveränderung merklich spürbarer geworden ist, bin ich sicher, dass sich auch Mutter Natur darauf einstellt hat und mit fortlaufendem Wandel der Zeit die alten Regeln per Absurdum führt. Sich anzupassen heisst, auch einmal alte Pfade zu verlassen und Neues zu probieren. Es scheint mir logisch, dass sich auch die Felchen darauf einstellen müssen und dies führt dazu, dass sie sich uns Fischer mit den unterschiedlichsten Verhaltensmustern präsentieren. Heute Top und Morgen Flop!
Am letzten Freitag trafen wir uns (Hanspeter und ich) in Le Landeron, um endlich wieder einmal für zwei Tage dem Alltagsstress zu entfliehen und unserer Leidenschaft, dem Felchenfischen auf dem Bielersee zu frönen. Es schien fast, der Frühling habe schon begonnen. Die Strahlen der Sonne waren deutlich spürbar, obwohl der Zeiger auf meiner Uhr erst auf 8.30 Uhr stand. Es war mit 6 Grad am Morgen für diese Jahreszeit angenehm warm, doch auf unsere Thermoanzüge mochten wir trotzdem nicht verzichten, „Mann“ kann ja nie wissen, was der Tag einem so bringt und wir wollten für alle Fälle gerüstet sein. Ob aufkommender Wind oder gar Regen, für uns gilt die Regel, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Bekleidung und abziehen kann „Mann“ seine Sachen ja auch wenn es einem zuviel wird. Wir steuerten die Erlacherbucht an und suchten mit der Hilfe des Fishfinder nach verdächtigen und interessanten Hinweisen auf die Felchen.
Es lohnt sich immer mit dem Fishfinder genauere Erkundigungen der Tiefen und der Gewässerbodenstrucktur vorzunehmen, einerseits um sich ein genaues Bild davon zu machen und anderseits, um seinen speziellen Fangplatz auszuwählen. Felchen sind je nach Jahreszeit unberechenbare Stromer und ständig auf der Suche nach Nahrung. An einem Tag kann es in den Buchten nur so wimmeln von beissfreudigen Fischen, am nächsten Tag kann das Wasser wie leergefegt sein. In der Regel gilt: „Wo die Nahrung ist, sind auch die Felchen!“, doch wie schon geschrieben, keine Regel ohne Ausnahmen. Wenn die Fische nicht beissen wollen, dann wollen sie nicht!
Nach einer guten Stunde und mehreren Gamben/Hegenenwechsel reagierte schliesslich die Spitze an Hanspeters Felchenzupfrute. Der Fisch spielte zuerst etwas mit der Nymphe bevor er sie richtig einsaugte. Schwere Bewegungen gehen durch die geflochtene Fischerschnur, während eine schöne Felche daran kämpfte. Kurze Zeit später ist der erste Fisch des Tages Wirklichkeit geworden. Eine silberblanke Felche von 30 cm lag im Feumer, ein idealer Fisch für die Pfanne. So ging es den ganzen Tag weiter, zwar mussten wir den Fangplatz auch des öfteren wechseln, doch der Erfolg blieb selten aus und wir durften uns am Abend über einen gut gefüllten Fischkasten freuen.
Als eine gute Wahl erwiesen sich die Goldkopfnymphen in den Farben rot und violett, schwarz vermochte für einmal den Felchen wenig bis gar nicht zu gefallen. Während am Vormittag jeweils Muster ohne Rippungen gefragt waren, gefielen mit der aufsteigenden Sonne, hin gegen Mittag und am Nachmittag, Nymphen mit feinen Rippungsfäden. Mit unseren Nymphen versuchten wir einerseits die Larven, sowohl auch die Puppen der Zuckmücken zu imitieren. Wir fingen alle Fische in ausschliesslicher Bodennähe, soll heissen, max. 1 m darüber. Das heben der Gambe/Hegene und vor allen das gleichmässige, langsame hochziehen (ohne Stopp) imitiert aufsteigende Puppen. Obwohl viele Felche auf den Nachläufer (Nymphe unter dem Bleigewicht) bissen, nahmen sie die vermeintliche Beute nicht schon am Gewässergrund, sondern erst, wenn sie eine bestimmte Höhe erreicht hatte. Diese Anbisse waren klar und deutlich zu erkennen und meist konnte von einer gewissen Heftigkeit gesprochen werden, ganz so, als ob sich die Felchen ihre Beute noch schnell einverleiben wollten, bevor sich diese aus ihrem Blickwinkel verabschiedeten.
War das nun die Regel oder die Ausnahme? Wie schon geschrieben, ist diese Frage alles andere als leicht zu beantworten. Doch die Tatsache, dass wir am Tag darauf noch gerade mal 3 Felchen fangen konnten, obwohl die Fische noch immer vor Ort waren, was auf dem Bildschirm des Fishfinder klar und deutlich zu sehen war, lässt halt im Geheimen doch die eine oder andere Frage aufkommen. Diese Fragen, auch wenn wir sie in den meisten Fällen gar nicht beantwortet bekommen, machen für viele Freunde von mir und selbstredend auch für mich die Faszination Felchenfischen aus. Sie entfachen in mir das Felchenfieber stets von neuem und ich kann es kaum erwarten, bis ich meine Gambe/Hegene wieder in die Tiefen des Bielersees eintauchen lassen kann. In diesem Sinne!
18.02.2007
Felchen gefunden, aber …..
wenig bis gar nichts gefangen. Für einmal war hartes Brot angesagt im Oberen Bielerseeteil, „Mann“ suchte und fand die Felchen an den Hot Spots wie vor La Neuveville, beim Vogelturm, an den Schärkanten der Auelen vor der Insel und auch in der Erlacherbucht zogen die Fische herum, doch zum Anbiss konnten sie nur schwer verleitet werden. Wir, Pädu und Remo, Wolfgang, Matthias und Marc, sowie Hanspeter und ich fischten den ganzen lieben langen Tag und neben den aufgezählten Hot Spots, suchten wir noch an vielen andern interessanten Plätzen nach den „hungrigen“ Felchen.
Die Infos per Handy waren immer dieselben:“ Fische gefunden, beissen wollen sie nicht!“ Durch die Bank weg waren die Berichte von Schiff zu Schiff gleich und Fangerfolge hielten sich für einmal in sehr bescheidenen Grenzen. Es war den ganzen Tag ein reger Schiffsverkehr auf dem See zu beobachten, es ging allen gleich und die Strecken zwischen den verschiedenen Plätzen liessen zwischendurch auch mal wieder so etwas wie Hoffnung aufkommen. Die Frage nach dem „Warum“ die Felchen nicht beissen wollen und warum es solche Tage gibt, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ein wenig Aufschluss könnte das Felchen Beissphasen Diagramm 1995 - 2005 geben (siehe Februar/März)!
Ich bin überzeugt, dass eine Vielzahl von Gegebenheiten und Einflüssen dafür verantwortlich sind und um diese zu ergründen, mir einfach die Zeit und Muse fehlt. Viel eher nehme ich solche Tage in diesem Sinne zur Kenntnis, dass sie mich daran erinnern, wie herrlich und gut es sich in der Regel im Bielersee Felchen fangen lässt. Vielfach wird ein Gewässer daran gemessen wie gut es sich darin Fische fangen lässt, was ja auch zu einem Teil richtig ist. Aber es ist auch wichtig damit umgehen zu können, wenn es für einmal nicht so läuft wie gestern, dass letzte Mal oder wie wir es gerne hätten. Die Natur hat ihre eigenen Regeln und die gilt es zu respektieren, ob „Mann“ will oder nicht. Sie hat noch viele Geheimnisse im Verborgenen, auch gibt sie uns immer wieder neue Rätsel auf und das ist gut so.
Für mich sind solche Erfahrungen der Antrieb und machen das gewisse Extra aus, dass das Felchenfieber zum glühen bringt. Es ist die Vorfreude auf das nächste Mal und die Ungewissheit, was mich erwartet. Auf fischreichere Tage, in diesem Sinne!
31.01.2007
Januar 07
Ohne zu übertreiben, kann „Mann“ den Januar und den Auftakt zur Felchensaison 2007 auf dem Bielersee als sehr gut bezeichnen. Es wurde viel gefischt und ebensoviel gefangen, einige Freunde erreichten die „Vollpackung“ (Tageslimite 25 Felchen) und das, nicht nur ein Mal. Es kam auf den Tag, den Platz und vielfach auch auf die richtigen Zeiten an. Die Hot – Spots waren für einmal mehr die Erlacherbucht, die Schärkanten entlang dem Heidenweg, und vor der St. Petersinsel. Einzelnen Berichten zufolge, wurden in der Vinelzerbucht und vor La Neuveville auch gut gefangen. Es wäre nicht angebracht zu schreiben die Felchen hüpften von alleine in den Feumer! „Mann“ musste seinen Beitrag zum Erfolg schon selber leisten und es galt vorab, die Plätze zu finden, an denen sich die Fische auf der Suche nach ihrer Beute einfanden, um zu fressen.
Was die die fängigste Nymphe anbelangt, ist die Schwarze, gefolgt von Violett und Rot mit Abstand die Erfolgreichste Wahl. Wer sich dann auch noch für eine schwarze Nymphe mit einer Rippung entschieden hatte, merkte schnell, dass diese daraus resultierenden „Reizeffekte“, den Felchen speziell gut gefallen wollte. Für mich steht fest, dass diese „Reizeffekte“ auch den „Kleinen Unterschied“ in der Sichtigkeit unserer Nymphen ausmachen. Durch die vor allem in der ersten Januarhälfte immer wiederkehrenden heftigen Winde, ja gar Stürme, wurde der Wasserkörper stark durchmischt, was zu dieser Jahreszeit zu einer eher ungewohnten Wassertrübung führte und deshalb auch für die Felchen die „Sichtbarkeit“ ihrer Nährtiere einschränkt ist. Trifft nun das wenige Licht in der Tiefe auf die reflektierende Rippung unserer Nymphen, lösen diese Effekte den im Gehirn der Fische festgelegten „Schlüsselreiz“ aus, der ihnen Nahrung signalisiert. Oft sind es die kleinen Unterschiede die uns den Weg zum Erfolg ebnen!
Wem es gelang alle Faktoren auf den Punkt zu bringen, der durfte sich an den Bielerseefelchen erfreuen. Durchschnittlich wurden Felchen (mit wenigen Ausnahmen) zwischen 25 cm und 30 cm gefangen. Nach ihrem Laichgeschäft weisen die Fische praktisch keinen Fettanteil vor, wenn überhaupt nur ganz wenig, dass Fleisch ist fest und ob gebraten, frittiert oder im feinen Sud im Römertopf zubereitet, mir schmecken sie zu beginn der Saison einfach am besten!
Ich durfte in der Vergangenheit so ziemlich alles Gerät zum Felchenfischen (Felchen zupfen) vom Schiff aus testen. Ich möchte an dieser Stelle einmal festhalten, dass so ziemlich die ganze Palette an Angeboten, was Ruten und Rollen anbelangt, sehr gut tauglich ist. Einzige Ausnahme bilden einige Modelle von Stationärrollen im untersten Preissegment! Die zwar klein, leicht und augenscheinlich auch wie für das Felchenfischen gemacht daherkommen, die einem aber das Fischen spätestens nach dem ersten Drill, mehr als mühsam erscheinen lassen. Was nützt mir eine Bremse, wenn sie entweder zu weich oder zu hart funktioniert und ein gewünschtes Mittelmass mittels Einstellschraube (Einstellrad bei Heckbremse) nicht eingestellt werden kann!?
Gemeinsam seine Passion mit Freunden geniessen heisst sich austauschen und zusammen Spass haben. Vor allem zu beginn der Saison haben nicht alle Freunde ihre Schiffe im Wasser und so ergibt es sich des Öfteren, dass man gemeinsam zu einer Pimpmaster - Tour startet. Nicht selten wird der Gasgrill auf dem Schiff eingeheizt und ein paar zarte Steaks, Pouletbrüstchen oder eine pikante Schweinswurst frisch vom Metzger auf den Rost gelegt. Ein knuspriges Ofenbrot, die runden, die so gut gebacken sind, dass beim schneiden die Krümel fliegen, ein Dipp dazu, der Markus ist ein wahrer „Saucen - Meister“, sind die perfekten Beilagen zu einem guten Stück Fleisch oder halt eben zur Wurst!
Meine erste grosse Liebe was die Laufrollen anbelangt, war die Stucki Felchenlaufrolle und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich nun oute, sie ist es bis heute geblieben! Ich bin überzeugt, ich beherrsche sie blind, bin mit allen ihren Macken vertraut und habe sie über die vielen Jahre in denen ich mit ihr auf Felchen fische, als zuverlässige Partnerin kennen und schätzen gelernt. Das sie auf dem Markt nicht mehr konkurrenzlos daherkommt, zeigen die Angebote der „New Generation“ Felchenlaufrollen eindeutig. Die KST - Spezi Felchenlaufrolle von Kurt Strässle (zum Bericht >>) und die HBE Felchenlaufrolle C 130 von Hanspeter Bieri (zum Bericht >>), sind was Perfektion, Hightech sowie „Fischers Vergnügen“ anbelangt, mit Sicherheit jetzt und bestimmt noch für längere Zeit, dass Mass aller Felchenlaufrollen!
Felchenfischen im Januar ist nicht „Jedermanns“ Sache. Den einen ist es zu kalt und windig, den anderen steht der Sinn einfach noch nicht danach. Was uns allen aber gemeinsam ist, ist die Vorfreude auf die bevorstehende Saison und die gemeinsamen Stunden unter Freunden auf dem Wasser. Es bringt auch nichts, den vergangenen, so genannten „Besseren Zeiten“ nachzutrauern! Nur wer positiv in die Zukunft blickt und die Zwischenzeit mit Dingen ausfüllt, die schon seit geraumer Zeit liegen geblieben sind, wie z.B. Kontakte pflegen, Keller aufräumen u.s.w., wird die nötige Ablenkung erfahren, die einem die Zeit bis zur nächsten Tour auf den See, wie im Fluge vergehen lässt. Ich bin sicher, die Freude an dem nächsten Ausflug wird dann umso grösser sein. Auf fischreiche Tage, in diesem Sinne!
10.01 2007
Felchen finden
Felchen finden ist nicht schwer, Felchen fangen, manchmal sehr! Was für ein herrlicher Tag! Sonne pur, spiegelglatter See und die Freunde Remo, Pädu, Simon, Uwe, Kusi, Hanspeter und ich, hatten uns zum Felchenpimpen in der Erlacherbucht verabredet. Wir brauchten nicht lange zu suchen, auf dem Bildschirm des Fishfinder konnten wir die interessanten Sicheln über dem Gewässergrund in 18 m – 19 m Wassertiefe schnell ausmachen und innerhalb von 10 Minuten konnten Hanspeter und ich 3 schlanke Felchen von 27 cm verhaften.
Remo und Pädu waren die nächsten, die sich am Hot – Spot einfanden. Die Freunde brachten gute Laune mit, obwohl, ein gewisser „Bassmaster“ am frühen Morgen noch einer Schrecksekunde entgegensah. Nichts Böses ahnend, freudig dem See entgegenstreben, verursachte ein so seltsam farbig gekennzeichnetes Auto am Strassenrand einen kleineren Schreckensmoment, da evt. vielleicht, sonderbarerweise das Handy zu nahe ans Ohr gerückt war. Aber, ………… alles noch mal gut gegangen!
In der Zwischenzeit fanden sich auch Simon und Uwe ein und einem super Fischtag stand nichts mehr im Wege, oder etwa doch? Was kann einem schon beim Felchenfischen auf dem Bielersee gross im Wege stehen, im Grossen und Ganzen hat es in den Tiefen sehr wenig Totholz oder andere gefährliche Hindernisse, die unseren Gamben/Hegenen schaden könnten, doch an den Schärkanten Richtung Zihlkanal, ist auch in Tiefen bis zu 20 m und mehr mit „Krautbänken“ zu rechnen. Diese Felder sind nicht sehr gross, aber wenn „Mann“ sie findet, können diese uns beim Heben und Senken unserer Gamben/Hegenen ganz schön ärgern. Da bleibt nur eines übrig, „Mann“ startet den Motor und fährt ein paar Meter weiter.
Was ein „Echter“ Pimpmaster ist, der gibt immer alles. Ob mit der Zupfrute oder dem Zapfen (Pose), es wurde alles zu Wasser gelassen um die Felchen zum Anbiss zu verführen. Wie oben geschrieben, waren da die „Krautbänke“, dass verschieben um ein paar Meter mit dem Schiff, der Zapfen (Pose) und eine gewaltig krumme Rute. Nun, nach der Biegekurve musste das eine Felche von 50 cm + sein, oder evt. gar ein Räuber der die Felche wollte?
Leider dumm gelaufen Freunde, Gewicht war schon am anderen Ende zu spüren, aber es fehlt ihm das gewisse „Eigenleben“, dass einen Fisch hätte erwarten lassen dürfen. Keiner liebt es, keiner mag es und doch, kommt nur selten einer nicht auch mindestens ein, zwei Mal pro Saison in den Genuss, seine Gambe/Hegene aus dem Ankerseil lösen zu müssen. Manchmal denke ich, dass gehört einfach dazu, Shit happens!
Felchen wurden aber auch gefangen! Nach zwei Fehlbissen, ich muss sagen die Bisse waren Heute nicht einfach zu erkennen, konnte Pädu nach kurzer Zeit eine silberne Schönheit überzeugen, seine gekonnt knapp über dem Gewässergrund angebotene Nymphe zu nehmen. Diesmal klappte vom Anhieb bis zum Drill alles perfekt, Petri Pädu!
Angespornt durch Pädus Erfolg und eines wahren Pimpmaster würdig, liess auch Remo sich nicht lange bitten und überlistete eine schöne Felche, der im verlaufe des Tages noch einige folgten, Petri Remo! Ich möchte den beiden Freunden an dieser Stelle ein spezielles Kompliment aussprechen, für das ihr erst vor kurzem dem Felchenfieber verfallen seit, schlagt ihr euch als Pimpmaster perfekt, Respekt Freunde! Ich kann euch versichern, mit der Zeit kommt die Erfahrung und mit der Erfahrung der Erfolg. Macht weiter so und ihr werdet in der faszinierenden Welt des Felchenfischens noch so manchen fantastischen Fischtag erleben.
Felchen finden ist nicht schwer, Felche fangen, manchmal sehr!
Ich bin der Überzeugung, dass es zwei entscheidende Faktoren gibt, wenn es um das finden von fressenden Felchen geht. Der erste Faktor ist: „Wo genau!“ Und der zweite: „Wann genau!“. Mit „wo“ ist zu dieser Jahreszeit ein jeweils kleiner Beriech gemeint, an dem die Bedingungen für Futter und Fische perfekt aufeinander passen. Anhand des Wasserstandes und den daraus resultierenden Strömungsverhältnissen, sowie den Wassertemperaturen und des Lichts, sind diese gegeben, nur müssen wir sie auch finden. Ich wechsle meinen Platz im 30 Min. Takt und der Erfolg gibt mir vielfach Recht. Meist fange ich schon in den ersten Minuten nach dem Platzwechsel auch die ersten Felchen. Mit „wann“ meine ich vielleicht eine viertel-, max. halbe Stunde, wenn ich trotz Fischanzeige auf dem Bildschirm keine Bisse bekomme, suche ich weiter. Es ist vielfach nicht nötig den Platz hunderte von Metern zu verlegen, viel Erfolg versprechender erscheint mir dagegen, den Tiefenbereich vom Ufer aus in Richtung Tiefe (oder umgekehrt) abzusuchen. Was auch guten Erfolg verspricht ist, vor allem wenn eine gute Beissphase zu Ende ist, der Wassertiefe (Schärkante) nach links oder rechts zu folgen. Geduld bringt Rosen, äh Felchen, diese Aussage trifft oft zu, aber nicht immer! Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss …………!
Und da wäre noch diese Story. Der drahtlosen Kommunikationsmöglichkeit sei es gedankt, wurde der wohl schwerer als angenommen vom Felchenfieber infizierte Pimpmaster Kusi, noch zu einem Stelldichein erwartet. Was am Morgen noch nach einem Ding der Unmöglichkeit aussah, sollte am Nachmittag Tatsache werden. Simon hatte Termine und der Uwe machte, so wie er halt ist, gleich das Taxi und nahm Kusi mit an Board. Auch sie konnten noch die eine oder andere Felche verhaften und wie auf dem Bild oben unschwer zu erkennen ist, war es mit dem Felchenfieber schon ziemlich bedenklich fortgeschritten. Wenn „Mann“ erst einmal so weit gekommen ist, dass „Mann“ die Felchen zum fressen gerne hat, ist jegliche Hoffnung auf Heilung vergeblich. Zumindest bei mir ist es so, einmal Pimpmaster, immer Pimpmaster! Simon, Uwe und Kusi, Petri zu eueren Fischen!
Was das Pimpmaster Team auch so besonders macht, ist der Informationsfluss! Wir haben keine Probleme zu informieren und immer kommen die Infos prompt, halt eben, von Fischer für Fischer! So muss es sein und nur so können wir den Einsteiger und auch unsere Freunde an unserem Glück teilhaben lassen. Für mich rundet die Beute immer den Fischtag ab und sie bestätigt mir persönlich, dass Richtige, zum richtigen Zeitpunkt erfolgreich umgesetzt zu haben. Obwohl ich behaupte: „Wer mit der Natur und Technik nicht umzugehen weiss, erliegt schneller der Versuchung, sein Ansehen durch vorweisen von grossen Fängen bestätigt zu sehen!“ gehört die Beute bei mir dazu. In diesem Sinne!
03.01.2007
Felchensaison Eröffnung 2007
Die Altjahrswoche war im Unterland geprägt von Morgennebel, viel zu warmen Temperaturen und von herrlichem Sonnenschein. Ob das Wetter auch zu Anfangs Jahr, zur lang ersehnten Felchensaison Eröffnung anhalten würde? Es hielt nicht! Das neue Jahr begann stürmisch, der Westwind blies kräftig und wurde zeitweise von heftigen Regengüssen begleitet. Frühmorgens am 01.01.07 zog es uns, vermutlich lag es am Felchenfieber, an den See, doch die Vernunft siegte und wir beschlossen bei einem Frühschoppen den Saisonstart zu verschieben. Am 02.01. sah es nicht viel besser aus, es regnete zwar weniger, dafür drehte der Wind immer wieder auf Bergluft (Schorro) und die Böen peitschten über das Wasser. Stürmische Westwinde, Bergluft und Regen, da macht es einfach keinen Spass mehr und wir hofften auf den nächsten Tag.
03.01.07, der Wecker rasselte um 7 Uhr und in anbetracht der Vorfreude waren die kleinen Dinge die zu erledigten waren, bis zum Aufbruch an das „Bielermeer“, in Windeseile vollbracht. Der Wetterdienst hatte einen ruhigen Tag (mässiger Wind, aber trocken) vorher gesagt und den wollten wir nutzen. Eigentlich hatte ich gar keine Zeit, aber manchmal muss „Mann“ Entscheidungen treffen, die nicht unbedingt nüchterner Überlegung entspringen. Es warteten doch die Felchen auf uns!
Eine gute Stunde später war ich im Hafen von Le Landeron, wo Hanspeter um 8.30 Uhr mit dem heissen Tee schon auf mich wartete. Wir erlaubten uns eine kleine Teepause und sinnierten, was wohl die Wetterpropheten mit „Mässigem Wind“ gemeint haben könnten!? Nun gut, zumindest war es trocken und das ist doch auch schon Mal etwas. Ausgerüstet mit Thermoanzügen, gutem Schuhwerk, Mützen mit Ohrenklappen und Handschuhen, sowie der nötigen Zwischenverpflegung, fuhren wir aus dem Hafen auf den See hinaus. Freunde, die Felchensaison 2007 hat für uns begonnen, Freude herrscht! Auf der Erlacherseite vor dem Schloss konnten wir bereits zwei Schiffe ausmachen, die dort vor Anker lagen. Wir beschlossen erst in der Bucht vor Le Landeron nach Felchen zu suchen. Verdächtige Sicheln auf dem Fishfinder erwiesen sich durch die Bank weg als Weissfische und so fuhren wir weiter, um an den Abhängen vor La Neuveville nachzuschauen, ob die Felchen wohl hier ihre Bahnen auf der Suche nach Futter zogen.
Je weiter wir auf das Wasser hinaus fuhren, umso mehr machte sich der Wind bemerkbar und die Wellen wurden heftiger. Zu allem fanden wir in Ufernähe keine interessanten Anzeigen auf dem Fishfinder, erst bei 23 m Wassertiefe wurden wir fündig. Der Anker war schnell zu Wasser gelassen und kurz darauf folgten ihm unsere Gamben/Hegenen in die Tiefe. Als ob Petrus mit uns ein Einsehen hatte, kaum waren wir am Fischen, schaute die Sonne hinter den Wolken am Himmel hervor und mit den Sonnenstrahlen kamen die ersten Bisse. Bis gegen Mittag fingen Hanspeter und ich ein gutes Dutzend massige Felchen, alle zwischen 26 cm – 30 cm, dann war auf einmal „Funkstille“ nur noch vereinzelt gelang es uns, den einen oder anderen Weissfisch zum Anbiss zu verführen. Aber, keine Spur mehr von den Felchen!
Während wir uns an unserm Proviant stärkten und versuchten mit dem heissen und süssen Tee unsere inneren Geister wieder etwas zu wecken, beschlossen wir, unser Glück am Nachmittag auf der anderen Seite des Zihlkanal (Schlossseitig) zu versuchen. Wie querten die Zihl ca 300 m nach dem Einlauf in den Bielersee und fanden, mittels Fishfinder auf Anhieb in 24 m Wassertiefe, interessante Anzeichen auf Felchenschwärme. Um die Stelle noch etwas präziser zu beschreiben, könnte man in Richtung Erlach gesehen, dass kleine „Inselchen“ rechts neben dem Schloss als Fixpunkt betrachten. Vom Zihlkanal waren wir ca 40 m – 50 m entfernt, so ergeben die Koordinaten einen ungefähren Schnittpunkt der interessanten Stelle.
Wie gehabt, Schiff verankert über den Spitz und die Gamben/Hegenen in die Tiefe gelassen, folgte innert Minuten der erste Biss. Die Felchen bissen auf schwarze und rote Nymphen auf einem 14er Kamasanhaken, in Gold. Die Feingebundenen Nymphen hatten einen kleinen Glasperlenkopf (2 mm) in derselben Farbe wie die Nymphe. Hanspeter versuchte es anfänglich mit grösseren Glasperlen (3 mm), doch dieses Muster wollte heute den Felchen nicht gefallen, nach dem er seine Gambe/Hegene gewechselt hatte, durfte sich auch Hanspeter an einigen Bissen und schönen Felchen erfreuen. Nach guten zwei Stunden, waren die Fische weitergezogen, was sich eindeutig mittels der Anzeige auf dem Display erkennen liess. Auf dieser Seite von der Zihl fingen wir ausschliesslich Felchen, keine Weissfische und von Egli war den ganzen Tag über nichts auszumachen.
Felchen sind Schwarmfische und auf der Suche nach Nahrung schwimmen sie im ganzen See herum. Zu einer Tageszeit kann es an einem Hot Spot von Fischen nur so wimmeln, ein paar Stunden später (mal mehr, mal weniger) sind die Plätze wie leergefegt. Der interessierte Felchenfischer weiss jedoch, dass bestimmte Dinge das Leben und Verhalten der Felchen beeinflussen. Die zwei wichtigsten Dinge im Leben einer Felche sind die Nahrung und die äusseren Bedingungen. Wo die Nahrung ist, sind auch die Felchen. Deshalb ist es wichtig, sein Gewässer zu kennen und fortwährend zu beobachten. Eine gute Stelle (Hot Spot) muss „Mann“ sich merken und es ist nie verkehrt, diese beim nächsten Mal aufzusuchen und zumindest dort nach den Fischen zu suchen.
Wir fingen heute noch einige Felchen und die mussten auch filetiert werden. So beschlossen wir gemeinsam, diesen den Umständen entsprechenden „Herrlichen“ Fischtag zu beenden und machten uns auf den Nachhauseweg. Eine Eröffnung nach Mass, wenn auch mit kleinen Abstrichen, ging zu Ende und was das wichtigste ist, dass Felchenfieber hat sich auf ein erträgliches Mass reduziert! Auf die Felchensaison 2007, in diesem Sinne.
06.11.2006
Felchenfieber New`s
Die Berichte zum Thema Felchenfischen auf dem Bielersee erscheinen auch 2007 wie gewohnt. Ich habe das Layout ein wenig geändert und auf vielfachen Wunsch von Freunden und Lesern, werden die Bilder in den Berichten in einem grösseren Format daherkommen. Im Weiteren möchte ich mich bei allen Freunden und Bekannten für Ihre Mitarbeit bedanken. Es macht immer wieder Spass und Freude mit Euch!
Felchenfieber 07
Die Saisoneröffnung, einerlei auf welche Fische und mit welcher Technik, hat für viele Fischer die ich kenne einen besonderen, magischen Reiz. Ist es die Vorfreude was diese Magie hervorruft, die einem zumindest in Gedanken schon von den zu bevorstehenden Ereignissen träumen und hoffen lassen? Sind es die Erfahrungen der Vergangenheit, die schönen Stunden mit Freunden auf oder am Wasser, dass Wissen um einen guten Fischbestand, oder vielleicht von allem ein wenig zusammen? Tatsache ist, dass sich wenn überhaupt, nur wenige Fischer dieser Magie entziehen können und ich bin sicher, dass wer einmal eine Saisoneröffnung mit Freunden und Kameraden erlebt hat, diese Momente der Freude nicht mehr missen möchte! Die ersten Anzeichen des „Felchenfieber`s“ sind bei mir schon aufgetreten. Die Vorzeichen sind meist daran zu erkennen, dass die bei Saisonenden gereinigte und kontrollierte Ausrüstung zum Fischen schon mal hervor geholt wird, um diese zur Sicherheit einem weiteren Check zu unterziehen. Auch wird das Takle in Griffweite, schon wegen dem immerwährenden optischen Aspekt, deponiert, um wenn es dann schlimmer mit dem „Felchenfieber“ werden sollte, zumindest mit der Rute und Rolle, ein paar „Trockenübungen“ zu absolvieren. Dies beruhigt ungemein! Sie kommt, die Felchensaison 07 beginnt, so Petrus will, für mich am 01.01.2007. Freunde, ich freue mich darauf!
Pro Fisch
Jeder Fischer sollte seine Einstellung zum Thema Fisch, Fang und Technik selber für sich kritisch prüfen. Nicht der Sport sollte im Vordergrund stehen, viel eher die Technik und die Beute scheinen mir, sind der Ausdruck eigener Geschicklichkeit und sollte das Mass aller Dinge sein. In vielen Bereichen hat die Menschheit erkannt, dass man mit Hegemassnahmen und Pflege der Natur auf dem richtigen Weg ist, doch finden Appelle in gewissen Fischerkreisen, sehr wenig gehör. Leider hat sich die Erkenntnis noch nicht durchgesetzt, dass in unseren Gewässern heute keine unerschöpflichen Fischreserven mehr vorkommen. Dass es wichtig ist, dass jeder einzelne von uns, mit einer gesunden „Selbstbeschränkung“ seinen Beitrag dazu leisten kann, damit noch unsere Kinder und Enkel, sich dereinst an unserem schönen Hobby erfreuen dürfen.
Noch heute erliegen viele Fischer dem Irrglauben, dass sich der Erfolg ausschliesslich an der Anzahl der gefangenen Fische messen lässt. Viel mehr trifft zu und das war schon immer so, dass der Erfolg auf die eigene Geschicklichkeit zurück zu führen ist und dem zu Folge als Gradmesser die Hauptsache sein sollte. Der Sinn für den „Wert“ muss sich entschärfen, damit der Fischbestand im Allgemeinen erhalten bleibt und sich wieder erfolgreich vermehren kann.
Ich stelle artgerechtes Fischen und technisches Können auf eine Stufe. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass es ohne perfektes Rüstzeug keine faire, zeitgerechte Einstellung gegenüber der Fischerei geben kann. Erst die Aussichten durch eigenes Können gute Fangergebnisse zu erzielen, entbindet uns von dem Zwang, die fragwürdige Bestätigung einzelner Erfolge im Weidenkörbchen nach Hause tragen zu wollen. Wer mit der Technik nicht umzugehen weiss, erliegt schneller der Versuchung, sein Ansehen durch vorweisen von grossen Fängen bestätigt zu sehen.
Diese Erkenntnisse führen uns zum unbeschwerten Fischen und zur Freude am Hobby, dann erst lernen wir das Gefühl kennen, ohne jeden Fangzwang und mit technischem Gespür, ein in allen Belangen fairer Sieger zu bleiben.